Bad Reichenhall

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Bad Reichenhall

Im Jahre 1159 wurde Reichenhall (Hall) urkundlich erstmals als „Stadt“ (civitas) bezeichnet. Während des 12. Jahrhunderts befand sich die Stadt auf ihrem wirtschaftlichem und finanziellen Zenit, was sich in einer monumentalen romanischen Bautätigkeit (Basilika St. Zeno; Ägidi- und Nikolauskirche, Gruttenstein und Ummauerung der Stadt) noch heute widerspiegelt.

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Ein besonders großzügiger Inspirationsgeber ist in Bad Reichenhall auch die Natur. Das beginnt bereits mit dem Königlichen Kurgarten, 1868 angelegt durch den berühmten bayerischen Hofgärtner Josef Effner. Vor imposanter Gebirgskulisse überrascht die Anlage mit einer fast schon verschwenderischen Blumen- und Pflanzenpracht. Noch heute gilt der denkmalgeschützte Königliche Kurgarten als einer der schönsten Europas. So schaut man beim Verweilen im Königlichen Kurgarten kurz auf, atmet tief durch. Dieses einzigartige Ambiente des idyllischen Parks mit seinem imposanten AlpenSole-Freiluftinhalatorium Gradierhaus beruhigt die Sinne. 

Beim Philharmonischen Kurkonzert mit der Bad Reichenhaller Philharmonie und ihren Ensembles, die im Sommer Open-Air im Kurgarten stattfinden, kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen und sich inmitten von blühenden Pflanzen und erhabenen Bäumen vollkommen entspannen. 
Seit den Anfängen des „Fremdenverkehrs“, seit fast 150 Jahren, spielt im Staatsbad Bad Reichenhall / Bayerisch Gmain ein Berufsorchester in großer sinfonischer Besetzung. Als das Orchester der Region erfüllt die Bad Reichenhaller Philharmonie unter ihrem Chefdirigenten Prof. Christoph Adt (seit 2011) und dem Intendanten Stephan Hüfner (seit 2007) einen staatlichen Kultur- und Bildungsauftrag: sie versorgt Südostbayern mit einer eigenen Orchesterkultur. 

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Die Bad Reichenhaller Philharmonie ist das weltweit einzige ganzjährig Kurmusik spielende Orchester und zugleich das einzige Kulturorchester in Südostbayern. Mit viel Liebe pflegen die 40 Musikerinnen und Musiker die stolze Tradition und heilsame Wirkung dieses Genres. Kurmusik trägt bis heute zur Erholung und damit zum Kur-Erfolg bei. Die Bad Reichenhaller Philharmonie und Ensembles spielen das ganze Jahr über rund 350 Konzerte in höchster Qualität und mit leidenschaftlicher Spielfreude.
Getragen wird die Bad Reichenhaller Philharmonie von einem gemeinnützigen Verein, dessen Mitglieder mit großem ideellem und finanziellem Engagement den Fortbestand des Orchesters sichern.

Als 1886, der renommierte Münchner Kapellmeister Josef Gung’l das Reichenhaller Kurorchester gründete, war die Stadt bereits auf dem besten Weg zum Weltkurort.

Auch in anderen Kurorten gehörte ein Kurorchester zur unverzichtbaren Ausstattung; so wollte man gerne den begehrten Titel „Bad“ erringen. Das Reichenhaller Orchester entwickelt sich schnell und war um die Jahrhundertwende kulturelles Zentrum der Stadt, als höchste gesellschaftliche Kreise in „Bad“ Reichenhall verkehrten und die niveauvolle kulturelle Unterhaltung in der grandiosen alpinen Umgebung genossen. 

In dieser Zeit und in diesem Geiste entstanden viele der Werke, die heute noch das Repertoire der Philharmonischen Kurmusik in Bad Reichenhall prägen. 

Ebenfalls im Herzen der Kurstadt locken der Ortenaupark mit Barfuss-Pfad sowie der Rupertuspark mit generationsübergreifenden Fitness-Geräten. Die grünen Oasen sorgen für gute Luft und sind für Gäste und Bewohner kleine, erholsame Ruheinseln in der grünen Alpenstadt. 

Den ältesten Teil von Bad Reichenhall muss man sich unbedingt ansehen. Von den Feuern, die Bad Reichenhall einst vollkommen zerstörten, blieb das historische Florianiviertel glücklicherweise verschont. Mit seinen giebelständigen Häusern mit den weit vorspringenden Flachsatteldächern und seinen Wehrturm spürt man hier eine ganz besondere, fast beruhigende Dorf-Atmosphäre mit bayerisch-alpinem Charakter.

Wer sich hingegen durch ein bewusstes Erleben von Weite stimulieren lassen möchte, schwebt mit der ältesten ganzjährig verkehrenden Großkabinenseilbahn der Welt auf den Reichenhaller Hausberg, den 1614 Meter hohen Predigstuhl. 

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Besonders erhebend ist der Blick auf die Bergwelt von der Caféterrasse des 2014 nach umfangreicher Restaurierung wieder in altem Glanz erstrahlenden Bergrestaurants. Original Lounge-Sofas und -stühle aus den 1950er Jahren sowie nostalgisches Holzmobiliar laden dabei nicht nur zum Verweilen ein, sondern sind eines von vielen Beispielen, wie man es in Bad Reichenhall versteht, eigene Geschichte und zeitgemäße Urlaubs-Ansprüche gekonnt zu vereinen. 

Das Thema Salz spielt in der alten Saline eine große Rolle. Bereits 1846 galt die alte Saline als „Schönste Saline der Welt“ und zählt heute zu den bedeutendsten Industriedenkmälern Bayerns. Das Markenmuseum der Alten Saline bringt Ihnen die lange Tradition der Salzmarke Bad Reichenhaller, der Saline und des „weißen Goldes“ näher. Der Salzshop bietet zudem einen Überblick über alle Produkte der bekannten Salzmarke. Lange Zeit galt Salz als begehrte Kostbarkeit, die für Macht und Reichtum stand. Ein Schatz, welchen die Erde nur an wenigen Orten freigibt – so zum Beispiel in Bad Reichenhall. Die Alte Saline ist prunkvolles Wahrzeichen dieses Reichtums und gilt als historische Heimat der bekanntesten Speisesalz-Marke in Deutschland – Bad Reichenhaller. Die Marken-Salze stehen für reine, natürliche Produkte, gewonnen aus der ursprünglichen Natursole der Alpen. Dieses salzhaltige Quellwasser liefert seit Jahrhunderten die Basis für das „weiße Gold“ aus Bad Reichenhall.

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Die ältesten urkundlichen Nachweise über das Bad Reichenhaller Sudwesen stammen aus dem siebten bis achten Jahrhundert. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1834, bei dem die Alte Saline fast vollständig zerstört wurde, ließ König Ludwig I. die Saline im byzantinisch-neuromanischen Stil wiedererbauen und zeitgemäß modernisieren. Nicht nur oberirdisch beeindruckt der Quellenbau seitdem mit seinen sich unentwegt drehenden Wasserrädern die Besucher. Für eine Umdrehung benötigen die gewaltigen, 13 Meter hohen und 13 Tonnen schweren Räder dreieinhalb Minuten – am Ende jeder Runde ertönt ein Glockenschlag. Tief unter der Erde ziehen sich in Marmor gefasste Solequellen durch ein weit verzweigtes Stollensystem. Sie münden in ein ausgebautes Gewölbe – das älteste unverändert erhaltene Bauwerk Bad Reichenhalls. Die einstündigen Führungen durch Hauptbrunnhaus, Stollen und Salzgrotte der Alten Saline enden im neuen Bad Reichenhaller Markenmuseum. Hier erfahren die Besucher alles Wissenswerte zur Salzgewinnung, Fakten und Mythen rund um das „weiße Gold“ und Interessantes aus der Geschichte der bekanntesten deutschen Salzmarke. Der angeschlossene Salzshop bietet schließlich das gesamte Sortiment der Bad Reichenhaller Speisesalz- und Gesundheitsprodukte sowie Poster und Postkarten als schöne Erinnerung.

Öffnungszeiten: 1. Mai bis 31. Oktober: täglich 10:00 11:30 Uhr und 14:00 16:00 Uhr, 2. November bis 30. April: Di. Fr. 10:00 11:30 Uhr und 14:00 16:00 Uhr, Erster Sonntag im Monat 14:00 16:00 Uhr

Bei der Unterkunft bietet Bad Reichenhall eine breite Auswahl von der gemütlichen Familien-Pension über den alteingesessenen Gasthof bis zum klassischen Kurbad-Hotel mit Stil und Geschichte. Die Klasse des historischen Alpen-Grandhotels vertritt dabei das „Wyndham Grand Bad Reichenhall Axelmannstein Hotel“, gelegen in einem 30.000 Quadratmeter großen Park mit eigenem See. Jugendstil-Palais wie das „Parkhotel Luisenbad“ oder die „Hotel Villa Rhein“ lassen die Zeit der Belle Époque anklingen, während man im „Brauereigasthof Bürgerbräu“ im historischen Ambiente eines typisch bayerischen Brauerei-Gasthofs nächtigt. Wer gerne etwas weiter draußen in der Natur wohnt, findet auch in der unmittelbaren Umgebung gepflegte Hotels und Pensionen unterschiedlichster Preisklassen. Beste Voraussetzungen also für einen schönen Urlaub!

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1. Kreativ-Wochenende Bad Reichenhall

Weitere Informationen bei:

Bayerisches Staatsbad Bad Reichenhall
Kur­GmbH Bad Reichenhall/ Bayerisch Gmain
Wittelsbacherstraße 15, D­83435 Bad Reichenhall
Geschäftsführerin: Gabriella Squarra
Fon: +49 8651 6060
Fax: +49 8651 606 104

Text:

Matthias Dikert

Fotos:

Matthias Dikert