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Dresden glänzt mit Kunst und Kultur

Dresden

Dresden glänzt mit Kunst und Kultur

Dresden, Landeshauptstadt Sachsens, besitzt als Kunst- und Kulturstadt einen hervorragenden Ruf. Einzigartig sind die unzähligen Schätze in den Museen, atemberaubend die Vielfalt der Architektur und erstaunlich das Niveau des traditionsreichen Musiklebens. Eine Fahrt mit einem der historischen Raddampfer verschafft einen ersten Überblick, bevor die Altstadt zu Fuß entdeckt werden kann. Das unumstritten schönste barocke Bauwerk Dresdens ist der Zwinger, dessen Kronentor mit der vergoldeten Haube zu einem der Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Im Zwinger befindet sich auch die derzeit interessanteste Ausstellung in Dresden:
1512 erhielt Raffael (1483-1520) den Auftrag für die „Sixtinische Madonna“. 2012 feiern die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit einer großen Sonderausstellung das 500-jährige Jubiläum des Auftrags und der Entstehung des Gemäldes. Die Jubiläumsausstellung, die vom 26. Mai bis 26. August 2012 in der Gemäldegalerie Alte Meister stattfindet, beleuchtet in vier Sektionen sowohl den kunst- und kulturhistorischen Kontext als auch die Rezeptionsgeschichte des Meisterwerkes: 

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Raffael in Rom 
Diese Ausstellungssektion stellt die „Sixtinische Madonna“ im Kontext der römischen Arbeiten Raffaels und weiterer Künstler der Renaissance vor. Bedeutende Werke Raffaels werden als Leihgaben aus internationalen Museen zu sehen sein, so etwa die „Garvagh Madonna“ (um 1509/10) aus der Londoner National Gallery oder ein Fragment eines Engels (um 1512) aus der Pinacoteca Vaticana.

Der spektakuläre Ankauf der „Sixtinischen Madonna“ durch August III. 
Fast 250 Jahre blieb die „Sixtinische Madonna“ an ihrem ursprünglichen Aufstellungsort in Piacenza so gut wie unbekannt. Erst durch ihren spektakulären Ankauf durch August III. 1752/54 für die Gemäldegalerie in Dresden trat sie in die Öffentlichkeit. Adolph Menzel hielt in seinem Pastell „Platz für den großen Raffael!“ (1855/59) den legendären Ausspruch Augusts III. bei der Ankunft des Gemäldes fest. Anhand bislang zum Teil nie ausgestellter Dokumente aus dem Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden, der Biblioteca Passerini-Landi und dem Archivio Gulieri in Piacenza wird die wechselvolle Ankaufsgeschichte vorgestellt. 

Die „Sixtinische Madonna“ in Literatur, Kunst, Musik und Design 
Durch die öffentliche Präsentation der „Sixtinischen Madonna“ in der Gemäldegalerie in Dresden begann gegen 1800 die rezeptionsgeschichtliche Auseinandersetzung mit dem Werk in Literatur, Kunsthandwerk, Fotografie und Musik. Parallel dazu wurde die Sixtina in der Malerei und Grafik kopiert und reproduziert, wie Friedrich Burys Gemälde „Kurprinzessin Auguste die Sixtinische Madonna kopierend“ (um 1808/09) aus dem Museum Schloss Wilhelmshöhe in Kassel illustriert. Außerdem war das Gemälde ein beliebtes Motiv in Zeitschriften, Stickbildern, Werbung, Karikaturen und Poesiealben des Bürgertums im Biedermeier und im Deutschen Kaiserreich. Im 20. Jahrhundert wird der Mythos des Bildes durch den Zweiten Weltkrieg, den Abtransport nach Russland im Jahr 1945 und die propagierte Legende von der Rettung des Gemäldes durch die sowjetischen Truppen weiter geschrieben. Die Rettungslegende überdauerte die Rückkehr des Gemäldes im Jahr 1955 und fand ihren Ausdruck z.B. in dem Bild von Mikhail Kornetsky „Die Rettung der Madonna“ (1984/85) aus dem Latvian National Museum of Art in Riga. 

Eine internationale Karriere: Die Engelchen in Kitsch und Kunst
Die zwei Engelchen der „Sixtinischen Madonna“ wurden als eigenständiges Bildmotiv erstmals um 1800 benutzt. Seitdem haben sie losgelöst von der „Sixtinischen Madonna“ eine eigene „Karriere“ gemacht. Die Ausstellung zeigt Beispiele sowie Karikaturen vom frühen 
19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. 

Nur ein paar Fußschritte entfernt steht die Semperoper, die im Krieg zerstört und zwischen 1977 und 1985 wiederaufgebaut wurde. Sie zählt heute wieder zu den bekanntesten Opernhäusern der Welt. Die Semperoper Dresden ist ein Haus von Weltruf mit einem Ensemble von Rang und internationalen Gästen. Beim Luftangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 zerstört, konnte die Semperoper 40 Jahre später, am 13. Februar 1985, feierlich wiedereröffnet werden. 2010 wurde das 25-jährige Jubiläum der neuen Semperoper gefeiert. 

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Seit der Spielzeit 2010/11 leitet Dr. Ulrike Hessler als Intendantin die Geschicke des geschichtsträchtigen Hauses. Hier spielt die Sächsische Staatskapelle Dresden , 1548 durch Kurfürst Moritz von Sachsen als Hoforchester gegründet und damit eines der ältesten und traditionsreichsten Orchester der Welt. Bedeutende Kapellmeister haben ihre Geschichte geprägt, darunter Heinrich Schütz, Carl Maria von Weber und Richard Wagner, der das Orchester als seine »Wunderharfe « bezeichnete. Richard Strauss war der Staatskapelle fast siebzig Jahre lang freundschaftlich verbunden. Ab der Saison 2012/13 ist Christian Thielemann ihr nächster Chefdirigent. Der von Carl Maria von Weber 1817 gegründete Opernchor ist ebenfalls durch Konzerte und CD-Produktionen über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Weber war es auch, der sich für ein fest engagiertes Ballettensemble in Dresden engagierte. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts erlebte das Ballett in der Semperoper einen ersten Höhepunkt. Seit 2006/07 ist Aaron S. Watkin Ballettdirektor des Semperoper Ballett . Seine künstlerische Vision: Tanz zu schaffen, der vom Herzen kommt und zum Herzen spricht. An der Semperoper wurde Operngeschichte geschrieben: Richard Wagner konnte hier »Rienzi«, den »Fliegenden Holländer« und »Tannhäuser« zur Uraufführung bringen. Untrennbar ist auch die Verbindung zu Richard Strauss. Neun seiner Opern kamen hier zum ersten Mal auf die Bühne, darunter »Salome«, »Der Rosenkavalier« und »Elektra«. Tradition und Moderne gehen seit Jahrhunderten Hand in Hand. 

Wer zwischendurch statt kulturellem auch leiblichen Hunger verspürt, dem ist der berühmte Sophienkeller zu empfehlen, der sich im Taschenbergpalais befindet. 
Das Taschenbergpalais befindet sich, wie sein Name schon sagt, auf dem Taschenberg im Zentrum der Dresdner Altstadt.
Es entstand ab 1706 unter der Leitung des späteren Zwingerbaumeisters M. D. Pöppelmann. Ursprünglich war das Palais nur als Mittelbau unter August dem Starken für dessen erste Mätresse, die Reichsgräfin Cosel erbaut worden.
Wegen seiner orientalischen Einrichtung nannte man es auch „Türkisches Haus“. Die beiden Seitenflügel wurden erst ab 1756 angebaut.

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Nach der Verbannung der Gräfin Cosel diente es bis 1918 als Wohnpalais für die königliche Familie bzw. die Thronfolger.
Beim Wiederaufbau des völlig zerstörten Taschenbergpalais zwischen 1992 – 1996 stieß man bei archäologischen Grabungen auf die Grundmauern der sogenannten „Einsiedelschen Häuser“. Original-Mauerteile sind bis heute erhalten geblieben.
Ein Museum mit einem alten Holzbrunnen und anderen historischenFUNDEN erinnert an frühere Zeiten der Stadt Dresden.
Die Namensgebung des „Sophienkellers“ steht im engen Zusammenhang mit der ehemaligen Sophienkirche, dem größten und ältesten Kirchbaus Dresdens. Der im neogotischen Stil eingerichtete Eingangsbereich wurde der „Sophienkirche“ nachempfunden.

Einer der bedeutendsten Anziehungspunkte Dresdens ist aber die Frauenkirche. Am 30. Oktober 2005 fand, nach 11 Jahren des Wiederaufbaus, unter riesigem Interesse der Weltöffentlichkeit die feierliche Weihe statt. Die Frauenkirche Dresden ist Anziehungspunkt für zwei Millionen Menschen jährlich. Viele kennen ihre besondere Geschichte der Zerstörung und Wiederaufbau, andere entdecken vor Ort, was bürgerschaftliches Engagement, Glaube und Versöhnungswille bewirken können. Mit einer Vielfalt an Angeboten – von Besichtigungszeiten und Führungen über Gottesdienste und Andachten bis hin zu Konzerten, Lesungen und Vorträgen – lädt das Gotteshaus mit der markanten steinernen Kuppel alle ein, am Leben in der Frauenkirche teilzuhaben. Fasziniert stehen immer wieder Gäste Dresdens auf dem Neumarkt und betrachten das Miteinander von hellen und dunklen Steinen in der Fassade der Frauenkirche. Und selbst so manchem Dresdner wird bei diesem Anblick erst wieder richtig bewusst, dass dieser mächtige barocke Kuppelbau zwischen 1994 und 2005 aus einem riesigen Trümmerberg erwachsen ist. Getreu dem historischen Vorbild und unter weitmöglichster Verwendung des originalen Materials, das exakt an seinem ursprünglichen Platz eingefügt wurde, entstand dank Spenden aus ganz Deutschland und aller Welt diese besondere Kirche wieder.

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Das Motto der Kirche – Brücken bauen, Versöhnung leben, Glauben stärken – zieht sich wie ein roter Faden durch die zahl- und facettenreichen Angebote. Sonn- und feiertägliche Gottesdienste, an den anderen Tagen Andachten mit Orgelmusik und anschließender Kirchenführung für alle interessierten Besucher, Vortragsreihen zu Friedens- und Versöhnungsthemen, Lesungen und insbesondere auch Konzerte sind feste Bestandteile des Lebens dieser Kirche. So gibt es in der Osterzeit die Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach unter der Leitung von Ludwig Güttler zu hören. Passend dazu ist ein spannender Kriminalroman „Die 5. Passion“ von Oliver Buslau im Goldmann-Verlag erschienen. Das Gotteshaus kann zu Zeiten der Offenen Kirche besichtigt werden – entweder individuell, geführt in einer Gruppe oder mit einem Audioguide. Besonders lohnenswert ist auch der Aufstieg zur Aussichtsplattform in der sogenannten Laterne: Oberhalb der steinernen Kuppel auf 67 Metern Höhe kann man seinen Blick den Elbbogen entlang und über die barocke Dresdner Altstadt schweifen lassen. Auch wenn die Frauenkirche Dresden keine feste eigene Gemeinde hat und sich vielmehr bei jedem Angebot eine Gemeinde auf Zeit bildet, wird in unzähligen Gesprächen und Gästebucheinträgen eine intensive Verbundenheit der Menschen aus nah und fern deutlich. Für viele ist es nicht „die“, sondern „unser aller“ Frauenkirche. Dass diese Kirche institutionell durch eine Stiftung, die Stiftung Frauenkirche Dresden, getragen wird, ist übrigens einmalig in Deutschland. Der Stiftung obliegt es, die satzungsgemäß verankerte gemeinnützige kirchliche Nutzung und den Erhalt des Bauwerks zu ermöglichen. Dafür ist und bleibt sie fortwährend auf die immateriell durch ehrenamtliches Engagement und materiell durch Spenden gewährte Unterstützung der Menschen angewiesen. 

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Hofkirche, das Residenzschloss mit dem Historischen und dem Neuen Grünen Gewölbe , die Brühlsche Terrasse oder das Militärhistorische Museum der Bundeswehr – Dresden hat eine Vielzahl historischer Orte zu bieten. 

Das Militärhistorische Museum ist mit über 10.500 in der Dauerausstellung gezeigten Exponaten auf insgesamt 19.000m² Ausstellungsfläche eines der größten und modernsten militärhistorischen Museen Europas. Mit der ungewöhnlichen neuen Fassade und der baulichen Wechselwirkung zwischen Alt und Neu geht die Bundeswehr auch mit dem Konzept neue und ungewöhnliche Wege. So sieht das neue Konzept eine multiperspektivische und kritische Darstellung von Militärgeschichte vor. Das Museum möchte über die Geschichte nicht nur informieren, sondern zu Fragen und zum Mitdenken anregen. Themen wie Gewalt, Leiden und Zerstörung werden aufgegriffen und durchdringen alle Teile der Ausstellung. Im Sinne eines modernen museumspädagogischen Ansatzes wird das Militär nicht nur als Institution, sondern auch in seiner Wechselwirkung zum wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und gesamtöffentlichen Leben dargestellt. Das Museum stellt, analog zum Ziel allgemeiner Geschichtswissenschaft, den Menschen ins Zentrum seiner Dauerausstellung. Der Mensch mit all seinen Ängsten, Hoffnungen, Leidenschaften, Erinnerungen, Trieben, mit seinem Mut, seiner Vernunft und Aggressionsbereitschaft. Krieg ist nur verständlich, wenn seine Darstellung die Natur des Menschen zur Grundlage nimmt. 

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Das Museum zeigt Bausteine einer Kulturgeschichte der Gewalt, deren Wesen und Ursache alle Ausstellungsbereich aber auch die bauliche Konzeption durchdringt. Das Militär wird im Sinne eines modernen militärhistorischen Ansatzes nicht nur als Institution, sondern als Faktor wirtschaftlichen, gesellschaftlichen,kulturellen und gesamtöffentlichen Lebens verstanden. Die Gesamtkonzeption von Architektur und neuer Dauerausstellung steht für das Nebeneinander von klassischen und neuartigen Sichtweisen und Ausdrucksformen. Tradition und Innovation – alte und neue Interpretationen von Militärgeschichte – bilden die Eckpunkte der Konzeption. Das MHM bietet zwei Zugänge zur Militärgeschichte, die sich architektonisch und durch die Ausstellungsgestaltung unterscheiden: thematische Querschnitte im Neubau und chronologischer Rundgang im sanierten Altbau. 
Im Neubau werden Ausstellungsstücke nach übergeordneten Themen in größere Sinn-, Erfahrungs- und Funktionszusammenhänge gestellt. Dieser Museumsteil ist der Zusammenschau und der Vergleichbarkeit von ähnlichen, gleichen und verwandten Phänomenen, Prozessen und Erinnerungen gewidmet, die nicht nur einer Epoche zuzuordnen sind. Die Ausstellungsgestaltung schafft eine kritische Distanz zu den Exponaten  und wirkt so der Faszination entgegen, die mit einer klassischen militärtechnischen Ausstellung bei vielen Besuchern hervorgerufen wird. 
Im Altbau führt dieser Ausstellungsteil v om Spätmittelalter bis zur Gegenwart durch die Zeitgeschichte. Das Verhältnis von Militär und Gesellschaft in Deutschland wird vor dem Hintergrund der allgemeinen Geschichte dargestellt. Übergreifende Leitfragen durchziehen die Chronologie und ermöglichen einen neuen Blick auf alte Gegenstände und Themen. Durch ein dreiteilig abgestuftes Raumsystem wird auf den unterschiedlichen Wissens- und Erfahrungsstand der Besucher eingegangen. Der Außenparcours bietet einen allgemeinen Einblick in das Charakteristische der jeweiligen Epochen. Auf zwei Vertiefungsebenen kann der Besucher jedoch tiefer einsteigen, sich Details erschließen und sich mit speziellen Themen des jeweiligen Zeitraums intensiver auseinandersetzen. 

Bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft wird man schnell fündig beimMARITIM HOTEL DRESDEN. Pünktlich zum 800-jährigen Stadtjubiläum wurde am 15. Mai 2006 im historischen Dresdner Erlweinspeicher das Maritim Hotel mit 328 Zimmern und Suiten der Vier-Sterne-Superior Kategorie eröffnet. Lange Zeit lag das unter Denkmalschutz stehende Gebäude brach – bis die Maritim Hotelgesellschaft das alte Bauwerk wieder zum Leben erweckte. Zwischen 1913 und 1914 erbaute der Dresdener Stadtbaurat Hans Jakob Erlwein im Packhofviertel, direkt am Ufer der Elbe und in unmittelbarer Nachbarschaft der barocken Altstadt, den fast 40 Meter hohen Warenspeicher. Seit 1992 stand das Gebäude leer, bis die Maritim Hotelgesellschaft im November 2004 begann, in der alten Hülle des Speichers ein vollkommen neues Hotel hochzuziehen. 3600 Quadratmeter Biberschwanz-Dachdeckung und ein grober Verputz wie zu Erlweins Zeiten helfen, ein Stück Dresden nach historischem Vorbild wieder neu entstehen zu lassen. 

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Zusammen mit dem Internationalen Congress Center Dresden (ICD), das Maritim bereits seit seiner Eröffnung im Mai 2004 bewirtschaftet, schafft das Hotel neue Dimensionen im Tagungs- und Kongressbereich Sachsens. Das ICD verfügt über insgesamt 30 Veranstaltungsräume – teils kombinierbar – von 30 bis 1.165 Quadratmetern Größe. Im Gebäude können auf vier Ebenen insgesamt bis zu 6.800 Personen untergebracht werden. Der größte Saal bietet in Kombination mit weiteren fünf Sälen Platz für bis zu 4.147 Gäste in Stuhlreihen und bis zu 5.000 für Stehempfänge und -banketts. Über einen Verbindungsgang können die Gäste aus dem ICD direkt ins Hotel gelangen. Kernstück des modernen Maritims ist das lichtdurchflutete Atrium, das sich über die gesamten zehn Etagen des Gebäudes erstreckt. Von hier aus sind alle Einrichtungen – Restaurant Wintergarten, Pianobar, Wellnessbereich und die Zimmer, im neoklassischen Stil eingerichtet – bequem zu erreichen. Für diejenigen, die Dresden gerne mal kennenlernen möchten, bietet Maritim ganzjährig buchbare Arrangements an. Zum Beispiel das Paket „Dresden Sächsisch gut“, das für 154 Euro pro Person imDOPPELZIMMER zwei Übernachtungen inklusive reichhaltigem Frühstücksbuffet, ein Abendessen sowie ein Willkommenscocktail, ein Gastgeschenk und die freie Nutzung von Schwimmbad und Sauna beinhaltet. Hinzubuchbar sind außerdem die Dresden City Card, diverse Eintrittskarten zu Sehenswürdigkeiten oder auch eine Schifffahrt auf der Elbe.

Für Dresden lohnt es sich immer, einen längeren Aufenthalt einzuplanen.


Weitere Informationen bei:

Dresden Tourismus GmbH
Tourist-Information
Schloßstraße 2; 01067 Dresden
oder
Wiener Platz 4; 01069 Dresden
info@dresden.travel

Maritim Hotel Dresden
Ostra-Ufer 2 / Devrientstr. 10 – 12
01067 Dresden
Telefon: + 49 (0) 351 216-0
Fax: + 49 (0) 351 216-1000
E-Mail: info.dre@maritim.de


Text und Fotos:

Matthias Dikert

Foto und Copyright „Die Sixtinische Madonna“ mit freundlicher Genehmigung von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden; Gemäldegalerie Alte Meister; Foto von Estel/Klut

Foto und Copyright „Platz für den großen Raffael!“ mit freundlicher Genehmigung von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und Germanisches Nationalmuseum Nürnberg


Textquellen:
Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Maritim Hotelgesellschaft
Militärhistorische Museum der Bundeswehr
Stiftung Frauenkirche Dresden
Semper Oper
Sophienkeller
DresdenMARKETING GmbH

 

Das Lausitzer Seenland

Geschichte und Ausblick

Die Lausitz ist und war Tagebau-Revier. Der Braunkohleabbau fraß Dörfer und Natur und hinterließ Mondlandschaften. Angefangen hatte alles Mitte des 19. Jahrhunderts. Die industrielle Revolution begann in Deutschland Fuß zu fassen. Zwischen Senftenberg, Spremberg und Hoyerswerda wurde seitdem zwei Milliarden Tonnen Kohle aus bis zu 60 m Tiefe gefördert. Laut bundesdeutschem Bergbaugesetz muss eine Sanierung und Wiedernutzbarmachung der Altlasten erfolgen. Dieses übernimmt die eigens dafür gegründete LMBV (im Eigentum des Bundesfinanzministeriums). Neben den Tagebau-Restlöchern gehören aber auch die Industrierelikte zum Aufgabengebiet. Als man die Planungen für die Region begann, wurde wenig Naturschutz eingeplant. Mittlerweile ist das Thema immer stärker in den Fokus gerückt, so dass aktuell 18% der Fläche dafür vorgesehen sind. Wenn alle ehemaligen Tagebaue ihre volle Seehöhe erreicht haben, wird die Seenlandschaft 14.000 Hektar umfassen, dazu noch einmal 7.000 Hektar schiffbare Kanäle. Es entsteht die größte Seenlandschaft Deutschlands, gleichzeitig die größte künstlich errichtete Seenlandschaft Europas. Irgendwann wird auch noch Welzow-Süd hinzukommen, welches heute noch von Vattenfall betrieben wird und mit seiner Fläche locker ein paar der heutigen Seen verschlingt. Nicht ganz so groß ist Nochten, ganz im Südosten des Reviers gelegen. Zählt man den Bodensee nicht mit, wird die Seefläche in Deutschland um 20% erhöht.
Es gibt mehrere Probleme, vor die die Gesellschaft gestellt ist: Es gibt keine vergleichbaren Gebiete auf der Erde, die als Hilfe herangezogen werden können. Die Lausitz und die LMBV stochern somit im Dunkel und sind ständig dabei, neue Techniken zu erfinden. Mittlerweile gelten sie als weltweite Experten und sind gefragte Berater.

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Die Seen können nur langsam aufgefüllt werden. Das Wasser kommt aus Spree, Neiße und Schwarzer Elster. Mehr Flüsse gibt es nicht. Und die sind hier auch noch nicht voll ausgewachsen. Im Sommer bei Niedrigwasser wird die Einspeisung ganz abgestellt. Dann sickert nur das Grundwasser ein. Dieses musste wegen dem Tagebau abgesenkt werden. Jetzt sorgt die Rückkehr des Wassers für Probleme. Mehr Probleme, als ursprünglich erwartet: Böschungsbrüche, Sackungen, Fließverschiebungen. Die treten überraschenderweise auch in schon zu DDR-Zeiten sanierten Gebieten auf. Wie Bodenuntersuchungen ergaben, wurde damals nicht verdichtet. So dass heutzutage insbesondere nach starken Regenfällen bei hohen Belastungen mit dem Kollabieren des Untergrundes zu rechnen ist. Weiträumige Absperrungen und zusätzlicher Sanierungsbedarf sind die Folge.
Da es eine Gesellschaft auf Zeit ist, wird das Personal abgebaut und die Finanzmittel eingeschränkt. Durch die entstehenden Probleme, verlängert sich die Lebensdauer der Gesellschaft, so dass kurzfristig wieder aufgestockt werden muss. Es gilt die Regel: Sicherheit für die Zukunft schaffen.

Touristischer Ausblick

Der Spreetaler See soll ein Speedbootzentrum werden, mit Möglichkeit zum Trainieren und für Wettkämpfe. Hier entsteht auch das erste deutsche Jugendzentrum. Geformt fast wie ein Dreieck, ist an der Längsseite eine Besuchertribüne vorgesehen. An der Spitze kommt ein Anleger für die Schifffahrt hin, denn trotz sportlicher Nutzung sollen alle Seen über die Kanäle mit Personenschifffahrt verbunden werden.

Da die Seen sowieso über Ausgleichssysteme hätten miteinander verbunden werden müssen, entschloss man sich, gleich schiffbare Kanäle zu installieren. Da die Seen aber unterschiedliche Niveaus haben werden, gibt es überall Schleusen. Diese sind hier nach einem Einheitsplan genormt. Die Ausschreibung für den Fahrgastverkehr läuft. Aber die Abmaße folgen nicht unbedingt denen der genormten Schiffe. Breite und Länge sind nicht das Problem, hier macht es die Höhe.

Inzwischen ist auch eine Anbindung an den Spreewald in der Diskussion. Zwar weiß man heute noch nicht wie und woher die finanziellen Mittel dafür kommen sollen, doch es könnte für den Spreewald lebenswichtig sein. Der hat nämlich teilweise mit extremem Niedrigwasser zu kämpfen und um einer eventuellen Austrocknung vorzubeugen und diese einmalige Landschaft erhalten zu können, würde sich das Wasserreservoir der Seenlandschaft anbieten.

Das Seenland erstreckt sich über Brandenburg und Sachsen. Damit gelten unterschiedliche Gesetze und Regelungen. Die touristische Vermarktung ist schon zusammengelegt worden, derzeit versucht man, sich auf anderen Gebieten anzunähern. So gelten in den beiden Ländern unterschiedliche Höchstgeschwindigkeiten für Boote auf Wasser. 
Der Plan sieht für die Region vor, dass es einmal eine Million Übernachtungstouristen geben soll. Die Tagesausflügler sind bewusst hier nicht eingerechnet. Der Senftenberger See, der schon fertig ist, hat derzeit 230.000 Übernachtungen. Schwerpunkt der Besucher: Sachsen und CSR.

Der Sedlitzer See ist vorgesehen, um ein Wasserflugzeugdrehpunkt zu werden. Der Geierswalder See erhält eine Ferienhaussiedlung auf dem Wasser. Die ersten Häuser sind schon in der Vermietung. Hier gibt es auch schon einen Campingplatz. Der Sabrodter See soll Zentrum einer großen Ferienanlage werden; Bungalows und Hotels sowie Tagungs- und Entertainmentzentrum. Fast zum Standard gehören Rundwege für Wanderer, Radler und Skater. Diese existieren heute schon zum größten teil, wenn auch an manchen Stellen aus Sicherheitsgründen immer mal wieder eine Sperrung erfolgen muss. Der Scheibe See und Umgebung wird zum Bio-Standort, Lohsa als Hoch-/Niedrigwasserausgleich für die Spree. Und wo Naturschutz geplant ist, fungiert der BUND als Partner. 

Naturschutz

Nördlich Hoyerswerda und da der Grenze Brandenburg-Sachsen folgend, ist ein Kerngebiet des Naturschutzprojekts „Lausitzer Seenlandschaft“. Auf knapp 6.000 Hektar hat man die zerschnittene Landschaft belassen. Sie erinnert an die Folgen der letzten Eiszeit vor über 10.000 Jahren und ist einzigartig in Deutschland. Man nennt es Offenlandschaften. Diese sollen auch so bleiben, im Gegensatz zu den Waldflächen, die fast die Hälfte der Landschaft bestimmen. Hier sollen sich typische Vertreter der Fauna und Flora ausbreiten können. Dazu muss jedoch Landwirtschaft erfolgen, da die Flächen sonst nicht offen zu halten sind. Die Landwirtschaft soll sich an Bio-Maßstäben orientieren.

Der Brachpieper und das Tausendgüldenkraut sein hier stellvertretend genannt. Sie bevorzugen offene Lebensräume und gelten mittlerweile als selten. Die Magerräsen und Heideflächen werden für Schaf- und Ziegenherden ausgewiesen, um eine Offenhaltung zu gewährleisten. Da haben junge Baumtriebe keine Chance. Die Heidelandschaften müssen gestaltet werden, da das Vorkommen der Arten nicht mehr gegeben ist. Es wird zwei verschiedene Sorten geben: Sandheide, mit Ginster, Arnika Besenheide etc. und Feuchtheide, die ein Biotop darstellt, der in Folge des Bergbaus und der notwendigen Entwässerung vollständig ausgestorben ist. Hier fühlen sich Pflanzen wie die Glockenheide wohl.

Erfolge: Durch den Umbau von Waldflächen hat sich das Vorkommen von Nachtschwalben fast verdoppelt. Die Schönschrecke, die in Sachsen als ausgestorben galt, hat sich wieder angesiedelt. Die Farnart Mondraute hat sich durch die Beweidung ausbreiten können. Sie wird sonst von anderen Pflanzen verdrängt. Es konnte der bedeutendste Wiedehopf-Bestand Deutschlands etabliert werden. Dazu gab es umfangreiche Bruthilfen, da der Vogel in Deutschland aufgrund intensiver Landwirtschaft fast ausgestorben ist. 

Tipps

Unter den Überleitern sticht die Nummer 12 heraus, vom Senftenberger See zum Geierswalder See. Ein Tunnel für den Kanal und damit die zukünftige Schifffahrt führt unter der B96 hindurch. Damit nicht genug. Es ist extra die Schwarze Elster verlegt worden und der Fluss hat eine eigene Brücke bekommen. Er führt nun über den Kanal hinüber. 
Gemütliches feiern und Grillausflüge zu Wasser verspricht die Grill & Chill-Beachbar am Geierswalder See. 

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Es gibt extra Rundboote mit Platz für bis zu zehn Personen. Gefahren wird mit Motor und der Betrieb ist Führerschein frei möglich. Neben dem Grillen auf dem Wasser sind Kaffefahrten der Renner. Wer die Sicherheit des Landes bevorzugt, die Beach-Bar verfügt über Terrasse und Strandbereich. Der Nahe Campingplatz samt Bootsanleger eröffnet zusätzliche Möglichkeiten. 
In unmittelbarer Nachbarschaft soll das Projekt Leuchtturm entstehen. Ein maritimes Ensemble mit Restaurants und Ferienappartements. Eröffnung soll 2014 sein. Beherrschender Blickfang: der Leuchtturm.

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Er wird ein Restaurant beherbergen und ganz oben für Mutige eine kleine romantisch-gemütliche Unterkunft.
Erfolgsgeschichte hat jetzt schon die Krabat-Mühle geschrieben. Gelegen in Schwarzkollm, ist sie das Verdienst einer beherzten Frau und derer Vision. Laut Sage war die schwarze Mühle genau in jener Gegend zu finden. Und die Krabat-Sage ist noch heute eine beliebte Geschichte nicht nur der sorbischen Einwohner. Mittlerweile ist ein Verein Träger. Begonnen hatte alles 2006 auf der grünen Wiese. 150 Wanderburschen haben den Grundstock gelegt. Später kam die Idee der Krabat-Festspiele auf und dazu musste ein Turm angebaut werden. Der Platz reicht für 400 Besucher und soll auch nicht ausgebaut werden. Wenn nötig, wird der Spielzeitraum um einige tage verlängert. 

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Immer mehr Gebäude kamen mit der Zeit hinzu, die anderswo abgerissen werden sollten, denkmalgeschützt sind und hier originalgetreu aufgebaut als Freiland-Museum dienen. Mittlerweile zieht die Krabat-Mühle an die 100 bis 200 Besucher pro Tag an. Die originale Schwarze Mühle ist schon vor rund 400 Jahren abgebrannt. Und mittlerweile gehört der Ort zu Hoyerswerda und stellt einen Ortsteil dar. Hier sollte man nicht nur die hausgemachten Plinse mit einem Pott Kaffee kosten sondern auch einen Schluck Bier nehmen. Schwarzkollm liegt im Westen des Stadtkerns, Wittichenau im Süden. Und hier ist eine der ältesten Brauereien angesiedelt. Seit 1356 produzieren sie ununterbrochen Bier. Heute sind es 13 Sorten, vom Pils zum Bock.
Abenteuerlich wird es in Klein Partwitz. Die Gaststätte zum Anker ist empfehlenswert. Und nein, diese ist nicht das Abenteuer. Essen ist in dem Traditions-Restaurant (seit 115 Jahren) nicht gefährlich. Serviert werden vorzugsweise regionale Gerichte mit regionalen Produkten (teilweise Selbsterzeugung). Der Sohn des Wirtes bietet aber seit 2005 Quad-Touren an. Das Wachstum liegt bei 10% pro Jahr. Noch sollte man die Gelegenheit nutzen, in den wenig bis gar nicht touristisch erschlossenen Gebieten Off Road zu fahren. 90% der Touren finden auf diesem Untergrund statt und das Gelände ist überwiegend in privater Hand. Da es aber immer noch einen offiziellen Restteil gibt, darf der Führerschein nicht vergessen werden. 2011 führte Andreas Ittman 220 Touren mit rund 2.000 Teilnehmern durch. Mittlerweile ist die dritte Quad-Flotte im Einsatz. Auf ordentliches Gerät legt er Wert, weswegen es keine heruntergekommenen Fahrzeuge gibt. Reparaturen werden umgehend ausgeführt, die Quads regelmäßig gewartet und auch nach jeder Tour gereinigt. Derzeit baut er einen neuen Standort im Nachbarhaus. Das Restaurant selbst ist ein typischer Lausitzer 4-Seitenhof. Hinten auf dem grünen rasen entstand vor kurzem eine kleine Ferienhaussiedlung. Alle zehn Häuser sind barrierefrei, zwei Häuser Rollstuhl gerecht ausgestattet.

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Ideal für Gruppen zum Einmieten. Tagsüber Quad-Tour, abends Grillen am hofeigenen Grillplatz und dann gleich in die Hütte fallen. Wer über das Wochenende Abwechslung möchte oder nicht auf die spaßige Vierrad-Variante kann, den nimmt die hauseigene sächsische Bierkönigin an die Hand. Anja Ittman ist neben ihrem Amt als Bierkönigin und Restaurant-Angestellte bei den Eltern auch zertifizierte Reiseleiterin. Sie organisiert Bustouren, Radtouren und Wanderungen. Und als Besonderheit kann man auch Rundflüge bei ihr buchen.

Weitere Informationen:
Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V. i.G.
Schlossergasse 1
02977 Hoyerswerda
Telefon 03571 / 456810

Text: Otger Jeske
Foto: Matthias Dikert

Ausflüge rund um Zwickau

Miniwelt und Minikosmos

Wir fahren wieder raus, nach Lichtenstein. Der Gründer der Miniwelt brachte die Idee 1995 aus Klagenfurth mit: Die Sehenswürdigkeiten der Welt 1:25 verkleinert in einer Parkanlage. So liegt die chinesische Mauer nur ein paar Schritte vom Eiffelturm entfernt, von dem man schon zum Brandenburger Tor sehen kann. 
Der Minikosmos ist ein vollwertiges Planetarium mit 360-Grad-Projektion. Die Technik ist nicht “minderwertig”, weil es ein kleines Planetarium ist, es ist dieselbe wie in Großplanetarien üblich, nur eine Nummer kleiner. Es gilt sogar als eines der modernsten Planetarien ganz Sachsens und besitzt einen ZKP4 von Carl Zeiss, einem Sternenprojektor der neuesten Generation.

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Hier laufen mehrere Filme, die teilweise selbst synchronisiert werden, da sie für internationale Planetarien konzipiert wurden. Im Sommer wechselt das Programm halbstündig und man wechselt bequem zwischen Miniwelt, Minikosmos oder dem Café. Im Winter ist nur der Kosmos offen, während die Miniwelt schonend verpackt auf die nächsten warmen Strahlen wartet. Geöffnet von April bis Anfang November, warten derzeit rund 100 Attraktionen auf Besucher. Da die Menschheit ständig weiterbaut und konstruiert, wirkt sich dies auch auf die Miniwelt aus. Irgendwo ist immer Baustelle für die nächste Attraktion. Und im Gegensatz zu vielen anderen Bauwerken gibt es die acht antiken Weltwunder nur hier zu sehen. 
Und jeder kann kostenlos aus einer echten englischen Telefonzelle telefonieren, die gleich neben dem Tower steht. 

Daetz-Museum
Wir bleiben im Ort und fahren zum Schloß – oder besser gesagt in das ehemalige Amtshaus, welches später in ein Palais umgebaut wurde. Schnitzereien stehen im Fokus. Zu sehen sind keine antiken Originale. Das Museum hat rund ein Viertel der Arbeiten in Auftrag gegeben, den Rest auf dem freien Markt eingekauft. Die Konzeption läßt sich folgendermaßen auf den Punkt bringen: Fünf Kontinente = fünf verschiedene Arten zu schnitzen. Und hier gibt es die Entdeckungstour. 
Zu sehen ist unter anderem eine Kopie des Pfauenthrones von Amipur, der 250 kg wiegt. Er ist an seinen Platz hochgetragen worden

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Jedes Jahr gibt es eine Krippen-Sonderausstellung. 2013 waren es 180 Krippen aus aller Welt, wobei Polen den Schwerpunkt des Jahres bildete. Man war stolz, daß man es wieder geschafft hatte, keine der ausgestellten Krippen schon einmal gezeigt zu haben. In mittlerweile zwölf Jahren gab es über 1.000 Exponate, wodurch der Schwierigkeitsgrad von Jahr zu Jahr für die Projektleiterin Frau Koslowski steigt. 
Wer lieber selbst was leisten möchte: Es gibt Schnitzkurse für Kinder und Firmengruppen.

Brauerei Vielau
Es geht weiter nach Reinsdorf, OT Vielau. Hier steht eine alte Brauerei, die besichtigt werden kann. Nun, sie ist nicht ganz so alt wie die Bierdurst-Überlieferungen Zwickaus. Aber Transmissionsriemen … das war die Zeit des 19. Jahrhunderts und der Industrialisierung. Der Braustandort geht indes schon auf das 15. Jahrhundert zurück. Die Braurechte sind von der Stadt verpachtet worden und 1907 war der Vorfahre der heutigen Chefin an der Reihe. Die Familie kaufte später. Der Großvater braute noch in der DDR bis 1969, weil er zu wenig Mitarbeiter hatte, um enteignet zu werden. Bis 81 wurde noch ein Getränkehandel betrieben, bevor die Brauerei endgültig in einen Dornröschenschlaf verfiel. Deshalb ist es heute die einzige Brauerei nach alter Tradition und stellt für angehende Braumeister eine echte Herausforderung dar. Da die Erbin branchenfremd ist, kommt der Braumeister aus Einsiedel in Chemnitz. Aber die Familie betrachtet ihre Aufgabe heutzutage nicht im Betrieb einer Brauerei, sondern im Erhalt der musealen Anlage. 
Produziert wurde damals so: Gärung 1 Woche, 3 Wochen Endlagerung. Das kann sich keine Großbrauerei heutzutage leisten. Bier ist bekömmlicher nach der alten Verfahrensart. Dafür ist es nicht so lagerfähig wie Industriebier. 

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Produziert wird mit einem Sud 1.500 Liter Bier. Es gibt standardmäßig dunkles Bier, jedoch kein echtes Schwarzbier. Wenn schwarzes Bier hellen Schaum hat, ist es helles Bier, welches mit Lebensmittelfarbe gefärbt wurde. Und sowas kommt hier gar nicht in Frage.
Im Frühjahr wird Festbier produziert, im Sommer leichtes Sommerbier und im Herbst Bock. 
Am Samstag ist immer offen, sonst für Gruppen nach Absprache. Das Bier kann gleich vor Ort konsumiert werden, mit ein paar deftigen Speisen als Grundlage. Auch der Schankbetrieb hat musealen Charakter, nichts mit moderner Erlebnis-Gastronomie. Aber vielleicht ist gerade dies das reizvolle, der Charme des einfachen Mannes aus dem Kaiserreich.

Bergbaumuseum Reinsdorf
Derart gestärkt kann es auch unter Tage gehen. Nee, ehrlich, es geht eher hoch hinaus. In den Zechenturm. Es ist der einzig erhaltene in der Gegend, der Rest wurde geschliffen. 
Silber war im Erzgebirge zu fördern. Aber vor den Haustüren Zwickaus wurde 1500 Steinkohle entdeckt. Dies gab den Startschuß für den Kohlebergbau. Richtig los ging es indes erst im 19. Jahrhundert, als der Kohlehunger immer größer wurde. Bis zu 30 Schächte gab es, die unterirdischen Abbaugebiete erstreckten sich bis unter die Stadt Zwickau. Der hier erhaltene Förderschachtturm gehörte zur Zeche Morgenstern II. 1872 begonnen, 1958 beendet. Eigentlich wurde der Abbau schon 27 eingestellt, danach bis Ende als Wetterschacht in Betrieb. Nach der Wende etablierte sich ein Heimatverein, der Ende der 90er im Turm das Museum eröffnete. 
Der Schacht endet nach ein paar Metern, denn er ist zugeschüttet. Das passierte 1962, oben drauf wurde eine Betonplatte gelegt. Vier Jahre dauerte das Zuschütten, der Schacht ging bis in die 600er Meter hinab. Wegen des Museums gab es dann die Erlaubnis, nicht nur die Platte zu entfernen sondern auch 15 m in die Tiefe wieder freizulegen. Der Wetterschacht ist noch begehbar. Es zieht – mächtig sogar! 
Die Fahrkorb-Konstruktion mutet ein wenig … äh, gefährlich an. Dicke Stahlklemmen sollten den Korb im Falle eines Seilrisses verkeilen. Im Zweifelsfall sorgten sie dafür, daß das komplette Führungsgestänge zerlegt wurde. Der Aufprall in den Tiefen des Schachtes ließ von den Bergarbeitern nichts übrig. Das ist übrigens kein erfundenes Szenario. Diese nicht allzu alte Geschichte eines schlimmen Grubenunglückes kann man vor Ort erfahren. 
Eine Besonderheit hat es hier bergbautechnisch gegeben: Es gab zwei Fördereinrichtungen, weswegen der Schacht nicht rund getrieben wurde. Bis in die Tiefe von 45 m ist er zudem ausgemauert. 
Die Bauern der Gegend wurden durch das schwarzeGOLD reich. Per Gesetz erhielten die Besitzer des Landes oberhalb den Zehnten. 

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Die Zwickauer schrieben aber auch andere Bergbaugeschichte. Einst war es für jeden Bergmann lebensgefährlich, im Kohlebau zu arbeiten. Jederzeit konnte das offene Licht Gas zünden. Eine örtliche Zubehörfirma entwickelte dann die erste Sicherheitslampe für den Kohlebergbau. Weitere Patente folgten, die weltweit bis heute im Einsatz sind. 
Und wie beschwerlich einst die Arbeit war, kann jeder auf der Grundebene feststellen. Nehmen Sie mal einen Bohrhammer in die Hand oder legen das Gezähe an, welches der Bergmann in vorindustriellen Zeiten immer mit nach Hause schleppen mußte. Original Bergmannswerkzeug erkennt man am Loch. Damit wurde es aufgefädelt und um die Schulter gehangen.
Früher gab es vor Weihnachten immer die Mettenschicht. Reisegruppen können ansatzweise diese Tradition im Vereinsheim gleich neben dem Förderturm erleben – einigermaßen stilecht für den Dezember buchen!
Ursprünglich stammt die Mettenschicht aus dem Erzgebirge vom Silberabbau. Es war die letzte Schicht am 23. oder gar erst 24.12. Danach lud der Steiger seine Bergleute ein und alle ließen das Jahr Revue passieren. In einer Gedenkandacht wurde an die Opfer erinnert und dafür gedankt, daß es einen nicht selbst erwischt hat und für die gute Ausbeute. Die Eingeladenen hatten den Steiger für die gute Arbeit zu beschenken, und der mußte sich damit revanchieren, das Essen und Trinken zu bezahlen. Oft, wenn die Schicht am 23. endete, ging es die Nacht durch. Zu DDR-Zeiten wurde bei der Wismut noch brigadeweise diese Tradition aufrechterhalten. Jedoch fielen die Geschenke weg und die Andacht/Predigt ebenfalls. Die Konzentration galt also dem Essen und danach den Trinkgelagen, wobei der Bergmann-Schnaps legendären Ruf genoß. Selbst harte Trinker verzichteten gerne auf diesen guten Schluck, während der Bergmann sich seinen Teil dachte.

Ein typisches Gericht für die Gegend sind “Wickelknödel”:

 

Kartoffelteig mit viel Mehl zubereiten. Das Mehl sorgt für die Festigkeit.

 

Ausrollen, zerlassene Butter raufträufeln und mit Semmelbrösel bestreuen.

 

Anschließend den Teig wickeln.

 

Die fertigen Wickel werden dann im Wasserbad gegart.



Schloß Waldenburg
Die ehemalige Burg ist vermutlich eine Sicherungsanlage zur Osterweiterung und liegt im Kreuzungspunkt natürlicher Schneisen. Wahrscheinlich ist, daß eine Pfalz der Vorläufer war, da die Lage eigentlich zu niedrig für eine Wehranlage ist. Und so überstand sie den Hussitensturm auch nicht.
Danach wurde die abgebrannte Burg in ein Doppelschloß verwandelt, dessen einer Teil durch einen Brand zerstört und daraufhin verfallen lassen wurde. Als das Adelsgeschlecht in den Fürstenstand erhoben wurde, wurde es modernisiert. Doch kaum fertiggestellt, kam 1848 die Revolution und die Bürger der Stadt plünderten es und brannten es nieder. Dabei wollten ein paar Bürger lediglich ein “ernstes Wort” mit dem Fürsten wechseln, doch dann schlossen sich tausende an und der Fürst bekam es mit der Angst und floh, was die Menge dann in den falschen Hals bekam. Eine andere Version besagt, daß die Plünderung pure Absicht war. Dem Schloß war es egal, es war nur noch ein Trümmerhaufen. Ein Gutachten ergab, daß es günstiger wäre, die Reste abzutragen und alles neu zu bauen. Daraus entstand dann ein Schloß im Tudor-Stil. Einige Jahrzehnte später war die Mode anders und es wurde aufwendig umgebaut und vor allem auf den neuesten technischen Stand gebracht. _1402920760

Für ein Tudor-Schloß war es recht günstig, daß schon zum Ende des Vorjahrhunderts der Grünfelder Park entstand, ein Park im englischen Stil. “Greenfield” war einer der ersten englischen Landschaftsgärten in Sachsen.Nach dem zweiten Weltkrieg diente die Residenz als Klinik, weswegen der Bau die DDR-Zeit recht gut überstand, da der Gesundheitssektor gut mit Material ausgestattet wurde. So speisten im chinesischen Teezimmer die Ärzte und im Ballsaal die Patienten. Einige Teile des Schlosses sind immer noch Klinik. Diese Nutzung wird in den nächsten Jahren aber sukzessive zurückgedrängt werden.
Da es anfangs als TBC-Klinik verwendet wurde, gab es hier Quarantäne, so daß eventuelle Animositäten gegen den Prunk nicht aufgebaut wurden. Jahre später hatte sich das Regime eingeschliffen und die Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden war gut. Nicht zuletzt kann man deswegen heute 70 qm echter Seidenteppiche aus dem China des 18. Jahrhunderts vorweisen. Es ist der größte zusammenhängende erhaltene Bestand. 
Die überwiegend museale Nutzung heutzutage ist recht unproblematisch, da es dem Landkreis gehört. Zwar gab es Restitutionsansprüche, doch der Unterhalt ist teuer und die Familie hat einiges an Besitzungen, die es zu unterhalten gilt, weswegen die Ansprüche letztlich nicht versucht wurden, duchzusetzen. 
In einer Ecke des Kellers hat sich der Whisky-Verein stilecht eine Bleibe eingerichtet. Eingang von außen rechts um die Gebäudeecke rum. Sollten Sie bei einem Besuch nicht verpassen. Genauso wie den Weihnachtsmarkt, der 2013 zum sechsten Mal stattfand – am 1. Advent – falls Sie ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt in der Gegend weilen sollten.

Sächsisch Thüringische Schokoladen-Manufaktur
Der Besitzer, Herr Barth, ist eigentlich Hotelier und Gastronom, doch die Familie ist traditionell im Bäcker- und Konditorenhandwerk verwurzelt. Dies lernte auch er und kehrte mit derMANUFAKTUR zu Beginn des neuen Jahrtausends zu seinen Wurzeln zurück – wenn auch nur partiell, da er auch das benachbarte Romantikhotel Schwanefeld und das Romantikhotel Burgkeller in Meißen betreibt.
Der Grund für den Beginn und damit eine Rückbesinnung ist die zunehmende Convenience im Gewerbe, bei der nur noch austauschbare Massenproduktion einiger Großproduzenten auf den Tisch kommt. “Da geht einfach die Vielfalt verloren. Hier gibt es eine Nische, um gegenzusteuern und alte Handwerkstradition zu bewahren”, erzählt Andreas Barth beim Verteilen von Pralinen. “Die Bruchstücke aus den Musterbehältern können Sie auch probieren”, fügt er noch schnell hinzu und stürzt nicht wenige in einen Gewissenskonflikt, denn eigentlich ist es Abendbrotzeit. Aber: “Schokolade an sich ist nicht schädlich”, lächelt Herr Barth und fährt fort: “Der Zucker macht die Schokolade gesundheitsschädlich. Und genau deswegen verwenden wir sie nur in geringem Maß, um den Geschmack der Schokolade zu betonen. Außerdem nimmt Schokolade schnell fremde Gerüche an, weswegen sie ideal zum Aromatisieren geeignet ist. Und noch etwas sollten Sie wissen: Dünne Schokolade entwickelt mehr Geschmack, aber das ist auch sortenabhängig.” 
Ein interessanter Exkurs von einem Fachmann, der das schlechte Gewissen sofort tötet. Lecker! Noch dazu stammt die Rohmasse ausschließlich aus Fair-Trade-Bezug. Ethisch!

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Den Laden gibt es seit ungefähr 2008. Zuerst stand der Eigenverbrauch, die Belieferung der näheren Gastronomie und der Internetverkauf auf der Agenda. Als Markenname fungiert “Linné Chocolate” und das sächsisch-thüringische deswegen, weil dieMANUFAKTUR quasi auf der Grenze beider Länder steht. 
Interessierte können die Produktion beobachten oder gleich selbst in verschiedenen Seminaren Hand anlegen.
Es gibt auch noch eine – ebenfalls familienbedingte – Exkursion zum Sächsischen Christstollen, den Vater Barth in seiner Familienbäckerei herstellt. Schon im 14. Jahrhundert gibt es die erste urkundliche Verbürgung und bis heute ist die Form unverändert, wobei sich die typischen Zutaten erst später … sagen wir mal … ergaben. Da es ein Fastengebäck war, durfte es weder Milch noch Butter enthalten und schmeckte durch das verwendete Öl tranig. Also versuchte Kurfürst Ernst, im frühen 15. Jahrhundert beim Papst nur für den Stollen eine Ausnahme zu erhalten, scheiterte aber. Das Begehren einer Ausnahmeregel wurde indes nicht aufgegeben und zum Ende des Jahrhunderts gab es den ersehnten “Butterbrief”. Der galt indes nur für das Herrscherhaus und seine Lieferanten, doch wen interessierte dies? Als “Buße” sollte reichlich für den Bau des Freiberger Domes gespendet werden. Es war jedoch immer noch ein Fastengebäck, welches erst später durch die zahlreichen Zutaten zum Festgebäck verwandelt wurde. Dabei gilt als Quelle heute ein Torgauer Bäcker. Über die Jahrhunderte sind verschiedene Derivate entstanden. Hier gibt es den “Sächsischen Stollen”, der im direkten Vergleich zum “Dresdner Stollen” Eigenheiten deutlich werden läßt, obwohl inhaltlich identisch. Okay fast, denn jeder Bäcker hat seine eigene, streng gehütete Rezeptur auf die er schwört. Tradition eben … und Geschmackssache. 
Die reichlich vorhandene Butter sorgt für die Haltbarkeit, unter idealen Bedingungen gelagert schimmelt der Stollen nicht und trocknet auch nicht aus. Am besten sind Vier-Pfünder, da die, aus welchem Grund auch immer, den besten Geschmack entwickeln. Am beliebtesten sind hingegen die Zwei-Pfünder. Und (!) man sollte den Stollen nicht frisch nach Produktion essen, sondern er sollte wenigstens einen Monat lagern. 

Hotel-Tip
Das Hotel Meerane, benannt nach dem Ort, ist günstig im Dreieck von Gera, Zwickau und Chemnitz gelegen, das sächsische Burgenland vor der Nase. 1994 erbaut, hat Küchenchef Jörg Friedrich sein Haus durch die Sonntags-Büffets regional bekanntgemacht. Die Oster- und Weihnachtsbüffets sind fast immer ausgebucht. 
Aber das Haus ist auch geschätzt wegen seines “Thermarivm” genannten Wellnessbereichs, der, wie der Name es schon vermuten läßt, im römischen Stil errichtet wurde.

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Zwickauer Weihnachtsmarkt

weitere Informationen: 
Tourismusregion Zwickau e.V.: 037 608 272 43 (Tel.)

Bericht:
Otger Jeske

Fotos:
Matthias Dikert