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The Belsfield Hotel

Der alte Besiedlungskern am Lake Windermere ist Bowness. Hier gab es ein Fischerdorf und später auch Wirtschafts-Hafen, um Waren quer über den See zu transportieren. Die Römer siedelten auf Belles Isle und die Wikinger nannten den See Vinandr. Die St. Martins Kirche ist rund 1.000 Jahre alt. Hier ist auch ein Fenster zu sehen, welches das Wappenschild eines Vorfahren von George Washington zeigt – mit den originalen Stars and Stripes. Irgendwann hielt die Industrielle Revolution Einzug. Sie bereitete das Feld für den größten Einschnitt in der Geschichte der Region: die Eisenbahn. 
Wo heute das Hotel steht, war Farmland. Eigentlich ein Wunder, denn es war eine strategisch bedeutende Erhebung direkt an der Bucht, um den See überblicken zu können. Mit den reichen Urlaubsgästen aus Manchester und Liverpool änderte sich die Sichtweise. Nun war es der beste Platz, mit der besten Aussicht und so wurde 1845 das spätere Hotel dorthin gebaut. Es wechselte den Besitzer, bevor die Schneider-Familie es erwarb. Sie waren eine der größten Minengesellschafter der damaligen Zeit. Henry schenkte den unteren Teil an den Ort, damit von der Kirche zum Friedhof eine direkte Verbindung besteht und ließ umfangreiche Umbauten vornehmen. Er achtete auf Qualität und erkor das Haus zu seinem wichtigsten Aufenthaltsort. Und es wird gemunkelt, das heutige Firmenberater nicht annähernd die Effektivität in Unternehmen transportieren können, wie Henry Schneider sie zu seiner Zeit hatte. Seine alte Privatyacht ist heutzutage der Star unter den Ausstellungsstücken im Windermere Dampfschiff-Museum. Er prägte das Gesicht des Districts bis in die heutigen Zeiten hinein. 
Nach seinem Tod wurde das Anwesen verkauft. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde dann ein Hotel daraus. Ein Leutnant A.D. Erwarb das Anwesen und gestaltete es zum Hotel um. Er hinterließ zukünftigen Hotelmanagern sein Gewehr. Es hängt heute an der Wand zum Zeichenraum.

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Ein paar Jahre später wurde es umgebaut. Erweiterung stand auf dem Plan und der Turm wurde Stein für Stein demontiert, versetzt und wieder aufgebaut. Zu erkennen ist die Umbaumaßnahme bei genauerem Hinsehen auf Grund der verschiedenen Fensterbreiten über der Schneider-Bar. Die Klientel war verwöhnt und die Zimmer entsprechend großzügig gestaltet. Es verwundert, dass diese Großzügigkeit bis heute beibehalten wurde. Ein Vorzimmer, ein begehbarer Kleiderschrank, das Schlafzimmer und ein für Hotels relativ großzügiges Badezimmer lassen den Aufenthalt auch heute noch luxuriös erscheinen. Aber eben nur bei einem oberflächlichen Blick. Es ist heutzutage keine Nobelherberge mehr, der „normale“ Gast kann es sich leisten. Vieles ist original und lässt den Besucher verwundert stehen: Fenster, die noch geschoben werden können und wo lediglich ein kleiner Riegel das Aufschieben verhindern soll; Der Fahrstuhl mit Scherengitter …
Kurz nach dem Umbau schrieb der Ort englische Geschichte. Es war die zweite Stadt in England, die elektrisches Straßenlicht erhielt. Die erste war übrigens Preston, eine Bahnstation auf dem Weg von Manchester nach Oxenholme. Beides nicht gerade große Städte. Es unterstreicht jedoch den Luxus, der mit den Magnaten und ihren Familien Einzug gehalten hatte.
Nach dem ersten Weltkrieg zog Rezession ein. Das Belsfield überlebte, einige andere Hotels nicht. Das Crown wurde zum Beispiel in ein Appartement-Block umgewandelt. In den 70ern wurde jedoch etwas vom dazugehörigen Land des Belsfield verkauft, und prompt wurden vom Käufer Appartement-Blocks gebaut. Es gab zu jener zeit auch wieder Bauaktivitäten und das Gebäude erhielt zum ersten Mal in seiner bis dato schon 100-jährigen Geschichte einen Anstrich. 
Der alte Charme der Kolonialzeit zieht viele Stammgäste an. Besonders zu Weihnachten und Ostern. Die Terrasse ist mit dieser Aussicht einmalig. Und wer im Hotel Restaurant ‘Moonwaters’ ein Platz im Erker ergattert, fühlt sich fast wie auf der Terrasse. Will man jemals aufstehen ?

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Der Weg zur Anlegestelle für die Dampfer ist kurz. Und die Kirche um die Ecke markiert das Ortszentrum mit mannigfaltigen Shopping-Möglichkeiten. Auch die Beatrix-Potter-Welt ist nur ein kurzes Stück zu Fuß entfernt. 


Weitere Informationen bei:

THE BELSFIELD HOTEL
KENDAL ROAD
BOWNESS-ON WINDERMERE
LA23 3EL

LOCAL/ NATIONAL.
+44 (0)844 736 8604

INTERNATIONAL. 
+44 (0)1539 442 448

FAX. 
+44 (0)1539 446397


Text: 

Otger Jeske

Fotos: 

Matthias Dikert