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Malta Fireworks Festival

Feuerwerke finden auf der Insel genügend statt. Jeder Ort hat seinen Schutzpatron und zu den Patronatsfesten gibt es immer auch Feuerwerke. Dazu die vielen Heiligenfeste, die ebenfalls mit Feuerwerken gekrönt werden. Aus diesen Festen sticht das der heiligen Maria am 15.8. heraus. Viele Orte brennen dann gleichzeitig Feuerwerke ab. Unter Kennern gilt die Festung von Mdina als bester Standort, um von dort einen Überblick über die Insel und sämtliche Feuerwerke zu erhaschen. Allerdings muss man sich sputen, denn viel Platz ist hier nicht.
Dennoch haben die Malteser ein weiteres Feuerwerksereignis etabliert: das Fireworks-Festival. 2013 fand es zum zwölften Male statt. Ursprünglich war es nur eine Veranstaltung, die im Großen Hafen ausgetragen wurde. Diesmal wurde relativ kurzfristig entschieden, es auf die Insel und somit über verschiedene Standorte zu verteilen. 3 Tage = 3 Standorte, darunter das Finale im Großen Hafen. 
Der erste Abend gehörte dem Fischerort von Marsaxlokk. Auf dem Marktplatz spielte ein Orchester, der kleine Marktplatz mit Fischerkai bot einen hervorragenden Überblick über die Bucht, über die das Feuerwerk abgebrannt wurde. 

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Von der Örtlichkeit super. Da es ein internationaler Wettstreit sein sollte, hätte man allerdings ganz gerne vor Ort erfahren, wer gerade am Schießen ist. Und eine musikalische Untermalung der Choreographie konnte ebenfalls nicht wahrgenommen werden. Da ist einfach an Beschallungspower gespart worden. Ob die Besucher so etwas ahnten? Es waren reichlich Schaulustige gekommen, doch richtig Gedrängel herrschte nicht. Aber ein Einheimischer meinte, es seien doch eh ständig Feuerwerke hier. 
Zwei Tage später folgte der nächste Teil an der Goldenen Bucht. Prinzipiell war das Gelände ebenfalls vielversprechend. Ein schöner Strand, erhabene Hügel säumen die Bucht – doch das Feuerwerk ging ziemlich in die Hose. 

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Das Abschussgelände war schlecht gewählt und so fand das Feuerwerk nicht über der Bucht Präsenz sondern verrannte sich in den Hügeln. Der Höhenanteil kam dabei noch einigermaßen gut zur Geltung, das Niedrigfeuerwerk konnten die Zuschauer am Strand nur durch ein Lichtgrummeln hinter dem Höhenzug wahrnehmen. Zudem zerstörten die Malteser durch einen Unfall viele der Effekte der Nachfolgenden. Und auch hier keine Musik, keine Kommentare. Das Fazit für den zweiten Tag muss lauten: schlecht geplant, schlecht umgesetzt, Negativwerbung für das Fireworks-Festival.
Der Abschluss im Hafen riss die Serie dann noch einigermaßen raus. Der Große Hafen ist umgeben von den massiven Befestigungsmauern der Drei Städte, die im Falle von Valletta auch noch so hoch über ihm thronen, das man schon fast auf das Höhenfeuerwerk herabschauen kann. In den oberen Barrakka Gärten waren die hohen Gäste geladen. In den unteren Barrakka-Gärten waren die nicht ganz so hohen Besucher. 

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Es war trotzdem ein hervorragender Standort, um dem Spektakel tief unten zuzuschauen. Und als ob die Feuerwerker alles wett machen wollten, wurde dermaßen vom Leder gezogen, das jeder Pyromane voll auf seine Kosten kam. Die normalen Besucher drängten sich auf den anderen Mauerteilen oder waren unten im Hafen. Prinzipiell schien auch der Garten am Pinto-Kai im Vorort Floriana gut geeignet zu sein – falls er zu diesem Ereignis abends offen gehalten worden ist. Die Festungsmauern von Floriana ziehen sich noch ein gutes Stück weiter und sind immer frei zugänglich. Bieten dann aber keinen Knick in Richtung Hafenausfahrt mehr, wodurch der Blickwinkel stark eingeschränkt wird. Vittoriosa und Senglea sind für die Valletta-Seite auf der anderen Seite ungünstig gelegen, bieten aber für jenseitige Zuschauer ebenfalls einige gute Standpunkte. 
Die Beschallung war etwas besser, was aber vielleicht auch daran lag, dass wir im offiziellen Teil weilten und gemessen daran auch nicht ausreichte. Aber die Malteser schienen sich daran nicht zu stören, während ich es mir gigantisch vorstelle, wenn hier im Hafen von den Mauern noch eine ordentliche PA den richtigen Soundtrack liefert. Ich weiß, das würde eine echte Herausforderung für jeden Tontechniker bedeuten, aber …

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Weitere Informationen bei:

Fremdenverkehrsamt Malta
Schillerstrasse 30-40
D-60313 Frankfurt am Main

Tel.: +49. (0)69. 247 50 31 30

Text:
Otger Jeske

Fotos:
Matthias Dikert