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2.8.–28.12.2014; Stadtschloß am Markt

Das Jahr 1914 hielt den Beginn des ersten Weltkrieges bereit. Heuer sind es 100 Jahre und somit liegt ein besonderes Augenmerk auf diesem Kapitel europäischer jüngerer Geschichte, welches allerorten in irgendeiner Form zu Gedenken gebracht wird. Auch in Eisenach rauchten die Köpfe, wie man dem Thema beikommen könne. Schließlich schlug der Krieg auch in den Familien der Wartburg-Stadt zu. Der Gedankenprozeß förderte dabei eine recht einzigartige Herangehensweise zu Tage. Zu sehen sind private Exponate, Erinnerungen der Familien an die Altvorderen, die mit diesen Stücken etwas Besonderes verbinden.

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Als Standort dient der Seitenflügel des Stadtschlosses, welcher früher als Marstall diente, in dem die Militärpferde standen. Der Besucher betritt die Ausstellung in Form eines Wohnzimmers, bewegt sich in einen Schützengraben und verläßt sie auch wieder durch ein Wohnzimmer. Damit wäre ein doppelter Bogen gespannt.
Zu sehen sind u. a. Stücke, die dem Besitzer einst das Leben gerettet hatten: eine Bibel und eine Uhr mit Einschußloch, aber eben keinem Austrittsloch. Des weiteren sind viele Bastelarbeiten zu sehen, die kreative Soldaten im jahrelang dauernden Warten produzierten. Der Museumsdirektor betont, daß der Krieg zu 90 Prozent aus Warten bestand: auf den Angriff des Gegners, auf den Angriffsbefehl oder auf das nächste Trommelfeuer. 
Den Standard gibt es ebenfalls: Fotos und Feldpostbriefe. Doch als das Fernsehen über die geplante Sonderausstellung berichtete, erhielt das Museum aus der ganzen Republik Angebote von privaten Erinnerungsstücken. Damit war offensichtlich, daß hier etwas Besonderes erschaffen werden sollte. Leider mußten diese potentiellen Spender abgelehnt werden, da es in der Ausstellung um Eisenach im Krieg geht. 

Bericht:
Otger Jeske

Fotos:
Stadtmuseum Eisenach