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Winterzauber im Spreewald

Mit dem „Kahn der Sinne“ dick eingemummelt den Spreewald aus anderer Perspektive erleben oder eine klassische Kahnfahrt der kalten Jahreszeit angepasst mit einem Schluck Glühwein erleben … Winter im Spreewald bedeutet, dass der Gast nicht dem Trubel der Sommermonate ausgesetzt ist und im Spreewald durchaus Ruhe findet.

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Und wenn es richtig knackig kalt ist, die Kanäle zufrieren, dann kann man den Spreewald auch auf Kufen erkunden. Nur dies ist relativ selten der Fall. Und jetzt – wir schreiben Ende 2011 bzw. Anfang 2012 – ist aufgrund der milden Witterung fast schon klassische Sommerbeschäftigung angesagt: Fahrradfahren, Bootfahren, Wandern. 
Saisonale Ferienziele haben jedoch zumeist ein Problem außerhalb der Saison. Das trifft so zumindest nicht unbedingt auf den Spreewald zu, oder sagen wir besser auf einen Teil. Denn Burg ist seit 2005 „Bad“ und damit „Kurort“. Seitdem ticken hier die Uhren ganzjährig. Vor diesem „Gütesiegel“ war auch in Burg die winterliche Auslastung recht spärlich, seitdem ist sie konsequent gewachsen. Die 50% sind noch lange nicht erreicht, doch viele Angebote sind eben nicht mehr nur für Sommergäste erreichbar. Man hat sich auf die winterlichen Gäste eingestellt. 

Burg an sich ist eine sogenannte Streusiedlung – einzigartig in Deutschland. Der alte Fritz hatte hier nach dem Krieg Soldaten angesiedelt, die das Land urbar machen sollten. Die klassische Bauweise der Gehöfte war der Dreiseiten-Hof. Zwar ist durch die DDR-Vergangenheit vieles im argen geraten und die die Nachwendezeit hat für einen Bauboom im „modernen“ Stil gesorgt, doch noch gibt es überall bei näherer Betrachtung Überreste der alten Architektur zu bewundern. Zumeist die Scheunen stehen noch. Und so langsam macht sich das Bewusstsein breit, altes auch zu erhalten. Schließlich kommt der Tourist in eine bestimmte Gegend, um seine gewohnte Umgebung zu verlassen. Um es mit einem anderen Beispiel zu verdeutlichen: Wer eine mittelalterliche Stadt besucht, der möchte Fachwerk in Massen genießen und keine Glaspaläste sehen. Die hat er auch zu Hause. 

Die letzten Jahre ist Wellness ein immer größeres Thema im Tourismus geworden. Und gerade im Winter, wenn andere Angebote oftmals zu wünschen übrig lassen, leuchtet das „Seele baumeln lassen“ in Großbuchstaben. Burg ist hier Vorreiter im gesamten Spreewald. Der Ort versteht sich nicht als klassischer Kurort, in dem „geheilt“ werden soll, sondern setzt auf die präventive Schiene. Der Startschuss für diese Entwicklung wurde indes 1994 mit einer klassischen Reha-Klinik gelegt. 1998 kam die Anerkennung als „Erholungsort“ und 1999 ist die Solequelle entdeckt worden, die schließlich zur Therme und die Anerkennung als „Bad“ führte.
Wie neue Wege beschritten werden, ist gut am Konzept des Louisenhofes zu sehen. Auf den ersten Blick handelt es sich um eine klassische Ferienanlage mit Appartement-Wohnungen und einem Ferienhaus.

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Die Anordnung ist so gewählt, dass der Teich und das Gemeinschaftsgebäude im Schnittpunkt liegen. Die Ferienwohnungen sind großzügig ausgelegt, die Terassen und Balkone locken und spätestens jetzt fragen Sie sich: Und was ist das besondere? Die gesamte Anlage ist barrierefrei und somit rollstuhlgerecht. Selbst die Sauna ist auf die Bedürfnisse von Rollis ausgelegt – was die Betreiber vor nicht unerhebliche Probleme gestellt hat, denn die Anbieterfirmen sind auf solche Wünsche und Konzepte nicht eingestellt. Doch solch integraler Ansatz ist wichtig für die Zukunftssicherheit. Diese Anlage genießt sogar eine Sonderstellung in Brandenburg – und Brandenburg ist beim Tourismusangebot für Behinderte deutschlandweit führend. Das Bundesland hat sich den Ausbau dieses Sektors schon vor einiger Zeit in das Pflichtenheft geschrieben und betrachtet es als Schwerpunkt. Und wie die optische Integration von „Barrierefreiheit“ so gelingen kann, dass sie nicht aufdringlich ist, im Gegenteil selbstverständlich und harmonisch wirkt, das beweist der Louisenhof.

Die Spreewald-Therme schöpft aus 1350 Metern ihre Sole, die mit 24% zu den reichhaltigsten der Region gehört. Die Sole wird auf 2,5% für den Badbereich „verdünnt“, bzw. auf 8% für den „Intensivbereich“ reduziert. Insgesamt gibt es zehn verschiedene Becken. Dazu gesellen sich ein Sport- und Saunabereich.

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Derzeit wird die Therme um ein Hotel erweitert, was den Betrieb jedoch nicht einschränkt. Eröffnung für den 4-Sterne-Bau ist für Ende 2012 geplant. Einher geht eine Erweiterung des Sauna- und Wellnessbereichs der Therme, die vom Konzept her so zukunftsweisend aufgestellt ist, dass andere kommen, um sich hier Inspirationen und Rat zu holen. Und wie könnte ein „sinnvoller“ Aufenthalt aussehen?
15 min Bahnenschwimmen im Bewegungsbecken (10-20 Bahnen)
10 min langsames Bewegen im Thermalsolebecken
6 min Dampfbad
Abkühldusche
5 min Wassertreten
10 min Strömungskanal im Warmwasserbecken
6 min Intensivsolebecken
kurz abkühlen im Kaltbecken
6 min Heißbecken
wieder kurz abkühlen im Kaltbecken
15 min Ruhe im Wintergarten
Und bei 13 Euro Eintritt für zwei Stunden bleibt jetzt noch einiges zur „freien Verfügung“ übrig … Viel Gesundheit!
Therme, Kahntouren … irgendwann bekommt der Mensch auch Hunger. Das 17Fuffzig hat im Gault Millau 18 von 20 möglichen Punkten und einen Stern vom Michelin. Es liegt an der Spitze der Brandenburger Gastronomie. Schwerpunkt bildet regionale Küche mit Blick auf Friedrich II. 

Wir entscheiden uns jedoch für die Kolonieschänke, einem Bio-Gasthof mit ebenfalls regionaler Ausrichtung. Es gesellt sich ein Hotel hinzu, ein Naturkostladen und eine Hofbäckerei – sozusagen ein Gesamt-Bio-Ensamble. Hier finden Vegetarier ebenso eine reichhaltige Auswahl wie Allergiker und selbst Diätetiker.

_1327179725jpgDie gesamte Anlage ist optisch auf Tradition getrimmt und der Gastraum hat schon fast musealen Charakter. So lässt es sich entspannt dinieren. Und wenn dann noch der Drehboom, die sorbische Version einer Pyramide, brennt und rotiert, leuchten nicht nur Kinderaugen.
Dies allerdings nur in der Vorweihnachtszeit. In dieser gibt es auch Adventsfeste und Weihnachtsmärkte im gesamten Spreewald. Z.B. Anfang Dezember in Lübbenau. Erst den maritimen Weihnachtsmarkt der Stadt besuchen, dann eine Glühweinkahnfahrt ins Museumsdorf Lehde, wo es eine Zeitreise gibt und die Vorbereitungen zum Fest vor 100 Jahren beobachtet werden können. Für die Kleinen lässt sich der Spreewälder Weihnachtsmann Rumpodich blicken und zurück geht es in einer Fackelwanderung. In Cottbus dagegen ist der Markt der 1000Sterne die ganze Adventszeit über. Er gilt als schönster Markt der Lausitz. Und wer es ganz gediegen möchte: Der Schlossherr auf Lübbenau liest in der Vorweihnachtszeit Geschichten am Kamin. Unterstützt wird er von „Schlossgeistern“ und die Zuhörer können sich vorab am Kuchenbuffet „stärken“.
Vom 1.11. bis 30.3. gibt es mit Ausnahme Weihnachten-Silvester das gesamtbrandenburgische Preisspecial „Winterliches Brandenburg“. Natürlich ist auch der Spreewald dabei. Hiermit lässt sich günstig die winterliche Atmosphäre erkunden.

Weitere Infos:
TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH: 0331 / 200 47 47
Touristinfomation Burg: 035603 / 750 1616

Text:
Otger Jeske

Foto:
Matthias Dikert