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Rheinsberger Seenkette


Rheinsberg, im Ruppiner Land gelegen und südlich in Verbindung mit der Ruppiner Schweiz stehend, ist für sein Schloss und die Kultur bekannt geworden. Das Schloss wurde einst vom Soldatenkönig für den Kronprinz Friedrich II erworben, der es an seinen Bruder Prinz Heinrich weiter verschenkte. Die Restaurierung begann nach der Wende und lässt das kleine Schloss Ensemble heute wieder in herrlichem Glanz erstrahlen. Damit in Verbindung steht auch die „Kulturoffensive“, die die kleine Stadt an der Brandenburger Grenze international in eine Liga mit Berlin und Potsdam katapultierte. Die Kammeroper im Schloss feierte 2010 20 Jahre Internationales Festival junger Opernsänger. Natürlich geht die musikalische Tradition auch schon auf den jungen Kronprinzen Friedrich II zurück, der hier mit einem eigenen Kammerorchester einzog. 1990 startete das erste internationale Festival mit bescheidenen 3.000 Besuchern und 30 Sängerinnen und Sängern. Mittlerweile sind es 20.000 Besucher jährlich und die Anmeldungen belaufen sich auf über 400 Nachwuchstalente. Diejenigen, die vor Jahren hier starteten, singen heute in den großen Häusern der Welt. Das Festival findet an unterschiedlichen Punkten statt, wie dem Spiegelsaal, dem Theater oder die geliebten Open-Air-Aufführungen. Wenn das Wetter nicht mitspielt, kann aber auch in den großen Saal des Hafendorfes gezogen werden.

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Das Schlosstheater selbst ist seit 10 Jahren wieder in Betrieb. Mitte der 90er war eine Spielstätte der Kammeroper die Ruine des Theaters. Äußerlich wieder in altem Glanz erstrahlend, ist die Inneneinrichtung der alten Spielstätte nicht wiederhergestellt worden. Das schlichte Mauerwerk strahlt immer noch Ruinencharme aus und die Bühne ist multifunktionell-zweckdienlich, lässt sich selbst in der Position von Stirn auf Seite verlagern. Neben dem reinen Theaterbetrieb und den Gastspielen der Oper gibt es noch einen dritten Nutzer, die Musikakademie, die sich der Musik kulturellen Bildung verschrieben hat.

Der Schlosspark zieht sich um das Ende des Grienericksees und bildet auf der gegenüberliegenden Seite eine Verlängerung mit dem Obelisken als zentralem Element. Der König widmete diesen seinem Bruder August Wilhelm und aller gefallenen Soldaten des siebenjährigen Kriegs. Die Anlage des Parks geht jedoch über den heutzutage sichtbaren Parkabschnitt hinaus und bezog auch die weitere Umgebung in ein Landschaftsbild mit ein, wo Natur zwar Natur sein konnte, jedoch da wo nötig bearbeitet. Zentrale Achsen laufen durch den Wald, Aussichtspunkte und kleine Denkmäler zieren Achsenpunkte der Alleen. Diese haben fiktive Verlängerungen und sind nicht willkürlich angelegt worden. Das erfreut auch heutige Spaziergänger und der Parasol, ein Holzschirm, der Schatten spendet, ist wieder aufgebaut worden. 

Vom Hügel mit den Bänken unter dem Schirm, lässt sich gut die Seenlandschaft überblicken, die heutzutage vor allem Wasser touristisch genutzt wird. Ein See weiter samt idyllischem Verbindungskanal liegt rund 1 Km vom Schloss entfernt auf der anderen Seite von Rheinsberg das IFA Hafendorf mit Hotelanlage.

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Die Häuschen des Hafendorfes verfügen alle über eigene Anleger direkt vor der Tür, so dass vor allem Gäste und Hausbesitzer mit eigenen Booten hier angezogen werden. Vorbei am Wahrzeichen des IFA-Dorfes, dem Leuchtturm, führt der Wasserweg in den offenen Rheinsberger See. Eine Rastanlage für Wasserwanderer ist gleich am Ufer eingerichtet worden. Wer sich lieber über die Seenlandschaft befördern lässt, findet bei der Reederei Halbeck die geeigneten Ausflugsdampfer. Eine Besonderheit ist Haus Rheinsberg Hotel am See, eine Anlage für Behinderte und Angehörige. Direkt am See gelegen, verfügt es über ein Schwimmbad und Sporthalle, in der auch Vereins- und Nationalmannschaften der Behinderten trainieren bzw. Lehrgänge absolvieren. Angegliedert bietet Rolly-Tours Ausflüge mit einem rollstuhlgerechten Tourenboot an und wer den Sportbootführerschein besitzt, kann auch ein rollstuhlgerechtes Hausboot chartern, um mehrere Tage auf den Seen zu kreuzen. Natürlich kann man in Kombination auch den Sportbootführerschein erwerben. Und noch ein Novum für Behinderte gibt es: In Herzberg gibt es den ersten barrierefreien Walderlebnispfad Deutschlands. Kein Wunder, ist doch das Ruppiner Land Mitglied in der AG barrierefreie Reiseziele in Deutschland.

Das Fahrradwegenetz ist gut ausgebaut und i.d.R. Flach. Über den Fernradweg Berlin-Kopenhagen ist Rheinsberg mit verschiedenen Abzweigen gut erreichbar. Der Wald ist vorwiegend Mischwald und viele kleine Seen laden Wanderer sowie Pedalritter zu kleinen Pausen und idyllischen Ausblicken. Wen es nicht in die Wälder oder aufs Wasser zieht, kann an der Uferpromenade flanieren. Sie führt von Schloss zu Hafendorf und bietet überdachte und nicht überdachte Sitzmöglichkeiten. 
Einzigartigkeit kombiniert mit kulinarischen Genüssen bietet zum Abschluss der Seehof in Rheinsberg. 

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Das ehemalige Ackerbürgerhaus von 1750 ist liebevoll restauriert und kann mit dem einzigen erhaltenen Eiskeller der Region aufwarten, in dem zünftige Rittermahle veranstaltet werden. Aber auch einfach im Hof sitzen und sich mit regionalen Fisch- und Wildspezialitäten den Gaumen kitzeln, ist angesichts der liebevollen Details ein Erlebnis. 


Weitere Informationen bei:
Tourist-Information
Kavalierhaus des Schlosses / Am Markt
16831 Rheinsberg 
Tel. 033931-39296
Fax: 033931 / 34704 
Mail: tourist-information@rheinsberg.de 

Text und Fotos:
Otger Jeske