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Nilkreuzfahrt von Luxor nach Assuan vom 27.9. bis 4.10.2013

Mit dem ägyptischen Fremdenverkehrsamt und der Botschaft flogen wir nach Luxor, um uns selbst ein Bild über die derzeitige Lage zu machen. 

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Gegen 22.45 Uhr kamen wir mit dem Flugzeug in Luxor an, wurden von der einheimischen Bevölkerung und dem Tour Operator Quest Travel freundlich mit Musik und Tanz begrüßt und fuhren mit dem Bus ins zentral gelegene Deluxe-Hotel „Sonesta St. George Luxor Hotel“, wo ein üppiges Nachtmahl auf uns wartete. Das „Sonesta St.George Luxor Hotel“ ist ein 5-Sterne Haus im luxuriösen Stil. Zur Hotelausstattung gehören ein Restaurant, Außenpool, Wellnessbereich und Poolbar. Das Gebäude besitzt 9 Stockwerke und hat 328 gut eingerichtete klimatisierte Zimmer mit Blick auf die Stadt, den Fluß Nil, oder den Pool. 

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Nach dem Essen ging es gleich ins Bett, da am nächsten Tag der erste Tempelbesuch des Luxor-Tempels anstand. Luxor, unter den Griechen Theben, ist eine der großartigsten Städte der Welt, mit dem erstaunlichsten Freilichtmuseum unseres Planeten, wo auf wenigen Kilometern Fläche ein Drittel aller bekannten Altertümer zu sehen ist. Hier errichteten die Pharaonen ihre großen königlichen Denkmäler, die Tausende von Jahren überstanden haben und immer noch sehr gut erhalten sind. Auf dem rechten Ufer des Nils wurden die wichtigsten Tempel und königlichen Plätze errichtet, während am linken Ufer im Tal der untergehenden Sonne die Gräber und Totentempel zu bestaunen sind. Der Luxor-Tempel stammt aus der Zeit Amenophis II und Ramses II und ist dem Gott Amun-Re und seiner Gemahlin Mut gewidmet. Der ganze Tempel ist eine glorreiche Darstellung der Pharaonen der Macht. Der Tempel ist über 3000 Jahre alt und wirkt am schönsten, wenn er abends erleuchtet ist. Das Erste, was man im Tempel sieht, ist eine riesige Fassade, die über 20 m hoch ist und sich Pylon nennt. Davor steht einer der beiden 25 m hohen Granit Obelisken, der andere befindet sich auf dem Platz de la Concorde in Paris. Im Tempel bestaunen wir Denkmäler aus 3 Religionen, den Tempel von Alt Ägypten, die Reste einer Kirche und die darüber gebaute Moschee. 

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Im Tempelinneren blickt man auf Vorhöfe, Säulen und eindrucksvolle Kolonnaden, wie auf die 100 m lange Säulenstraße mit Papyrusbündelsäulen und geschlossenem Kapitell. Dazwischen erkennt man viele Inschriften, Szenen aus dem alten Ägypten und selbst römische Fresken, die teilweise uralte Hieroglyphen verdecken. – An der Außenmauer des Pylons ist die Schlacht Ramses des II. gegen die Hethiter eingemeißelt. Ramses prescht im Streitwagen in die Mitte seiner Feinde und vernichtet sie, oder schlägt sie in die Flucht.
Nach dem interessanten Besuch gab es ein „Welcome-Dinner“ in historischer Kulisse vor dem Luxor-Tempel, das die Küchenmannschaft des Sonesta-Hotels ausgerichtet hat.
Als Entree kam gegrillter Lachs mit Aprikosenbutter in den Mund. Danach folgten Hühnerstückchen mit Broccoli und Möhren, bis schließlich das Marsala Rinderfilet mit einer Pilzsauce frischen Karotten und saisonalem Gemüse im Gaumen verschwand. Abgerundet wurde der Schmaus mit frischen Fruchtscheiben und einer Tasse Kaffee bzw. Tee.
Am nächsten Tag mussten wir rechtzeitig aufstehen, um in den Vormittagsstunden im Tempel von Hatschepsut und im Tal der Könige zu sein. Der Ausflug führte vom Hotel mit einem kleinen Motorboot nach Theben West auf die andere Seite des Nils. Ein Bus stand zur Weiterfahrt da und brachte die Reisegruppe zum Tempel der Hatschepsut.

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Kurz zuvor an der Schwelle zur Nekropole wachen 2 große 18 Meter hohe Memnon Kolosse mit einem Gewicht von 1 000 Tonnen über dieses Gebiet. Der Hatschepsut Tempel ist einer der schönsten Tempel des alten Ägypten. Er befindet sich in „Deir el-Bahari“ an der Spitze des Tales unter dem Gipfel des Berges el Qurn. Unterhalb des Felsens erstreckt sich der aus feinem Kalkstein erbaute Terrassentempel über drei Ebenen. Vom Vorhof des Hatschepsut Totentempels führt eine angelegte Rampe zur erstenTerrasse, die von 2 gewaltigen Statuen flankiert wurde. Hier gab es die Punthalle mit Wandmalereien einer Handelsexpedition der Hatschepsut nach Somaliland sowie die Geburtshalle mit Darstellungen ihrer göttlichen Geburt und die Anubiskapelle. Auf der 2. Terrasse befinden sich 26 zum Teil bis heute sehr gut erhaltene Statuen der Hatschepsut, die fast ein halbes Jahrhundert als Pharaonin regierte, der Kultraum des Amun der Königin, sowie der Kulthof, in dem der Sonnengottheit gehuldigt wurde. Die nächste Rampe führte auf die obere Terrasse zu einem Säulenhof. 

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Der Tempel ist 3500 Jahre alt, war zum größten Teil zerstört, wurde aber wieder aufgebaut. Die Gemälde und Reliefs an den Wänden und Säulen sind eindrucksvoll und weisen viel ihrer Originalfarbgebung auf. Zur Zeit Hatschepsuts durften nur Männer regieren, durch eine erfundene Geschichte konnte sie dann selbst das Zepter in die Hand nehmen. Sie gab an, das ihre Mutter im Schlaf von Gott Amun besucht und später schwanger wurde. Sie als die Tochter von Amun hatte göttliches Blut und durfte nun regieren. Aber trotzdem hatte sie sich niemals als Frau dargestellt, immer als Mann, in Krieger Schurz und sogar mit Bart. Der Totenkult und die lebenslange Vorbereitung auf das Jenseits standen im Mittelpunkt der ägyptischen Religion. Die Gräber für die Pharaonen wurden im Tal der Könige geschaffen, Königinnen fanden ihre Ruhestätte im Tal der Königinnen und berühmte Staatsmänner wurden im Tal der Adligen begraben. 

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Dort wo sich die Sanddünen bis zum Nilufer und den hohen Bergen erstrecken, haben die Pharaonen zu Lebzeiten tief im felsigen Erdboden aufwendige Grabstätten errichten lassen. Sie glauben an ein Leben nach dem Tod und ließen sich mit ihren Besitztümern beerdigen. Im Tal der Könige gibt es über 60 Gräber. Vom Informationszentrum fahren wir zum ersten Grab mit einer kleinen Bimmelbahn, um uns vor der prallen Sonne zu schützen. Das Grab von dem jungen König Tutanchamun ist das letzte Grab, das der englische Archäologe Carter im Jahre 1922 gefunden, nachdem er 5 Jahre lang gesucht hatte. Kostbarkeiten aus Gold und Elfenbein kamen ihm entgegen, der Leichnam war in mehrere ineinander geschaltete Särge gebettet, von denen einige aus Massivgold, andere aus Holz mit Goldauflage waren. Diese Schmuckstücke, sowie kleine Sarkophage für seine Organe z.B .und die berühmte goldene Totenmaske befinden sich im Ägyptischen Museum in Kairo. Das Grab ist heute eher schmucklos und leer, während die Gräber von Ramses I, V und VI reich geschmückt und mit farbenfrohen Wandbildern und Hieroglyphen verziert sind. Auch das Grab von Ramses III fasziniert, da im Inneren Zeichnungen von Musikern gefunden wurden. Es ist kaum zu glauben, dass nach über 3000 Jahren tief unter der Erde die Farben gelb, orange und rot mit einer solchen Intensität den Besucher anstrahlen.
Am Abend sind wir im Maritim jolie ville Luxor Hotel auf einer kleinen privaten Insel im Nil zu einer Cocktail Party mit Abendessen eingeladen und fahren mit dem Motorboot dorthin.

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Der Generalmanager Urs Umbricht zeigt uns, dass 660 000 Quadrat Meter große Gelände nahe Luxor mit seltenen Pflanzen- und Vogelarten und lädt uns zu einem interessanten Erkundungsspaziergang ein. Das Resort besteht auch einer großen Lobby mit Rezeption, verschiedenen Restaurants und Bars, einem modernen Spa-Beauty- und Fitnesscenter, 31 ein- und zweistöckigen Bungalows mit insgesamt 650 Zimmern, sowie 3 privaten Luxus Villen. Die sehr gepflegten Gartenanlagen mit den 3 tollen Pools und der sensationellen Sicht auf den Nil bereichern das Areal. Neben vielen Sportmöglichkeiten wie Tennis, Fußball oder Golf, bietet die familienfreundliche Hotelanlage für die jüngsten Gäste einen „Kids Club“, Planschbecken, Spielplatz und sogar einen kleinen Streichelzoo. Die Insel ist mit dem Festland durch eine Brücke verbunden und vor allem ideal für alle Ruhe- und Erholungssuchenden, Geschichtsinteressierten, Pauschal- und Gruppenreisenden und Familien mit Kindern.
Das Abendessen begann mit einem Meeresfrüchtesalat. Daran schloss sich eine Linsensuppe an. Weiter ging es mit gegrillten Shrimps und sautiertem Spinat mit Safranreis und Zitronenbutter. Zum Hauptgericht wurde Hühnerbrust mit Pilzsoße und Röstkartoffeln gereicht. Und als Nachtisch brachte das Tiramisu den krönenden Abschluss. Das Essen schmeckte ausgezeichnet und die erlesenen Weine passten hervorragend dazu. Alles in allem war es ein gelungener Abend und ich kann diese Anlage besten Gewissens weiter empfehlen, zumal wir uns wohl, sicher und gut aufgehoben fühlten.
Eine besondere Ausstrahlung hat auch die Karnak- Tempelanlage, die man sich unbedingt ansehen muss.

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Auch wir kamen nicht daran vorbei, sondern waren beeindruckt von der Größe dieser Anlage, die über einen Zeitraum von 2000 Jahren errichtet wurde. Viele Pharaonen haben daran gebaut und diese weitläufige antike religiöse Stätte geschaffen, um ihre Liebe dem Gott Amun zu zeigen. Das ersten was man sieht, sind so genannte Pylone einer riesigen Fassade, die auf jeder Seite 4 Nischen aufweisen, die damals für die Flaggenmasten gebraucht wurden, die den Tempel dekoriert hatten. Vor der Fassade wird die Zugangstraße beidseitig von Stauen gesäumt, die als Widderallee bekannt ist. Die Figuren bestehen aus dem Löwenleib und dem Widderkopf. Widder war das tierische Symbol von Gott Amun und die Skulpturen sind teilweise noch sehr gut erhalten. Im Innern der Karnak- Tempel zieht einen zuerst die Kolossal Statue von Ramses II in ihren Bann. Weiter fasziniert eine riesige Säulenhalle den Besucher. 134 gewaltige Säulen, zum Teil bis 23 Meter hoch symbolisieren den Reichtum Ägyptens und den Papyrusgarten der Gottheit Amun. In der Mitte stehen Sandsteinsäulen mit offen Kapitellen nach Papyrus und die anderen unter dem Dach mit geschlossenen Kapitellen. In der dicht bebauten Anlage fallen auch 2 Obelisken ins Auge. Einer liegt auf der Erde und der andere schaut 29 Meter hoch in den Himmel, wiegt 325 Tonnen, ist aus einem massiven Steinstück gearbeitet und wird der Königin Hatschepsut zugeschrieben. Am Ende der Tempelanlage ziert ein heiliger See dieses Gebiet und ein überdimensionaler Skarabäus aus Stein, muss man dreimal umrunden und einen Wunsch äußern, der dann in Erfüllung gehen soll.
Nach diesem Erlebnis ging unsere Reise zur MS „Farah“ mit der wir die nächsten Tage eine Nilkreuzfahrt machten und in Richtung Assuan steuerten.

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Unser Zuhause war jetzt ein 72 Meter langes Schiff mit 14, 20 Metern Breite, 11,30 Meter Höhe und einem Tiefgang von 1,50 Metern. Der Luxusliner hatte 5 Decks mit 62 Kabinen. 24 Kabinen, 2 königliche Suiten, Fitnessraum, Dampfbad und Sauna sowie Massageraum befanden sich auf Deck I. Das zweite Deck beherbergte 26 Kabinen, eine Bibliothek und einen Bazar- Verkaufsraum. Die Lobby, eine Lounge Bar und 6 Kabinen gehörten zum Hauptdeck, und im Unterdeck gab es das Restaurant und noch 4 Kabinen. Auf dem Sonnendeck befanden sich ein Pool, ein Barbecue Buffet und eine Pool Bar. Zu den Angeboten zählen 4 bzw. 5 oder auch 8 tägige Nilkreuzfahrten ab Luxor nach Assuan oder auch umgekehrt.
Die Kabinen sind luxuriös mit Klimaanlage, zwei Betten mit handgefertigter Bettwäsche, einem großen Fenster, Bad mit Dusche und WC sowie einem Flachbildfernseher ausgestattet. Die Mahlzeiten zum Frühstück und Mittag werden als Buffet angeboten während das Abendessen a la Carte serviert wird. Nachmittags gibt es noch eine Tea Time, wo man Kuchen und Kekse als Zwischensnack mit Kaffee oder Tee genießen kann.
Die Besatzung ist rund um die Uhr für die Passagiere da und bemüht, den Gästen jeden Wunsch zu erfüllen.
Unsere „Farah“ fährt im gemäßigten Tempo den Nil entlang, der von der Südgrenze bis zur Mittelmeerküste durch ganz Ägypten fließt. 

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Rechts und links des Flusses erstreckt sich das fruchtbare Niltal mit der dahinter liegenden Wüste. Die Fahrt vorbei an historischen einfachen Lehmdörfern, grasenden Kamelen, badenden Büffeln, blütenreicher Fauna, endlosen Sanddünen und spielenden Kindern schärft den Blick und schafft unvergessliche Stunden, nicht zu vergessen der Sonnenuntergang, der einmalig schön ist. Nachdem wir die Schleuse in Esna verlassen haben erreichen wir gegen Abend Edfu. Unser erster Landausflug beginnt. Wir fahren 20 Minuten lang mit einer Pferdekutsche zum Horus-Tempel in Edfu, dem best erhaltenen Heiligtum in Ägypten, ca. 2000 Jahre alt, und in der ptolemäischen Zeit entstanden. Die Tempelanlage in Edfu besitzt den zweitgrößten Pylon mit 64 Meter Breite und 36 Meter Höhe, auf dem der Pharao mit seiner schwingenden Keule zu sehen ist. 

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Vor dem ersten Pylon stehen links und rechts zwei Falken aus Granit, die Gott Horus gelten, der in Edfu sehr verehrt wird. Kommt man in den großen Säulenhof, ist man von 32 Säulen umgeben. Die Innenseite der Pylonen ist natürlich mit klassischen Motiven dekoriert und zeigt den König auf dem Gang zum Tempel. Die Vorhalle wird durch 6 Säulen vom Hof getrennt und die Decke wird von mehreren mächtigen Säulen mit Blumenkapitellen getragen. In der dahinter liegenden kleineren Säulenhalle stehen wieder Säulen mit Blumenkapitellen, die von unten bis oben mit geritzten Reliefs verziert sind. Die Seitenwände des Tempels sind ebenso reich mit Reliefs versehen, die Prozessionen des Königs zeigen, bei der die Feinde als Krokodile und Flusspferde dargestellt sind. Und im Allerheiligsten steht ein Granitaltar, der angeblich aus einem früheren Tempel stammt. Bei der anschließenden Sound- und Lichtschau wird auf den ehrwürdigen Mauern der alten Tempelanlage, Horus, König von Ober- und Unterägypten und Sohn von Isis und Totengott Osiris in den höchsten Tönen gelobt und verehrt.
Auf dem weiteren Schiffsweg nach Assuan kommen wir an dem Städtchen Kom Ombo vorbei. 

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Der Doppeltempel des krokodilköpfigen Gottes Sobek und des Falkengottes Haroeis, der im 2. Jahrhundert vor Christus gebaut wurde, macht einen Stopp unausweichlich. Sobek und Horus als Sohn des Re waren einst verfeindete Brüder, die sich später versöhnten und zwei miteinander verbundene Tempel teilten. Pylon, Hof und Säulenhalle gehörte ihnen gemeinsam, erst ab dem Säulensaal beginnt die Ausprägung zweier Achsen, die sich bis zu den beiden Allerheiligsten fortsetzt. Auf der rechten Seite wurde Gott Sobek verehrt und auf der linken Seite Gott Haroeis. Gut erhalten sind im wesentlichen Teile der mächtigen Vorhalle und des Säulensaals. Die Reliefs des äußeren Tempelumgangs sind ebenfalls sehr gut zu erkennen. Man sieht wunderschöne Darstellungen, wie die Krönung des Königs, oder die Taufe und auch beispielsweise eine Liste von chirurgischen Instrumenten, die damals in Ägypten gebraucht wurden. Wenn man sich auch noch mumifizierte Krokodile anschauen möchte, dann sollte man demÄgyptischen Museum von Kom Ombo einen Besuch abstatten, um solche Tiere darin zu bewundern.
Gleich neben der Tempelanlage gibt es eine nette Cafeteria in einem arabischen Zelt, wo wir einkehren, eine Tasse Kaffee trinken, oder eine traditionelle Wasserpfeife probieren, um das Gesehene in aller Ruhe zu verarbeiten.
Zurück an Bord fährt unser Kreuzfahrtschiff die letzten Kilometer bis nach Assuan. Wir legen am bebauten Ostufer an, davor sind 2 Inseln und auf der gegenüberliegenden Seite reichen die kargen Sanddünen bis ans Nilufer, wo es nur eine Handvoll Bauten gibt, wie das Simeonskloster und das Aga Khan Mausoleum. Die große vor uns liegende Kitchener-Insel mit vielen exotischen Pflanzen ist ein besonderes malerisches Fleckchen am Nil, wo man so richtig relaxen kann. Die Insel Elephantine reicht zurück bis in die Antike und markierte die südliche Grenze mit Nubien. Sie fungierte als Festung und hatte die Stadt zu verteidigen. Auf der Insel finden sich überall Spuren früherer Zeiten, so auch die Überreste eines Tempels aus dem Alten Reich.
Unser Landgang führte uns zuerst zu einem Papyrusinstitut, wo wir erfuhren, wie Papyrus hergestellt wird.

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Aus einer hohen Pflanze wird ein Stück aus der Mitte herausgenommen und in Streifen geschnitten. Die in Wasser gelegten Streifen werden vorher flach gerollt und dann waagerecht und senkrecht aneinander gelegt. Das nasse Papyrusblatt kommt schließlich nach ein bis zwei Wochen aus dem Wasser heraus und wird zwischen 2 Matten gelegt und eine Woche lang gepresst. Die Prozedur ist beendet und das Papyrus kann bemalt oder beschrieben werden. Im Institut konnte man dann handbemalte Bilder von hoher Qualität kaufen, sie eigens beschriften lassen, ohne von Verkäufern bedrängt zu werden.
Nach diesem interessanten Besuch wartete am Hafen eine Feluke, ein traditionelles Holzsegelboot auf uns, um über die einstigen Stromschnellen vorbei an den vorgelagerten Inseln das historische „Old Cataract Hotel“ zu erreichen.

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Dieses Luxushotel im orientalisierenden Kolonialstil wurde durch den herrlichen Anblick und seine berühmten Gäste, wie Winston Churchill, Francois Mitterrand und Agatha Christie bekannt. Diese Kriminalautorin soll hier den berühmten Roman „Tod auf dem Nil“ geschrieben haben, der später auch an Originalschauplätzen verfilmt wurde. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde 2011 nach gründlicher Renovierung wiedereröffnet, gehört dem ägyptischen Staat, wird von der französischen Sofitel-Gruppe verwaltet und hat den moscheenartigen Kuppelbau des Restaurants und den berühmten Terrassenblick behalten. Wir konnten uns einige Zimmer anschauen und dann auch bei einer Tasse Tee mit etwas Gebäck den Blick auf den Nil und die Elephantine Insel auskosten.
Bevor wir später mit der Feluke zum Philae Tempel fuhren, wurden wir beim Übersetzen auf die Insel von einer Musik – und Tanzgruppe herzlich willkommen geheißen. 

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Der Philae Tempel war der letzte Tempel, der nach dem Christentum in Ägypten in Betrieb war. Das Hauptgebäude der Tempelanlage ist der Göttin Isis geweiht. Isis galt den Ägyptern als Göttin der Liebe, als Meergöttin, als Gottesmutter, Mutter der Sonne, Königin des westlichen Himmels, sowie als Zauberreiche, da sie sich in ihrer Beziehung zu Horus und Osiris der Zauberei bediente. Der Legende nach hat sie das Herz ihres Mannes Osiris auf der Insel gefunden, nachdem ihn sein Bruder Seth umgebracht, zerstückelt und im ganzen Land verstreut hatte. Als es Isis mit Hilfe ihrer Schwester Nephthys gelang fast alle Körperteile wieder einzusammeln setzte sie den Leichnam wieder zusammen. Osiris wollte aber nicht mehr unter den Lebenden weilen, sondern entschied sich fürs Jenseits. Trotzdem wurde Isis schwanger und brachte Horus zur Welt. – Um den großen Isis Tempel herum befinden sich weitere kleinere Bauwerke und Tempel, die die jeweiligen regierenden Könige während ihrer Amtszeit konstruieren ließen. In der ptolemäischen Epoche wurden die beiden Tempelpylonen, der Vorhof am Horus-Geburtshaus (Mammisi) und der riesige Säulensaal des Isis Tempels erbaut. Im Mammisi schildern Reliefs die Geburt Horus und seine Kindheit in den Sümpfen des Nildeltas, bevor er den Kampf gegen seinen Onkel Seth fortsetzte. Isis selbst wurde weiterhin als Göttin der Fruchtbarkeit, sowie als Herrin der Überschwemmung verehrt. Das wird auch deutlich in der einstündigen Ton- und Lichtschau, die an verschiedenen Stationen des Tempelkomplexes sogar in Deutsch gezeigt wurde.
Nachdem der erste Assuan – Staudamm im Jahre 1902 gebaut wurde, hatte sich das Wasser des Nils bis zu den Kapitellen an den Säulen gestaut. Als schließlich der zweite Damm gebaut werden sollte, drohte die Tempelanlage in den Fluten zu versinken. Durch den Aufruf der UNESCO haben viele Länder geholfen den Tempel abzubauen, um ihn an einer höheren wieder zu errichten. Die Steine wurden numeriert, zerlegt und originalgetreu wieder aufgebaut.
Am 3. Oktober fuhren wir mit dem Bus über den großen 2. Assuan – Staudamm, der in den 70 – iger Jahren erschaffen wurde, 111 m hoch ist und bis 167 Mrd. Kubikmeter Wasser staut. Der Bau war wichtig, um die Wassermassen des Nils beim Hochwasser zu regulieren. Außerdem wird hier jährlich 10 bis 13 Prozent Elektrizität erzeugt. Um das Land Ägypten zu versorgen. Hinter dem Damm ist ein 6000 Quadratkilometer riesiger Nasserseeentstanden, der zwischen Ägypten und Sudan 550 Kilometer lang ist. 

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Auf dem Stausee verkehren auch Kreuzfahrtschiffe, die in mehreren Tagen von Assuan nach Abu Simbel fahren. Die beiden prachtvollen Felsentempel wurden im 13. Jahrhdt. vor Christus in die Bergwand gemeißelt, sind den damaligen Gottheiten geweiht und entstanden zu Ehren des Pharaos Ramses II und seiner Gemahlin Nefertari.
Gegen 10.30 Uhr begrüßten uns afrikanische Tänzer und Musiker vor dem Motorschiff „African Dreams“ und der Eigner bat uns bei einer kleinen Rundfahrt sein Schiff kennenzulernen und die Landschaft um den Nassersee mit seinen historischen Bauten zu genießen.
Am Abend waren wir vom Assuan-Gouverneur Mostafa Yousry zum Essen ins „Möwenpick Hotel“ eingeladen. 

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Zuvor drückte Hans-Peter Gaul vom Vorstand des CTOUR-Journalistenclubs Berlin-Brandenburg, im Namen der Journalisten den Verantwortlichen seinen Dank für die interessante Nilkreuzfahrt aus und wünschte dem Ägypten-Tourismus Erfolg zum Wohle der Menschen im traditionsreichen Land der Pharaonen. Danach bedankte sich auch der Gouverneur persönlich für unseren Besuch und überreichte uns als Anerkennung ein Papyrusbild, sowie eine Ehrenmedaille der Stadt Assuan in Gold. – Das köstliche Mahl in der 12.Etage des Turmrestaurants war vorzüglich und schmeckte bei einem Rundumblick auf die Stadt ausgezeichnet. 
Am nächsten Tag endete schließlich unsere Rundreise mit dem Rückflug nach Kairo und später Berlin.

Während der ganzen Reise habe wir uns stets sicher gefühlt und hoffen, dass die Touristen bald wieder zurück kehren ins dieses schöne und geheimnisvolle Land der Pharaonen

Weitere Informationen bei:

Ägyptisches Fremdenverkehrsamt in Deutschland

Kurfürstendamm 151

10709 Berlin

Tel.: +49-(0)30-65 000-401 

Fax: +49-(0)30-65 000-150 



Sonesta St. George Hotel Luxor

Comiche El Nile Street

Luxor, Egypt

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Text:

Peter Marquardt

Fotos:

Matthias Dikert