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Richard Paterson präsentiert „The Dalmore – aged 50 years“

Die Öffentlichkeit kennt sie, die Superstars dieser Welt, ob als Schauspieler, Sänger, Fußballer, Modezaren, Künstler, und und und. Richard Paterson ist auch ein Künstler, ein Künstler seines Faches. Doch ihn kennen alle Liebhaber von Single Malt Scotch Whisky der Luxusklasse. So wie ein Parfümeur immer wieder nach neuen Duftnoten sucht, so forscht und experimentiert Richard Paterson seit fünf Jahrzehnten immer wieder neue Nuancen des edlen Getränks zu kreieren. Mit großem Erfolg. Er gehört zu den Wenigen, die in der Whiskybranche international Furore gemacht haben. Nur mit Leidenschaft, großem Engagement, überragendem Wissen und Können hat er sich dieses Ansehen erworben.

Seit Jahrzehnten ist er mit dem Hause „Dalmore“ fest verankert, ist ihr kreativer Kopf bei der Entwicklung neuer Whisky-Sorten. Sein Großvater und Vater haben ihn in die Kunst der Whisky-Destillation und Verblendung eingeweiht und seine Liebe zu diesem Beruf geweckt.

Schon mit 26 Jahren wurde Richard Paterson von den Inhabern der „The Dalmore Distillery“ zum Masterblender gekürt. Noch heute hütet er die Geheimnisse der weltbekannten Produkte dieses Hauses. Wohl kaum ein anderer verfügt über sein außergewöhnliches Talent, mit seiner Nase im Whisky die verschiedenen Qualitäten so fein zu unterscheiden, dass sie immer wieder Aromatik und Tiefe mitbringen. Oft riecht er täglich über 100 Proben und kennt jedes Fass in den Lagerhäusern. Das brachte ihm über die Jahre den Spitznamen „The Nose“ ein. Die natürlichen Zutaten Gerste, Wasser, Hefe sind profan. Was einen Whisky der Extraklasse hervorbringt, ihm sein spezielles Aroma verleiht, ist vor allem die Reifung und Lagerung des Whisky in Fässern aus verschiedenen Holzarten, in denen jahrelang edle Weine lagerten.

Richard Paterson hat die Praxis des Multi-Fass-Finish zu seiner Maxime erhoben und zur Kunst entwickelt. So entstanden wegweisende Abfüllungen wie der „The Dalmore King III“. Das ist der erste Single Malt Whisky, der in sechs verschiedenen Fässern reifte und lagerte, bis er sein einmalig exklusives Finish erhielt.

Im September 2016 feierte Richard Paterson sein 50-jähriges Arbeitsjubiläum. Das Hamburger Familienunternehmen „Borco-Marken-Import“ nahm dieses Ereignis zum Anlass, den Whisky-Meistermacher persönlich zu einer Verkostung einiger seiner Luxus-Kreationen nach Berlin einzuladen. Für diese Begegnung war dem Borco Unternehmen, das internationale Top Spirituosen vor allem in Deutschland und Österreich produziert und vertreibt, die beste Location gerade gut genug.

Zu diesem einmaligen Event in Deutschland wurde in das exklusive Waldorf Astoria Hotel am Bahnhof Zoo geladen. Nicht in einen der vielen exklusiven Salons des Hauses. Nein. Die Präsidentensuite war für diese Tasting-Zeremonie auserwählt, um die Ikone des schottischen Whisky zu würdigen und drei seiner unvergleichlichen Genussentwicklungen zu verkosten. Begleitet wurde die Whiskyprobe mit einem Lunch verschiedener Köstlichkeiten aus der Küche des Hauses, abgestimmt auf jeden der angebotenen Tropfen.

Der Auftritt von Richard Paterson ist ein Erlebnis für sich. Im eleganten dunklen Maßanzug mit passender Krawatte und Einstecktuch in himmelblau strahlt seine Erscheinung etwas Würdevolles, Aristokratisches aus.
Er zelebriert den Gästen die Kunst des Whiskygenusses, die Haltung des Glases beim Riechen der feinen Aromen, das Erspüren der besonderen Geschmacksnoten bis zum Abgang. Er spricht über die Geschichte des Hauses Dalmore, die eng mit dem Mackenzie Clan verbunden ist.

Er erzählt über den langen und mühseligen Prozess der besonderen Reifung und Lagerung, um eine neue Luxux-Whisky-Marke auf den Markt zu bringen. Es sind nicht nur seine Worte die überzeugen, mit seiner Gestik und Mimik ergänzt er eindrucksvoll das Gesagte. Man spürt die Liebe, die Leidenschaft, die Hingabe für seine Whisky-Schöpfungen. Zur Verkostung hat er den 40%igen „The King Alexander III.“ mitgebracht. Er erhielt seine Reifung in sechs verschiedenen Holzfässern. Seine Farbe gleicht edlem Mahagoni. Seine Aromen: rote Beerenfrüchte, frische Blumen und ein Hauch von Passionsfrucht. Süßer Zimt, Muskat und Ingwer bestimmen sein Finish.
Ein 35 Jahre alter Dalmore wird als nächstes verkostet. Er besticht mit seinen feinen Geschmacksnuancen. Jeder Tropfen ein besonderer Genuss.

Dann der Höhepunkt. Richard Paterson hat weiße Handschuhe angezogen. Auf dem Tisch vor ihm stehen drei Flaschen. Es sind die ältesten schottischen Whisky. Behutsam nimmt er eine Flasche in die Hand, streicht liebevoll über sie. Es ist ein 64-jähriger Dalmore. „Den kann ich nur zeigen, er ist einer unserer alten Schätze“, sagt Richard.
Dann greift er zu einer zu einer anderen Flasche. Unter dem Hirschkopf eines Zwölfenders, dem geschichtsträchtigen Symbol des Hauses, ist zu lesen – „The Dalmore – aged 50 years“. In Anerkennung und Würdigung der herausragenden Leistungen des 50jährigen Schaffens seines Masterblender Richard Paterson hat die schottische Distillery zu seinem Jubiläum diese Whisky-Rarität auf den Markt gebracht. Von diesem luxuriösem Single Malt gibt es nur 50 Flaschen. Sie werden auf Anfrage in einer hochwertigen Kristallkaraffe von Hand abgefüllt.

Richard erzählt die Geschichte seines neuesten Meisterwerkes. 1966 wurde der Whisky in gebrauchte Bourbon-Fässer aus amerikanischer Weisseiche abgefüllt. 2003 kam der gereifte Whisky in Matusalem-Oloroso Sherry-Fässer und wurde 2012 in Port „Colheita“-Fässern eingelagert. Dann setzte Richard noch eine weitere Veredelungsvariante drauf.
„Dies ist ein besonderes Jahr für mich. Daher habe ich mich entschlossen, diesen Whisky in einem Champagner-Fass noch zu verfeinern, denn dieser herrliche Tropfen steht wie kaum ein anderer für feierliche Anlässe“, sprach der Meister. So ruhte der Whisky Ende 2016 noch für 50 Tage zum endgültigen Finish in Champagner-Fässern der „Domaine Henri Giraud“.

Vor jedem Gast liegt in einem Glas ein kleines Glasröhrchen. Es enthält eine Kostprobe von „The Dalmore 50“. Mit Andacht genießt jeder den Jubiläums-Whisky von Richard Paterson. Ein Hochgenuss für alle Sinne. Seine Farbe ist eine Mischung aus karamellisierten Orangen, Vanilleschoten und Sultaninen. Sein Aroma duftet nach Orangenmarmelade, geröstetem Kaffee und saftigem Schokoladenkuchen und im Finish schmeckt der 45%-ige nach gemahlenen Mandeln, Schattenmorelle und feines Lakritz.

„Diese einzigartige Symbiose von Champagner, Matusalem Oloroso Sherry und Port ist möglicherweise das bisher herausragendste Beispiel unserer innovativen Whisky-Kunst. The Dalmore 50 steht sinnbildblich für unsere hohen Ansprüche beim Reifungsprozess und der Fasslagerung und bewahrt gleichzeitig das einzigartige Aroma von The Dalmore, beurteilt Richard Paterson seine Kreation.

Man muss die Persönlichkeit dieses Mannes gehört und erlebt haben, um zu erahnen, welcher Hingabe und Erfahrung es bedarf, um solche außergewöhnlichen Spitzenqualitäten zu entwickeln.
Antoine de Saint Exupery hat einmal geschrieben: „Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern, wenn man nichts mehr weglassen möchte“. Im übertragenen Sinne gilt das voll und ganz auch für Richard Paterson und sein Lebenswerk.

Die Whisky-Verkostung in Berlin mit dem unumstritten außergewöhnlichsten Masterblender seiner Generation, dem Star seiner Branche, war ein unvergessliches Fest der Superlative. Besser geht nicht.

Text:
Manfred Vieweg

Fotos:
Matthias Dikert