Ein Land der Entfernungen

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Ein Land der Entfernungen

Wie eine Schlange aus Feuer und Wasser windet sich der 4. 300 km lange Pazifik-Anrainer Chile an der Westküste des amerikanischen Südkontinents entlang. Über 38 Breitengrade lang klettert das schlanke Land, von der peruanischen Grenze bis runter zum Kap Horn und ist doch nur etwa 180 km breit; allerdings sind die majestätischen Berge und Vulkane zwischen 4.000 und 5.000 m hoch.

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„Feuerland. Kennst Du Feuerland …“ lautete der Titel eines populären Liedes: Keine andere Meerenge der Welt blickt auf eine solch dramatische Vergangenheit zurück wie die Magellanstrasse. Dieser Wasserweg, der die große Feuerlandinsel vom amerikanischen Kontinent abtrennt, wird auf seiner 600 km langen Strecke von „Hungerhäfen“ und „Indianerfriedhöfen“, verlassenen Goldminen, mehr als tausend Wracks und von Pinguinnestern gesäumt.
Eine super Landschaft, am Ende der Welt. Und dann liegt dort noch eine kleine Insel, das legendenumwobene „Kap Horn“ – Cabo de Hornos. Erst dann kommt die Antarktis.
Guten Tag, Patagonien!

Der Vulkan Chungará in der Region Tarapaca.

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Auch hoch oben, in Chiles Norden, an der Grenze zu Bolivien und Peru, sind die Berge zwischen 3 und 5. 000 Meter hoch. Smaragdfarbene Lagunen mit Rändern aus Salzschaum schillern zwischen feuchten Hochmooren, in denen Lamas grasen. Nachts zaubern die Sterne ein weihnachtliches Festgefunkel an den Himmel. Kein Wunder, dass das Aymara-Volk in dieser Region die Natur als Götter verehrt.
Es herrscht eine unglaubliche Stille.

Mitten in der Einsamkeit, ein bewohnter Ort.

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In einsamer Höhe zieht ein Kondor seine Kreise. Wunderbar!
Der Kondor ist der größte Vogel der Erde, mit einer Flügelspannweite von 3,5 Metern. Sein Revier sind die Anden, von Ecuador bis Patagonien. Während der Beobachtung eines solchen – oft minutenlang währenden – Fluges, in der Einsamkeit der Berge, werden Erinnerungen wach, an eine einprägsame Melodie: „El Condor Pasa“.
Der Flötenspieler der Anden, Facio Santillan, hat das Lied weltbekannt gemacht. Nur mit der Kena, einer mundstücklosen Schilfrohrflöte, ist Santillan aus der Bergeinsamkeit der südamerikanischen Anden gekommen, um die Musik seines Volkes zu verbreiten. Die mit Trillern verzierten Melodien Santillans erzählen in einfachen Motiven von der Geschichte und Mysterien der indianischen Urvölker.
Diese einfühlsame „El Condo Pasa“ Melodie hört man oft, in facettenreichen Variationen. Einprägsam, bei Reisen quer durch die Anden.

Arica ist die nördlichste Stadt Chiles und liegt in der Region I, am Rande der Atacama Wüste – wo es nie regnet. Auf dem Berg Morro de Arica, mitten in der Stadt, wird Geschichte Lebendig. Hier fand der so genannte Salpeterkrieg statt.

Wegweiser in Fragen Geschichte!

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Diese schmiedeeiserne Kirche wurde 1880 von Gustave Eiffel – dem Erbauer des Eiffelturms – in Paris konstruiert, in Einzelteilen nach Arica geliefert und aufgebaut.

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Die Lock erinnert an die ehemalige Bahnverbindung von Arica nach Bolivien.

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Gut schläft man im Hotel „Arica“, direkt am Meer. Ein morgendliches Bad im Pazifik bietet Erfrischung für den ganzen Tag. Wer dies nicht möchte – benutzt den Pool.

Santiago de Chile: Reizvoll ist die Sechs-Millionen-Metropole am Wochenende, dann erhöhen sich die Chance, ihre attraktive Lage ohne Smogschicht zu erkennen. Eingerahmt von den majestätischen Bergen der Anden, den Kordilleren. Vom Stadtberg Cerro San Cristóbal, mit seiner weithin sichtbaren Statue der Jungfrau Maria, bietet sich ein prima Panoramablick.

Die „La Moneda“ – Der Regierungspalast war früher eine Münzanstalt. Hier wurde der Präsident Salvador Allende von den Pinochet Putschisten ermordet.

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Der Arzt wurde 1970 zum Präsidenten gewählt.

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In der Küche dominiert weniger die Kochkunst als die Vielfalt der im Land erhältlichen Zutaten. Bekannt sind die Weine – eine Flasche Pisco ist ein gutes Mitbringsel.
Das Restaurant „El Meson Nerudiano“ erinnert an Pablo Neruda, Chiles Nationaldichter. www.elmesonnerudiano.cl Eines der schönsten Restaurants der Welt!
Das Hotel „Carrera“ liegt mitten im Zentrum. Große Zimmer, guter Service und beste Küche. Vom Zimmer oder vom Dach – eine Terrasse mit Pool – bietet sich ein phantastischer Blick auf Santiago de Chile und die La Moneda.

Extra-Reise-Tipp: Auf halbem Weg – quasi zwischen Santiago de Chile und Tahiti – liegt an der einsamsten Stelle im Pazifik die Osterinsel. Diese Insel Isla de Pascua oder „Rapa Nui“, bedeutet Großer Stein. Der Holländer Jacob Roggeveen entdeckte dieses Eiland 1722 zu Ostern, deshalb der Name. Bekannt durch seine zahlreichen, bis zu 200 Tonnen schweren moai, den Götzen-Statuen. Diese rätselhaften Kolossalfiguren und die sie umgeisternde Mythologie, stellen noch heute Fragen, die kein Mensch beantworten kann. Rund 4.000 km vom Airport Santiago de Chile entfernt.

Ein weiteres aus der Literatur bekanntes Eiland ist: Die Robinson Crusoe Insel.
Hier lebte der schottische Matrose Alexander Selkirk. Nach einem Streit mit seinem Kapitän ließ er sich im Jahre 1704 vom Kaperschiff „Cinq Ports“ auf einer einsamen Insel absetzen: auf Más a Tierra – und die liegt rund 300 Seemeilen westlich von Valparaiso. Beide Inseln werden vom Airport Santiago de Chile angeflogen.

Geschäftiges Treiben.

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Safety first!

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Informationen:

Studiosus Reisen München GmbH
Riesstrasse 25, 80992 München

Lan Chile
Liebfrauenstraße 1 – 3, 60313 Frankfurt.
Fon 069 – 29800133, Fax 069 – 1310776

Arge Lateinamerika e. V.
Domenecker Straße 19, 74219 Möckmühl.


Buchtipp:

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Fin del mundo – – so nannten die spanischen Eroberer den südlichsten Teil des amerikanischen Kontinents. Mit seiner endlos weiten Pampa und dem Labyrinth aus Fjorden und Kanälen, seinen bizarren Gebirgsformationen, schroffen Küsten und feuchtkalten Regenwäldern erschien er ihnen ebenso faszinierend wie bedrohlich und geheimnisvoll.
Klaus Bednarz hat diese sagenumwobene Region bereist – vom Norden Patagoniens bis zum äußersten Zipfel Feuerlands, Kap Hoorn. Und so verschiedenartig wie die Landschaft sind auch die Menschen, denen er dabei begegnet ist: Goldsuchern, Schafzüchtern, Missionaren, Abenteurern, Umweltschützern; Nachkommen der Kolonialisten, die Europa einst verließen, um in Feuerland und Patagonien ihr Glück zu machen; und Indianern, deren Vorfahren seit Jahrtausenden hier siedelten. Packend und anschaulich erzählt Bednarz von ihrem Leben und er rauen, aber wunderschönen Natur, die sie umgibt – eine magische Reise.

Am Ende der Welt – Eine Reise durch Feuerland und Patagonien von Klaus Bednarz
Rowohlt Verlag Berlin ISBN 3-87134-512-1 kostet 19,90 Euro im Buchhandel.

Unser Redakteur Gerald H. Ueberscher (e-Mail: ueberscher-redaktion@t-online.de) besuchte Chile.