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Potsdams Stadt- und Schlössertouren

Die Stadt Potsdam und ihre reizvolle Umgebung ist jederzeit einen Besuch wert. Die Landeshauptstadt Brandenburgs hat gut 180.000 Einwohner und liegt an der Havel. Als ehemalige Residenzstadt der Könige von Preußen besitzt sie zahlreiche und einzigartige Schloss- und Parkanlagen. 1990 wurden die Kulturlandschaften von der UNESCO in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen. Seit 2019 ist Potsdam auch UNESCO Filmstadt und das Filmstudio Babelsberg zählt zu den modernsten Zentren der Film- und Fernsehproduktion in Deutschland und Europa. Die Stadt grenzt südwestlich direkt an Berlin und befindet sich in einer reichen Wald- und Seenlandschaft. Auf den Spuren Friedrich des Großen, taucht man in den Zauber der weltberühmten Schlösser und Gärten ein, welche die Pracht vergangener Epochen bis heute bewahren. Der Tourismusverband bietet interessante Stadt- und Schlössertouren an.

Panorama Radtour

Wir haben eine Panorama Radtour gewählt, die die schönsten Aussichten auf Potsdam und die herrlich gestalteten Parkanlagen bietet. Während der Tour stellen sich Sichtachsen her, die eine lange Historie haben und eng mit der Stadtgeschichte verknüpft sind. Von den Hohenzollern und ihren Gartenarchitekten wurden sie bewusst geschaffen, um die Blicke des Betrachters auf herausragende Gebäude oder Kunstwerke zu lenken und so die Wahrzeichen der Stadt herausstechen zu lassen. Auf den Spuren der Gartenkünstler Peter Josef Lenné, der als königlicher Gartendirektor die Potsdamer Gartenlandschaft prägte, sowie Hermann Fürst von Pückler-Muskau, der vor allem Park Babelsberg gestaltete, ist man gern auf Achse, um Neues zu erfahren.

Nachdem wir uns Räder am Hauptbahnhof vom Verleih „Rentals“ ausgeliehen hatten, starteten wir mit unserem Stadtführer Dr. Volker Punzel vom Alten Markt an der Nikolaikirche, einem markanten Gebäude, deren blaue Kuppel man aus allen Himmelsrichtungen sehen kann, fuhren über eine Brücke hinein in den Neuen Garten. Dieser Garten ist der Ausdruck der Bürgerlichkeit der Gartengestaltung, während der Park Sanssouci der Promenadenpark ist und dieser in die romantisierende Phase hineingeht.

Den Park gestalteten Lenne und Fürst Pückler- Muskau in der Kronprinzenzeit Wilhelms des I., der später Kaiser von Deutschland wurde. Das Besondere ist, dass man ihn komplett auf einer Höhe anlegte, wo man von oben immer einen schönen Blick auf die Insel Potsdam und die Berliner Vorstadt hat. Allerdings wurde zuerst das Babelsberger Schloss errichtet und darauf folgte der Babelsberger Park.

Der Flatowturm passte in die gleiche Zeit, ein gotisierender Stil mit normannischen Zinnkränzen. Oben gibt es einen Teesalon und bei der umlaufenden Plattform bietet sich dem Besucher in 46 m Höhe ein einmaliger Panoramablick auf die Stadt und die Parklandschaft.

Das in der Nähe stehende Matrosenhaus wurde im 19. Jahrhundert nach Plänen des Architekten Strack im Stil der deutschen Gotik gebaut und wird heute als Wohnhaus genutzt.
Der zweigeschossige, quadratische und rote Backsteinpavillon Gerichtslaube steht zwischen dem Flatowturm und dem Schloss Babelsberg und ist heute ein bekanntes Ausflugsziel und Wahrzeichen des Babelsberger Parks.

Ein Steinwurf entfernt thront das Kleine Schloss, zur Zeit Friedrichs III. im Stil der englischen Neugotik erbaut, später gastronomisch genutzt und wird nun bis 2023 saniert.

Eine halbe Stunde später entdeckten wir das Glienicker Schloss, welches man durch einen berankten Laubengang wieder ab 31. Oktober 2021 betreten kann. Prinz Carl von Preußen hatte 1823 nach seiner Italienreise die Idee, eine italienische Villa entstehen zu lassen. Baumeister Karl Friedrich Schinkel schuf im Obergeschoss des Hauses unter anderem Wohnräume wie der Rote Saal, der Grüne Salon, das türkise Schlafzimmer, das Marmorzimmer und die tiefblaue Bibliothek. Ein einzigartiges Hofgärtnermuseum widmete sich ansonsten um Leben und Werk dieses Berufsstandes und Konzerte fanden auch regelmäßig dort statt.

Das Jagdschloss Klein Glienicke liegt im Berliner Ortsteil Wannsee, nahe der Glienicker Brücke und in Sichtweite der Schlösser Glienicke und Babelsberg. Für den Kurfürsten Friedrich Wilhelm wurde es errichtet. 1701 wurde es unter Friedrich I. im Stil des französischen Barock ausgebaut und verschönert. Im Verlauf der Jahre diente es als Lazarett, Tapetenfabrikation und Waisenhaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es Jugendherberge, Kulisse für Nachkriegsfilme und Aufnahmeort etlicher Familien, die wegen der Potsdamer Konferenz ihre Wohnungen in Babelsberg hatten räumen müssen. Ab 1963/64 wurde das Schloss zu einer Jugendbegegnungsstätte umgebaut und der Eingangsbereich verändert, weil der Haupteingang im Sperrgebiet von Klein Glienicke lag. Seit 2003 nutzt das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg das Jagdschloss.

10 Minuten später standen wir mit unseren Rädern auf der Glienicker Brücke, die die Havel zwischen Jungfernsee und Glienicker Lake überspannt und als eine der historisch bedeutendsten Straßenverbindungen zwischen Potsdam und Berlin gilt. Außerdem ging sie als Symbol der deutsch-deutschen Teilung in das Bewusstsein ein. Steven Spielberg drehte vor Ort Szenen für seinen Film „Bridge of Spies“, der den amerikanisch-sowjetischen Agentenaustausch von 1962 auf dieser Brücke zeigt. Ab 1961 bildete sie mit dem Mauerbau die Grenze zwischen Ost und West. Man sieht noch heute die dunkel grüne Farbgebung auf der Berliner Seite, während die andere Seite eine helle Farbgebung für sich in Anspruch nehmen musste, da die Potsdamer weit vor der Brücke stehen bleiben mussten im Grenzgebiet mit Stacheldrahtzäunen auf der Ostseite.

Ab 1990 durfte man nach beiden Seiten die Brücke wieder benutzen, heute ist sie frei und eine der Stellen, wo man den Sonnenuntergang sehr gut erleben kann. Auf der Potsdamer Seite flankieren neubarocke Säulenreihen mit Brüstungen und Sandsteinvasen die Brückenzufahrt. Die inneren Stahlverbindungen der aus Sandstein bestehenden Säulenarchitektur waren an gerostet. Es kam zu Rissen und Gefährdung der Säulenkonstruktion, die die Brücke seitlich begrenzen. Die fast 100 Jahre alten Kolonnaden waren völlig marode, wurden abgebaut, restauriert und wieder schöner denn je aufgebaut.

Villa Schöningen

In Sichtweite strahlte die Villa Schöningen, ein 1848 errichtetes Haus, das von Ludwig Persius, einem Schinkelschüler, im italienischen Villenstil für den Hofmarschall von Schöningen erbaut wurde. Der Auftraggeber war König Wilhelm IV., der im Schloss Glienicke lebte und die Potsdamer Uferlandschaft erneuern ließ. Im Innenbereich des Hauses leuchten goldene Sterne an der Decke, ein typisches Schinkelmerkmal. 1871 wurde die Villa an Familie Wallich verkauft, deren Hausherr Hermann Gründer der Deutschen Bank war. Da die Familie jüdischen Glaubens war, wurde sie während des Nationalsozialismus enteignet.

Sein Sohn Paul lebte mit der Familie hier. Nach der Reichspogromnacht hatte er sich das Leben genommen, während seine Frau und die Kinder noch vorher in die USA emigrieren konnten. Zur Erinnerung gibt es einen Stolperstein, der vor dem Haus angebracht wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten die Sowjets das Gebäude als Lazarett, ab 1953 die DDR als Kinderwochenheim. Die Grenze begann am Ende des Gartens und man kam nur mit Passierschein hinein. Nach dem Mauerfall ist die Villa an Familie Wallich restituiert worden, aber die haben es 2007 an Matthias Döpfner verkauft. Sie wurde saniert und seit 2009 ist es ein beliebtes Café und Ausstellungshaus mit wechselnden Kunstausstellungen.

Unsere Pause haben wir in dem hauseigenen Café verbracht. Vor oder nach dem „Mensch los hier Mensch“ Ausstellungsbesuch genießt man hier besten Kaffee und hausgebackenen Kuchen, der in der eigenen Küche hergestellt wird.
Die kuratorische Assistentin Pola van den Hövel zeigte uns das geschichtsträchtige Gebäude, den Skulpturengarten und gab Informationen zu den Ausstellungen.
Trulee Hall, eine amerikanische Künstlerin, zeigte bis Ende August 2021 „The Seer and the seen“- Ausstellungsexponate, wo es um Weiblichkeitsbilder, die Darstellung von Geschlecht und Sexualität sowie die Beziehung von Sehendem und Gesehenem geht. Die Villa Schöningen wird mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst bespielt.

Im Garten der Villa versammelt sich eine schöne Reihe bronzener oder metallener Werke von verschiedenen Arbeiten der Künstler. Derzeit sind im Skulpturengarten Arbeiten von Conny Maier, Stefan Marx, Jenny Brosinski oder auch Lars Eidinger zu sehen. Bis Ende November bilden Märchen den Ausgangspunkt der Skulpturenausstellung. Man stößt auf die wundersame Begebenheit, auf Werke, welche sozialrealistische oder utopische Züge tragen.

Matrosenstation

Nach einer halbstündigen Weiterfahrt, direkt am Jungfernsee, erblickten wir die Matrosenstation, ein Gebäudeensemble im norwegischen Drachenstil, mit einem Empfangspavillon, Bootsschuppen und drei Wohnhäusern für das Bedienungspersonal.

Ma Potsdamtrosenstation

Diese Anlegestation war für Wasserfahrzeuge des preußischen Königshauses, die für Lustfahrten auf der Havel genutzt wurden.

Seit der Eröffnung des wiedererrichteten Empfangspavillons, der sogenannten Ventehalle, wird darin in dieser ausgezeichneten Lage ein Restaurant betrieben.

Marmorpalais

Auf dem Weg zum Schloss Cecilienhof entlang des Neuen Gartens, radelten wir an dem im klassizistischen Stil angelegten Marmorpalais vorbei, dem eigenen Sommersitz von Friedrich Wilhelm II.

Marmorpalais Potsdam

Schloss Cecilienhof

Schloss Cecilienhof ist eins der jüngsten Schlösser, dass durch die Potsdamer Konferenz 1945 sehr bekannt wurde. Dort haben die Siegermächte nach dem Zweiten Weltkrieg über das Schicksal Deutschlands entschieden. Anlässlich der 75. Wiederkehr der Potsdamer Konferenz hatte sich die „Stiftung der Schlösser in Potsdam, Berlin und Brandenburg“ entschlossen, eine Sonderausstellung zu machen. Jeanette Birk, die für den Bereich Marketing und Tourismus verantwortlich ist, gab uns weitere Informationen.

Das Highlight ist der Konferenzsaal, man sieht, wo die Delegationen saßen, wie das Procedere, das Protokoll war, welche Räumlichkeiten und Arbeitszimmer die einzelnen Delegationen hatten, die russische Delegation mit Stalin als Vertreter, die amerikanische mit Truman und die britische mit Churchill, der aber zur Unterzeichnung von Ettlee abgelöst wurde, weil Churchill wegen der verlorenen Wahlen nach England zurückkehren musste. Es wird anschaulich gezeigt, was während der Konferenz passierte, wie die Vorkonferenzen waren und welche wichtigen Entscheidungen getroffen wurden.

Der Kurator der Ausstellung Matthias Simmich hat persönliche Kontakte zu der noch lebenden englischen Sekretärin Joy Hunter, die ihr Tagebuch zur Verfügung gestellt hat, in das man hineinschauen kann. Durch die Ausstellung führt ein Multimedia Guide. Der Besucher wird auf eine Zeitreise mitgenommen und die Erzählfigur Joy Hunter schildert andere menschliche Eindrücke, die im Rahmen der Konferenz festgehalten wurden.

Außerdem wird die Nachgeschichte, das Kapitel Vertreibung, die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Unterzeichnung der UN-Charta dargestellt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass hier auch die Entscheidung zum Abwurf der beiden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki gefällt wurde, welche in einem eigenen Abschnitt der Ausstellung mit einer Videoanimation thematisiert wird.

Russische Kolonie Alexandrowka

Etwa 1 Stunde später stoppten wir unsere Räder an der Russischen Kolonie Alexandrowka. Diese wurde auf Wunsch Friedrich Wilhelm III. von 1826 bis 1827 nach Plänen eines italienischen Architekten zum Gedenken an den russischen Zar Alexander I. angelegt. Die im russischen Stil erbauten Häuser wurden die neue Heimat von russischen Sängern und ehemaligen Kriegsgefangenen, die hier in Potsdam geblieben sind. Insgesamt zwölf Fachwerkhäuser wurden aus Baumstämmen errichtet.

Davor hat man Schalbretter gesetzt, um für den Betrachter die Illusion zu erzeugen, dass das gesamte Gebäude aus Baumstämmen gefertigt wurde. Bei der Gestaltung hat man sich an wohlhabende russische Häuser orientiert. Jedes Gehöft ist von einem Garten umgeben, auf dem reichlich Obst und Gemüse angebaut werden kann und es gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Haus Nr. 2 beherbergt ein Museum.

Dort kann man sich die Küche und Stube anschauen und sich ein Bild von den einfachen Lebensverhältnissen der damaligen Zeit machen. Im Haus Nr. 1 befindet sich ein Restaurant, wo russische Spezialitäten von freundlichen Russinnen serviert werden. In diesem russischen Dorf Alexandrowka Nr. 6 gibt es sogar eine kleine, hochwertig eingerichtete Ferienwohnung für zwei Personen, in der man relaxen und sich erholen kann.

Holländisches Viertel

Nach einem Fußweg von 10 Minuten ist der Besucher in der Potsdamer Innenstadt und kann sich im Holländischen Viertel aufhalten, das zu den attraktivsten Wohnquartieren der Landeshauptstadt und als touristische Sehenswürdigkeit in Deutschland und ganz Europa zählt. Das Holländische Viertel ist eines der schönsten Teile von Potsdam. Von 1733-1742 ist es in vier Karrees mit insgesamt 134 Backsteinhäusern im holländischen Stil von Friedrich Wilhelm dem I., dem Soldatenkönig, gestaltet worden. Der König hat extra Holländer hier hergeholt, damit sie ein holländisches Viertel aufbauen, wie sie es von zu Hause kennen.

Er hat die Hoffnung gehabt, hier Holländer nach Potsdam zu holen, weil die Niederländer die meisten Fachleute für die verschiedensten Bereiche anzubieten hatten. Unverputzt, mit weißen Fugen, Fensterläden und zum Teil mit geschwungenen Giebeln erstrahlen die Häuser. Nach der Wende wurde das Viertel saniert. Gern schlendern die Einwohner und die Touristen durch das Viertel. Viele entdecken etliche exklusive kleine Läden, Galerien, Werkstätten, Kneipen, gemütliche Cafés und Restaurants, die neben der Architektur und der Mischung von Wohnräumen das besondere Flair des Viertels ausmachen.

Bei der Panorama Radtour haben wir in etwa 4 Stunden rund 20 km zurückgelegt.

In dem Restaurant „Capriole“ in der Marina am Tiefensee/ Schiffbauergasse konnten wir dann nach einem Abendessen den ereignisreichen und interessanten Tag ausklingen lassen.

Bootsfahrt nach Sacrow

Auf dem Programm des nächsten Tages stand die Bootsfahrt nach Sacrow. Dazu fuhren wir wieder zur Marina in die Schiffbauergasse. Dieser persönlich geführte Yachthafen liegt sehr zentral mit einem schönen Ausblick über den Tiefensee und den Babelsberger Park. Die historische Innenstadt mit den vielen Sehenswürdigkeiten und die Parkanlagen sind fußläufig in wenigen Minuten erreichbar. Das Hafenbüro ist täglich von 9:00 bis 19:00 Uhr geöffnet und steht für Wünsche und Fragen zur Verfügung. Für Touren über Land und Seen stehen Leihfahrräder und Motorboote (auch ohne Führerschein) zur Verfügung. Ein komfortables Floß als schwimmendes Gästezimmer, das maritim und gemütlich eingerichtet ist, bietet mit 20 m² eine liebevolle Übernachtungsstätte mit möblierter Privat- und Dachterrasse und einem ungetrübten Havel Blick.

Die Marina bietet auch die unterschiedlichsten Motoryachten für einen außergewöhnlichen Urlaub auf dem Wasser an. Wir starten mit so einer Yacht und fahren Richtung Sacrow, um die Schlösserumgebung vom Wasser aus zu erkunden. Die Überfahrt zur Anlegestelle Sacrower Schloss dauert beispielsweise mit dem Wassertaxi vom Potsdamer Hauptbahnhof 50 Minuten. Vom S-Bahnhof Wannsee mit der Fähre Richtung Kladow und dann mit dem Bus nach Sacrow ist eine weitere Option.

Von März bis Oktober mit dem Bus oder Auto über die Neukladower Allee zur Schlosshaltestelle Sacrow ist ideal. Unser Haltepunkt ist die Heilandskirche am Hafen, die auf einer Landzunge in den Fluss hineinragt. 1844 wurde sie auf Wunsch Friedrich Wilhelm IV. vom Architekten Ludwig Persius im italienischen Stil mit freistehendem Glockenturm gebaut. Die Kirche ist einem ankernden Schiff nachempfunden. Das Gebäude wurde aus gelben Sandstein errichtet, den blaue Fliesen schmücken. Im Innern bildet ein prachtvolles Fresko im byzantinischen Stil einen Blickfang. Die Kirche hat Ähnlichkeiten mit der Friedenskirche in Potsdam, steht auf einer Terrasse und liegt 300 m südlich des Sacrower Schlosses und gehört zum Stadtpark, der durch Peter J. Lenne auch in den 1840 er Jahren weiträumig gestaltet worden ist.

Es wurden Felder, Wiesen und der beliebte Königswald angelegt.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt sich Sacrow zu einem exklusiven Ausflugs- und Wohnort vor den Toren Berlins und ist es bis heute geblieben. Hier findet man nebeneinander herrschaftliche Villen und kleine Garten- und Wochenendgrundstücke. Ansonsten ist der Ort Sacrow mit seinen 145 Einwohnern der kleinste Ortsteil Potsdams.

Mit Errichtung der Mauer( 1961) ging dieses Idyll verloren, weil Sacrow Grenzgebiet war und nur mit Passierschein erreicht werden konnte. Vieles wurde während der Grenzzeit zerstört, marode und ging verloren. Seit dem Fall der Mauer ist Sacrow zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Nach der Wende sind die Heilandskirche, das Sacrower Schloss und die Parkanlagen saniert worden und werden heute zu Gottesdiensten, Trauungen und Konzerten genutzt. Für Veranstaltungen ist der Verein „Arc Sacrow e.V.“ zuständig, der auch die Aufsichtskräfte stellt, damit die Kirche geöffnet ist.

Als Ausflugsziel steht das Potsdamer Umland ganz oben an der Spitze. Zwölf wunderschöne Wandervorschläge gibt es um den Sacrower See herum. Bevorzugte Routen sind weiterhin die Havel, der Tiefe See, Jungfernsee, Glienicker See und Heiliger See. Ein toller Wanderweg erstreckt sich auf der Halbinsel Meedehorn, entlang an Kleingartenanlagen und an dem schönen italienischen Gartenrestaurant, dass sich am Standort des alten Fährhauses „Dr. Faustus“ befindet.

Ein anderer etwa 10 km langer Wanderweg beginnt am südlichen Zipfel des Sacrower Sees, führt an der 1000-jährigen Eiche vorbei, hinein in den schönen Schlosspark des Sacrower Schlosses, über das kleine Hämphorn hin zur Sacrower Badebucht, dann zum östlichen Ufer des Sacrower Sees, zum Sacrower Schloss und schließlich zur interessanten Heilandskirche. Dieser reizvolle Fußpfad schlängelt sich entlang des Sees, vorbei an schmucken Gartenlauben und durch den sauerstoffreichen Königswald, wo man sich hier und da aufhalten und natürlich tüchtig erholen kann.

Weitere Informationen bei:

Tourist Information Am Alten Markt
Humboldtstraße 2
14467 Potsdam
Tel: +49 (0)331 2755 88 99
Fax: +49 (0)331 275 58 58
E-Mail: info@‎potsdamtourismus.de

Potsdam Marketing und Service GmbH
Babelsberger Straße 26
14473 Potsdam
+49 (0)331 27 55 88 99
info@potsdamtourismus.de

Text:

Peter Marquardt

Fotos:

Matthias Dikert

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