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ULM

„Actum Hulmam palatio regio in Dei nomine feliciter. Amen“.
Mit diesem lateinischen Satz beginnt die „offizielle“ Geschichte Ulms: Am 22. Juli 854 besiegelt König Ludwig der Deutsche in der Pfalz Hulma eine Urkunde und sorgt damit für die erste erhaltene Erwähnung der heutigen Großstadt, mit der die kleine Ansiedlung um den Königshof aber noch überhaupt keine Ähnlichkeit hat. Nur wenige Hütten und Höfe liegen damals an den Ufern von Donau und Blau.
Für den Herrscher und seinen Hofstaat bieten die ummauerten Gebäude der Pfalz Unterkunft. Handwerker haben in der Nähe ihre Häuser, die wahrscheinlich aus Holz und Lehm gebaut waren. Zur Versorgung der Pfalz dient der einst im heutigen Fischerviertel gelegene Stadelhof und der Schwaighof am rechten Donauufer.

Die von den Königen bei ihren Reisen durch das Reich benutzte Pfalz markiert aber nicht den Anfang der Ulmer Geschichte. Bereits um das Jahr 5000 v. Chr. existiert ein jungsteinzeitliches Dorf bei Eggingen. Und in der Bronzezeit (etwa 1500 v. Chr.) vereinigen sich auf dem Ulmer Gebiet zwei bedeutende Fernhandelsstraßen: Die von Westen nach Osten auf dem Hochsträß verlaufende Donau-Nord-Straße und die vom Filstal kommende Albstraße.

Wichtige Entscheidungen kommen aus Ulm
Etwa um das Jahr 850 muss die Königspfalz gegründet worden sein. Relativ schnell gewinnt die junge Ansiedlung an Bedeutung. In Ulm werden einige für das gesamte Deutsche Reich maßgebliche Entscheidungen getroffen: So beschließt zum Beispiel im Februar 1077 die deutsche Fürsten-Opposition in Ulm die Absetzung König Heinrichs IV. Drei Monate später zieht Heinrich nach seinem Canossa-Gang in Ulm ein, um sich demonstrativ mit den Insignien seiner Macht zu zeigen.

Bis in das 12. Jahrhundert bauen die Staufer Ulm zu einem ihrer Hauptorte aus. Doch damit zieht auch eine Katastrophe herauf: Während der erbitterten Kriege zwischen den Staufern und Welfen vernichtet der Welfenherzog Heinrich der Stolze von Bayern 1131 die Dörfer rings um die Pfalz, die er 1134 restlos zerstören lässt. Die Staufer geben Ulm aber nicht verloren: Pfalz und Siedlung werden wieder aufgebaut und mit einem Mauerring geschützt.
Am 30. Juni 1377 lassen die Ulmer Taten folgen: Der Grundstein zum Münster wird gelegt.

Immenses Selbstbewusstsein zeigt sich bei diesem Bau: Die aufstrebende Stadt mit ihren 10.000 Einwohnern baut eine gigantische Kathedrale mit Platz für über 20.000 Menschen. Finanziert wird das Bauwerk durch Spenden der Bürger.
Der Bau des Münsters war ein Prozess mit ungewissem Ausgang. Architekten von internationalem Ruf, die in mehreren europäischen Kulturzentren tätig waren, haben daran mitgewirkt: Michael und Heinrich III. Parler hatten schon in Prag am Karlsdom mitgebaut, und Heinrich III. ging später an die Dombauhütte in Mailand. Mitglieder der Parier-Familie leiteten die Dombauhütten in Prag, Strassburg, Wien und Ulm. Ulrich von Ensingen, der den Parlern in Ulm folgte und hier den kolossalen Hauptturm plante, war ebenfalls in Strassburg sowie in Esslingen anzutreffen; sein Sohn Matthäus Ensinger lernte in Strassburg. Ehe er nach Ulm kam, leitete er den Bau des Berner Münsters und der Esslinger Frauenkirche.

Auch Matthäus Böblinger war in Esslingen tätig, bevor er in Ulm einen neuen Plan für den Hauptturm vorlegte. Dieser sollte vier Jahrhunderte später Vorbild für die Turmvollendung sein. Böblinger hatte jedoch das Unglück, dass während seiner Zeit als Münsterbaumeister die ungenügende Fundamentierung des Hauptturms nachgab.
Der 1890 vollendete Kirchturm gilt mit seinen 161,53 Metern als der höchste der Welt.
Die Chortürme sind mit 86 m ebenfalls sehr hoch.
123,56 m lang und 48,8 m breit ist das Gebäude . Bis zu 4500 Menschen finden hierin sitzend Platz.
Im Mittelalter standen hier bis zu 22.000 Gläubige beim Gottesdienst.

Aber Ulm hat noch mehr Sehenswürdigkeiten außer dem Münster zu bieten, die sich am besten bei einem Stadtrundgang erschließen:

Seit 1993 steht im Zentrum der Ulmer City das Stadthaus als architektonischer Gegenpol neben dem spätgotischen Münster. Entworfen vom New Yorker Star-Architekten Richard Meier, ist das Stadthaus ein Forum für Bürgerinnen und Bürger.

Im Mai 2004 wurde sie offiziell ihrer Bestimmung übergeben: die neue Stadtbibliothek Ulms.
In direkter Nachbarschaft zum historischen Ulmer Rathaus und nahe des Ulmer Münsters imponiert der auf einer Grundfläche von 28 x 28 m errichtete pyramidenartige Bau mit einer Gesamthöhe von über 36 m.

Die Wengenkirche, eine ehemalige Klosterkirche (1399), die von den Augustiner-Chorherren erbaut wurde, ist seit 1805 eine katholische Pfarrkirche. Sie gehörte zur Klosteranlage St. Michael zu den Wengen, die vor 1399 außerhalb der Stadtmauer auf den Wengen (feuchte Wiesen) angesiedelt war.

Jährlich am ‚Schwörmontag‘, dem großen Ulmer Feiertag immer am vorletzten Juli-Montag, berichtet der Ulmer Oberbürgermeister vom Balkon des Hauses über das vergangene Jahr und erneuert den historischen Eid auf die Stadtverfassung (Großer Schwörbrief von 1397).
Heute ist im Schwörhaus das ‚Haus der Stadtgeschichte‘ beheimatet und beherbergt dazu das Ulmer Stadtarchiv.

Das Mittelalterliche Handwerkerviertel an der Blau mit malerischen Häusern, Brücken und Plätzen (Schönes Haus, Zunfthaus der Schiffleute, Ulmer Münz, Forelle, Fischerplätzle, Häuslesbruck, Auf der Insel u.a.).

Am Fuß der Staufermauer, an und über der Blau, liegt das Schiefe Haus. Durch diverse Um- und Ausbauten erlangte ein Mitte des 14. Jahrhunderts entstandenes kleineres Fachwerkhaus die bis in die heutige Zeit erhaltene Größe. Die namensgebende Schieflage entspringt der extrem weiten, schräg unterstrebten Verkragung über die Blau (1443). Schon 1620 musste die Schräglage im Zuge einer grundlegenden Erneuerung abgefangen werden. Seit seiner Restaurierung im Jahre 1995 wird das Schiefe Haus als Hotel genutzt und ist laut Guinness Buch der Rekorde das wohl schiefste Hotel der Welt!

1349 wurde der Metzgerturm als Teil der Ulmer Stadtbefestigung erbaut. Der ‚Schiefe Turm von Ulm‘ hat eine Höhe von über 36 Metern und neigt sich 2,05 Meter nach Nordwesten. Das ist zwar nicht so stark wie ’sein großer Bruder‘, der Schiefe Turm von Pisa (dieser neigt sich um 3,9°, der Ulmer Turm um 3,3°), dennoch aber ganz stattlich.

1370 als Kaufhaus erbaut, seit 1419 Rathaus. Reiche Wandmalereien von 1540 und figürlicher Schmuck. Am Südgiebel Wappen der mit Ulm durch Handel verbundenen Städte und Länder mit Darstellung eines alten Donauschiffes (Ulmer Schachtel). Am Ostgiebel astronomische Uhr von 1520. Im Treppenhaus Nachbildung des Fluggerätes von A.L. Berblinger, dem „Schneider von Ulm“. Auf dem Marktplatz: Fischkasten-Brunnen von Jörg Syrlin d. Ä. (1482).

Gebäude und Anlagen der ehemaligen Bundesfestung Ulm (1842 – 59)
Sie ist die größte erhaltene Festungsanlage Europas aus dem 19. Jahrhundert mit ehemals 55 Festungswerken und 5 Toren beiderseits der Donau. Zitadelle (Werk XII) Wilhelmsburg auf dem Michelsberg.

Ulmer Museum
Bedeutende Sammlung des künstlerischen und handwerklichen Schaffens in Ulm und Oberschwaben seit dem Mittelalter. Archäologische Sammlung mit Funden aus der Ur- und Frühgeschichte des Ulmer Raumes. Arbeiten auf Papier der Klassischen Moderne. Europäische und amerikanische Kunst des 20. Jahrhunderts mit Stiftung Sammlung Kurt Fried (u.a. Werke von Klee, Macke, Kandinsky, Kirchner, Warhol, Lichtenstein, Picasso). Sonderausstellungen mit moderner und alter Kunst.

Weihnachtsmarkt
Berühmt ist Ulm auch für seinen im November und Dezember stattfindenden Weihnachtsmarkt. Seit über vier Jahrhunderten findet diese Tradition hier schon alt, und Jahr für Jahr kommen etwa eine Million Besucher.

Museum der Brotkultur
In dem Bewusstsein, dass die Geschichte des Brotes ein elementarer Teil der Menschheitsgeschichte ist, sammelten der Ulmer Unternehmer Dr. h.c. Willy Eiselen und sein Sohn Dr. Dr. h.c. Hermann Eiselen seit 1952 alles zum Thema » Brot «. Im Jahr 1955 entstand so das erste Brotmuseum weltweit als »Deutsches Brotmuseum« in Ulm; ein aus privater Initiative gegründetes Museum, welches bis heute unabhängig geblieben ist. Im Jahr 2002 wurde es umbenannt in »Museum der Brotkultur«, um seinen gewandelten Inhalt besser gerecht zu werden. Das Museum hat sich zur Aufgabe gemacht, historischer Belege aller Art, die zum Thema gehören, zu sammeln, wissenschaftlich zu erschließen, zu bewahren und auszustellen. Damit wird die Bedeutung von Getreide und Brot für die kulturelle Entwicklung der Menschheit anschaulich vor Augen geführt. Das Museum trägt zur Erforschung der Geschichte des Backens und des Brotes bei und festigt das Ansehen der brotschaffenden Berufsstände in der Öffentlichkeit. Mit Nachdruck wird auf die kritische Welternährungslage hingewiesen und daran erinnert, dass Mangel an Brot im Sinne von Nahrung gleichbedeutend ist mit Hunger. Das Ziel ist letztlich, zum Nachdenken über die Grundbedürfnisse des Menschen und den Wert der Nahrung anzuregen. 1991 übernahm die bereits seit 1978 bestehende gemeinnützige Vater und Sohn Eiselen-Stiftung die Trägerschaft des Museums. Neben dem Unterhalt des Museums der Brotkultur widmet sich die Stiftung der Forschungsförderung mit dem Ziel, den Hunger in der Welt zu lindern.

Sammlung
Das Museum der Brotkultur ist ein themenbezogenes Spezialmuseum, es dient der Vermehrung und Vertiefung des Wissens rund um das Brot. Heute umfasst die Sammlung des Museums ca. 18.000 Stücke aus verschiedenen Kulturen und vielen Teilen der Welt. Rund 700 Exponate sind dauerhaft auf 1.150 Quadratmetern auf drei Stockwerken des Ulmer Salzstadels ausgestellt. Die Sammlungsgebiete umfassen die Themen Getreide und Getreideanbau, die Technikgeschichte des Mahlens und Backens sowie die Selbstrepräsentation des Bäcker- und Müllerhandwerks in den Zünften. Besonderes Interesse gilt der kulturellen Bedeutung von Brot von den frühen Hochkulturen des Mittelmeerraumes bis zu den Reiskulturen Asiens und den Maiskulturen Lateinamerikas, zentral ist hier die Symbolfunktion des Brotes im jüdisch- christlichen Glauben. Grabbeigaben, bildliche Darstellungen und vielfältige Relikte der Erinnerungskultur vermitteln ein Bild von der meist unsichtbar bleibenden und doch ständig drohenden Gefahr des Hungers in der Geschichte des Menschen, aber auch Informationen über die aktuelle Welternährungslage unter Einbeziehung von hungerbedingten Migrationsbewegungen werden gesammelt. Eine Besonderheit der Sammlung macht die Einbeziehung von Werken der bildenden Kunst aus. Beispielhaft sind die sozialkritischen Werke so herausragender Künstler wie Ernst Barlach, Max Beckmann, Georg Grosz, Käthe Kollwitz und Pablo Picasso zu nennen. Ein weiterer Schwerpunkt bildet die Malerei des 17. Jahrhunderts mit religiösen und profanen Werken von Pieter Brueghel d. J., Jan Flegel, oder Frans Francken. Schließlich hat sich ein beachtlicher Bestand zeitgenössischer Werke gebildet, der belegt, in welchem Maße sich Künstler wie Man Ray, Salvador Dalí, Joseph Beuys oder Markus Lüpertz mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Dauerausstellung
Aus Korn wird Brot
Der erste Teil der Dauerausstellung lenkt den Blick zunächst auf die Voraussetzungen der Brotherstellung von der frühzeitlichen Kultivierung verschiedener Getreidearten über die landwirtschaftliche Produktion bis zu den verschiedenen Mahlverfahren. Hier wie auch im Bereich der Teigbereitung und des Backens wird immer wieder deutlich, dass sich diese Herstellungsprozesse über Jahrtausende nur wenig geändert haben. Brot entsteht damals wie heute indem die Zutaten gemischt, der Teig gelockert, geformt und schließlich in einem geschlossenen, erhitzten Raum gebacken werden. Die technischen Innovationen vor allem des 19. und 20. Jahrhunderts haben zur Vereinfachung und Verbesserung der einzelnen Arbeitsschritte geführt. Während auf dem Land das Brot für den Eigenbedarf meist selbst gebacken wurde, spielte der Verkauf von Brot in den Städten seit jeher eine wichtige Rolle für die Versorgung der Bevölkerung. Entsprechend wichtig war deshalb auch immer eine gewisse Kontrolle und Organisation der Bäcker. Wie andere Handwerker schlossen sie sich im Mittelalter vielerorts zu Zünften zusammen, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einfluß gewannen, und deren Selbstbewusstsein sich in zahlreichen, oft prächtigen Zunftgegenständen widerspiegelt. Der Rundgang wendet sich schließlich dem Brot als Nahrungsmittel zu; vor allem Informationen zu seiner Qualität und Vielfalt sowie Ernährungshinweise lassen sich hier finden.

Der Mensch und das Brot
Brot hat eine Bedeutung, die weit über seinen Wert als Nahrungsmittel hinausgeht. Im jüdischen und christlichen Glauben ist das Brot ein Symbol für das Leben geworden. Dieses religiöse Verständnis von Brot findet Ausdruck in Gemälden und kultischen Geräten. Bis vor 250 Jahren war der Mangel an Brot gleichbedeutend mit Hunger, da kaum andere Grundnahrungsmittel – wie Kartoffeln, Mais oder Reis – zur Verfügung standen, auf die ausgewichen werden konnte. Die Ausstellung zeigt in verschiedenen Epochen – Altes Ägypten, Antike, Mittelalter und Neuzeit – die Bedeutung von Hunger, dessen Ursachen und den Umgang der Menschen mit dieser Bedrohung auf. Doch der Hunger ist nicht allein ein Phänomen der Vergangenheit, sondern bedroht weiterhin mehr als 800 Millionen Menschen. Deshalb ist ein Teil der Ausstellung auch der gegenwärtigen Welternährungslage gewidmet. Schließlich bietet eine Auswahl aus der Kunstsammlung des Museums dem Besucher einen Einblick in die Geschichte des Brotes als einem selbständigen Gegenstand der Kunst.

Sonderausstellungen
In zahlreichen Sonderausstellungen präsentiert das Museum die verborgenen Bestände aus den Depots und bietet vertiefte Darstellungen zu Themen der Dauerausstellung. Hierzu gehört auch die Übernahme ernährungsgeschichtlicher oder naturkundlicher Präsentationen anderer Institutionen. Regelmäßig werden außerdem Ausstellungen zum Jahresbrauchtum oder zu kulturellen Besonderheiten rund um Brot und Gebäck erarbeitet. Schließlich versteht sich das Museum als Forum für zeitgenössische Künstler, die sich mit den Themen Hunger und / oder Brot auseinandersetzen.

Museumspädagogik
Die verschiedenen museumspädagogischen Angebote richten sich an Besucher aller Altersklassen. Für Kinder im Vorschulalter eignen sich spielerisch konzipierte Führungen, bei denen sie von einer Fantasiefigur wie dem »Bäcker Paule« oder der »Museumsmaus Adelheid« begleitet werden. Im Dialog mit der jeweiligen Figur erfahren die Kinder Wissenswertes über ihr Nahrungsmittel Brot. Für Schulklassen sind Führungen mit verschiedenen Themenschwerpunkten gedacht: Zur Herstellung des Nahrungsmittels Brot, zur Bedeutung von Brot im christlichen Glauben, zu verschiedenen Ernährungsgewohnheiten und Ernährungssituationen auf der Welt und zur Problematik des Hungers in Geschichte und Gegenwart. Die Führung »Vom Korn zum Brot« korrespondiert dabei mit dem Lehrplan der Grundschule. Speziell für den Geschichtsunterricht werden Zusammenhänge zwischen Brotversorgung, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft herausgearbeitet. Die Kunstsammlung wird Kindern aller Altersgruppen durch die eingehende Bildbetrachtungen ausgewählter Kunstwerke erschlossen. Darüber hinaus werden regelmäßig Backaktionen für Kinder angeboten. Hier haben die jungen Besucher Gelegenheit, nicht nur jede Menge über das Backen zu erfahren, sondern auch selbst Gebäcke herzustellen. Erwachsene erwartet ein vielfältiges Führungsprogramm durch die Dauerausstellung. Unterschiedliche Schwerpunkte können nach Wunsch gesetzt werden (Bäckerei, Sozialgeschichte, Kunst). Auch die Möglichkeit, historische Backtechniken unter Anleitung nachzuvollziehen, wie etwa das Ausformen der beliebten »Springerle« mit dem richtigen Teig, richtet sich vornehmlich – aber nicht ausschließlich – an erwachsene Besucher. Jährlich finden verschiedene Aktionstage, Museumsfeste und eine traditionelle Erntedankveranstaltung statt, begleitend zu Ausstellungen außerdem Vorträge, Lesungen und andere Veranstaltungen.

Unterkunft
Das Maritim Hotel Ulm, das durch seine außergewöhnliche Architektur besticht, liegt direkt am grünen Donauufer unweit der malerischen Altstadt mit dem berühmten Ulmer Münster und dem höchsten Kirchturm der Welt. Zum Hauptbahnhof und zum Messegelände sind es nur wenige Fahrminuten und in Verbindung mit dem angeschlossenen Ulmer Kongress-Centrum bietet das Hotel hervorragende Voraussetzungen für geschäftliche wie private Veranstaltungen.

Die 287 Zimmer und 11 Suiten in dem architektonisch außergewöhnlichen Gebäude sind elegant und komfortabel ausgestattet. Das Hotel bietet umfangreiche Tagungsmöglichkeiten, 15 Tagungsräume stehen zur Verfügung. Zusätzlich beherbergt das angeschlossene Kongress-Centrum den „Einsteinsaal“, der bis zu 1.500 Personen fasst, der Keplersaal für bis zu 330 Personen und der Gartensaal. Nach einem langen Tag kann man sich im Schwimmbad mit Sauna, Dampfbad und Ruhebereich entspannen. Für aktive Gäste stehen Fitnessgeräte sowie hauseigene Mountainbikes zur Verfügung.

Frühstück und Mittagessen werden im Restaurant „Ulmer Gulden“ und in der “Donaustube“ serviert. Im eleganten Restaurant „Panorama“ in der 16. Etage – dem höchsten Restaurant von Ulm – bekommt der Gast zum exzellenten Abendessen auch noch einen einzigartigen Blick auf Donau und Altstadt geboten. In der Pianobar spielen internationale Künstler bis spät in die Nacht.

Ausflug nach Römerstein zum Brezeln backen bei BeckaBeck
Interessant wird es, wenn man selbst die Schürze umlegt und anfängt, als Anfänger professionell Brezeln zu backen. Dies war für uns bei BeckaBeck möglich. Seine große Liebe zur Region ist es, die Heiner Beck, Inhaber der Bäckerei BeckaBeck, dazu bewegt, mehr zu tun, als besonders gute Backwaren herzustellen. Als Antreiber vieler Projekte regionaler Produktion wirkt er daran mit, das Bild der Schwäbischen Alb zu prägen. In diesem Jahr feiert die Bäckerei ihr 50jähriges Jubiläum. Was für ein Geschmackserlebnis kann es sein, in ein Brötchen zu beißen. Ohne Butter, ohne alles, einfach nur das Brötchen. Wenn es vom BeckaBeck ist. Wer dort einkauft, weiß, wovon hier die Rede ist. Und er weiß auch, dass die hier nicht Brötchen heißen, sondern Wecken. Weil man hier schwäbisch spricht. Kein Verkaufsgag, sondern Ausdruck der Verbundenheit mit der Region. Genau genommen: Mit den Kunden. Schon der Name BeckaBeck stammt nämlich von denen, die damals sagten „Mir ganget zum Bäcker Beck“ – schwäbisch buchstabiert: BeckaBeck. Der Geschmack steht an erster Stelle „Für mich kommt der Geschmack an allererster Stelle,“ bekennt Bäckermeister Heiner Beck, „dann kommt die Regionalität und dann die Bio-Qualität.“ Das ist der eigentliche Motor seines ganzen Engagements. Alb-Dinkel, Alb-Weizen, Alb-Kräuter und, seit Neuestem, der Lichtkornroggen – für all das setzt er sich ein, um seine Liebe zur Region in ein Geschmackserlebnis zu verwandeln. Die Geschichte der Bäckerei BeckaBeck ist eng verbunden mit der Geschichte der Schwäbischen Alb seit Beginn der 90er Jahre insgesamt. Bis in die 80er Jahre hinein galt die Alb als eine karge, landwirtschaftlich wenig ergiebige und allgemein eher unattraktive Gegend. Heute wird das, was von hier kommt, sowohl von Genießern als auch von Fachleuten hoch geschätzt.

Es begann mit dem Dinkel
Der Dinkel ähnelt dem Weizen, ist aber in vieler Hinsicht das „edlere“ Getreide. Er ist gehaltvoller, geschmackvoller und für den menschlichen Körper auch besser verträglich. Dinkel wird auf der schwäbischen Alb traditionell seit langer Zeit angebaut. Da der Weizen jedoch ertragsstarker ist, hat er in Deutschland den Dinkel im 20. Jahrhundert weitgehend verdrängt. Selbst auf der Alb wurden in den 80er Jahren nur etwa 100 ha Dinkel angebaut. Durch das vermehrte Auftreten von Allergien in den 90er Jahren fand langsam eine Rückbesinnung auf die Vorteile des Dinkels statt. Zu den Pionieren in dieser Zeit gehörte Heiner Beck, der 1991 für die eigene Backstube 25 ha Dinkel auf der Gemarkung der Gemeinde Römerstein anbauen ließ und damit die Marke Uracher Alb-Dinkel kreierte. 1995 zusammen,. 2004 wurde daraus der Schwäbische Alb-Dinkel in Zusammenarbeit mit dem Gründer des Nudelherstellers Alb-Gold, Klaus Freidler aus Trochtelfingen.  Aus Schwäbischem Alb-Dinkel werden bis heute die Dinkelbackwaren von BeckaBeck gebacken. Der Charme alter Sorten Aber nicht nur beim Dinkel, auch bei anderen Getreidearten wird auf der Schwäbischen Alb, und besonders im Umfeld der Bäckerei BeckaBeck und der Römersteiner Mühle, wieder Wert auf andere Qualitäten als der reinen Ertragsmenge gelegt. Alte Sorten, die optimal zu den Bedingungen der Alb passen und von besonderer Qualität sind werden in langjährigem Versuchsanbau neu entdeckt. Der Schwäbische Alb-Weizen beispielsweise braucht weniger Stickstoff-Düngung und liefert im biologischen Anbau eine hohe Back-Qualität. Seine Grannen, beim modernen Weizen weg gezüchtet, leuchten silbrig auf dem Feld. Das kommt von ihrem hohen Gehalt an Silicium, einem sehr wichtigen Mineralstoff für den menschlichen Körper. Noch eindrucksvoller steht die neueste Errungenschaft der Bauern, die die Bäckerei BeckaBeck beliefern im Feld, der Lichtkornroggen. Stolze zwei Meter hoch werden seine starken Halme und seine hellen Ähren bringen die Alblandschaft zum Leuchten.

Handwerkliche Kunst
Der Umgang mit diesen urwüchsigen Sorten stellt allerdings in der Verarbeitung besondere Ansprüche. Bereits in der Mühle sind die kleinen Chargen unterschiedlicher Getreide eine Herausforderung. Beim Backen gehört zur Verarbeitung dieser anspruchsvollen Getreide echte Leidenschaft. Der Umgang mit diesen Mehlen ist eine hohe Kunst. BeckaBeck arbeitet mit einer Vielzahl sorgfältig zubereiteter Vorteige. Wasseraufnahme und Knetzeit der Teige werden immer wieder neu justiert, lange Teigruhezeiten benötigt vor allem der Dinkel. Seine gesamten Mehle bezieht Heiner Beck inzwischen aus regionaler Produktion und aus biologischem Anbau. Aber Äpfel, Milch, Karotten bezieht er von seinen Nachbarn, auch wenn er dafür auf die Bio-Zertifizierung seines Teils seines Sortiments verzichten muss. Regionales Hand-in-Hand Es muss für die besondere Qualität unseres Brotes einiges zusammenkommen. Kleine regionale Initiativen müssen wieder Sorten kultivieren, die den regionalen landwirtschaftlichen Gegebenheiten entsprechen, und sich dabei mit den Anbau-Methoden auseinandersetzen, die diese Getreidesorten verlangen. Es braucht auch die Bereitschaft, etwa eines Heiner Beck, den Landwirten in langfristigen Verträgen gute Preise zuzusichern, damit sie sich auf Abenteuer wie diese einlassen können. So entstehen Nahrungsmittel, die ganz andere Wurzeln haben. „Wurzeln“ im wörtlichen und im übertragenen Sinn. Mehr Natürlichkeit im Landschaftsbild wie auch in der Zusammensetzung der Nährstoffe, mehr Individualität und handwerkliches Geschick in der Herstellung, aber auch mehr Bezug zur Region, ihrer Eigenart und ihrer tief verwurzelten Geschichte. Wahrer Genuss ist es, auch dieses aus dem, was wir essen heraus zu schmecken.

Ausflug nach Giengen in DAS STEIFF MUSEUM
Im Jahr 2005, anlässlich des 125-jährigen Firmenjubiläums der Margarete Steiff GmbH, öffnete das Steiff Museum seine Tore und ist seitdem eine wunderbare Erlebniswelt für die ganze Familie. Hier haben Kinder, Erwachsene, Sammler und Kuscheltierfreunde die einmalige Möglichkeit, sich über die Geschichte und die Produkte der weltbekannten Teddybärmarke Steiff “Knopf im Ohr” zu informieren.
Auf einer Gesamtfläche von 2.400 Quadratmetern und über drei Ebenen sind über 2.000 Steiff Tiere zu besichtigen und auf Deutsch, Englisch und Japanisch zu erleben.
Die markante Architektur des runden, messingfarbenen Gebäudes in Giengen an der Brenz symbolisiert das Markenzeichen des Unternehmens, den “Knopf im Ohr”.
Der Durchbruch in der Unternehmensgeschichte erfolgte 1903, als ein Amerikaner auf der Leipziger Frühjahrsmesse auf der Suche nach einem innovativen Spielzeug kurz vor Schluss noch 3.000 Teddybären bestellte. Hier beginnt die virtuelle Reise auf dem Planeten Plüsch: Die Teddybären Knopf und Frieda erzählen zunächst die mysteriöse Geschichte von den auf der Reise verschwundenen Teddybären und machen sich gemeinsam mit den Besuchern auf die Suche.

Anschließend gelangen die Gäste in den nächsten Abschnitt des Museums und können dort tiefer in die über 130-jährige Geschichte der Margarete Steiff GmbH eintauchen und die einzigartige Produktvielfalt kennen lernen.

Vor dem detailgetreuen Nachbau der Nähstube von Margarete Steiff kann man sich bildlich vorstellen, wie die Erfolgsgeschichte des Unternehmens begann. In der eigens für das Museum eingerichteten Schaufertigung erleben sie, wie in aufwändiger Handarbeit und mit viel Liebe zum Detail Schritt für Schritt ein original Steiff Tier entsteht. Ergänzt wird das Steiff Museum vom größten Steiff Shop der Welt sowie dem Bistro Knopf mit 70 Sitzplätzen. Darüber hinaus finden das ganze Jahr hindurch zahlreiche Events wie zum Beispiel der Steiff Sommer oder der Steiff Weihnachtsmarkt statt.

2010 eröffnete das Steiff Museum den weltgrößten begehbaren Steiff Streichelzoo. Viele lebensgroße exotische Schautiere haben nach dem Umbau des Steiff Museums Einzug in das zweite Obergeschoss gehalten. Kinder können auf lebensgroßen Tigern, Elefanten oder Kamelen durch exotische Dschungellandschaften reiten oder unter Palmen mit imposanten Gorillas kuscheln.

Seit April 2011 findet man eine weitere Sensation im Museumsgebäude. Durch eine 15 Meter lange Steiff Schlangenrutsche gelangt man von der Großtierwelt im 2. OG hinunter in das 1. OG des Museums. Das erste begehbare Steiff Tier ist zugleich die längste Plüsch-Rutsche der Welt: Die Außenwand der Edelstahl-Rutsche ist mit 60 Quadratmetern grünem Plüsch verkleidet, was den Eindruck einer echten überdimensionalen Schlange vermittelt. Der Kopf der Schlange am unteren Ende der Rutsche schaut direkt in einen Bambuswald. Die Kinder tauchen so bei ihrem Rutsch in die Tiefe in einen Urwald ein, in dem weitere Tiere auf sie warten.

Seit mehr als 130 Jahren ist Steiff ein Synonym für Kindheitsträume: „Für Kinder ist nur das Beste gut genug“ – dieses Leitbild formulierte Margarete Steiff. Das Konzept des Steiff Museums steht für diese Werte und vermittelt sie dem nationalen und internationalen Publikum, das hier unvergessliche Stunden in einer traumhaften Kulisse erlebt.

Weitere Informationen bei:

Tourist-Information Ulm/Neu-Ulm
Münsterplatz 50
89073 Ulm
Tel.: 0731 161-2830
Fax: 0731 161-1641

Maritim Hotel Ulm
Basteistraße 40
89073 Ulm
Telefon: +49 (0) 731 923-0
Fax: +49 (0) 731 923-1000
Reservierung: +49 (0) 731 923-1791

Text und Fotos:

Matthias Dikert