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Bett, Kanu und mehr

Seit 2008 öffnet die Pension mitten im Herzen von Brandenburg ihre Zimmertüren für Gäste. Sie liegt an der Jahrtausendbrücke auf altstädtischem Gebiet. Der Rathausplatz mit Roland ist gleich um die Ecke, genau wie der Plauer Torturm, an dem Künstler die Mauernischen für die ehemaligen Anbauten zum Schutz vor Tauben verschönert haben. 

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Über die Brücke in die Neustadt beginnt die Hauptstraße: die Flanier- und Einkaufsmeile der Stadt. Rechts befindet sich der Fritze-Bollmann-Brunnen, dahinter das schöne Kaffee Kännchen sowie die St. Katharinenkirche. Am Ende liegt links der Neustädtische Markt. Rechts geht es in die Steinstraße, wo vor allem viele Restaurationen zu finden sind. 
Die Keimzelle der Pension ist jedoch die Cafébar Brückenhäuschen an der Jahrtausendbrücke. Gäste holen hier auch ihre Zimmerschlüssel ab. Und Kanus, die unten am Fuß der Brücke am Kai liegen, können ebenfalls ausgeliehen werden. Eine kleine Promenade zieht sich hier entlang, am Ende mit Sonnenliegebänken. Also Vorsicht, Sie werden beobachtet.

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Schräg gegenüber der Cafébar im Hinterhof lag ein Lagerschuppen und wartete auf den endgültigen Verfall. Kurzerhand erwarb die Eigentümerin des Cafés, Frau Christiane Dierich, das Gebäude und die Sanierungs- und Umbauarbeiten konnten 2006 beginnen. 2008 feierte die Pension dann Eröffnung. 
Das vorhandene Gebäude ist geschickt attraktiv umgestaltet worden. Eigentlich dreigeschossig, sind unten zwei barrierefreie Zimmer sowie die sanitären Einrichtungen für die Floßfahrer und der Frühstücksraum untergebracht. Die sieben Zimmer oben sind alle im Maisonette-Stil, Bad und Aufenthaltsecke mit Eingangsbereich unten, Schlafbereich oben. Durch die ehemals dreigeschossige Lagerbauweise sind oben vom Bett aus vollwertige Fenster zu sehen, die einen schönen Blick auf die Havel samt gegenüberliegendem Ufer erlauben. 

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Aber Fernseher gibt es nur einen. Mittels eines Rohrseilzuges kann dieser sowohl unten als auch oben genutzt werden. Erdacht hat sich dieses Unikum der Mann der Besitzerin, Herr Ingo Dierich. In Zusammenarbeit mit einem Ofenbauer nahm die Idee Gestalt an und begeistert heute detailverliebte Besucher.
Die Flöße der Pension, sieben Stück, gehen ebenfalls auf die Kappe von Herrn Dierich. Als Idee existierten sie schon länger. 2007, also während der Umbauarbeiten von der Lagerhalle zur Pension, startete der erste Prototyp: Alexander. Nach ausgiebigen Versuchsfahrten und Optimierung standen zur Eröffnung der Pension drei weitere Flöße zur Verfügung. 
Mit 5 PS sind sie führerscheinfrei und bieten Platz für fünf Personen. Der „normale Verleihtag“ geht von 14.00 bis 12.00 Uhr, beinhaltet sozusagen eine Zwangsübernachtung. „Gerade das Übernachten in der Natur ist schon ein Erlebnis für sich“, zeigt sich Frau Dierich als Überzeugungstäterin. Mit 70 Prozent Auslastung empfielt es sich, vorher zu buchen. Wochenenden sind naturgegeben fast immer ausgebucht. Unter der Woche, vor allem in der Nebensaison, können auch Kurzentschlossene Chancen auf „Jetzt und sofort“ haben.

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Im Jahr 2010 gesellte sich noch ein Saunafloß hinzu. Damals ein absolutes Novum, kopierten andere Anbieter die Idee. Vom Platz her ist es geräumiger, hat zwei Zimmer und ist rollstuhlgerecht. Dazu ein Deck unten und ein Deck auf dem Dach. Wunderbare Aussicht für die Mitfahrer. Allerdings ist das Saunafloß stärker motorisiert und somit nicht mehr führerscheinfrei.
Für die Crews der Flöße stehen die sanitären Anlagen der Pension zur Verfügung. Autos können zum Be- und Entladen auf den Hof gefahren werden, müssen während der Abenteuerreise jedoch anderweitig geparkt werden. 
In der Pension gibt es nur in einem Zimmer einen Kühlschrank. Getränke stehen zur Entnahme in der Küchenecke des Frühstücksraumes bereit. Ebenfalls warten hier Gesellschaftsspiele und einige Bücher auf die Aufmerksamkeit der Gäste.

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Am Ende der Balustrade, die zu den Zimmern führt, ist auf dem Dach eine kleine Sitzecke hergerichtet. Die bessere Aussicht bietet allerdings der kleine Hof mit Tischen und Stühlen an der fast terrassenartigen Havelseite. Von hier kann man sehr schön beobachten, wie die Flöße an- und ablegen und fit gemacht werden. Vom regen Havelverkehr ganz zu schweigen. Ein leichter Blick nach links und man sieht den historischen Hafen von Brandenburg. Das ehemalige Werftgelände ist Buga-Gebiet. Ebenfalls Buga-Gebiet ist die fast an der Cafébar liegende St. Johanniskirche, die sich jedoch mit der Pension fast in Flucht befindet und deshalb von der Terrasse aus nicht zu beobachten ist. Dafür ist die Jahrtausendbrücke aber gut zu überblicken. 
Mit dem Buchen verhält es sich ähnlich wie mit den Flößen: sicherheitshalber mit genügend Atem planen.

Weitere Informationen:
Pension Havelfloß
Altstädtische Fischerstraße 2
14770 Brandenburg an der Havel
Tel.: 03381 26 90 22

Cafébar Brückenhäuschen
Ritterstr.76
14770 Brandenburg an der Havel
Tel.: 03381 22 90 48

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Artikel:
Otger Jeske

Fotos:
Monika Hackert