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Assmannshausen und Hotel Krone im Rheingau

Assmannshausen ist vermutlich eine fränkische Gründung. Der älteste Nachweis ist eine Urkunde des Mainzer Erzbischofs Ruthard aus dem Jahr 1108, die die Schenkung des Weinbergs „Höllenberg“ an das Benediktinerkloster Disibodenberg behandelt. Assmannshausen liegt eng gedrängt am Ostufer und dem rechten Hang des obersten Mittelrheins kurz unterhalb des Binger Lochs bei Stromkilometer 532,5.
Assmannshausen hat fast 1000 Einwohner, eine Bahnstation an der rechten Rheinstrecke und ist Etappe am rechtsrheinischen Wanderweg Rheinsteig. Eine Personenfähre verbindet es mit der Burg Rheinstein auf dem gegenüberliegenden linken Rheinufer und eine Sesselbahn mit dem Jagdschloss auf dem Niederwald.
1489 ließ Erzbischof Berthold von Henneberg nach den heißen Brom-Lithium-Quellen suchen, die ursprünglich unter dem Flussbett des Rheins lagen und die Keimzelle des Kurortes Bad Assmannshausen waren. Durch Dämmung des Flusses wurde die Heilquelle gefunden, die als Ass-Quelle noch heute sprudelt. Sie wurde vor allem bei rheumatischen Beschwerden in Form eines Bades angewandt; auch Moorbäder waren im Angebot. Bis 1983 wurde das Wasser in Flaschen weltweit verschickt. Eine weitere Einnahmequelle des Ortes im Mittelalter war der Bergbau. Abgebaut wurden Manganerze, Schiefer und Quarzit. Mitte des 19.Jahrhunderts wurden die Steinbrüche aufgegeben. – In der Rheinromantik im 19.Jahrhundert besuchten zahlreiche Literaten, Dichter, Künstler und Komponisten den Ort.
Im Oktober 1970 wurde die Nachbargemeinde Aulhausen eingegliedert und seit 1977 gehört Assmannshausen zur Stadt Rüdesheim am Rhein.
Im 21.Jahrhundert prägen der Tourismus und der Weinbau als Hauptwirtschaftszweige den Ort. Touristische Attraktionen wie eine Fahrt mit der Seilbahn zum Jagdschloss Niederwald und der schöne Blick über den Rhein lassen alljährlich tausende von Zuschauern die Rotweingemeinde besuchen.
Auch wir gehören zu den Besuchern des Jahres 2014, die von Bonn kamen, an dem berühmten Loreley-Felsen vorbeifuhren, in der Krone „Assmannshausen“ logierten, und mit dem Schiff bis nach Rüdesheim schipperten, um die heutige Rheinromantik einzuatmen. In Assmannshausen trafen wir Herrn Reinhold Forschner, der einen eigenen Verlag besitzt, journalistisch tätig ist und über die Region berichtet.

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Bei unserem Dorfrundgang hielten wir zuerst an der Heilig Kreuz-Pfarrkirche.

Radiointerview mit Reinhold Forschner Teil 1

Drei ganz markante Gebäude gibt es in der Gemeinde, die auf den Ursprung des Ortes hindeuten. Das ist einmal das Hotel „Krone“, das „Alte Haus“ und die „Alte Bauernschänke“. Wir stehen an dem Fachwerkhaus der „Alten Bauernschänke“ und gehen den Pfad zum „Rheinsteig“ hoch.
Der „Rheinsteig“ ist eine Wanderstrecke von Bonn nach Wiesbaden, immer entlang des Rheins auf der rechtsrheinischen Seite.

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Jetzt stehen wir am Fuß des „Höllenbergs“, einer Weinanlage des Assmannshäuser Weinanbaugebietes von 75 Hektar.

Radiointerview mit Reinhold Forschner Teil 2

Das 38 m hohe Denkmal ist 1883 nach dem deutsch-französischen Krieg und der Wiedergründung des Deutschen Reiches nach einem Entwurf von Johann Schilling aus Dresden gebaut worden und ist heute Treffpunkt für Gäste aus aller Welt.
Hauptfigur ist die 640 Zentner schwere Germania mit der Kaiserkrone in der erhobenen rechten und dem Reichsschwert in der linken Hand. Vom Denkmal fährt eine Seilbahn nach Rüdesheim und von dort geht ein Linienschiff nach Assmannshausen. Wir sind jetzt in Assmannshausen im Hotel „Krone“ und haben eine Verabredung mit der Hoteldirektorin Frau Claudia Kiy.

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Radiointerview mit der Hoteldirektorin Frau Claudia Kiy Teil 1

Die Direktorin hat über 20 Jahre Hotelerfahrung, hat in mehreren namhaften Hotels, wie „Land-und Golfhotel Stromberg“, „Holiday Inn“, „Best Western“ und „Kempinski-Schloß Rheinhardshausen“ gearbeitet, bis sie ihre Stelle in Assmannshausen antrat. Das Hotel ist ein Privathotel von Herrn Dr. Lohbeck, der diese Anlage erworben hat, weil er schon immer ein Auge auf historische Häuser hatte, hier ein paar Mal Gast war, und es schon immer sein Herzenswunsch war, dieses Hotel zu kaufen.

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Radiointerview mit der Hoteldirektorin Frau Claudia Kiy Teil 2

Die Dichter Brentano und Achim von Arnim priesen die liebliche Landschaft. Berühmte Leute, wir Freiligrath, Kaiser Wilhelm der I. und der II., Sissi, bekannte Politiker und Staatsmänner aus ganz Europa, namhafte Schriftsteller, Musiker, Maler und Schauspieler hielten der „Krone“ die Treue. In jüngster Zeit kehrten unter anderem so große Namen wie James Levine, Anne-Sophie Mutter, Dietrich Fischer-Dieskau und Juliette Greco hier ein.
Auch wir durften hier übernachten und konnten im Gourmetrestaurant ausgezeichnet speisen. Herr Norman Wegner ist 33 Jahre , hier seit 2 ½ Jahren Küchenchef, hat in etlichen anderen Küchen zum Beispiel in Bonn, Berlin und Baden-Baden Erfahrungen gesammelt, bis das „Hotel Assmannshausen“ im Rheingau sein Arbeitgeber wurde. Dort hat er ein Team von ca.10 Leuten und ist für die Köstlichkeiten des Hauses verantwortlich. Bevor das Hauptgeschäft los geht, treffen wir uns mit ihm und erfahren Neuigkeiten aus der Küche.

Radiointerview mit Norman Wegner Teil 1

Und Auszeichnungen gab’s auch schon. Im letzten Jahr ist die „Veranda“ von den ersten Gourmetführern aufgenommen worden. Da gab es die ersten Ehrungen und die Küche wird sich anstrengen, um noch weitere zu bekommen. Auch die Preise können sich sehen lassen, in der „Kronenstube“ gibt es Suppen für 6,-Euro bis zum Hauptgang maximal 30,- Euro. In der „Veranda“ werden 2 Menüs mit jeweils 4 bis 6 Gängen für 70,- bis knapp 100,- Euro angeboten. Ein typisches Gericht, dass man sich hier gern in dieser Region schmecken lässt, ist…

Radiointerview mit Norman Wegner Teil 2

Wir aßen dann als Vorspeise „Zweierlei Riesengarnele mit gegrillter Wassermelone und Pfifferlingen“ und als Hauptgang „Rücken vom Donald Russel Lamm mit geschwenkten Zucchinis und gebratenen Polentas mit Kräutersaitlingen.“

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Ein leckeres Gericht, von dem wir noch lange schwärmen werden, weil am nächsten Tag Ruhetag war. Die „Krone“ legt immer am Montag eine lukullische Pause ein, weil an diesem Tag nicht viel los ist. Die Hausgäste probieren andere Gastronomitäten aus und die Mitarbeiter können sich regenerieren.
Wir machen eine schöne Burgendrundschifffahrt mit der Rössler-Linie und steigen 14 Uhr 15 in Assmannshausen in das MS „Rheingau“ ein, um die Burgen vom Boot aus in 1 ½ Stunden bewundern zu können. Natürlich kann man auch aussteigen, sich die Burgen vor Ort anschauen und mit dem nächsten Schiff weiterfahren. Der 1. Stopp ist die „Burg Rheinstein“, die man sehr gut von Assmannshausen sehen kann. Zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten gehören unter anderem Glasmalereien aus dem 14. bis 19. Jahrhundert, Wand- und Deckenfresken mit kunstvoller Malerei, antike Möbel aus dem 17. und 19. Jahrhundert, Rüstungen aus der Zeit des 15. Jahrhunderts, eine neugotische Romantik-Kapelle mit einziger Preußengruft am Mittelrhein, eine Kanonennachbildung aus dem 17. Jahrhundert und romantische Gärten und Terrassen.

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Weiter in Richtung Koblenz erstrahlt der oft besungene Felsen der Loreley und die „Burg Reichenstein“. Das gesamte Burggelände gliedert sich in drei Teile. Schloss Reichenstein, der älteste Teil der Anlage, Falkenburg, das ehemalige Gesindehaus- heute als Gästehaus genutzt und Königstein, ein Aussichtsturm, der einen Blick ins romantische Rheintal zulässt Highlights sind Konzerte, Trauungen, Familien – und Betriebsfeiern, Fackelführungen und natürlich Kindergeburtstage.
Auf der Fahrt nach Rüdesheim kommt man an der „Ruine Ehrenfels“ und dem „Binger Mäuseturm“ vorbei.

Schiffsansage MS „Rheingau“

Die „Burg Ehrenfels“ hatte mehrere Besitzer und wurde oft zerstört. In den 90er Jahren wurde sie restauriert, erhalten sind die Schildmauer, die begehbaren Ecktürme sowie der Palas und ein Torbau. Seit 2002 gehört die Burgruine zum Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal.
Eine große Rolle spielt Hildegard von Bingen im Kloster Eberbach, aber Weltruhm verdankt es den Mönchen, die den Weinbau über 700 Jahre kultivierten. Die Bömserburg war ein alter Wehrbau, der heute umfangreiche Sammlungen des Rheingauer Weinbaumuseums enthält und Rüdesheim ist eine Weinstadt im Rheingau und liegt am südlichen Tor zum Mittelrheintal. Die Drosselgasse ist das Herzstück der Altstadt und schlängelt sich 114 Meter durch die Gassen von Weingasthäusern und Gartenschänken mit lebensfrohen Bürgern und neugierigen Besuchern.
Schließlich erreichen wir gegen 18 Uhr 30 festen Boden unter den Füßen und stolzieren in Assmannshausen zur Rheinuferstraße 1 a, um bei Hans-Günther Altenkirch die bekannten Assmannshäuser Spätburgunderweine zu probieren.

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Der Rheingau hat 3000 Hektar Weinbaufläche und Assmannshausen ist eine Rotweininsel im Rheingau mit 80 Hektar Rotwein, vornehmlich Spätburgunder. Dieser gedeiht an Steilhängen auf verwittertem Schieferboden. Der Boden hat 2 Eigenschaften, erstens speichert er die Wärme des Tages sehr gut und kann sie nachts noch an den Rebstock abgeben und zweitens ist er sehr wasserdurchlässig. Der Ertrag ist geringer, weil die Beeren sehr klein sind und die Rebe auch in nassen Jahren Schwierigkeiten hat, an Wasser heranzukommen. Dafür hat sie eine schöne rote Farbe und die Winzer müssen diesen Wein nicht mit Farbtrauben versetzen, um das vollmundige „Rot“ zu erhalten. Wir probieren trockene und einen halbtrockenen Wein verschiedener Jahrgänge und verschiedener Qualitätsstufen. Zuerst ist ein trockener 2012 er Qualitätswein aus dem „Fass Nr.9“ im Glas, der fast 2 ½ Jahre im Holzfass gelagert wurde und dadurch einen besonderen Geschmack bekommt.
Hans-Günther Altenkirch erklärt uns, dass es bei bei ihm keine Barrique-Weine gibt, um den Wein dichter zu machen, sondern ausschließlich im alten Eichenfass gereifte Rotweine.

Radiointerview mit Hans-Günther Altenkirch Teil 1

Der nächste Wein, den wir kosten, ist ein lange gelagerter hochwertiger Qualitätswein, der aus dem Jahre 2005 stammt und vorzüglich schmeckt.

Radiointerview mit Hans-Günther Altenkirch Teil 2

Soweit zum Wein, der uns sehr gut schmeckte und uns auf der Fahrt nach Hause immer wieder zum Schwärmen einlud.

Weitere Informationen bei:

Hotel Krone Assmannshausen
Rheinuferstraße 10
65385 Rüdesheim-Assmannshausen
Telefon +49(0)6722/ 4030
Fax +49(0)6722/ 3049

Fremdenverkehrsamt Assmannshausen
65385 Assmannshausen
Tel.: 06722 – 906150

Text und Radiointerviews:

Peter Marquardt

Fotos:

Matthias Dikert