Der Filmpark

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Potsdam-Babelsberg

Besuch im Filmpark Babelsberg

Der Filmpark Babelsberg ist ein Freizeitpark in Potsdam-Babelsberg. Mit dem Auto erreicht man ihn von Berlin auf der A 115 an der Ausfahrt Potsdam-Babelsberg, die Schnellstraße entlang bis zur Abfahrt Medienstadt und der Ausschilderung „Filmpark Babelsberg“. Weitere Optionen sind die S 7 bis S-Bahnhof-Babelsberg, dann mit dem Bus 601 oder 690, oder ca. 15 Min.Fußweg vom S-Bahnhof-Griebnitzsee, oder auch ab Potsdam Hauptbahnhof mit den Buslinien 601 und 690.

Der Haupteingang befindet sich in der Großbeerenstraße und ist von April bis November täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Etwa 16 CTOUR isten wurden von dem Geschäftsführer Friedhelm Schatz und der Marketingchefin Annette Ernst herzlich begrüßt.

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Der Filmpark liegt auf dem großen Gelände der sogenannten Medienstadt Babelsberg, direkt neben dem traditionsreichen Filmstudio Babelsberg, welches früher der UFA und dann der DEFA gehörte. Marlene Dietrich begründete hier ihren Weltruhm, Regisseur Fritz Lang schrieb mit „Metropolis“ Kinogeschichte und die DEFA produzierte in Babelsberg Klassiker wie „Spur der Steine“ mit Manfred Krug, legendäre Indianerfilme und zauberhafte Märchenfilme, wie „Die Geschichte vom kleinen Muck“.

Unsere VIP-Shuttle-Tour startete durch die Medienstadt. Ungefähr 130 Firmen spiegeln mit ihren Tätigkeitsprofilen die gesamte Bandbreite der heutigen Medienlandschaft wieder. Mit ca. 2500 festen und freien Mitarbeitern ist Babelsberg einer der größten Arbeitgeber der Region Berlin-Brandenburg. Mit dem Rundfunk Berlin- Brandenburg und der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ gehören auch eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, sowie eine engagierte Ausbildungsstätte für junge Film- und Medienschaffende zur Medienstadt, ebenso wie das Filmorchester Babelsberg und Radio Teddy.

Auf der geführten Rundtour, die von Sabine von Bassenheim kommentiert wurde, kamen wir an Drehorten und Sets der Filme „Sonnenallee“, „Der Pianist“, oder „Der Baader-Meinhof-Komplex“ vorbei. Die original-getreuen Fassaden der Gebäude einer Berliner Straße, von Bildhauern, Stuckateuren und Kunstmalern aus Pappmaschee gefertigt, und von hinten mit einem Gerüst gestützt, hinterließen einen unvergesslichen Eindruck. Ein Highlight war das „Original G Z S Z – Außenset“, das einmalige Einblicke in die tägliche Arbeit der Serienstars bot. Autogrammjäger kommen auch nicht zu kurz, denn an jedem letzten Sonntag im Monat kann man einen Star zu einer Autogrammstunde persönlich treffen.

Überwältigend war die Besichtigung des größten europäischen Requisitenfundus, einer einzigartigen Ansammlung tausender Exponate namhafter Filmproduktionen.
Sämtliche Möbel aus dem 17. Jahrhundert bis heute waren zu entdecken und in der Kleinrequisite konnte man unzählige Schulranzen, Koffer, Gläser und verschiedene Porzellane entdecken.

Übrigens wurde kurz nach der Deutschen Wiedervereinigung auf dem Babelsberger Studiogelände im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme begonnen, ein Film- und TV-Erlebnis aufzubauen, welches im August 1991 seine Pforten öffnete. Zu sehen war damals ein Schneideraum, typische Filmarbeitsplätze, Stücke aus dem Fundus und einige Außendekorationen. Im August 1993 wurde die 1. Filmerlebnispark-Studiotour eröffnet, die ein bisschen an die Universal Studios Hollywoods angelehnt war. Im Herbst hatte die erste Stuntshow Premiere und fünf Jahre später kam unter Beteiligung von Janoschs Traumland der Kinderpark „Panama“ dazu.

Ein paar Meter vom Haupteingang entfernt, steht der original Bauwagen der Sendereihe Löwenzahn. 

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Wir konnten das historische Originalgefährt mit Stuhltreppe und Dachterrasse bewundern und dort anhalten, wo Peter Lustig 25 Jahre lang Fernsehgeschichte geschrieben hat.
In der Straße der Giganten wurden imposante Großfiguren aufgestellt, die Zeugen der langjährigen Geschichte der Filmstadt sind. Zu den überdimensionalen Statuen zählen der Lügenbaron „Münchhausen“, das Steinbeißerbaby aus der „Unendlichen Geschichte“, der Riesengorilla „King Kong“ und Maria aus der „Metropolis“.

Über 20 Jahre bietet nun der Filmpark seinen großen und kleinen Zuschauern viele Attraktionen und Shows, die im Gedächtnis bleiben. Und jedes Jahr kommen neue Abenteuer hinzu. Vier Shows laufen täglich, gegen 11 Uhr beginnt das Filmtierquiz im Fernsehstudio 1. In einem spannenden Quiz lüften erfahrene Filmtiertrainer die Geheimnisse der tierischen Helden in Film und Fernsehen. Dabei werfen faszinierende Tiere wie Vogelspinnen, Bartagamen, der Uhu Gonzo, oder der Bordercollie Wallace knifflige Fragen auf, die für alle Zuschauer einen tierischen Spaß ergeben.
In der täglichen Fernsehshow um 12 Uhr stehen die Gäste als Nachrichtensprecher, oder Wetterfrösche vor oder hinter der Kamera. Bei der Mitwirkung an den verschiedenen Sets erfahren sie live, wie Fernsehen gemacht wird.

Bevor wir die Stuntshow im Vulkan gegen 14.30 Uhr erleben, statten wir dem 4 D- Actionkino einen Besuch ab. Angeschnallt, mit einer 3 D-Brille versehen, setzen wir uns auf einen Stuhl und folgen in einer actionreichen Tour den imaginären Filmhelden durch die Skyline der Großstadt. Sieben Minuten Nervenkitzel pur und natürlich Kreischen erlaubt
Weitere High-Tech-Abenteuer erleben wir im „Dome of Babelsberg“, dem weltweit ersten interaktiven XD-Erlebniskino. In ergonomisch geformten Sitzen, bewaffnet mit Laserpistolen und XD-Brillen jagen wir in einer waghalsigen Fahrt auf einer 116 Quadratmeter großen Rundbogenleinwand Mumien und Monster durch schaurige Welten. In der Blauen Kugel, die viele Jahre in Berlin als Fernsehstudio diente, bewegen sich die Sitze und die zusätzlichen Effekte des Windes und Nebels verstärken noch das außergewöhnliche Abenteuer.
Zum Mittagessen hatte uns die Filmparkcrew in das Erlebnisrestaurant „Prinz Eisenherz“ eingeladen.

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Mit Originalrequisiten des Films „Prinz Eisenherz“ genossen wir kulinarische Köstlichkeiten. Der Flammkuchen gehörte dazu, wie Dinnershows rund um die Mythologie aus der Zeit der Prinzen, Ritter und Mägde. 

Nach der Mittagspause wartete um 14.30 Uhr eine neue Sehenswürdigkeit auf uns, und zwar die Stuntshow im Vulkan.
Für die Vulkanarena, die ab 1998 in 6-monatiger Bauzeit fertig wurde, konnten 120 Tonnen original Lavagestein aus der Eifel genutzt und 15 000 Kubikmeter Erdreich am Bauplatz selbst bewegt werden. Ein großer Teil der Felslandschaft besteht aus receycelten Betonstraßen, die einst durch die legendäre Filmstadt führten. Der Krater hat einen Umfang von 250 Metern und steht auf einer Fläche von 4500 Quadratmetern. Eine Außenhaut aus Spritzbeton, die Babelsberger Kunstmaler optisch perfekt in Vulkangestein verwandelten, überzieht den 15 Meter hohen Vulkan. Circa 2500 Besucher können überdacht das Geschehen beobachten. Verschiedene Shows erlebten hier das Licht der Welt und begeisterte das Publikum. Angefangen von spektakulären pyrotechnischen Raffinessen der Vulkantätigkeit mit Felssäulen, Geysiren und Kratern bis hin zur heutigen Stuntshow. Die Stuntcrew Babelsberg inszeniert täglich live dieses explosive Gemisch aus einer beeindruckenden Vielzahl von Spezialeffekten und Stunts mit atemberaubenden Fahrmanövern der Autos und Motorräder in der einmaligen Kulisse der Vulkanlandschaft.

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Ab dieses Jahr neu kann man auch mit einem Audio-Guide durch das Filmgelände ziehen. In diesem echten Hörkino, gesprochen von Katharina Thalbach, erfahren die Gäste in einer 1,5-stündigen Tour mehr über die Hintergründe von Film und Fernsehen. Eine Vielzahl von Insider- Informationen schaffen die Möglichkeit in faszinierende Filmwelten einzutauchen.
Zu den schönsten Kinderfilmproduktionen der DEFA gehört zweifelsohne der Märchenfilm „Die Geschichte vom kleinen Muck“, den der Regisseur Wolfgang Staudte im Jahre 1953 in Babelsberg in Szene setzte. Nach den Originalvorlagen der Filmbauten entstand auf einer kleinen Anhöhe eine traumhafte Außenkulisse mit goldenem Kuppelbau, Wasserbecken, Sultansthron, Fontänen und exotischen Gewächsen. Wer denkt beim Umrunden des Wasserbeckens nicht gern an das Wettrennen des kleinen Muck gegen den Ober-Leibläufer des Sultans, wo natürlich Muck mit seinen Zauberpantoffeln als Sieger hervorging.

Seit 2010 gibt es im Filmpark die Ausstellung zum ersten Sandmännchenfilm „Das Sandmännchen-Abenteuer im Traumland.“ Dort erfährt man alles von der Entstehung des Drehbuchs, über die Anfertigung der Puppen bis hin zu Details der Trickfilmproduktion. Im gläsernen Studio des rbb- Sandmanns werden auch heute die Gute-Nacht-Geschichten für die Kinder produziert und beim RBB, dem Kika-Kanal, dem MDR und NDR ausgestrahlt.

Interessant ist das Atelier „Die Traumwerker“. Dort geben Bühnenarbeiter, Kunstmaler, Bildhauer, Masken- und Kostümbildner einen Einblick in ihre Arbeit und im Kinosaal kann man sich einen Film über die 100-jährige Geschichte des Studio Babelsberg anschauen.

Nervenkitzel pur und jede Menge Spaß garantiert die Tauchgangssimulation im U-Boot „Boomer“, dem Originalfilmset des Films – Hostile Waters – mit Rutger Hauer und Martin Sheen.
In der ehemaligen Caligari-Halle ist heute das wissenschaftliche Mitmachmuseum untergebracht. Dort muss man zwar Extra-Eintritt bezahlen, jedoch es lohnt sich sogar für die ganze Familie. Im „Extavium“ muß alles ausprobiert und in Gang gesetzt werden. Mit über 130 Exponaten zum Mitmachen entdecken große und kleine Zuschauer die spannende Welt der Wissenschaft. Hier werden unter anderem Schokoküsse aufgepumpt, Strom angefasst, Raketen entwickelt, Geister-Luftballons gefertigt und Brücken gebaut. An den interaktiven Exponaten werden die Besucher spielerisch mit naturwissenschaftlichen Phänomenen vertraut gemacht. Während es dampft, zischt und knallt, werden die Berührungsängste mit mathematischen und physikalischen Themen abgebaut und sogar bei uns Erwachsenen Neugierde und Entdeckergeist gefördert. Selbst aktiv zu werden, das ist das Schöne an den interaktiven Exponaten. Außerdem kann in dem wissenschaftlichen Mitmachmuseum Geburtstag gefeiert, getagt und fortgebildet werden.

Um 15.30 Uhr waren wir Zeuge einer neuen interaktiven Show rund um die Entstehung des Kinohighlights „Die drei Musketiere in 3 D“. Die neue Making-Of Show, die im April 2012 Premiere hatte, entstand in Zusammenarbeit mit Constantin Film und der Stuntcrew Babelsberg unter Verwendung von Originalkostümen- und Requisiten. An einem spektakulären Set wurden wir 30 Minuten lang Teil der neuen Open-Air-Inszenierung mit Blick hinter die Kulissen einer Actionproduktion.
Ein Team aus Tischlern, Stuckateuren, Kunstmalern und Technikern schuf eine Arena mit einem 25 mal 11 Meter-Wasserbassin, und der Originalrequisite „Kampfschiff der Lüfte“ mit einer 9 Meter hohen imposanten Galionsfigur. In packenden Fechtszenen und beeindruckenden Spezialeffekten wurden wir in das Geschehen einbezogen. Trotz eines starken Regenschauers ging die Darbietung auf der Spielarena weiter und wir konnten die Vorstellung trocken unter dem Zuschauerdach bis zum Ende verfolgen. Und nach dem Ende der Veranstaltung konnte im Hauptshop der jeweilige Mitschnitt auf DVD erworben werden.

„Nacht der Helden“ heißt das Motto der diesjährigen langen Babelsberger Filmparknacht am 4. August ab 18 Uhr. In einem außergewöhnlichen Mix aus Shows und Performance, Live-Musik und Kostümen, Walking-Acts und grandiosen Bühnenkünstlern werden die Flying Steps Family gemeinsam mit der Stuntcrew Babelsberg eine unterhaltsame und spannende Show präsentieren. Bei mittelalterlichem Markttreiben und Ritterspielen aus dem 13.Jahrhundert dürfen Live-Musiker nicht fehlen. Die Berlin Blues Brothers mit ihren Soul-Rhythmen und die vier Fortunate Fools, eine junge Band mit dem Sound der 70iger Jahre, werden das Publikum wieder begeistern. Jedoch der Höhepunkt der Filmpark-Szenerie wird um 24 Uhr ein virtuoses Brillant-Feuerwerk sein.
Mit weiteren besonderen Veranstaltungen lädt der Filmpark am 19. und 20., sowie 26. und 27. Oktober zu den Horrornächten ein und zum Kinder-Halloween am Mittwoch, den 31. Oktober.
Ab 5. November beginnt die Winterpause, und ab 1. April 2013 fängt dann wieder die neue Erlebnissaison an.


Weitere Informationen bei:

Filmpark Babelsberg
August-Bebel-Str. 26-53
14482 Potsdam
Tel.: 0331-7212750


Text:  Peter Marquardt
Fotos: Matthias Dikert