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Im Land von Simon Bolivar

Simon Bolivar ist ein populärer Nationalheld – in ganz Südamerika. Bolivar wurde 1783 in Caracas geboren und starb 1830 in Kolumbien. Denkmäler erinnern an sein Wirken. Ein ganzes Land trägt seinen Namen: Bolivien!

Guten Tag

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Hier beginnt Bolivien!

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La Paz ist wohl die bekannteste Stadt des Landes, doch die Hauptstadt ist Sucre. Dieser Antonio José de Sucre gilt als bedeutendster Mitstreiter Simon Bolivars und errang am 9. Dezember 1824 den entscheidenden Sieg über die Royalisten bei Ayacucho. Am 6. August 1825 wurde die Unabhängigkeit Boliviens proklamiert, dies ist heute der Nationalfeiertag. Von 1826 bis 1828 war General Sucre der erste Präsident Boliviens.
Im so genannten Salpeterkrieg (1879 – 1883) verlor, das mit Peru verbündete Land, jeglichen Zugang zum Pazifischen Ozean. Die Küstenprovinz Antofagasta musste an Chile abgetreten werden. Vor der Eroberung durch die Spanier 1538 gehörte das heutige Bolivien zum Inkareich.

La Paz – höchstgelegene Großstadt der Welt.

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La Paz ist die größte Stadt Boliviens und sollte unbedingt auf dem Besuchsprogramm stehen. Allein die Anreise ist beeindruckend, ob im Flugzeug oder mit dem Auto über die Berge.
In 3. 700 Meter Höhe liegt sie majestätisch in einem Talkessel. Eine Stadt im Spannungsfeld zwischen indianischer Tradition und Moderne: Prunkvoll stehen der Regierungspalast und die Kathedrale an der Plaza Murillo. Hinter der Kirche San Francisco liegen die indianischen Märkte, und wie Giganten thronen die mächtigen Berge der westlichen Kordilleren über die Weite des Andenhochlandes.

Den Regierungspalast am Plaza Murillo …

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… besuchen die Touristen

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Alltag in La Paz. In der Peseo „Avenida 16 de Julio“

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Zahlreiche Hotels und Restaurants laden ein und alle bieten gute Küche sowie perfekten Service. So bietet das Hotel „Presidente“ im Zentrum – ganz oben in der 17. Etage – ein attraktives Restaurant. Beim Panoramablick über La Paz mundet eine Flasche „Rotwein Made in Bolivia“ besonders vorzüglich. www.htlpresidente-bolivia.com

La Paz Spezialtipp:

Besuch im Gefängnis. Andere Länder andere Sitten.

San Pedro am Park Sucre hat rein äußerlich nicht viel mit einem deutschen Gefängnis zutun. Es ist eine eigene Stadt, hinter zehn Meter hohen und sehr dicken Mauern. Nur ein einziger Eingang. Ein Ort, indem so manches möglich wird, wenn der Gefangene über Geld verfügt, denn diese Gefangenen sind sich selbst überlassen. Wachpersonal steht nur am Eingang und kontrolliert, hier herrscht ein ständiges Kommen und Gehen: Familienangehörige besuchen ihre Verwandten, bringen Essen, Kinder besuchen den Vater. Vor dem Gefängnis ist ein kleiner gepflegter Park und hier stehen die Obst- und Gemüsehändler. Jeder Besucher kauft etwas und nimmt dies mit in das Gefängnis.
Obwohl am Eingang ein Verbotsschild – „Betreten und Fotografieren verboten“ – angeschlagen ist, kann ein „Tourist“ zum Besuch das Portal passieren. Solch ein Besuch ist interessant und aufschlussreich: Auch das ist Geschichte!

Zwischen den Strassen „6. August“ und „20. Oktober“, …

_1262465145… Eingang zum San Pedro Gefängnis!

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Diesen „Gefängnis“ – Besuch bitte gut vorbereiten: Jegliches Reisegepäck sollte im Hotel bleiben, vor allem die Kameras: Fotografierverbot. Mitzunehmen ist der Reisepass und zehn US-Dollar – quasi der Eintritt, plus ein paar Münzen als Trinkgeld, für die vielen freundlichen Helfer und „Reiseführer“.
Solcher Besuch und Aufenthalt – etwa eine gute Stunde – ist ungefährlich, aber wohl doch nicht jedermanns Sache. Wer dies nicht möchte, läuft einfach einmal ums Karree. In den angrenzenden Strassen pulsiert das ganz normale Leben.

Die Perle von Bolivien

Von La Paz aus starten die gebuchten Rundreisen oder Individualtouren mit dem Mietwagen. So führt eine gut ausgebaute Strasse – etwa 80 Kilometer Entfernung – zum Titicacasee. Ein imposantes Binnenmeer, beeindruckend!

Auf der „Hydrofolis“ über den Titicacasee …

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… zu den Fischern …

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… oder in ein Restaurant, mit Blick auf die Sonneninsel!

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Der Titicacasee liegt 3. 800 Meter über dem Meeresspiegel, eingebettet von einer wunderbaren Bergwelt. Klares Wasser und darin viele Fischarten. Bootsfahrten, besonders mit dem Tragflächenboot, stehen hier auf dem Programm.
Der Wallfahrtsort Copacabana – in Rio de Janeiro wurde nach diesem Ort ein ganzer Strand benannt – ist der bekannteste in Südamerika und täglich mit Menschen, darunter zahlreiche Touristen, gefüllt. Informativ und erlebnisreich.
Zwei Inseln sollten hier unbedingt besucht werden: Die mythenreiche Sonneninsel (Isla del Sol) und gleich daneben (Isla del Luna) – die Mondinsel. Auf dieser Mond-Insel, hoch oben auf dem Berg, war noch bis vor einiger Zeit ein Staatsgefängnis untergebracht. Noch heute leben hier 90 Menschen, aber dies freiwillig.
Zum Besuch beider Inseln sollte ein ganzer Tag eingeplant und auch ein typisches Restaurant besucht werden. So bietet sich von der Terrasse des „Grillon Tour S.A Bolivia“ Restaurants ein super Blick auf den See.
Weitere beliebte Fotomotive sind die „Totora-Boote“, hergestellt aus dem gleichnamigen Schilf. Darin sitzt oder steht ein traditionell gekleideter Indianer und stakt. Dies ist das typische Fotomotiv von Bolivien.
Mann muss nicht unbedingt nach solchem Boot Ausschau halten: denn ganz plötzlich, legt ein solches typisches Totora-Boot – natürlich mit einem Indianer besetzt – am Ufer an und grüßt:
„Ich Manco Kapac, König der Inka, Herr und Gebieter des Heiligen Sees, sage, wer die Sonneninsel betreten hat, aus dem Heiligen Wasser getrunken und den Segen der Gottheit der Inka erhalten hat, hat ein ewiges Leben.“

Die Basilika Virgen de la Candelaria – Maria Lichtmess, ist seit 1603 ein beliebter Wallfahrtsort.

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Mit dem Boot geht es weiter, in den Ort Huatajat, direkt zum Hotel Inca Utama. Vom Hotelzimmer schweift ein letzter Blick auf den malerisch gelegenen Titicacasee.
Dieses Hotel verfügt über einen Wellnessbereich. Gern gebucht wird eine original „Indianische Massage“, in traditioneller Form. Rund 17 US-Dollar, die sich auszahlen.
Forelle gebraten steht abends auf der Karte und danach kann man noch das örtliche Museum besuchen. Geöffnet bis Mitternacht, auch hier wird bolivianische Geschichte nahe gebracht.
Am Titicacasee stößt man selbst beim Essen auf Geschichte: Die Kartoffel wurde hier schon vor über 8. 000 Jahren angebaut und bildet bis heute die Grundlage vieler typisch andiner Gerichte. Den Weg nach Europa fand sie jedoch erst auf den Schiffen der spanischen Eroberer.

Das „Sonnentor“ in Tiwanaku.

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Reisen nach Bolivien erfolgen meist mit dem Flugzeug. Auf dem Airport El Alto in La Paz landen Maschinen aus aller Welt. In Verbindung mit Rundreisen durch mehrere Andenländer, kann eine Bolivienreise auch per Auto erfolgen. Vor allem aus Chile kommend, aber auch aus Peru. Von Peru aus, kann der „Katamaran“ – ein Schnellboot auf dem Titicacasee, gebucht werden. Bolivien liegt am Wendekreis des Steinbocks. Beachten sollte man die extreme Höhenlage. Das kann Probleme bereiten.
Tipp: Vor der Reise den Hausarzt konsultieren, Tabletten oder Tropfen verschreiben lassen und mitnehmen. Paspertin oder Effortil haben sich bewährt.

Der Weg ist das Ziel!

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Der Sajama ist mit 6. 542 m der höchste Berg Boliviens, ein erloschener Vulkan, im Nationalpark. Heiße Thermalquellen locken zum baden.


Informationen:

Studiosus Reisen München GmbH.
Riesstrasse 25, 80992 München

Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika e. V.
Demenecker Straße 19, 74219 Möckmühl

Botschaft der Republik Bolivien
Wichmannstrasse 6, 10787 Berlin. Fon 030 – 263915-0, Fax 030 – 263915-15.


Unser Redakteur Gerald H. Ueberscher (e-Mail: ueberscher-redaktion@t-online.de) bereiste das Andenland Bolivien, auf den Spuren von Simon Bolivar.