BDEW-Kongress Treffpunkt Netze 2014

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Der BDEW-Kongress Treffpunkt Netze 2014 fand in Berlin im Hotel Interconti vom 25.03.-26.03.2014 statt.

Derzeit wird die Notwendigkeit der Anpassung von Marktstrukturen in Politik, Gesellschaft und innerhalb der Netzwirtschaft mit hoher Intensität diskutiert. 
Mit Blick auf die Energienetze zeigen die entsprechenden Dialoge zentrale Herausforderungen auf, die im Rahmen eines neuen Marktdesigns integriert angegangen werden müssen.
Lösungsansätze für diese zentralen Herausforderungen diskutierte die Netzcommunity auf dem Kongress „Treffpunkt Netze“ im direkten Austausch mit Meinungsbildnern aus Politik und Regulierung. Unter dem Motto „Netze und Märkte im Wandel“ hat der Kongress auch im Jahr 2014 die weitere Debatte auf seine Weise maßgeblich mit geprägt.

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Die Kongressteilnehmer waren u.a. Vorstände, Geschäftsführer und leitende Mitarbeiter aus den Bereichen Netzwirtschaft, Regulierungsmanagement, Netzvertrieb und Netztechnik sowie des Asset-und Datenmanagements kleiner, mittlerer und großer Unternehmen. Weiterhin Führungs- und Fachkräfte, welche in der Verantwortung für Controlling, Finanzen und Unbundling, aber auch für Unternehmenspolitik, -strategie und -entwicklung stehen. Darüber hinaus fanden Organisationen und Verbände, Unternehmens- und Rechtsberatungen, Interessenten aus dem IKT-Bereich sowie Kommunen, welche im Bereich der Netzwirtschaft agieren, ein Forum für Informationen und Austausch.

Insbesondere die Rahmenbedingungen des Energiesektors befinden sich im fortlaufenden Änderungsprozess, wobei ein wesentlicher Schlüssel zur Umsetzung der Energiewende in der Regulierung liegt. Hierzu äußerte sich der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann und ging dabei auch auf die Eckpunkte zur Weiterentwicklung der Anreizregulierung ein. Daneben gaben in mehreren Vortragsslots führende Vertreter der Strom- und Erdgasverteilnetzbetreiber Prognosen zu einem sich entwickelnden neuen Rollenverständnis und möglichen Geschäftsmodellen ab, erörterten Kooperationen, Strategien und Potentiale. Besonderen Fokus fanden zudem die Fragen rund um die Umsetzung des Smart Metering – denn der Roll-Out zeichnet sich immer deutlicher ab. Neben Fragen zur Finanzierung und Organisation wurden insbesondere Szenarien der Kostenanerkennung und des Regulierungsrahmens eingeschätzt.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion am ersten Kongresstag hatten Experten aus Regulierungsbehörden und Wirtschaft beleuchtet, wo die Regulierungswende steht, was sich an den Netzentgelten ändern muss und welche Chancen und Risiken für Netzbetreiber bestehen, die mit der Einführung des Smart Metering einher gehen.

Der zweite Kongresstag begann mit parallel verlaufenden Fachforen zu den Themen Anreizregulierung 2.0, Netz und Recht, KoV und Kooperationsvereinbarung Gas sowie einem Block zum Intelligenten Messwesen. Jeweils drei Fachbeiträge vertieften das Wissen und gingen detailliert auf aktuelle Problematiken ein. Zudem bot sich den Teilnehmern hier – aufgrund der kleineren Runden- noch mehr Raum für Fragen und Diskussionen.

Ein Kongressblock zur Regulierungspraxis beschäftigte sich unter anderem mit den Fragen des Benchmarkings, formulierte Anforderungen und gab einen Ausblick auf die 3. Regulierungsperiode. Die sich auf die vorherigen Slots beziehende abschließende Podiumsrunde griff dann die in der Praxis drängenden Fragen des Messwesens auf und erörterte unter anderem den anstehenden Rollout aus unternehmerischer und regulatorischer Perspektive.

Networking

Gelegenheit zum Networking hatten Teilnehmer während aller Pausen in der begleitenden Fachausstellung, aber auch bei der Abendveranstaltung des ersten Tages, die in der In-Location Two Buddhas stattfand. Das asiatische Buffet und die stylische Atmosphäre fanden guten Anklang bei den Gästen._1395949690

Zudem bot sich Vorabendanreisenden an, noch „auf ein Glas“ in der Marlene Bar des Hotels Interconti vorbeizuschauen und schon hier konnten erste Kontakte auf dem BDEW-Kongress geknüpft werden.

Der BDEW hat zudem ein Antragsverfahren für Unternehmen entwickelt, das unkompliziert im Rahmen der Anreizregulierung eingesetzt werden kann. Damit kann das Problem des Zeitverzugs für alle Verteilnetzbetreiber gelöst werden. Im Kern sollen die durch die Investitionen steigenden Kapitalkosten ohne Zeitverzug in die Erlösobergrenzen der Netzbetreiber einfließen. Die Netzbetreiber sollen individuell auf Basis ihres Investitionsbedarfs und der bestehenden Netzregulierung entscheiden, ob ein Antrag gestellt wird oder nicht. Dadurch soll die regulatorische Umsetzung und finanzielle Wirkung auf die echten Problemfälle beschränkt werden. „Es ist ein für Netzbetreiber und Regulierungsbehörden praktikables Antragsverfahren entwickelt worden, das unkompliziert umgesetzt werden kann und die Nachteile eines ‚Gießkannenprinzips‘ vermeidet“, erklärte Roger Kohlmann, Mitglied der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Die Branche habe bei ihrem Antragsmodell bewusst auf dem von den Bundesländern im Herbst 2013 vorgelegten Vorschlag zur Beseitigung des Zeitverzuges aufgesetzt, um gerade für die Landesregulierungsbehörden, die für die meisten Verteilnetzbetreiber in Deutschland zuständig sind, einen für beide Seiten gangbaren Weg aufzuzeigen.


Text:

Günter Dräger

Fotos:

Matthias Dikert