Als die Royals aus Hannover kamen

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Als die Royals aus Hannover kamen und Herrscher auf Englands Thron wurden von 1714 – 1837

Hannover ist in diesen Tagen eine extra Reise wert, denn aktuell können Besucher auf den Spuren der englischen Thronherrscher /Innen aus Hannover wandeln.

Wir besuchten das Landesmuseum Hannover und schauten uns die Niedersächsische Landesausstellung 2014 mit dem Thema: “Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714 – 1834“, an. Eröffnung war am 17.5. 2014 und gefeiert wird das 300-jährige Jubiläum der Personalunion noch bis zum 5. Oktober diesen Jahres.
123 Jahre lang waren Hannover und Großbritannien durch einen Herrscher miteinander verbunden. Wie konnten die Kurfürsten aus Hannover zu Königen eines Weltreiches werden? Und wie wirkte sich diese Herrschaftskonstellation auf das kulturelle und höfische Leben beider Reiche aus?
Fünf Schlösser und Museen in Hannover und Celle geben Antworten und faszinierende Einblicke in dieses bedeutende Kapitel europäischer Geschichte.
Auf rund 2000 Quadratmetern werden fast 1000 kostbare Exponate, darunter allein 30 aus dem Besitz der Königin Elisabeth II. Es ist die größte Ausleihe aus dem britischen Königshaus, die jemals außer Landes gegeben wurde. Zu den Glanzstücken zählt die Staatskrone Georgs I. Weitere hochkarätige Leihgaben aus insgesamt 145 internationalen Museen und Sammlungen vermitteln ein vielschichtiges Bild des historisch und kulturell bedeutenden georgianischen Zeitalters. Ein zentrales Anliegen der Ausstellung ist es, die Auswirkungen der Personalunion auf allen Gebieten der Kunst, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft zu zeigen und ein deutlicher Akzent liegt auf dem Austausch zwischen den beiden staatsrechtlich getrennten, aber in der Person des Herrschers vereinten Territorien. Den Besucher empfängt eine farblich zweigeteilte Ausstellung. Auf der blauen Seite werden die britischen Entwicklungen dargestellt, in der niedersächsischen Landesfarbe Rot die Themen, die mit Hannover zusammenhängen. Die chronologische Gliederung der Ausstellung wird durch in Weiß gehaltene Themen unterbrochen, die sich bestimmten Phänomenen der Personalunion zeitübergreifend widmen.
Ab hier beginnt Cornelia Scodock die 90-minütige Führung mit der Vorgeschichte der Personalunion. Dann leitet sie uns durch einzelne Räume und stellt uns nacheinander die Herrscher Georg I bis IV vor und beendet die Ausstellung mit einem Blick auf König Wilhelm IV.

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Auf der roten Seite bietet die Schau einen Blick auf das Kurfürstentum Hannover vor der Personalunion sowie auf Kurfürstin Sophie und „ihr“ Herrenhausen. Auf der Gegenseite ist die Thronfolge das beherrschende Thema. Hier ist die Prachturkunde des wegweisenden „Act of Settlement“ zu bewundern, mit dem das britische Parlament 1701 Kurfürstin Sophie und ihre Erben als protestantische Thronfolger bestimmte. Da die Frage der Konfession die wichtigste Voraussetzung der englischen Thronfolgeregelung war, ist ihr die erste Themeninsel gewidmet. Gottfried Wilhelm Leibniz, ein Vertrauter der Kurfürstin, ist der Akteur dieses Ausstellungsteils. Am Ende des Raumes ist die berühmte Medaille aus dem Jahr 1714 zu sehen, auf der das Welfenross nach England springt.
Ein Porträt von Georg I. (Sophies ältestem Sohn) verwaist im Krönungsornat schon auf den nächsten Raum, in dem gleich zu Beginn die Königskrone des ersten Welfen auf den englischen Thron zu bewundern ist. Daneben werden zentrale Themen des Regierungsantritts präsentiert: die Verwaltung, der Hofstaat, die Bündnispolitik und die Reisen nach Hannover, die Georg zunächst vom britischen Parlament untersagt waren. Die Sprache des Deutschen auf dem britischen Thron spielte auch eine große Rolle. Es wurde nicht nur auf die Probleme des Spracherwerbs hingewiesen, sondern auch auf die Herausforderungen, denen sich Großbritannien im Handel mit außereuropäischen Regionen stellen musste. Als Beteiligter tritt Jonathan Swift auf, dessen berühmtes Buch „Gullivers Reisen“ eine scharfe politische Satire auf die Zeit des Regierungsantritts Georg I. war.
Die Herrschaft seines Sohnes Georg II. war geprägt von kriegerischen Auseinandersetzungen. Als Kontrast wirken hier die prachtvollen Silbermöbel, die für Georgs Hofkultur stehen, eine Leihgabe des Hauses Hannover.
Eine wegweisende Aktion Georgs II. war die Gründung der Universität Göttingen und das Wirken des Musikers Georg Friedrich Händels am Londoner Hof. Caroline von Brandenburg-Ansbach, war eine überaus gebildete Gattin Georgs II., die ihren Mann sehr unterstützte und mit einem großartigen Porträt des Hofmalers Jervas vorgestellt wird. Das Niedersachsen und Großbritannien verbindende Thema „Pferde“ zeigt den Weg vom britischen Vollblüter bis zur Züchtung der Hannoveraner.
Die Zeit Georgs III. wird als Epoche der großen Entdeckungen und wachsenden Verbindungen präsentiert. Höhepunkt ist der „Goldene Brief“ aus der Gottfried W.Leibniz Bibliothek, ein ehemaliges Symbol für die internationalen Beziehungen Großbritanniens wie auch für den Austausch von Dokumenten zwischen London und Hannover 
Die Geschwister Wilhelm und Caroline Herschel zogen extra nach England, unternahmen weitere astronomische Forschungen und entdeckten dort den Uranus, der ursprünglich Georgstern hieß. Vom König erhielt auch Caroline eine Anstellung als Gehilfin ihres Bruders mit einem Gehalt von 50 Pfund im Jahr.
Reisen erlangte in der Zeit der Personalunion eine immer größere Bedeutung, die Forschungs- und Bildungsreisen nahmen zu. Georg Forster, ein deutscher Naturforscher, nahm an der 2. Weltumsegelung James Cooks teil und brachte wichtige Exponate und Forschungsergebnisse aus der Südsee mit. Diese fanden dank persönlicher Kontakte zwischen Königreich und Kurfürstentum ihren Weg an die Göttinger Uni, wo sie noch heute zur Sammlung im Ethnologischen Institut gehören.
Das Ende der Regierungszeit Georgs III. war jedoch geprägt durch den Kampf mit Napoleon, dessen Truppen Hannover besetzten.
Der vorletzte Raum der Ausstellung im Landesmuseum präsentiert den Prinzregenten und späteren König Georg IV. Im Mittelpunkt stehen sein Repräsentationsbedürfnis und sein Wirken als König.
Privat zu verreisen war auch ein Privileg des Adels. Das Hauptfortbewegungsmittel der damaligen Zeit war die Kutsche. Die prunkvolle Kutsche, mit der Georg IV. 1821 bei seinem Besuch durch Hannover fuhr, steht im Historischen Museum und veranschaulicht die personelle Verbindung zwischen Großbritannien und Hannover. Mit Wilhelm IV. endet die Ausstellung. Erst mit 65 Jahren trat König Wilhelm IV. die Regierung an. Als König besuchte er das Königreich Hannover nicht mehr. Während seiner Amtszeit kam es in Großbritannien zum Erlass verschiedener liberaler Gesetze. Mit dem Tod von Wilhelm IV. endete die 123-jährige Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien. In Großbritannien erbte seine Nichte Victoria die Krone, in Hannover bestieg sein jüngerer Bruder Ernst August den Thron.
Nach einer ausgiebigen Stärkung führte uns der nächste Besuch in die Herrenhäuser Gärten. Wegen der Schützenumzüge in der Stadt war es für uns günstiger mit den Tramlinien 4 oder 5 zu fahren, die vom Hauptbahnhof bis zu den Herrenhäuser Gärten etwa 15 Minuten brauchten.
Die Ausstellung im Museum des wiederaufgebauten Schlosses Herrenhausen präsentiert im östlichen Museumsflügel die Vorgeschichte der Personalunion- die Machtpolitik des Kurfürsten Ernst August und seine Ehe mit Sophie von der Pfalz- sowie bedeutende Aspekte höfischer Repräsentationspolitik um 1700.

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Im Westflügel des Schlosses werden erstmals seit fast 200 Jahren Glanzstücke der berühmten Wallmoden-Sammlung zusammengeführt. Der Reichsgraf und Kunstsammler Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn war ein unehelicher Sohn König Georg II. Die Sammlung, die bis zu ihrer Versteigerung und Auflösung im Jahr 1818 zu den bedeutendsten in Norddeutschland zählte, umfasste über 500 Gemälde, etwa 90 antike Skulpturen sowie weitere Kunstwerke, die heute verschollen sind. Beim Kauf wurde Wallmoden von dem Archäologen und Kunsttheoretiker Winckelmann beraten. Während die Antiken noch im Besitz des Hauses Hannover sind und sich seit 1979 als Dauerleihgabe im Archäologischen Institut der Uni Göttingen befinden, mussten die weltweit verstreuten Gemälde für die Landesausstellung aufwendig zusammengetragen werden. Präsentiert werden 50 Gemälde, darunter Landschaftsbilder, Historienbilder, Porträts, Genremalerei und Stillleben des späten 15. und frühen 16. Jahrhunderts.
Im dritten Teil der Ausstellung wird die Entwicklung der Schlösser und Gärten bis in unsere Zeit hinein vorgestellt.
Gartenkunst in Vollendung umgibt das Schloss in einer der schönsten Parkanlagen Europas. Der Große Garten beeindruckt mit barocken Ornamenten und prächtigen Wasserspielen. „ Der Garten ist mein Leben“, sprach Kurfürstin Sophie, die ihn von 1679 bis 1714 anlegen ließ. Das Schloss, einstige Sommerresidenz der Welfen, wurde im Zweiten. Weltkrieg zerstört. Ab 2013 gibt es den Herrenhäuser Gärten als wiedererrichtetes Tageszentrum und Museum den architektonischen Bezugspunkt zurück.
Vom glanzvollen Leben bei Hofe zeugen auch das Galeriegebäude mit seinem freskengeschmückten Festsaal und das einzigartige historische Heckentheater.
Eine faszinierende Zutat der Moderne ist die von Niki de Saint Phalle gestaltete Grotte, die mit Figuren, Glasmosaiken und Kieselsteinen ein begehbares Kunstwerk schuf.
Der Berggarten präsentiert botanische Schätze und Schauhäuser mit blühenden Orchideen und exotischen Pflanzen. Naturnah gestaltete, abwechslungsreiche Bereiche wie die Prärie, der Staudengrund oder das Paradies laden rund ums Gartenjahr zum Spazierengehen und Genießen ein. Blühende Magnolien und Rhododendren im Frühjahr, Präriestauden und Gräser im Spätsommer oder der Moorweiher im Winter sind nur einige Beispiele für die schönen Seiten des Berggartens. In seinen Schauhäusern sind stets bis zu 800 blühende Orchideen und Pflanzen aus aller Welt ausgestellt. Eine 300 Jahre alte Lindenallee führt zum Mausoleum des Königlichen Hauses von Hannover. Kurfürstin Sophie, König Georg I. von Großbritannien und viele ihrer Nachfahren fanden hier ihre letzte Ruhestätte.

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Der im 19.Jahrhundert angelegte Georgengarten ist ein idyllischer Landschaftsgarten. Die Herrenhäuser Gärten sind eine beeindruckende Bühne für glanzvolle Feste. Das ganze Jahr über finden klassische Konzerte und Aufführungen in den historischen Räumen der Galerie und der Orangerie statt. Ein besonderes Erlebnis sind Theaterstücke im Heckentheater und stimmungsvolle Veranstaltungen inmitten der Gartenpracht. Während der Sommermonate erstrahlen nach Einbruch der Dunkelheit die herrlichen Brunnen, sprudelnden Fontänen, geheimnisvollen Hecken und imposanten Figuren im Großen Garten in Herrenhausen in festlicher Beleuchtung, dazu erklingt Barockmusik.
Nach soviel Kultur und interessanten Inspirationen in der Natur ging der Abend bei einem saftigen Lammsteak und einer guten Flasche Spätburgunder in dem Maritim Airport Hotel des Bistro-Restaurants „Bottaccio“ zu Ende.
Das Maritim Airport Hotel Hannover liegt direkt am Flughafen und ist im Grundriss dem eines Flugzeuges nachempfunden. Dieses exklusive Komfort-Hotel bildet den Rahmen für rundum gelungene Festlichkeiten, Kongresse und Tagungen jeder Art. 527 elegant eingerichtete Zimmer und Suiten mit Bad/WC, Föhn, Minibar, Radio, Pay TV und Satelliten TV, 3 Telefonen pro Zimmer, Fax- und Laptopanschlüssen, Internetzugang über LAN und Safe erwartet den Besucher. Die 5.Etage ist eine VIP-Etage mit 100 Zimmern und Suiten. 

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Dort befindet sich auch eine Business Lounge mit Bar, Bibliothek und einem eindrucksvollen Panoramablick über den Flughafen.
Drei Festsäle, davon 2 mit Bühne und 22 weitere Konferenz- und Tagungsräume mit Tageslicht bieten den passenden Rahmen für Veranstaltungen bis zu 1400 Personen.
Kulinarisch werden die Gäste im Restaurant „Rotisserie“ und in dem a-la-carte-Restaurant Bistro „Bottaccio“ mit guter deutscher Küche und internationalen sowie regionalen Spezialitäten verwöhnt.
Ein Hallenschwimmbad, Sauna mit Dampfsauna und Solarium und ein großzügig angelegter Fitnessbereich ermöglicht dem Gast ebenso aktive Entspannung wie die elegante Hotelbar. Das Maritim Airport Hotel pflegt eine enge Zusammenarbeit mit dem Maritim Grand Hotel Hannover, dass nur 1,5 km vom Hauptbahnhof entfernt liegt. Für Gäste ist dies ein idealer Ausgangspunkt für Erkundungstouren durch die Innenstadt. Tagungsgäste schätzen die flexiblen Veranstaltungsmöglichkeiten und das vielfältige Angebot an Rahmenprogrammen. Die Veranstaltungskapazitäten reichen bis zu 450 Personen im größten Saal und sieben weitere Räume.

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In 285 geschmackvollen Zimmern und Suiten, darunter eine Präsidentensuite, 13 Senior- und elf Junior-Suiten, alle mit Bad/WC, Badewanne, Kabelfernsehen mit Pay-TV-Programmen und Sat-on-demand, Radio, Telefon mit Anrufbeantworter, digitalem Fax- und Modemanschluß (ISDN, DSL), Wireless LAN, Zimmersafe und Minibar können die Gäste übernachten. Außerdem gehört ein behindertengerechtes Zimmer mit Balkon zum Inventar und die Tiefgarage fasst 300 Plätze. Für die gastronomische Betreuung sorgen die Restaurants „Brasserie“ und „L‘ Adresse“, das „Cafe am Kamin“ und die „ Pianobar „ mit begrünter Außenterrasse.
Beide Hotels organisieren gemeinsame Veranstaltungen und leisten eine hervorragende Öffentlichkeitsarbeit.
Mit Georg I., König von Hannover und Großbritannien begann also vor 300 Jahren die Personalunion. Hannover feiert diese Ära mit 5 großen Sonderausstellungen in Museen und Schlössern. Passend dazu hat Maritim in seinen beiden Häusern bis Oktober 2014 ein attraktives Arrangement im Angebot. Mit dem Arrangement für Individualreisende der Maritim Hotels in Hannover können alle 5 Ausstellungsorte
bequem und einfach besucht werden. Im Preis ab 170 Euro pro Person im DZ sind zwei Übernachtungen inklusive reichhaltigem Frühstücksbuffet, Begrüßungscocktail und ein Abendessen im Hotelrestaurant enthalten. In diesem Preis sind ebenfalls ein Kombiticket für die Landesausstellung und die Eintrittskarten für die Herrenhäuser Gärten inkludiert.
Nach einer erholsamen Nacht im Maritim Airport Hotel, in der wir dank kluger Bauweise, die Nähe zum Flughafen überhaupt nicht wahrgenommen haben, ging es per Auto zum Steinhuder Meer.
Das Steinhuder Meer und seine vielfältigen Landschaften entwickeln eine magische Anziehungskraft auf jeden Besucher. Das ist eine Region, in der Urlaub, Freizeit und Naturschutz weitgehend in Einklang gebracht sind. Die Bezeichnung „Meer“ trägt das in sich geschlossene Gewässer, weil seichte binnenländische Seen im Niederdeutschen als „mer“ bezeichnet wurden. Das Steinhuder Meer bildet das Herz des 310 Quadratkilometer großen Naturparks. Zehn Prozent des Naturparks stehen heute unter Naturschutz und mehr als 65 Prozent unter Landschaftsschutz. Die Region bietet die besten Voraussetzungen für viele naturbezogene Aktivitäten auf dem Wasser, am Wasser und in der abwechslungsreichen Landschaft. Egal ob auf dem Fahrrad, in Wanderstiefeln, in Laufschuhen, in Badekleidung, auf dem Segelboot, dem Surfbrett oder unter dem Kite – wer sich gern im Sonnenschein, in der frischen Brise oder im kühlen Schatten des Waldes bewegt, wird am Steinhuder Meer intensive Tage genießen. Das Steinhuder Meer ist mit 32 Quadratkilometer Wasserfläche der größte Binnensee Nordwestdeutschlands und mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von 1,50 Meter sogar der größte Flachsee Deutschlands. Entstanden ist das Meer während der letzten Eiszeit vor 15.000 bis 10.000 Jahren. Der Volksmund pflegt eine andere Entstehungsgeschichte. Von Zwergen aus dem Schlaf hochgeschreckt, verfolgte einst ein Riese die kleinen Störenfriede. Wo sich heute der See befindet, stampfte er voller Wut den Fuß in den hellen Sand. An der entstandenen großen Mulde versammelten sich Tausende von Zwergen, die diese mit ihren Tränen füllten.
Das Steinhuder Meer ist ein Mekka für Wassersportler, Radler und Wanderer. Man kann Baden, Segeln, Windsurfen, Kite Surfen, Kanu-, Tretboot-, oder Elektroboot fahren. Ein Linienverkehr verbindet mit zwei kleinen Fahrgastschiffen in der Saison von März bis Oktober Steinhude mit Mardorf und der Insel Wilhelmstein. Außerdem kann man bei Bedarf die Weiße Düne und die Neue Moorhütte am Nordufer anfahren. 90minütige Seenrundfahrten werden angeboten und einmal pro Woche legt ein Schiff am Abend von den Steinhuder Strandterrassen zur „Bootsfahrt mit Dämmerschoppen“ ab.
Beliebt bei den Urlaubern ist der 32 Kilometer lange Rundweg um das Steinhuder Meer, den man zu Fuß oder per Rad erkunden kann. Ein hölzerner Pfad führt zu einem Beobachtungsturm mitten im Naturschutzgebiet. Mit etwas Glück lassen sich von oben nicht nur Schwäne, Enten und Blässrallen, sondern auch Seeadler und Kraniche beobachten. Die Steinhuder Meer Region ist ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. Zehntausenden Wat- Wasser- und Zugvögeln dient es als Brut- und Rastgebiet.

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Für eine 30minütige Bootsfahrt von Steinhude zur Inselfestung Wilhelmstein kann man ein Ticket für Fahrgastschiffe buchen, oder in einem „Auswandererboot“ Platz nehmen. Wir überquerten natürlich mit einem Auswandererboot das Meer. Dieser typische, je nach Wind unter Segel oder Motor fahrender offener Holzkahn, bot Platz für 20 bis 30 Personen. Das Boot hat den Namen Europa, wurde 1952 gebaut und fährt in der 4. Generation, erklärt uns Tatje der Kapitän. Und Auswandererkahn nennt man das Segelschiff deshalb, weil das Meer bis 1866 ein Grenzgewässer war und das Nord- und Ostufer, also Mardorf zum Königreich Hannover und der Südwesten mit Steinhude zum Fürstentum Schaumburg-Lippe gehörte. Weiter erzählt uns der Kapitän, dass das künstliche Eiland von Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe zwischen 1761 und 1765 für den Bau einer Militärfestung aufgeschüttet wurde. Bis 1767 ließ er die Festung errichten, weil er damit einen uneinnehmbaren Fluchtpunkt im eigenen Land schaffen wollte. Die gleiche Festung ließ er auch in Portugal bauen. Es wurden Rekruten ausgebildet, die in winzigen Kasematten ein entbehrungsreiches Leben führten. Auch der berühmte General Scharnhorst soll seine Ausbildung hier erhalten haben. Das erste deutsche U-Boot, der Steinhuder Hecht, wurde 1771 auf der Festung gebaut und sollte ursprünglich als Postschiff zwischen Schaumburg-Lippe und Portugal fungieren. Es bot 8 Mann Besatzung Platz, konnte angeblich 12 Minuten lang tauchen und wurde über Wasser von Segeln angetrieben. Bis 1870 diente Wilhelmstein auch als Gefängnisinsel. Das alles erfährt man heute im Festungsmuseum und kann neben den engen Unterkünften alte Waffen, Kanonen und auch das Modell des Unterwasserfahrzeuges bewundern.
Es gibt einen ständigen Inselvogt und seine Frau auf dem Eiland, der den Eigentümer Prinz Alexander Fürst von Schaumburg-Lippe vertritt und Wilhelmstein verwaltet. Es gibt die Möglichkeit zu übernachten, ein Ausflugslokal verwöhnt mit kulinarischen Spezialitäten, Paare können sich in historischem Ambiente trauen lassen und man hat vom Turm der Festung einen unglaublichen Rundumblick über das gesamte Steinhuder Meer.
Nach dem erlebnisreichen Aufenthalt ging es mit dem Auswandererboot zurück nach Steinhude, wo wir unsere ca. 45 Kilometer lange Autofahrt zum Schloß Marienburg fortsetzten. Etwa 35 Kilometer vom Flughafen Hannover entfernt liegt Schloss Marienburg, das auf dem Schulenburger Berg errichtet wurde und ein Geschenk des Königs Georg I. an seine Frau Marie ist. Das 300jährige Jubiläum der Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien und die Erhebung Hannovers zum Königreich nahm das Schloss zum Anlass, die Geschichte des Hauses Hannover in einer eigenen Ausstellung bis zum 9. November zu präsentieren. Im Mittelpunkt der Ausstellung „Der Weg zur Krone“ steht die Zeit des Hannoverschen Königsreichs von 1814 bis 1866. In den 9 Räumen des Königinnenflügels mit herrlichem Blick auf das Leinetal illustrieren etwas 70 Exponate den konsequent verfolgten Weg der Welfen zur länderübergreifenden Königswürde. Die Ausstellungstücke aus dem Besitz des Welfenhauses, darunter viele, die erstmals gezeigt werden, zeugen von aufregenden, politisch bedeutenden Zeiten. Auch zahlreiche Gemälde und private Gegenstände werden der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Hauptattraktion und Herzstück der Ausstellung sind die kulturhistorisch herausragenden Insignien des Königreichs Hannover. Erstmals seit dem Ende des Königreichs im Jahre 1866 werden die Königskrone nebst Zepter und Brautkrone auf hannoverschem Boden gemeinsam gezeigt. In Deutschland war die Königskrone mit dem Zepter nach dem Tod von König Ernst August im Jahr 1851 bisher nur ein einziges Mal 1997 in der Ausstellung „Viktoria&Albert“ im Deutschen Historischen Museum in Berlin zu sehen. Jetzt ist das 1843 gearbeitete Prunkstück nach 148 Jahren in ehemals welfisches Herrschaftsgebiet zurückgekehrt.

Wir machen mit Frau Bahl eine 50minütige Sonderführung, die beim Herzogtum Braunschweig-Lüneburg des 13. Jahrhunderts beginnt und sich schnell dem Aufstieg zum Kurfürstentum Hannover und dem berühmten „Brauttausch“, der in seiner Konsequenz die Thronbesteigung Georg Ludwigs als Georg I. von Großbritannien und Irland nach sich zog, widmet.
Zu den folgenden 5 Herrschern erfahren die Besucher interessantes und bisher wenig bekanntes. Mit der Thronbesteigung von Königin Viktoria endete 1837 die Personalunion und in Hannover folgte Ernst August seinem Bruder König Wilhelm IV auf dem Thron. Er war es auch, der den Auftrag für die Anfertigung angemessener Herrscherinsignien erteilte. Anlass war die bevorstehende Vermählung des Kronprinzen Georgs mit Marie von Sachsen-Altenburg am 18. Februar 1843 in der Schlosskirche von Hannover. 1857 schenkte der blinde König Georg V. seiner Frau Königin Marie zum Geburtstag das noch zu erbauende Schloss Marienburg, das von dem Königspaar allerdings nur kurze Zeit als Sommerresidenz genutzt wurde. 
Nach der Schlacht von Langensalza wurde das Königreich Hannover durch Preußen annektiert. König Georg V. ging ins Exil nach Österreich. Ein Jahr später folgte ihm seine Frau mit den Töchtern, weil sie mit dem Preußischen Hofstaat nichts zu tun haben wollte. Aus dieser Zeit ist eine kleine Auswahl von Fotos zu sehen.
Zu einer Aussöhnung zwischen Hannoveranern und Preußen kam es erst 1913, als der Sohn des ehemaligen Kronprinzen, Prinz Ernst August Prinzessin Viktoria Luise, die Tochter des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. heiratete. 1914 wird der Sohn des Herzogpaares im Braunschweiger Dom getauft. Ein detailgetreues Gemälde zeigt dieses letzte glanzvolle Fürstenfest mit Besuch des Kaiserpaares und ist dann der Abschluss der Ausstellung.

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Während der offiziellen einstündigen klassischen Führung mit Frau Nordmeyer durch das Schloss erfuhren wir Wissenswertes über das Gebäude, seine Bewohner und die Geschichte des Hauses Hannover. Das romantische Schloss im neugotischen Baustil bezaubert durch abwechslungsreiche Fassaden, variantenreichen Turm- und Dachformen, sowie eine aufwendige Innenausstattung mit 140 Räumen und Sälen. 1857 schenkte Georg seiner Frau Marie den Schulenburger Berg und das noch zu errichtende Schloss. So konnte Königen Marie den als Sommersitz gedachten Bau nach ihrem Geschmack und ihren Vorstellungen planen. Das vom König gewählte Grundstück liegt in der Nähe der Feste Calenberg und zur Residenzstadt Hannover. 1857 beauftragte der König den Baumeister Conrad Wilhelm Hase mit dem Bau des Schlosses Marienburg. 1864 übernahm der Architekt Edwin Oppler ein Schüler Hases, auf Wunsch der Königin, die Bauleitung. Die Bauzeit dauert 9 Jahre, aber 1866 kam es zum Krieg zwischen Hannover und Preußen, den Georg V. verlor und nach Österreich ins Exil ging. Als seine Frau ihm 1 Jahr später folgte, blieb Schloss Marienburg fast 80 Jahre unbewohnt. Erst nach Ende des 2. Weltkrieges, auf der Flucht vor der Roten Armee, zog ein Enkel Marie und Georg V., der Herzog Ernst August zu Braunschweig-Lüneburg für 12 Jahre dort ein. Der heutige Eigentümer S.K.H. Ernst August Erbprinz von Hannover entschloss sich erst 2005, das nahezu unberührte Bauwerk seiner Vorfahren einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die Räumlichkeiten sind teilweise original erhalten. Sehenswert sind das komplett erhaltene Ensemble von Silbermöbeln, die Schlossküche und das Schirmgewölbe in der Bibliothek das aufwendig bemalt und mit Blattgold verziert ist.
Der fantastische Turmausblick war einst nur der königlichen Familie vorbehalten. Auf 200 Metern über dem Meeresspiegel, nach einem Aufstieg über 160 Stufen, hat man einen schönen Blick über das Leinetal bis nach Hannover. Kulinarisch bestens versorgt fühlen sich die Besucher im Schlossrestaurant, das in den ehemaligen Pferdestallungen und in der Kutschenremise beherbergt ist.
Während der Saison lädt ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm mit Konzerten, Theater und Kleinkunst sowie Hubschrauberflügen zum Besuch ein. Wer sich das Ja Wort geben will, kann sich von Mai bis Oktober in den historischen Räumen standesamtlich trauen lassen. Für kirchliche Trauungen steht die romantische Schlosskapelle zur Verfügung. Hochzeitsfeste, Feiern und andere Veranstaltungen können u.a. im ehrwürdigen Rittersaal, in den restaurierten Salonräumen des Kronprinzen oder im Schlossrestaurant stattfinden.
Damit endet unser Schlossbesuch. Nach einem leckeren Abschiedsessen im Maritim Airport Hotel ging es zurück nach Berlin.

Weitere Informationen bei:

Fremdenverkehrsamt für Hannover mit Umland
Tourismus Region Hannover e.V.
Vahrenwalderstr. 7
30165 Hannover
Tel.: 0049 (0)511 – 3661 981
Fax: 0049 (0)511 – 3661 997

Maritim Grand Hotel Hannover
Friedrichswall 11
30159 Hannover
Telefon: +49 (0) 511 3677-0
Fax: +49 (0) 511 3677-109
Reservierung: +49 (0) 511 3677-141

Maritim Airport Hotel Hannover
Flughafenstraße 5
30669 Hannover
Telefon: +49 (0) 511 9737-0
Fax: +49 (0) 511 9737-590
Reservierung: +49 (0) 511 9737 5665


Text:

Peter Marquardt

Fotos: 

Matthias Dikert

Copyright Bilder Landesmuseum und Museum Schloss Herrenhausen von Nds. Landesmuseum Hannover

Copyright Bilder Schloss Marienburg „Schloss Marienburg, Foto Patrice Kunte