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Ralswiek, Rügen

Die 22. Saison läuft. In dieser Zeit hat sich das Freiluftspektakel zum Zugpferd der Freilichtbühnen in Deutschland hochgearbeitet.

„Gottes Freund“ ist der zweite Teil der neuen Geschichte. Bastian Semm als Klaus Störtebeker und Andreas Euler als Gödeke Michels haben das Publikum fest im Griff. Wenig galant, dafür direkt langt Andreas alias Gödeke des öfteren zu. Und weil er sein Maul nicht halten kann, wird die Inkognito-Mission an der Seite ihrer Durchlaucht, der Fürstin von MacPom – Verzeihung, natürlich Mecklenburg – ein Desaster. Aber wer Bastian, alias Störtebeker zum Freund hat, kann sich darauf verlassen, rausgehauen zu werden. Störti ist charmant und gutaussehend. Das reicht aber nicht, denn am Ende verkracht er sich mit seiner Herzogin und beschwört damit die nächste Runde 2015 , wenn es heißt: „Aller Welt Feind“.

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Neben den beiden Hauptdarstellern darf natürlich Karin Hartmann alias Fronica nicht fehlen und Thomas Kornack alias Kurzer. Der spitzbübische Sachsen-Lebenskünstler mit dem Hang zum Flüssigbrot aus dem ersten Teil ist raketenartig in der Gunst der Zuschauer nach ganz oben gerast. Recht so, denn Kurzer ist immer für einen Lacher gut. Diesmal „erfindet“ er eine Spezialität, mit der dann wohl andere reich und berühmt geworden sind. Und das alles, weil die von der Dänenkönigin belagerte Feste Stockholm nicht kapitulieren will und der Kommandant am Treueschwur für Mecklenburg festhält. 
Genau hierum dreht sich die diesjährige Geschichte. Das Haus Mecklenburg verfügt über wenig bis keine Kapazitäten und so sind die Seestreitmacht, die Versorgungsflotte sowie die Blockadebrecher gleichbedeutend mit den Vitalienbrüdern um Störtebeker und Michels. 

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Der neue Regisseur Peter Dehler hat sich der Herausforderung gestellt und das Stück von Bantzkow … ähh, natürlich Neithard Riedel, der eben auch den Wismarer Ratsherren Bantzkow verkörpert, umgesetzt. In Wismar gibt es einen neuen Gierschlund, den Lübecker Kaufmann Westhoff. Der macht Geschäfte mit allem und jedem. Hauptsache, es springt genug bei raus. Sein Sohn als Moralprediger von Lübeck ist allerdings eine gespaltene Zunge, denn er benimmt sich wie der letzte Dreck und wird deswegen nicht nur einmal von den Piraten verdroschen. Ins Gras beißen muß er aber nicht. Das tut der Heerführer der Dänenkönigin. In einem Duell mit dem Zweihänder wird er von Störtebeker besiegt. Aber Mario Ramos ist das Verlieren ja gewöhnt. Im letzten Jahr durfte er den starken Arm vom kriminellen Kaufmann Langendoorp spielen. 
Aber man kriegt in Ralswiek gerne auf die Mütze, wenn die Menge tobt und der Pyromane Fred Braeutigam wieder tonnenweise Zeug in die Luft gehen läßt. Schön, wenn man den Kokeldrang aus der Kindheit zum Beruf machen kann. Diesmal schickt er als Glanzleistung eine schwere Metallkugel aus einer Bombarde mit 80 cm Durchmesser auf eine zerstörerische Reise in Richtung Feste Stockholm. 

Bis 6.9.2014 können Actionfans sich dem Theater-Genre annähern und den „Gerechten“ zur See zujubeln. Das Ferienresort Jasmar bietet wieder Arrangements an. Ansonsten dran denken, Juli + August sind Hauptsaison auf Rügen. 

Kartenbestellung: 

Störtebeker Festspiele GmbH & Co. KG
Am Bodden 100
18528 Ralswiek/Rügen

Tel. 03838/3110-0
Fax 03838/313192



Bericht:
Otger Jeske

Fotos:

Matthias Dikert