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WÜRZBURG AM WEIN

Main und Wein, ein ideales Paar im Gleichklang und in Würzburg innig vereint. An lauen Sommerabenden die Promenade entlang bummeln, mit Brückenschoppen von Ufer zu Ufer. Den Süden spüren. Tagen und Tafeln, auch das passt hier zusammen, dazu schönes Schauen. Von hoch oben, vom Käppele nach steilem Anstieg zur Wallfahrtskirche oder von der Festung hinunter über Rebenhänge auf die Flusspartie mit steinernen Brücke, Mühle und Wehr sowie Kranen. Und weiter zur Residenz. Dort dann der Blick nach oben, zu Tiepolos Götterhimmel im profan gesagt Treppenhaus.
Hinaus in den herrlichen Hofgarten, hinüber zum Juliusspital – und Gutes tun beim Glas Silvaner oder zwei. Innehalten im Lusamgärtchen beim Gedenken an den Minnesänger Walther von der Vogelweide. Würzburg hat so viel zu bieten – sogar das einzige Beispiel von Revolutionsarchitektur auf deutschem Boden. In Gestalt vom alten Frauengefängnis.
Und am Main gibt’s weitere lohnende Ausflugsziele – bekannte wie Sommerhausen und eher unbekannte.

Vier Sterne Hotel-Blick

Zentral gelegen erwartet das gediegene Maritim seine Gäste. Dank der direkten Lage am Main bietet sich ein herrlicher Ausblick auf die Festung Marienberg hoch über der Stadt und die Steilhänge der Weinberge gegenüber. Die barocke Innenstadt mit der Residenz lässt sich bequem zu Fuß erkunden, und die Uferpromenade beginnt praktisch vor der Tür. Stilvolles Ambiente, verbunden mit herzlicher Gastfreundschaft, und der direkte Anschluss an das frisch renovierte und erweiterte Congress Centrum Würzburg schafft ideale Voraussetzungen für jeden Reiseanlass. Auch für Speis und Trank, beispielsweise in der „Fränkischen Weinstube“ oder auf der Terrasse, ist bestens gesorgt.

Die einzige „begehbare Postkarte“

Dank unvergleichlicher Aussicht hinüber auf die Festung Marienberg und das Käppele weiter oben wie den Fluss entlang zum Alten Kranen und Alten Mainbrücke! Das sind auch beste Aussichten für eine erfolgreiche Tagung. Das Congress Centrum Würzburg kurz CCW, mit seiner brandneu gestalteten, sehr lichten Panorama-Ebene schafft eine inspirierende Veranstaltungsatmosphäre im Einklang mit dem benachbarten Maritim. Multifunktionale Räume sorgen dabei für vielerlei Kombinationsmöglichkeiten, von der Familienfeier bis zum Kongress. Das Herzstück des CCW, der Franconia-Saal mit seiner Kapazität für 1.635 Gäste, glänzt besonders hervor. Aus „Würzburgs einzig begehbarer Postkarte“ – gut gesehen und gesagt, Herr Direktor!

Weinreiche wie wohltätige Stiftung

1576 legte Fürstbischof Julius Echter den Grundstein zu einer Stiftung, die Jahrhunderte überdauerte und heute noch dem Menschen dient. Krankenhaus, Senioren-, Pflege- und Pfründestift sowie andere gemeinnützige Einrichtungen gehören dazu, wobei Gewinne aus Land- und Forstwirtschaft zur Erfüllung der sozialen Aufgaben erzielt werden. Das Weingut gilt als das wohl prominenteste Stück der Stiftung Juliusspital Würzburg. Es ist mit einer Jahresproduktion von rund 1 Million Flaschen das zweitgrößte Deutschlands sowie größtes Silvaner-Weingut weltweit. 177 ha an Weinbergen nennt es sein eigen, in den Paradelagen Mainfrankens, beispielsweise dem Würzburger Stein. Die Bocksbeutel haben als Kennzeichen eine Schulterwappen-Prägung mit dem Amtssiegel des Stifters. Dann geht’s in die Tiefe: Unter dem Fürstenbau des Juliusspitals erstreckt sich auf 250 Meter der Holzfasskeller mit 220 teils üppig verzierten Fässern und altem Winzergerät. Hier genießen wir eine Weinprobe mit besten Sorten und fränkischen Schmankerln. Gut eingeschenkt wie aufgetischt wird auch in den gemütlichen, rustikalen Weinstuben des Gutes an der Juliuspromenade 19. Vorher oder nachher lädt der Park am Fürstenbau ein zum Spaziergang – vom prächtigen Brunnen zu blauen Kunstobjekten am Wege.

Lohnendes Ausflugsziel

Das schmucke Sommerhausen begeistert mit seiner reizvollen Lage im Maintal und dem romantischen Ortsbild. Eine gut erhaltene Stadtmauer – der ausgeschilderte Rundgang führt teils daran entlang – umschließt viele Sehenswürdigkeiten, so das Schloss, dass aus dem 16. Jahrhundert stammende Rathaus, die Bartholomäus-Kirche und zahlreiche gut gepflegte Bürgerhäuser aus früheren Jahrhunderten. Mit seinen Brunnen, Türmen und Toren – eines beherbergt die kleinste Spielstätte Deutschlands, das in der Fachwelt sehr bekannte Torturmtheater – wie heimeligen Gassen bietet der von Reben umgebene Ort genügend Abwechslung für ein paar erfüllte Stunden. Hier und da gibt es noch Höfe mit altem Handwerksgerät zu entdecken. Danach bleibt noch Zeit für den Wein-Kultur-Weg. Er beginnt am Rathaus und leitet den Gast durch den Mauerdurchlass am Flurers hinaus und hinauf in die Weinberge. In Hang- sowie Steillagen wachsen auf charakteristischen Muschelkalkböden ausgezeichnete Weine mit hohem Extrakt-Gehalt und individuellem Charakter. Wie noch zu kosten sein wird.

Ein Essig macht Lust auf mehr

Sauer macht lustig sagt der Volksmund und so lassen wir uns vor dem Wein erst mal den leckeren Essig munden. Schon bald nach Gründung als Familienunternehmen vor beinah 300 Jahren stand der Name Gebhardt für beste Produkte aus eigener Manufaktur. Ernst Gebhardt, Essigsieder, erklärt gern wie er durch zweifache biologische Fermentation die Essenz gewinnt. Zuerst wird der beispielsweise in Früchten erhaltene Zucker zu Alkohol vergoren. Dann wandeln sogenannte Essigbakterien – bei Gebhardt werden sie speziell gezüchtet, das garantiert Qualität und setzt volle Aromen frei – den Alkohol aus Schnaps, Bier oder Wein in Essigsäure um. Gebhardt bezieht diese Grundstoffe nur von Winzern und Brennereien aus Mainfranken und fertigt seit gut 60 Jahren im Essigbildner.
Bei Fruchtessig kommt eine besondere Geschmacksnote noch dazu, das geht sogar mit Löwenzahnblüten, schmecken wir raus. „Sehr kräuterig“ heißt es in der Beschreibung. Sauerkirsche, mit Bittermandel im Abgang, dann Apfel-Balsamico, Essig aus fruchtigem Apfelmost. Weich und feinfruchtig meint der Kenner, Süße kommt nur durch Lagerung, notieren wir. Honigessig, ganz klar, aber unser Favorit bleibt Schwarze Johannisbeere, schön kräftig. Tradition verpflichtet und so dient der Leitspruch aus Wirtschaftswunder-Jahren auch zukünftigen Generationen – „Gebhardt´s Essig: zuverlässig“.

Das Weinschloss der Fränkisch Frechen

Die Winzertradition der Familie Steinmann reicht zurück bis ins Jahr 1537. Nach vorne gerichtet ist der Blick vom jungen Team heute welches das 25 Hektar große Weingut in 15. Generation führt. 1435 wurde das Schloss erbaut, das Gut von Schenk Konrad IV. von Limpurg gegründet. Jahrhunderte lieferte es als „Kellerey“ der Erbschenken des Heiligen Römischen Reiches zur Krönung deutscher Könige und Kaiser ganz edle Gewächse von Weinberglagen die seit 1147 urkundlich nachgewiesen sind. Aber Stillstand oder Statik ist Steinmanns Sache nicht. Das zeigt schon das Angebot mit der „Selektion Steinmann“ oder fünf innovativen „Fränkisch Frechen“. Ohne viel Worte, ä bissle rosa, NUR WEIN, Zinnober und Läuft! Dazu gehört Mut gepaart mit viel Weinwissen und Küferkönnen. Wie bei den Raritäten, dem prämierten 2012er Orange und Scheherazade, ein Tropfen für mindestens eine von 1001 Nacht. Alle Reben stehen auf Muschelkalkboden, wobei der Weinberg Steinbach wegen seines Mineraliengehalts und dem besonderen Ton im Boden als einzigartig gilt. So ist es nur natürlich das im 580 Jahre alten Sektkeller vom Schloss hochwertige Gutsweine nach der Champagnermethode zu Sekt veredelt werden.

Die Festung oberhalb (und in) bester Lage

Auf dem Marienberg über dem Main gab es bereits zur späten Bronzezeit eine befestigte Siedlung der Kelten. Um 1200 wurde die Burg errichtet mit Bergfried und dem Brunnen, achteckiger Bau, 104 Meter tief und von zwei Quellen gespeist. Auch die merowingische Marienkirche steht im nun inneren Burghof den man durch das Scherenbergtor betritt. Den Mauerkranz der Burganlage wurde im Südosten, Nordosten und Nordwesten durch Türme verstärkt. Ab 1253 residierten die Fürstbischöfe auf dem Berg. 1525 belagerten ihre aufständischen Untertanen im „Bauernkrieg“ erfolglos die Burg für 10 Tage im Mai. Mit über 15 000 Mann gegen nur 250 Verteidiger – aber ohne weitreichende Kanonen. Mehr als 10 000 Bauern wurden Anfang Juni nach dem Rückzug schlicht abgeschlachtet. Unter Julius Echter von Mespelbrunn zog die Renaissance ein, so 1579 in die Bibliothek. Erfolgreicher verlief dann 1631 der Angriff der Schweden unter Gustav II. Adolf welche am 18. Oktober die Burg zwar eroberten – aber im 30jährigen Krieg nicht lange hielten. Ab 1642 wurde der Marienberg zur barocken Festungsanlage ausgebaut, kilometerlang Mauern gezogen, Bastionen aufgeführt, Toranlagen eingefügt – manche heute von Reben umgeben. Als ornamental gestaltetes Grün im Festungskomplex zieht der Fürstengarten, Anfang des 18. Jahrhunderts neu gestaltet, so manchen Besucher in seinen Bann. Bevor es dann zum Zeughaus mit den Kunstwerken geht. Im Mainfränkischen Museum lohnen besonders die weltbekannten Renaissance-Bildwerke von Tilman Riemenschneider. Das Fürstenbaumuseum im Ostflügel zeigt neben kostbaren Möbeln und Wandteppichen als interessantes Highlight die fürstbischöfliche Schatz- und Paramentenkammer.

Mit dem Segway durch die Stadt

Die 247 Stufen vom Stationsweg zum Käppele hoch sind mit dem Segway wohl nicht zu empfehlen. Aber die Mainpromenade entlang, Halt beim Alten Kranen oder Rast auf der Alten Brücke bei dieser oder jener Heiligenfigur und dann vom Grafeneckardt, Rathaus und Vierröhrenbrunnen zum Neumünster sowie zum nahen Dom. Manche Altstadtgasse konnte ihren Charme bewahren, oder neu erlangen. Fahrfreude kommt auf, nur: Obacht bei Bordsteinen und stets das Gleichgewicht halten. Diese Tour endet vor der Residenz. Hier begrüßt uns ein echt fränkischer Fremdenführer, mit dem wir sie besichtigen. Wer will, kann mit dem Segway auch auf längere Tour dahingleiten.

Würzburger Weltkulturerbe

Die einstige Residenz der Fürstbischöfe, 1720 begonnen und 1780 innen fertiggestellt, ist seit 1981 UNESCO-Weltkulturerbe. Das Hauptwerk des süddeutschen Barock wurde bis 1744 im Rohbau errichtet – nach Plänen des jungen noch unbekannten Architekten Balthasar Neumann. Als sein Meisterstück betrachtet man das grandiose Treppenhaus –
540 Quadratmeter Grundfläche, 23 Meter hoch und gänzlich ohne Stützen und Säulen emporgezogen. Mit einem Muldengewölbe das auf seine Ausgestaltung wartete durch einen Meister der Malerei. Man schaute nach Venedig und bat Giovanni Battista Tiepolo zu kommen. Der rüstige Herr kletterte trotz Gicht aufs Gerüst und schuf liegend knapp unter der feuchten Fläche das berühmteste Deckenfresko der Welt. 600 Quadratmeter groß. An den Seiten das bunte Treiben fremder und ferner Völker, die Darstellung von Amerika, Asien und Afrika aus damaliger Sicht sowie die Allegorie der Europa mit dem Würzburger Hof in herausragender Position samt Bildnis des Auftraggebers Karl Philipp von Greiffenclau. Und darüber dieser von Götterscharen – nicht wie man meinen sollte Heiligen – bevölkerte dramatisch bewegte Himmel. Von hellblau bis so scheint es Gold.

Die Raumfolge der Residenz leitet den Besucher mit Auftakt in Vestibül und Gartensaal über das Treppenhaus und durch den Weißen Saal weiter bis in den Kaisersaal, ebenso mit Fresken von Tiepolo. Über 40 Räume sind im Schloss zu besichtigen. Am schönsten ist das rekonstruierte Spiegelkabinett – nach Meinung der Fachleute das „vollkommene Raumkunstwerk des Rokoko“. Kunst und Natur vereinen sich beim Spaziergang durch den Hofgarten der von der Schauseite des Ostflügels ansteigt. Im Sommer wandelt man im Grün der Arkaden ums Wasserbecken und den Hang hinauf zu den Barockbastionen die dies Arkadien umschließt.

Weitere Informationen bei:

Congress – Tourismus – Wirtschaft
Am Congress Zentrum
97070 Würzburg
Telefon: 0931 37 23 35
Telefax: 0931 37 36 52

Maritim Hotel Würzburg
Pleichertorstr. 5
97070 Würzburg
Telefon: 0931 30 53 – 0
Telefax: 0931 3053-900
Reservierung: 0931 3053-832

Text:

Christoph Merten

Fotos:

Matthias Dikert

Bilder Residenz Würzburg
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