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Auf einer Flusskreuzfahrt mit der MS Belvedere von TransOcean kann man durch interessante Landausflüge schöne Orte entlang der Donau von Budapest bis Passau entdecken.


Donau so blau,
Durch Tal und Au
Wogst ruhig du dahin,
Dich grüßt unser Wien,
Dein silbernes Band
Knüpft Land an Land,
Und fröhliche Herzen schlagen
An deinem schönen Strand.
(An der schönen blauen Donau; Franz von Gernerth)


Kleine ungarische Aussprache-Regel: 
s = esch; also wird es Budapescht gesprochen
sz = s; also wird es Pusta gesprochen

Budapest
Die Stadt ist ein Zusammenschluss der alten Städte Buda (Königsstadt) und Pest. Eine Unterscheidung ist einfach: Buda ist dort, wo Berge sind, Pest liegt auf der anderen Seite der Donau in der Ebene. Interessanterweise gab es keine Brücken, die die Städte verbanden. Im Sommer wurden Ponton-Behelfsbrücken errichtet, die im Winter wieder abgebrochen wurden, da die Donau früher i.d.R. zufror. Die erste ständige Brücke wurde erst spät im 19. Jahrhundert errichtet. Heute weltbekannt als Kettenbrücke. Die heutige Freiheitsbrücke entstand kurze Zeit später. Sie ist grün und hieß Franz-Josef-Brücke. Mittlerweile sind es neun Brücken, die heutzutage in die abendliche Budapester Lichterwelt integriert sind. Ein nächtlicher Ausflug lohnt sich also allemal. Vor allem auf die Budaer Seite hinauf zur Fischerbastei, dem Burgviertel oder zur Festung. Von dort kann man einen atemberaubenden Ausblick auf das nächtliche, beleuchtete Budapest werfen. 

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Der Gellértberg mit der Zitadelle und der Freiheitsstatue bietet tagsüber ein erholsames Spazierengehen. Neben der Freiheitsstatue, die als einziges Monument den Fall des Eisernen Vorhangs überstanden hat, dominiert die Statue vom Bischof Gellert den Berg. Dieser wurde der Sage nach bei seinem Christianisierungs-Versuch hier in ein Fass eingeschlossen und den Felsen hinuntergeworfen. Auf der linken Seite befindet sich eine Klosteranlage im Berg, durch die sich Pfade ziehen, die zum entdecken und verweilen einladen. Abseits der Hektik der Großstadt wandelt man im Grünen bis hinauf zur Zitadelle. Mittlerweile ist der Tourismus auch dort oben angekommen. Ein Teil der Zitadelle ist Hotel und vor der Zitadelle gibt es ein Restaurant. 

Puszta
Heißt eigentlich Einöde und ist Grasland. Die ungarische Tiefebene ist KEINE Puszta, da landwirtschaftlich genutzt. Die Puszta ist hausgemacht. Die alten ungarischen Stämme gestalteten das Land für die Pferdezucht um. Es geschah schon zu einer Zeit, als es das Königreich Ungarn noch gar nicht gab. Die Vegetation besteht aus Akazien, Kiefern, Öl- und Obstbäumen, um den Flugsand der Tiefebene zu binden. Weite Teile der Wälder sind jedoch von den Osmanen zum Bau von Festungen während der türkischen Besatzungszeit abgeholzt worden, so das eine Wüste zurückblieb. Im 19. Jahrhundert wurden Bewässerungsanlagen gebaut und im 20. Jahrhundert wurde die Landwirtschaft großflächig eingeführt, was zu einer „Ausrottung“ der traditionellen Viehzucht und einer Verarmung der Bevölkerung führte. 

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Heute ist die Puszta oft mit Paprika gleichbedeutend. Wer sich in der Botanik auskennt, weiß jedoch, dass Paprika eine im Zuge der Entdeckung der „neuen Welt“ eingeführte Nutzpflanze ist, genauso wie die Kartoffel. Die Paprika kam auch nicht direkt aus Amerika über den Umweg Spanien nach Ungarn sondern über die türkische Zwischenstation. Und die bauten den Paprika wohl in erster Linie als Zierpflanze an. Paprika unterscheidet sich in zwei Arten: Gemüsepaprika und Gewürzpaprika. Und im Gegensatz zum allgemeinen Glauben wird in Ungarn gar nicht so scharf gekocht. Es gilt hier eher die Devise: schwach und jeder würzt individuell nach. 
Ausflüge in die Puszta bedeuten heutzutage also in erster Linie Pferde. Die Vorführungen sind abgeleitete frühere Reiterspiele bzw. lebensnotwendige Dressuren. Auf der untersten Ebene beginnt man mit Eseln, die zwar störrisch sind aber ebenso gelehrig wie Pferde. 
Gehöfte bemühen sich, die Traditionen zu erhalten, wiederzubeleben. Neben dem folkloristischen Part, mit dem das Geld verdient wird, gibt es also auch eine starke Rückbesinnung auf längst vergangene Zeiten – ohne Großgrundbesitz, ohne Kolchosen, wo die Gulyás die Cowboys waren und ein Leben in Freiheit und von Abenteuer lebten.

Donauknie
Von Budapest geht es flussaufwärts in das Donauknie. Es gilt als das neben Budapest meist besuchte Ausflugsziel Ungarns. Bei den Einheimischen ist es auch beliebte Ferienregion. Eine malerische Landschaft, die von Felsen- und Höhenzügen dominiert wird und zumeist kleine Städtchen und Dörfer beherbergt. Die Vulkanfelsen steigen teilweise bis zu 900m steil auf und es liegen bedeutsame Städte hier: Visegrád mit einem Königspalast und Szentendre, das Tourismuszentrum der Region im Rokoko- und Barockstil.

Slowakisch-ungarischer Grenzfluss
Nach dem Knie geht es gemächlich in Richtung Grenzregion. Wo der Ipoly in die Donau mündet, beginnt sie. Dort ist auch die alte Königs- und Hauptstadt Esztergom angesiedelt. Von der Donau sieht man davon jedoch nicht viel. Der Domfelsen steht zwischen Fluss und Stadt, und die riesige Kuppel dominiert weithin das Bild. Noch heute die wichtigste Basilika Ungarns und Sitz des Primas, bedeutungsvoller Ort der Ungarn und erst recht des kirchlichen Ungarn. Die Bischofskathedrale ist eine Kopie des Petersdoms in Rom und wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet.
Gegenüber, auf der anderen Donauseite ist slowakisches Gebiet. Früher gehörte es zu Ungarn. Die flussnahe Plattenbausiedlung bietet in ihrer Baufälligkeit einen harten Kontrastpunkt zum Domfelsen mit seiner Pracht. Seit 2001 spannt sich wieder eine Brücke zwischen den beiden gegenüberliegenden Städten Esztergom und Štúrovo. De ursprüngliche Brücke wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und es mutet schon kurios an, dass sie während der „sozialistischen Bruderzeit“ nicht wieder aufgebaut wurde. 
Auf halber Strecke geht es in die Slowakei auf dem Gabcikovo-Kanal. Die Donau beginnt kurz vorher zu „mäandern“. Auf ungarischer Seite sind dies viele kleine Altläufe, die eine Inselwelt bilden, die von Auwäldern und reicher Vogelwelt dominiert wird. Das Kraftwerk mit dem gleichen Kanal-Namen produziert für die Slowakei rund zehn Prozent des Strombedarfs und reguliert das Hinterland gegen Überschwemmungen. Dadurch sind die Pegelstände der Donau auch für die Schifffahrt kontrollierter. Da jedoch 75 Prozent der Donau nun durch den Kanal fließen, besteht die Gefahr, dass die Auwälder austrocknen. Es würde eine verheerende Folge für die Landschaft und die Tierwelt haben.

Bratislava
Der kleine Teil der Donau, der sich an Bratislava entlangzieht, gehört voll und ganz zur Slowakei. Bratislava heißt erst seit dem Ende des ersten Weltkrieges so. Die deutschen nannten sie Pressburg, die Ungarn gründeten sie als Pozsony, eigentlich der Name der Burganlage, die Stephan I. auf dem schon seit altersher begehrten Burgplatz anlegen ließ. Die darunter befindliche Siedlung wurde schon im 10. Jahrhundert erwähnt. Aber schon die Römer siedelten hier, später Goten und andere. Und es gab wohl auch Besiedlung vor der Römerzeit an der strategisch wichtigen Stelle und Kreuzung von Handelswegen. Mit der Eroberung großer Teile Ungarns durch die Türken wurde Pozsony Haupt- und Krönungsstadt. 
Die ursprüngliche namensgebende Burg musste im 15. Jahrhundert einem Schloss weichen, welches Maria Theresia üppig ausbauen ließ. Nach einem Brand verfiel es für rund 150 Jahre und sollte eigentlich abgerissen werden. Dem Vorhaben kam der zweite Weltkrieg in die Quere, so dass das Schloss eindeutig ein „Kriegsgewinnler“ ist. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es restauriert. 
Das heutige Erscheinungsbild der Stadt ist eng mit der Verlegung der ungarischen Hauptstadt einerseits und der Zeit Maria Theresias andererseits verbunden. Eine Hauptstadt benötigt Ministerialien – eine rege Bautätigkeit prägte das Bild und die österreichisch-ungarische Königin zog eine Menge Kultur in die Stadt, machte sie bei den Adligen populär, die sich daraufhin dort ansiedelten. 

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Über die Donau führt ein neues Wahrzeichen: die Brücke Nový Most. Ein einziger 85 m hoher Pfeiler sorgt für die Aufmerksamkeit und Einzigartigkeit der Brücke. Sie führt in die zu sozialistischen Zeiten errichtete Plattenbauten-Vorstadt. Die Hügel, die man vom Burgberg auf der anderen Seite der Donau sieht, gehören schon zu Österreich. Das sorgte unter dem Eisernen Vorhang dafür, das „Westfernsehen“ hier Gewohnheit war und viele Teile der Bevölkerung sozusagen zwangsweise deutsch lernen mussten, wenn sie etwas verstehen wollten. 
Für slowakische Verhältnisse ist die Stadt ein absolutes Schwergewicht. Nicht nur die Regierung hat hier ihren Sitz, sie ich zugleich auch wichtigste Industriemetropole und das Finanzzentrum des Landes. Die Nähe zu Österreich hat eine Sogwirkung in die gesamte Region. Nur der Tourismus hat Bratislava noch nicht so recht entdeckt, da Wien übermächtig erscheint und selbst das 200 km entfernte Budapest noch so stark strahlt, dass Bratislava kaum zu erkennen ist. Dabei hat die kleine Stadt mit fast einer halben Million Einwohnern durchaus etwas zu bieten. Das alte Rathaus zum Beispiel ist umwerfend. Daneben liegt die Ausweichresidenz des ungarischen Primas, in der Napoleon und Kaiser Franz I. Ein Friedensabkommen unterzeichneten. Von der Anlegestelle rechts an der Donau entlanglaufen und bei der ersten Brücke links hoch und man kommt zügig an alte Überreste der Stadtmauer. Der Burgberg befindet sich hinter der Brücke. Nicht alle Teile der Altstadt sind bisher saniert. Das wird jedoch nicht mehr so lange dauern. Die touristisch wichtigen Bereiche sind in einem guten Zustand. Hier tummelt sich das Leben, reihen sich Geschäfte und Gastronomie aneinander. Sehr empfehlenswert ist ein Gang durch die Hoftüren. Die Architektur der alten Innenstadt hatte üppige Höfe vorgesehen, die heutzutage oft für Gastronomie und Geschäfte genutzt werden und eine kleine Ruheoase darstellen. 
Und empfohlen wird ein Besuch eines typischen Kaffeehauses. Nicht nur durch die Nähe zu Wien und die frühere Zugehörigkeit zu Ungarn haben die ehemaligen Preßburger eine Vorliebe für Süßes und Kaffee entwickelt. Die Spezialität sind verschiedene „Preßburger Kipferl“ – Hörnchen mit Füllungen. 

Wien – Nussdorf – Klosterneuburg
Der Schiffsanleger ist außerhalb Wiens. Rechts die Mole entlang, gelangt man erst zu einer Fahrradausleih-Station und danach zu einer prächtigen Jugendstil-Schleuse. Links geht es durch den Tunnel nach Nussdorf-Zentrum. Von hier aus kann man mit der Straßenbahn nach Wien fahren. Oder einen kleinen Spaziergang durch das Winzerstädtchen unternehmen. Einige alte Bausubstanz ist erhalten. Und Plachutta bietet angeblich den besten Tafelspitz. Der Laden ist „in“ und sehr elitär. 
Wenn man sich für das Fahrrad entscheidet, gelangt man links am Ufer in das kleine Dorf Kahlenberg. Pfarrer Hellebrand schrieb 1892 über den Ort: „… es ist eigentlich ein rechtes Krähwinkelnest, wie man leicht nicht ein anderes finden wird. In der ganzen Gemeinde brennt nicht ein einziges Straßenlicht. So armselig ist es ja nicht einmal in Putzing.“ Pfarrer Jungherr hatte dann im Jahre 1900 das Glück, miterleben zu dürfen, wie der Ort Gaslicht erhielt. Kandelaber und Wandarme wurden montiert. Heute gibt es noch einen ursprünglichen und seit den 70ern des vorigen Jahrhunderts wurde neumodische Beleuchtung in alten Hüllen verpackt – per Schutzgesetz.
Der Uferweg ist gut ausgebaut und führt geradewegs nach Klosterneuburg. 

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Hier steht ein Stift. Kaiser Karl VI. Wollte ein Schloss anbauen, ganz im Stil des spanischen Escoril. Nur ein Bruchteil der geplanten Größe konnte jedoch umgesetzt werden. Von ursprünglich neun Kuppeln wurden zwei errichtet. Es mutet in dieser Ausbauform für das kleine Örtchen so schon wie Gigantismus an. Noch besser kann man diese Dimension von der Aussichtsterrasse des Kahlenberges sehen. Vielleicht muss man an dieser Stelle sagen, Glück gehabt, das es nicht umgesetzt werden konnte. Ein Schlendern durch die Gassen und Sträßchen der Altstadt ist schön, für die Klosteranlage benötigt man Zeit.
Wien ist in Ringe und Gürtel gegliedert. Der Gürtel liegt auf den Befestigungsanlagen gegen die Türken und ist heutzutage die Wichtigste Verkehrsader. Dementsprechend großstädtisch geht es hier zu. Alle vier Wiener Bahnhöfe sind Kopfbahnhöfe, die auf dem Gürtel enden. Der Ring ist nicht minder bedeutend. Früher waren es die Bastionen um die Innere Stadt, die unter Kaiser Franz Josef I. einem prächtigen Boulevard weichen mussten. Hier reihen sich Hofburg, Rathaus, Universität, Burgtheater, Parlament, Heldenplatz und die Staatsoper aneinander. Die Kärntner Straße kreuzt und führt zum Stephansdom.

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Sie ist die höchstfrequentierte Fußgängerzone Österreichs. Und das typisch Wiener Kaffee hat am Ring die Paradevertreter am Start.
Wien ist der Überdominator der Alpenrepublik und selbst im europäischen Vergleich ein absolutes Schwergewicht. Nach einer kleinen Hängeperiode definiert sich die Stadt seit den frühen 1980ern neu als Kulturmetropole. Eine vitale Szene ist entstanden und zieht magisch viele von außerhalb an. 
Den typischen Heurigen nimmt man jedoch in den umliegenden Winzerdörfern zu sich. Z.B. in Grinzing, wo schon der nuschelnde Moser in der Ecke saß und dem jungen Wein zusprach. Dazu gehören Brote mit Kren oder Lippolder und auf alle Fälle Heurigen-Musiker und natürlich gibt es den Heurigen nur während der Saison. Echte Wiener Musiker trifft man allerdings noch wenig. 

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Zu unlukrativ ist das Geschäft und die vielen Osteuropäer kriegen die echten Wiener Heurigen-Stimmungslieder nur bruchstückhaft rüber. Es ist jedoch nicht das Hauptproblem des Heurigen, wie sowohl der junge Wein als auch die Taverne, in der er ausgeschenkt wird, heißen. Die Grundstückspreise um Wien herum explodieren, viele kaufen auf, was sie kriegen können und die saisonale Abhängigkeit treibt die Heurigenstuben in das Ende. Eine Tradition droht derzeit auszusterben. Natürlich muss man nicht nach Grinzingen, denn es gibt Heurige auch vor Ort in Nussdorf oder dem nahen Kahlenbergdorf, um in unmittelbarer Nähe der Anlegestelle zu bleiben.
Schloss Schönbrunn liegt im ehemaligen Jagdgebiet. Nach dem Ende der Türkengefahr sollte hier eine Art Super-Versailles entstehen. Wegen Geldmangels wurde aus diesen hochtrabenden Plänen jedoch nur eine Miniaturversion. Doch diese reicht durchaus, um Scharen von Besuchern anzulocken. Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann sich hier auch eine Wohnung mieten. Nicht alle Teile der dafür zur Verfügung stehenden Flächen sind vergeben. 

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Die zur Besichtigung freigegebenen Räume sind auch nur ein kleiner Teil der riesigen Anlage, die früher einst tausende von Bewohnern zählte. Pflicht ist auch der Garten des Schlosses. Bemüht man sich hinter dem großen Brunnen die Stufen emporzusteigen, hat man einen grandiosen Ausblick auf das Schlossensemble und ein wenig weiter gar durch die „Höhlengrotte“ des Brunnens. Man kann hier nachempfinden, was die Baumeister damals im Kopf hatten, als sie dies alles schufen. Hier ist nichts zufällig wie es ist und die Gartenanlage streng geordnet, mit Wegen und Sichtachsen. 

Linz
Ist die drittgrößte Stadt Österreichs und von überragender Bedeutung für eine ganze Region. Auf knapp 90.000 Einwohner kommen 200.000 Arbeitsplätze. Bei lediglich drei Donaubrücken ist hier das tägliche Verkehrspendler-Chaos vorprogrammiert. Wichtigster Arbeitgeber ist das Stahlwerk. Einstmals das größte der Welt, ist es in der Krise der 1980er stark geschrumpft. Die Hafenanlagen sind immer noch gigantisch und Linz als Binnenhafen ist enorm wichtig. Kein Wunder, das bei diesen Umständen noch etwas anderes riesige Ausmaße annahm: Mauthausen, die alte beschauliche kaiserliche Zollstation, wurde im Dritten Reich zum größten österreichischen KZ und somit weltberüchtigt. Linz kann sich dabei etwas raushalten, da Mauthausen vor den Toren liegt und kontert mit einem künstlerischen Anspruch: Linz ist Bruckner-Stadt. Da man aber von einem alten Klassiker kulturell nicht leben kann, hat sich Linz mit dem Status der Kulturhauptstadt Europas 2009 einen modernen Nischenplatz geangelt. Moderne Kunst hat hier in verschiedenen Museen seinen Platz gefunden und die Architektur ist dem angelehnt. Das Museum der zeitgenössischen Kunst wird von den Linzern z.B. schweizer Schuhschachtel genannt, in Anspielung auf Aussehen und Herkunftsland des Architekten. Ansonsten ist die Stadt Barock-geprägt. Und zur Kulturmetropole wurde Linz schon um 1600 unter Kaiser Rudolf, der bedeutende Künstler um sich scharte, so dass in den Museen Werke von El Greco, Tintoretto oder auch Breughel zu sehen sind.

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Linz wurde schon sehr früh erwähnt: im Jahre 799. Schon im Mittelalter wurde es wichtigste Hafenstadt und als die Industrialisierung fahrt aufnahm, entwickelte sich die Stadt zu einem Industriestandort. Hier fuhr auch die erste Bahnlinie Österreichs. Und Hitler hatte die Stadt als „Alterssitz“ auserkoren. Geplant waren umfangreiche Umbaumaßnahmen, die an den Umbau Berlins zu Germania erinnern. 
Und weiter geht es mit Rekorden: Der Dom ist der größte Österreichs und fasst bis zu 20.000 Menschen. Er wird auch neuer Dom genannt, da er erst im späten 19. Jahrhundert begonnen wurde zu bauen und nach dem ersten Weltkrieg fertiggestellt wurde. Und im Juli findet immer das „Pflasterspektakel“ statt, das größte Straßentheaterfestival in ganz Europa.
Kepler lebte einige Zeit in Linz und schrieb hier seine „Harmonices mundi“. Auch Mozart verbrachte hier eine Zeit, die uns als „Linzer Symphonie“ überliefert ist. 
Wem dies zu viel ist, fährt vom Marktplatz mit der Pöstlingsbergbahn auf die andere Donauseite. Sie gilt als idyllische Bergbahn und steilste des Kontinents. Im Normalfall ist es eine moderne Straßenbahn, für Technikfans sind jedoch auch drei alte Vertreter noch im Dienst. Vom Hausberg der Linzer gibt es einen unvergleichlichen Ausblick, der bei gutem Wetter bis in die Alpen reicht. Oben steht eine Wallfahrtsbasilika und ein Technikmuseum wartet auf Besucher.
Aber es empfiehlt sich auch ein Spaziergang zur Burg bzw. Schloss. Die Anlage thront auf einem Berg an der Donau direkt am Schiffsanleger. Von er alten Burg ist nicht mehr sehr viel übrig geblieben, sie wurde in der Renaissance umgebaut und wirkt eher schlicht. Ein Flügel fehlte, den man in neuerer Zeit als architektonischen Gegenpol zur Anlage anbaute. Heiß diskutiert. Besucherverkehr ist hier schon stark eingeschränkt und wenn man sich dann weiter raus in die Parkanlage begibt, herrscht größtenteils Ruhe. Vom hektischen Treiben der Stadt bemerkt man hier nichts mehr. Man sitzt im Grünen, schaut auf die Donau und lässt die Seele baumeln. 
Das kann man auch in einem der Kaffees und die berühmte Linzer Torte probieren. Aber gibt es eigentlich die eine Torte? Entstanden aus einem Mandelkuchen, gab es schon vor über 300 Jahren verschiedene Rezepturen. 

Passau
Hier steht einer der größten barocken Dome nördlich der Alpen zwischen Inn und Donau auf der höchsten Inselerhebung. Mehrere Orgeln wurden eingebaut, die Anfang des 20. Jahrhunderts zur größten Kirchenorgel der Welt wurden. Unter der Woche finden regelmäßig gegen 12.00 Uhr Konzerte statt.
Von dieser barocken Pracht ist die gesamte Stadt geprägt. Ein Streifzug durch die Altstadt bietet einen Anblick nach dem anderen. Dies ist italienischen Architekten geschuldet, die nach dem großen Stadtbrand im 17. Jahrhundert die Stadt quasi neu erschufen. 
Die Mühe eines Aufstiegs ist die Veste Oberhaus allemal wert. Sie ist eine der größten erhaltenen Anlagen ihrer Art in ganz Europa. Es gibt in der alten Burg ein Museum für regionale Geschichte. Der Ausblick ist grandios. Man kann an der Wehranlage deutlich ablesen, wie strategisch günstig die Anlage errichtet wurde. Allerdings waren die Passauer unter dem bischöflichen Fürsten nicht sonderlich wehrhaft. Als die Bayern die Stadt eroberten, beklagte sich der General, auf keinen Widerstand gestoßen zu sein. Jahrzehnte zuvor hatten schon die bischöflichen Truppen ihren Dienst im Ernstfall verweigert, da sie kurzerhand alle krank gefeiert haben. Passau war neben dem Bischofssitz auch eine reiche Handelsstadt und galt als „bayrisches Venedig“. Kein Wunder, wenn man am Zusammenfluss von drei wichtigen Flüssen sich ansiedelt. 
Die Römer hatten hier schon ein Kastell errichtet, von dem sich dann der Name der Stadt ableitete. Es war jedoch die spätrömische Zeit und das römische Fort nicht lange in Betrieb, bevor es wieder aufgegeben wurde. 
Auf der anderen Seite kann man aufwärts nach Maria Hilf pilgern, einer Wallfahrtskirche.


Weitere Informationen bei:

Transocean Kreuzfahrten GmbH & Co. KG
Stavendamm 22 
28195 Bremen
Tel.: 0421/33 36-0
Fax: 0421/33 36-100


Text:
Otger Jeske

Fotos:
Matthias Dikert & Otger Jeske