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Ferienregion Scharmützelsee

Der Scharmützelsee ist nur der bekannteste der Seen südöstlich Berlins, mit der Kurstadt (Moor- und Thermal) Bad Saarow am nördlichen Ende, fast direkt unter Fürstenwalde gelegen. Er bildet den Übergang vom Landschaftsschutzgebiet gleichen Namens zum Naturpark Dahme-Heideseen und ist touristische Hochburg gerade für Wasserliebhaber. Über die Schleuse am südlichen Zipfel in Wendisch-Rietz gelangt man in den großen Storkower See oder auch Dolgensee genannt. Hier heißt der Counterpart am anderen Ende Storkow und von dort ist es nur ein Katzensprung zur großen Schauener Seenkette.

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Und diese sah zu DDR-Zeiten natürlich auch eine Fischer-Produktionsgenossenschaft als Nutzer. Nach der Wende haben sich die Köllnitzer gefragt, ob man wohl der Abwicklung zuschauen oder sein Schicksal in die eigene Hand nehmen sollte. Nun, auf letzteres fiel die Wahl und heute hat sich das „Erlebnis Fischerhof“ etabliert. Erst Modellprojekt der Landesregierung, später gar der EU. Heute ist neben dem Restaurant und dem Frisch-Verkauf ein Naturlehrpfad und ein Museum eingerichtet. Dazu ein Schauteich, bei dem Besucher in die Tiefe schauen können – oder die Adler am anderen Ufer beobachten. Gefahr war im Verzug, als die Bundesregierung die unter Naturschutz stehenden Seen verkaufen wollte. Glücklich löste die Genossenschaft dies Problem, indem die Heinz Sielman-Stiftung ins Boot geholt wurde. Zielsetzung dieser ist der Erhalt naturnaher Landschaften bei gleichzeitiger sanfter Nutzung, getreu dem Motto des Tierfilmers, „nur was man kennt kann man lieben“.
Im nahen Storkow bietet sich dann ein Besuch der Burg an. Diese führte dreißig Jahre ein Dasein als Brandruine, bevor sie nun wieder soweit hergestellt ist, dass sie voll nutzbar ist. Sie beherbergt Stadtbibliothek und Tourismuszentrum, der Hof kann mit Hilfe einer modernen Freilichtbühne bespielt werden und das Hauptgebäude wird für Ausstellungen genutzt. 2009 wurde der 800. Geburtstag der ersten urkundlichen Erwähnung gefeiert. Die Burg hat ihr Gesicht mehrmals verändert, selbst noch im zwanzigsten Jahrhundert unter dem letzten Besitzer. Storkow ist somit eine der ältesten märkischen Städte und bietet einiges für entdeckerfreudige Besucher. 
Weder mit Boot noch mit Fahrrad ist es weit nach Wendisch-Rietz. Mit letzterem rechts um den See oder links… Hier verläuft über Dahmsdorf der 4-Sterne-Radweg Oder-Spree-Tour. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. verleiht Sterne für die Qualität von Routen, u.a. Bestandteil solch eklatante Punkte wie Verkehrsarmut und Beschilderung. Im Zeichen der „Eule“ verläuft diese Tour über 250 km Länge als Rundkurs mit Start und Ziel in Fürstenwalde.

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Nur wenige Jahre nach der Ersterwähnung von Storkow, findet sich auch die erste Eintragung von Wendisch-Rietz. Die Lage am Schnittpunkt mehrerer Seen forderte eine Besiedlung schon in Urzeiten geradezu heraus. Die Verbindung von Storkower- zu Scharmützelsee besorgt das Wendisch-Rietzer Fließ, ein idyllisches „Flüsschen“, welches teilweise stark vom Freizeit- Bootverkehr frequentiert ist. Die Schleuse am Ende ist ein Nadelöhr, die Kapitäne der großen und kleinen Boote regeln die Schleusung selbst. 
Hier, in Wendisch Rietz, empfiehlt sich das an einem kleinen Seitausläufer vom Fließ gelegene Restaurant Schilfhaus. Schwerpunkt ist die saisonale Verarbeitung der heimischen See- und Wald-Produkte. Nur ein Katzensprung ist es zur Promenade am Scharmützelsee, die sich entlang des Ferienparks zieht. Und mit Rad, zu Fuß oder neumodischem Segway kann man sich dann entlang des Sees, an alten und neuen Villen, Sport- und Gastronomieanlagen in Richtung Bad Saarow vorarbeiten – oder man benutzt die bequemere Art und fährt einmal quer über den See per Ausflugsschiff. Dauert ’ne gemütliche Stunde und dann kann man sich der Wellness hingeben oder auf den Spuren der vielen Stars und Sternchen wandeln, die einmal Bad Saarow als Domizil erkoren hatten.

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Weitere Informationen:
Amt Scharmützelsee
Forsthausstrasse 4
15526 Bad Saarow-Pieskow 
Tel.: 033631/45141
Fax.: 033631/45101

Text und Fotos:
Otger Jeske