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Kaffee aus Kolumbien

Kaffee ist das zweitwichtigste Welthandelsprodukt, nach dem Erdöl. Weltweit. In Kolumbien hat der Kaffee eine Heimat. Kaffeetrinken in Santa Fé de Bogatá – der Hauptstadt, wird zum Erlebnis, und der Besuch lohnt.



Die in 2. 600 m Höhe gelegene Metropole verkörpert Kolumbien pur: malerische Häuser aus der Kolonialzeit neben futuristischen Wolkenkratzern, lebhafte Märkte und moderne Shoppingpassagen, Straßenkinder und reiche Geschäftsleute, Maultiere und Maseratis.
Die Hauptsstadt ist ein Schmelztiegel aller kolumbianischen Kulturen und bietet neben zahlreichen architektonischen Sehenswürdigkeiten auch viele abwechslungsreiche Museen. Hier leben über 5 Millionen Einwohner. Im Zentrum die „Plaza de Bolivar“, mit dem Bolivar Denkmal. Beim Bogotá Besuch sollte das Museo del Oro – ein Goldmuseum, auf dem Programm stehen. Überwältigend!

Kaffee prägt und Kaffee gibt es überall in der Stadt. In den zahlreichen Kaffee-Shops, im Supermarkt und spätestens am Airport: Kaffee – in jeder Qualität, Verpackung und Menge wird offeriert. Ein Mitbringsel mit Genuss „Made of Colombia“.
Es sollten übrigens 300 Jahre europäischer Kaffeekultur vergehen, bis eine patente Frau die Kaffeezubereitungsmethode in vielen Ländern der Welt entscheidend veränderte. Melitta Bentz, eine Dresdner Hausfrau, kommt 1908 auf die Idee, den Kaffeesatz mit Hilfe eines Papierfilters aus den Tassen zu verbannen. Den Boden eines Messingtopfes durchlöchert sie zu einem siebartigen Gefäß und legt darauf ein Löschblatt aus dem Schulheft ihres Sohnes. Sie meldet die Erfindung beim „Kaiserlichen Patentamt Berlin“ an. Am 20. Juni 1908 erhält Melitta Bentz Gebrauchsmusterschutz für ihren mit „Filterpapier“ arbeitenden „Kaffeefilter mit der Unterseite gewölbtem und mit Vertiefung versehenen Boden sowie mit schräg gerichteten Durchflusslöchern“. Dieses Prinzip hat noch heute Gültigkeit, die Marke „Melitta“ ist weltbekannt und deren „Produkte“ finden auch im Kaffeeland Kolumbien Anwendung. www.melitta.de

Bei Geschäftsverhandlungen in Kolumbien ist Kaffee das beliebteste Getränk. In Behörden und Firmen gibt es so genannte „Kaffeemänner“ – heute auch Frauen. Diese haben die Aufgabe, mehrmals täglich – mit einem Servierwagen – von Büro zu Büro zu fahren, um Kaffee oder auch Tee, anzubieten. Dieses Personal ist in den Büros sehr gefragt, weil sie immer eine Neuigkeit in petto haben. Statt einer Zigarette, ein Kaffee, dazu etwas Tratsch und Klatsch. Warum nicht!

Kolumbien wurde nach Christoph Kolumbus benannt, der die Region jedoch nie betrat. Die Kolonialisierung des Landes wurde durch die Legende vom Goldreich „El Dorado“, das seinen Entdeckern wahnsinnigen Reichtum bescheren sollte, vorangetrieben.
Den vielen Klimazonen verdankt das Land seinen unglaublichen Artenreichtum. Allein die Strände sind sehenswert und bestens geeignet für Badeferien. Das Karibische Meer und der Pazifik laden ein, Nachbarländer sind Panama, Venezuela, Brasilien und Peru.

Das Hotel „Capital“ in der Metropole Bogotá ist zentral gelegen und bietet sehr guten Wohnkomfort. In den Restaurants wird international Küche – aber auch einheimisches offeriert. Dieses Hotel wird von Geschäftsreisenden aus Deutschland gern gebucht.

PS: Kolumbien hat Probleme: Das Land gilt als Zentrum des Drogenanbaus.
Politische Unruhen und Gewalt gehören zur Tagesordnung. Oft ist von der Mafia und Entführungen die Rede. Touristen sollten deshalb „eine mit deutscher Reiseleitung angebotene Tour buchen“. Solche Reisen erfolgen in – kleiner oder großer – Form von Gruppen und im Fahrzeug. Die Reiseveranstalter informieren. Im Vorfeld einer Kolumbienreise sollten unter www.auswaertiges-amt.de Informationen über die aktuelle Lage eingeholt werden.

Literatur

Kaffee. Vom Schmuggelgut zum Lifestyle-Klassiker
Drei Jahrhunderte Kaffeekultur werden im Buch abgehandelt: „Coffee, Coffee muss ich haben, und wenn jemand mich laben will, ach so schenkt mir Coffee ein!“ So hieß es, als der Siegeszug des Kaffees in Deutschland bereits in vollem Gange war, in Johann Sebastian Bachs „Kaffeekantate“. Zeitweilig verhängte Friedrich der Große in Preußen sogar ein Kaffeeverbot. Die Inspektoren, die in dieser Zeit das heimliche Rösten von echten Bohnen verhindern sollten, wurden verächtlich „Kaffeeschnüffler“ genannt. Das Buch vermittelt ein umfassendes Bild der Kulturgeschichte des Kaffees. Ein interessantes Lesebuch, nicht nur für Kaffeetrinker.
Kaffee. Vom Schmuggelgut zum Lifestyle-Klassiker. Be-bra Verlag Berlin, ISBN 3-930863-91-X, kostet 14,90 € im Buchhandel.


Informationen:

Studiosus Reisen München GmbH
Riesstrasse 25, 80992 München

Botschaft Kolumbien
Kurfürstenstrasse 84, 10787 Berlin

Arge Lateinamerika e.V.
Domenecker Strasse 19, 74219 Möckmühl

Hotel Capital
Avenida El Dorado 69 A, 51 Int2, Bogotá


Unser Redakteur Gerald H. Ueberscher (e-Mail: ueberscher-redaktion@t-online.de) besuchte Kolumbien.