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Der neue Beetle

Volkswagen stellt am 18.04.2011 im Rahmen einer Weltpremiere den neuen Beetle (VW Käfer) mit einer komplett neuen Generation vor – parallel in Shanghai, Berlin und New York.
Nicht stehen bleiben: „Wir haben jedes Teil neu gemacht.“
Frecher, dynamischer, maskuliner. Ein Vergleich mit dem 98er
New Beetle zeigt: Nichts blieb beim Alten: „Den Beetle kennzeichnet
jetzt eine klare, selbstbewusste und souveräne Sportlichkeit. Der Wagen
ist nicht nur flacher, sondern auch erheblich breiter, die Motorhaube
ist länger, die zurückgesetzte Frontscheibe wesentlich steiler. Das alles
führt zu einer neuen Dynamik“, erläutert Klaus Bischoff. Während der
New Beetle mit drei Halbkreisen – Kotflügel vorn, Kotflügel
hinten, Kuppeldach drüber – skizziert werden konnte, löst sich das neue
Modell von dieser Geometrie. Die Dachsilhouette verläuft in der Tat
deutlich flacher und führt fort, was die 2005 in Detroit vorgestellte
Studie Ragster – eine Art Hot Rod auf New Beetle-Basis – erahnen ließ.
Der neue Beetle ist frecher, dynamischer, maskuliner.

Die Fakten bestätigen das: Der Neue ist 1.808 mm breit (plus 84 mm),
1.486 mm hoch (minus 12 mm) und 4.278 mm lang (plus 152 mm). Folge:
völlig neue Proportionen. Durch das Plus an Länge konnte sich das
Dach weiter spannen, die Windschutzscheibe nach hinten wandern
und das Heck der Kontur des Ur-Käfers folgen. Der neue Schwerpunkt
liegt auf der C-Säule. Parallel vergrößerte das Entwicklungsteam auch
die Spurweiten und den Radstand. All das verleiht dem Beetle Kraft und
eine muskulöse Spannung. Neu indes ist der homogen in das Design integrierte Heckspoiler (Serie für TSI mit 118 kW/160 PS und 147 kW/200 PS), der den je nach Motorisierung bis
zu 225* km/h schnellen und in den drei Ausstattungslinien „Beetle“,
„Design“ und „Sport“ lieferbaren Volkswagen vehement auf die Straße
drückt. Die obere Fläche des Heckspoilers ist übrigens stets schwarz
ausgeführt, die untere indes wird in Wagenfarbe lackiert. Diese Farben
– 12 unterschiedliche Töne – werden den automobilen Alltag unter
Bezeichnungen wie „Saturnyellow“ oder „Denim Blue“ bunter machen.

Das Cockpit merkt man sich. Das Cockpit des Beetle ist eindeutig,
unverwechselbar, cool, klassisch und mit Liebe zum Detail gestaltet.
Alles im Griff und Blick. Es ist die Form und Farbigkeit der lackierten
oder in Karbon-Optik gehaltenen Frontblende der Instrumententafel,
die visuell eine Brücke in die Zeit des ersten Käfers schlägt, und doch
nicht retro ist. In Europa etwa, ist diese Blende beim Grundmodell
(„Beetle“) in „Schwarz uni“ gehalten; die der Ausstattungslinie „Design“
ist stets im Farbton der jeweiligen Außenfarbe lackiert. Wer sich für
„Sport“ entscheidet, erhält die Karbon-Optik („Carbon Fiber“). Welche
Farben wo auch immer zum Einsatz kommen: Volkswagen Fahrer/
-innen werden jedes Interieurdetail mit geschlossenen Augen finden.
Und doch ist alles neu konzipiert. Vor dem Fahrer liefern drei Rundinstrumente
(Drehzahlmesser, Tacho, Tankanzeige) alle wesentlichen Infos; im zentralen Tacho (mittig) gibt es ein Multifunktionsdisplay.
Ab der Ausstattung „Design“ sind die verstellbaren Lüftungsöffnungen
und die Instrumente in Chrom eingefasst. Das gilt auch für die in der
Armaturenmitte optimal im Blickfeld des Fahrers angeordneten und
durch zwei Lüftungsöffnungen eingerahmten Audio-/Navigationssysteme.
Darunter: die Klimasteuerung. Alles im Griff und Blick.

Comeback des Handschuhfaches. Ähnlich wie im Ur-Beetle, hat der
Neue ausstattungsabhängig auf der Beifahrerseite ein zusätzliches,
in die Frontblende integriertes Handschuhfach, dessen Deckel nach
oben aufklappt (das ebenfalls integrierte Standardhandschuhfach
klappt nach unten auf). Ein weiteres Feature klassischer Natur sind die optionalen
Zusatzinstrumente oberhalb des jeweiligen Audio-/Navigationssystems:
Öltemperatur, Stoppuhr und Ladedruck.
Ebenfalls neu: die eigens für den Beetle gestalteten Lenkräder mit je nach Ausstattungslinie verschieden lackierten Applikationen in den Speichen. Details wie diese machen unmissverständlich klar, dass es
die Gäste an Bord mit einem Beetle zu tun haben – Verwechslungsgefahr ausgeschlossen.

Luftgekühlter Käfer. New Beetle. The Beetle. Kennzeichnend für
den Beetle der – wenn man so will dritten Generation – sind die
komplett veränderten Parameter der Innenraum-Ergonomie und des Innenraum-Packagings:
Bewegte der Fahrer den luftgekühlten Käfer noch sehr tief sitzend und den New Beetle aufgrund der weit vorn angeordneten Windschutzscheibe eher chauffierend, ergibt sich nun ein agiles, fahrerorientiertes Coupé-Erlebnis. Jeder Abstand passt wie maßgeschneidert. Darüber hinaus gilt: Volkswagen ist es einmal mehr gelungen, eine Materialqualität umzusetzen, die nach oben hin alle Klassengrenzen hinter sich lässt. Design, Ergonomie, Bedienbarkeit
und Qualität greifen so wie Zahnräder ineinander und schaffen ein
neues, sympathisches Auto von höchster Individualität.

Der New Beetle war innen eine Kathedrale. Vorn ist der Beetle aufgrund
des Abschieds vom Kuppeldach des Vorgängers etwas flacher geworden,
bietet dadurch nun 1.044 mm Innenhöhe, statt zuvor 1.082 mm. Doch
die 38 mm werden nicht einmal Sitzriesen vermissen, da der New Beetle
innen die Kathedrale unter den Kompakten war. Hinten indes ergibt
sich durch die längere Dachpartie ein deutlich besseres Raumgefühl.
Signifikant größer wurde der Kofferraum, der nun 310 statt 209 Liter
fasst. Die Rücksitzlehne kann wie gewohnt geteilt umgeklappt werden;
die Beladung erfolgt bequem über die weit öffnende Heckklappe.
Mehr Ausstattung: Die Individualisierung des Beetle
„Beetle“, „Design“ und „Sport“. Den neuen Volkswagen wird es weltweit
in den drei Ausstattungslinien „Beetle“, „Design“ und „Sport“
geben. Jede dieser Versionen hat einen ganz eigenen Charakter.

Zudem sind es die Märkte selbst, die eigene Schwerpunkte setzen. Die einzelnen Parameter
dieser Individualisierungsstufen wird Volkswagen
im Rahmen der internationalen Fahrvorstellung bekanntgeben. In
Ergänzung zu den drei Ausstattungslinien kann der Beetle über das
Programm der Sonderausstattungen individualisiert werden.

Die wichtigsten Features im Überblick:

Bi-Xenonscheinwerfer und LED-Tagfahrlicht. Erstmals bietet
Volkswagen den Beetle mit Bi-Xenonscheinwerfern an. Das Xenon-
Modul wird dabei an den Außenseiten der Scheinwerfer von 15 LEDs
eingerahmt, die das Tagfahr- und Standlicht bilden.
Panoramadach. Es ist transparent, lässt sich aufstellen oder öffnen. Die
exakte Bezeichnung ist deshalb Panorama-Ausstell-/Schiebe-Glasdach.
Viel wichtiger: Es ist 80 Prozent größer (Glasfläche) als im Vorgänger.
Das wärmedämmende Glas sperrt übrigens 99 Prozent der UV-Strahlung
und 92 Prozent der Wärme aus.

Radio-CD- und Radio-Navigationssysteme. Der New Beetle war
ausschließlich mit speziell für dieses Modell designten Radio-CD-
Geräten lieferbar. Ein Navigationssystem gehörte nicht dazu. Hier geht
Volkswagen jetzt einen völlig anderen Weg und bietet für den neuen
Beetle alle Systeme an, die auch für andere Modelle wie den Golf, Jetta
oder Passat zur Verfügung stehen. Serienmäßig ist im Beetle bereits das
sehr gute Audiosystem RCD 310 mit 8 Lautsprechern an Bord (inklusive
Doppeltuner). Das Topsystem unter den Audioanlagen ist das RCD
510 mit integriertem CD-Wechsler, Schnittstelle für SD-Karten und
Touchscreen. Einen preislich attraktiven Einstieg in den Bereich der
Radio-Navigationssysteme bietet das RNS 315 mit 5-Zoll-Touchscreen
(400 x 240 Pixel), CD-Player, SD-Karten-Slot und Doppeltuner. Das
Spitzenmodell unter den Radio-Navigationssystemen ist das RNS 510.
Es wartet mit Feinheiten wie einem 6,5-Zoll-Touchscreen, DVD-Player,
Sprachbedienung, ebenfalls einem SD-Karten-Slot und einer 30-Gigabyte- Festplatte auf.
Premium Audio Soundsystem von Fender. Wer sich für das Soundsystem
entscheidet, erhält parallel eine einstellbare Ambientebeleuchtung für
den Innenraum. Neben einer indirekten Beleuchtung beinhaltet sie
zwei Lichtringe um die Lautsprecherboxen in den Türen. In Europa ist
der Beetle das erste Auto mit einem Fender-Soundsystem.
Keyless Access. Erstmals im Beetle gibt es das Schließ- und Startsystem
Keyless Access, das ohne Tür- und Zündschloss auskommt. Mit dem
Berühren eines der vorderen Türgriffe erkennt das System die Zugangsberechtigung
anhand des Senders in der Jacken-, Hosen- oder Handtasche,
entriegelt den Beetle und ermöglicht es jetzt, den Wagen via
Start-Stopp-Taste zu starten. Verriegelt wird der Volkswagen von außen
wieder über das Berühren einer der zwei Türgriffe; hier allerdings an
einer dafür speziell markierten Fläche.

Rundum sicher. Machen wir es kurz. Volkswagen baut auch mit dem
Beetle eines der aktiv wie passiv sichersten Automobile. Natürlich ist
serienmäßig das elektronische Stabilisierungsprogramm ESP an Bord,
natürlich schützt im Innenraum ein wirkungsvoller Verbund aus sechs
Airbags, natürlich gehört die in weiten Teilen lasergeschweißte und
verzinkte Karosserie mit 26.000 Nm/º zu den stabilsten im Segment.
Natürlich deshalb, weil Sicherheit selbstverständlich sein muss.
In Sachen Motoren stehen die Zeichen auf Nachhaltigkeit.
In den USA wird der Beetle nun erstmals auch als Turbodiesel
angeboten. Der Beetle 2.0 TDI (103 kW /140 PS) erfüllt dank NOX-
Speicherkat alle Abgasgrenzwerte Amerikas und kommt auf 40* mpg
im Highway-Zyklus; in der City sind es 29* mpg, kombiniert 33* mpg.
Damit empfiehlt sich der Beetle als eines der sparsamsten Fahrzeuge
seiner Klasse. Die großen Reichweiten erzielt der Volkswagen übrigens
nicht nur in der Version mit 6-Gang-Schaltgetriebe, sondern – und auch
das ist eine Technik-Premiere im Beetle – ebenfalls mit dem optionalen
6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.

US-Benziner mit 170 PS und 200 PS. Verbessert werden konnten zudem
die Reichweiten mit dem 2,5-Liter-Fünfzylinder-Benziner, der bereits
im Vorgänger überzeugte. Für den handgeschalteten Beetle ergeben
sich 22* mpg (City), 31* mpg (Highway) und 25* mpg (kombiniert);
beim Pendant mit 6-Gang-Automatik sind es 22* mpg (City), 29* mpg
(Highway) und 25* mpg (kombiniert) – das entspricht einem Reichweitenplus
von bis zu 10* Prozent. Wegweisend: Sogar der 147 kW/200 PS
starke Beetle 2.0 TSI erreicht im kombinierten Betrieb 25* mpg. Den
großen TSI gibt es optional mit 6-Gang-DSG.

Weltmotoren mit 105 PS, 140 PS, 160 PS und 200 PS. In Märkten wie
Asien, Australien, Europa und Neuseeland wird es den neuen Beetle
ausschließlich mit aufgeladenen Motoren geben. Alle Antriebsversionen
– durchgängig Vierzylinder – kommen dabei erstmals in dieser Baureihe
zum Einsatz. Dank des Umstiegs auf die Turbobenzin- (TSI)
und Common-Rail-Turbodiesel-Direkteinspritzer (TDI) ergeben sich
im Vergleich zum Vorgänger signifikant reduzierte Verbrauchs- und Emissionswerte.
Die drei aufgeladenen Benziner des Beetle leisten
77 kW/105 PS, 118 kW/160 PS und 147 kW/200 PS. Die zwei Diesel
entwickeln 77 kW /105 PS und 103 kW /140 PS (die TDI werden nicht
in China angeboten). Alle fünf Motoren können optional mit einem Doppelkupplungsgetriebe
kombiniert werden.

Die Motoren mit 160 PS und 200 PS im Detail. Selbst der 225* km/h
schnelle und 200 PS starke Beetle 2.0 TSI verbraucht handgeschaltet
lediglich 7,4* l/100 km (analog 173* g/km CO2). Extrem sparsam ist
zudem der via 7-Gang-DSG geschaltete 1.4 TSI mit 160 PS; er verbraucht
im Beetle lediglich 5,9* l/100 km (139* g/km CO2). Vor diesem
Hintergrund avanciert der Beetle 1.4 TSI DSG (Höchstgeschwindigkeit:
207* km/h) zu einem Geheimtipp im Programm. Zum Vergleich: Der
110 kW/150 PS starke Vorgänger kam in der Automatikversion auf einen
Wert von 8,9 l/100 km. Trotz 10 PS mehr Leistung wurde der Verbrauch
demnach um 3,0* l/100 km respektive 34* Prozent reduziert.

Die Differentialsperre für Top-Benziner. Damit die Kraft der zwei stärksten
Beetle-Versionen auch in zügig angegangenen Kurven standesgemäß
auf die Straße gebracht wird, fahren die Modelle mit 160 PS (Europa-
Version) und 200 PS (weltweit) serienmäßig mit der elektronischen
Differentialsperre XDS vom Band. Dabei handelt es sich um eine
Erweiterung der bekannten EDS-Funktionen. XDS verbessert bei
schneller Kurvenfahrt das Handling und kalibriert den Wagen weiter
in Richtung „neutral“, indem es ein Durchdrehen des kurveninneren,
entlasteten Rades per aktivem Bremseingriff unterbindet und so die
Traktion verbessert.
Die Motoren mit 105 PS und 140 PS im Detail. Das sparsamste Modell
mit Benzinmotor ist der bei Bedarf 180* km/h schnelle Beetle 1.2 TSI mit
BlueMotion Technology (u.a. Start-Stopp-System und Rekuperation)
und 105 PS. Hier beträgt der Verbrauch im Schnitt 5,5* l/100 km
(129* g/km CO2). Der vergleichbare Vorgänger (75 kW /102 PS) kam
auf 7,5 l/100 km. Ersparnis: 2,0* l/100 km oder 27* Prozent.

Extrem nachhaltig zur Sache geht zudem der 105 PS starke Beetle 1.6 TDI.
Mit 4,3* l/100 km (analog 112* g/km CO2) ist diese Dieselversion in
Verbindung mit BlueMotion Technology der sparsamste Beetle, der
jemals gebaut wurde. Selbst bei den seit jeher genügsamen TDI-Motoren
ergibt sich so ein Minderverbrauch von 20* Prozent. Auf der Autobahn erlaubt der neue Beetle 1.6 TDI mit BlueMotion Technology übrigens eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h – Sparsamkeit wird also auch in diesem Fall keineswegs
mit Verzicht erkauft. Das gilt insbesondere auch für den noch dynamischeren TDI mit 2,0 Litern
Hubraum und 103 kW/140 PS. Dieser durchzugsstarke Turbodiesel (320 Nm ab 1.750 U/min) ermöglicht
eine Höchstgeschwindigkeit von 198* km/h, verbraucht im Schnitt aber nur 4,9 l/100 km (analog
129* g/km CO2). Und so wird es auch für den Beetle der Neuzeit wieder
heißen: Er läuft und läuft und läuft…

Fakten:

• Name: The Beetle
• Weltpremiere: 18. April 2011
• Markteinführung Nordamerika: September/Oktober 2011
• Markteinführung Europa: Oktober /November 2011
• Markteinführung Asien: Februar 2012
• Markteinführung Südamerika: Ende 2012 /Anfang 2013
• Charakter: Ikone
• Ausstattungslinien: „Beetle“, „Design“, „Sport“
• Leistungsspektrum: 77 kW /105 PS bis 147 kW /200 PS
• Minimalverbrauch Ø Europa: 4,3* l/100 km (1.6 TDI)
• Reichweite Ø USA: 33 mpg* (2.0 TDI)
• Motoren-Spezifikationen: Alle Benziner sind aufgeladene TSIMotoren
(Ausnahme 2,5-Liter-Motor USA); alle Diesel sind neue
Common-Rail-TDI-Motoren; alle Motoren erfüllen die Euro-5-
Abgasnorm;
alle US-Motoren erfüllen die BIN5 /ULEV PZEV
• Debüt Ur-Beetle: 1938
• Debüt New Beetle: 1998
• Gebaute Exemplare bislang: > 22,5 Millionen
• Designer: Walter de Silva (Konzern), Klaus Bischoff (Marke).
Exterieur: Marc Lichte (Leitung), Chris Lesmana, Nisan Kucam.
Interieur: Tomasz Bachorski (Leitung), Ingo Brückmann.
Color and Trim: Oona Scheepers (Leitung), Susanne Gerken
• Exterieur-Dimensionen: 4.278 mm Länge, 1.808 mm
Breite, 1.486 mm Höhe, 2.537 mm Radstand
• Kofferraum: 310 Liter

Text:

Matthias Dikert

Fotos:

Volkswagen