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So viel steht schon fest: Die neue Bundesregierung wird die Rahmenbedingungen für die Energiewirtschaft nachhaltig verändern. Um die Kosten für die Energiewende beherrschbar zu halten und den Industriestandort Deutschland zu sichern, ist ein neues EEG und eine Heranführung der Erneuerbaren an den Markt unverzichtbar.

Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wird das große Projekt der neuen Bundesregierung sein. Bis Sommer 2014 soll das Gesetz überarbeitet werden. Die Branche schaut gespannt nach Berlin: Wie werden sich die Rahmenbedingungen ändern? Wie künftige Förderungen für Erneuerbare Energien aussehen? Welche Kraftwerksprojekte machen noch Sinn? Diese Themen diskutierten Experten am 10. und 11. März 2014 auf dem Management Circle 5. Energie-Symposium „Kraftwerke der Zukunft“ im Ritz Carlton Berlin.

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Teilnehmer waren Vorstände, Geschäftsführer und Mitglieder der Geschäftsleitung, Leiter und leitende Mitarbeiter der Energiewirtschaft, insbesondere von Energieversorgern, Stadtwerken, Netzbetreibern, Kraftwerksbauern und aus beratenden Unternehmen, die auch Möglichkeiten zum Netzwerken beim gemeinsamen Mittagessen und auf der Abendveranstaltung mit einer Führung durch das alte Museum und beim Ausklang in Lemkes Brauhaus am Hackeschen Markt nutzten.

Folgende Fragen wurden durch die Referenten geklärt:

Wie werden die neuen Rahmenbedingungen konkret aussehen?

Welches Marktdesign sichert bezahlbare Strompreise und Versorgungssicherheit gleichermaßen, ohne die Energiewende zu gefährden?

Wie müssen Sie sich als Energieversorger schon heute auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen?

Welche Zukunft werden konventionelle und erneuerbare Energien mit Blick auf ein EEG 2.0 in Deutschland haben?

Welche Kraftwerksprojekte machen noch Sinn und wie finanzieren Sie diese?

Brauchen wir konventionelle Reservekapazitäten und müssen diese vergütet werden?

„Energiewende – aber richtig!“, forderte Ewald Woste, Vorsitzender des Vorstandes der Thüga AG, der das Symposium eröffnete. Eine weitere Fragestellung war die Finanzierung von Energieprojekten. „Energiewende braucht private Investoren“, ist Prof. Dr. Claudia Kemfert, Abteilungsleiterin Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), überzeugt, die am Nachmittag des ersten Kongresstages sprach.

Der zweite Tag wurde durch Moderator Nils aus dem Moore, Leiter der Kommunikationsabteilung von RWI Büro Berlin, eröffnet. Es standen zunächst Fragen nach dem optimalen Kraftwerksmix für Versorger und dem Umgang mit Reservekapazitäten im Mittelpunkt. Über „Gas als unverzichtbarer Partner im Kapazitätsmix eines Stadtwerkes“ informierte Michael G. Feist, Vorsitzender des Vorstandes der enercity Stadtwerke Hannover AG. Die „Strategie der Bundesnetzagentur zum Umgang mit der konventionellen Reservekapazität“ stellte Jochen Homann vor, Präsident der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen.

Zum Abschluss der Tagung ging es um Innovationen im Stromsystem: Über „intelligente Stadtwerke“ informierte Michael Lucke, Geschäftsführer der Allgäuer Überlandwerk GmbH genauso wie über IRENE, das Smart-Grid für den ländlichen Raum.

Text:

Günter Dräger

Fotos:

Matthias Dikert