Störtebeker-Festspiele 2013

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Rügen, Ralswiek

2012 wurde Störtebeker um einen Kopf gestutzt und rettete ein paar Kameraden mit seinem kopflosen Lauf. Wer sich ein wenig mit der Legende auskennt, weiß, das war es. Also beginnt der Kreislauf von neuem. Demzufolge lautet der Titel dieses Jahr „Beginn einer Legende“.

Dazu gibt es passend einen neuen Störtebeker: Bastian Semm. 

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Wie kaum eine andere Geschichte ist der Störtebeker-Sagenkreis sehr vielfältig. In jeder Region seines angeblichen Wirkens erzählt man sich andere Geschichten. Das lässt sehr viel Spielraum für immer neue Interpretationen und Abenteuer. Und so ist diesmal Klaus der Sohn eines verarmten Landadligen, der vom mächtigsten Wismarer Kaufmann um seinen Besitz gebracht werden soll. Liebe, Intrige, Mord und Rache – Zutaten, die immer funktionieren.

Geschrieben wurde das Stück vom „Herzog“ Neithardt Riedel, der in der Schlussszene auftritt. Auch das Thema für 2014 wird von ihm bearbeitet und steht schon im Titel „Gottes Freund“. Umgesetzt hat das „Drehbuch“ dann der neue Regisseur Kai Mertens.

Der Standort, die Naturbühne Ralswiek auf Rügen, ist super gelegen. Das Schloss im Hintergrund, der Bodden vor der Nase des Zuschauers. Dort kreuzen die Koggen des Ensembles, welche in diesem Stück eher ein symbolisches Dasein fristen. Es spielt an Land, auf dem Anwesen derer von Alkun und in der Stadt Wismar. Dafür reicht der Strand als Bühne völlig aus, wo sich die Schauspieler selbst zu Pferd richtig austoben können und im gestreckten Galopp von einer Seite zur anderen hetzen. Die Tonanlage ist vorzüglich – so manch ein Festival kann sich hier was abschneiden. Allerdings hinkt der Vergleich, denn dieser Standort ist fest und muss nicht extra auf- und abgebaut werden. 

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Ist die Saison vorbei, werden die Kulissen geschliffen und die für die nächste Spielzeit aufgebaut. Und so durften sich die Bühnenbildner diesmal durch die ungünstig lange Winterwitterung kämpfen und haben doch rechtzeitig die Arbeiten abschließen können. Imposant, kann man nur sagen. 

Und auch wenn es dem Preisgefüge nicht entspricht, die besten Plätze sind nicht vorne an der Bühne. Die beste Aussicht gibt es im Bereich II und III, der Detailbetrachtungen noch erlaubt, dabei aber auch einen guten Überblick über die Gesamtszenerie gewährt, der direkt in der ersten Reihe fehlt. Für Freunde des Nah-am-Geschehen-Seins birgt dies die Gewissheit, die Explosionen hautnah mitzuerleben und von den Feuer-Wärmewellen voll getroffen zu werden. 

Das Jasmar-Resort im fast benachbarten Neddesitz bei Sagard bietet ein spezielles Störtebeker-Arrangement für die Spielzeit 24.6. bis 7.9. an.

Kartenbestellung: 

Störtebeker Festspiele GmbH & Co. KG
Am Bodden 100
18528 Ralswiek/Rügen

Tel. 03838/3110-0
Fax 03838/313192


Text:
Otger Jeske

Fotos:
Matthias Dikert


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