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Handicap schwer erarbeitet

Im 15. Jh. in Schottland als Treibspiel entstanden, wurde es 1608 in England als „Golf“ eingeführt. 1890 kam das Spiel nach Deutschland und avancierte zum Volkssport, mit derzeit über 250 000 Spielern. Ein exorbitanter Boom, in ganz Deutschland.

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Landläufige Meinung: Golf ist ein Sport für Reiche! „Nicht unbedingt“, behaupten die Golfer zwischen Motzen und Semlin. Geld ist immer wichtig, für jedes Hobby. Ein Neuling müsste noch mehr mitbringen – Grundbegriffe, und zwar englische, versteht sich.

Der Caddie – hat nur der Pro – trägt den Bag, die Golftasche. Ein Ball misst im Durchmesser 42,67 mm und wiegt 45,93 Gramm. Der Bunker ist ein Hindernis, nicht nur auf dem Driving-Range, dem Anfängerübungsplatz. Auf Fairway darf nur der aktive Spieler, warum? Dies ist die kurz gemähte Rasenfläche zwischen Abschlag und Green. Wobei Greenfee keine Fee, sondern profanes Geld ist. Dies wird fällig, wenn man fremd geht, auf einem anderen Platz spielt. In ein Loch sollte der Spieler nicht treten. Das Ziel ist vier Inch (100 mm) tief und 108 mm breit.

Im „Bunker“: der Schläger darf nicht auf den Sand aufgesetzt werden – das ist „strafbar“. Er muss in einer Schwebeposition gehalten werden.



Wo erreicht man seine Platzreife? Beim Head, wer die Reife bestanden hat, darf ohne Trainer spielen. Golfregeln, Technik und Etikette müssen beherrscht werden. Der Pro ist auch der Betreiber des Pro Shops, und nicht nur Neugolfer können sich hier ausrüsten. Der Head Pro bittet zum Tee. Tee wird nicht getrunken, dies ist ein nach oben verbreiteter Stift, der in den Rasen gesteckt und zum Drive (Abschlag) benutzt wird. Oft ist der Pro Rechtshänder, wieso? Er trägt links einen Glace-Handschuh, damit er den Abschlag besser im Griff hat. Zu seinem Greenkeeper hat er ein gutes Verhältnis, denn ein Golfplatz benötigt viele Platzarbeiter und es werden Azubis ausgebildet.

Gespielt wird im Team. Jeder zieht im Trolley oder Bag einen Satz von 14 Schläger-Eisen-Putter über den Platz. Golfer sollten Entfernungen gut schätzen können, denn sie kommen so schneller zum Loch, dem Ziel mit der roten Fahne. Ganz wichtig ist die Vorgabe, ein persönliches Handicap. Es bezeichnet die Spielstärke eines Golfers. Je niedriger um so besser. Ein Handicap muss schwer erarbeitet werden. Es baut sich auf dem Standard des jeweiligen Platzes auf. Ein hole-in-one bleibt dabei meist ein Traum, wer erlebt das schon?

Golfer opfern viel Freizeit. Alle – Mann, Frau, Kind – sind bei jedem Wetter an der frischen Luft, beim Spiel mit Freunden und Gleichgesinnten, im Zwiegespräch auf der Weite eines riesigen Platzes. Vom frühen Morgen bis zum Sonnenuntergang. Laufkilometer kommen da schon zusammen. Fitnesstraining sollte auf dem Programm stehen, innere Ruhe und Ausgeglichenheit sind wichtig.

„Am kostenaufwendigsten sind die Trainingstunden!“ Deshalb anfangs die Ausrüstung nur ausleihen, gebrauchte Schläger benutzen. Mit den erworbenen Erfahrungen werden dann höhere Ansprüche relevant.

Noch ein Tipp: Ein Buch kaufen; Humboldt Verlag „Golf 111 Tipps zur Platzreife“ von Richard Kerler. Wenn Sie den Buchinhalt komplett beherrschen – sparen Sie bares Geld, denn die Trainingstunden entfallen. Sagen Sie dies aber nicht ihrem Head Pro; deshalb cool bleiben, seien Sie einfach perfekt.

Unser Redakteur Gerald H. Ueberscher (E-Mail: ueberscher-redaktion@t-onl