Bad Homburg

image_print

Bad Homburg

Wen die Geschichte der alten Römer interessiert und wer am Limes entlangspazieren möchte, der kommt am Römerkastell Saalburg nicht vorbei. Deshalb haben wir uns auf den Weg nach Bad Homburg gemacht, um für 2 Tage ein neues zu Hause im Maritim Hotel zu finden. Mit dem Auto brauchten wir von Berlin über die A5 Frankfurt/Kassel gute 4 Stunden. Allerdings bestehen auch regelmäßige Zugverbindungen von Bad Homburg zum Frankfurter Hauptbahnhof und mit dem Flugzeug ist der Zielflughafen nur 25 Km von Bad Homburg entfernt. 

Im Herzen der Stadt, direkt am Kurpark, befindet sich das 2013 komplett renovierte Maritim Hotel Bad Homburg. Mit seiner zentralen Lage am Rande des Taunus, und der direkten Anbindung an das städtische Kongresscenter ist das Maritim eine beliebte Adresse für private und geschäftliche Aufenthalte. 148 komfortable Zimmer und großzügige Studios in edlem Design mit Bad/WC, Klimaanlage, Flachbildfernseher, Radio, Telefon mit Anrufbeantworter, digitalem Modemanschluss in vielen Räumen, kostenfreien WLAN Zugang, Zimmersafe und Minibar erwarten die Gäste.
Für die gastronomische Betreuung sorgen das Parkrestaurant mit Terrasse und herrlichem Blick auf den Kurpark, das rustikale a-la-Carte Restaurant Bürgerstube und die Hotelbar.

_1431867949

Vier Tagungs- und Veranstaltungsräume für bis 70 Personen hält das Hotel und für 850 Personen das Kongresscenter im Kurhaus bereit. Zum Service gehören auch ein kleines Schwimmbad mit Jet-Stream Anlage und Sauna, eine öffentliche Tiefgarage mit 352 Plätzen, Fahrradverleih auf Anfrage, 20 Prozent Greenfee Ermäßigung für den Golfplatz Bad Homburg und 30 Prozent für den Golfplatz Taunus Weilrod. Alle Attraktionen der Kurstadt, die heute 53 000 Einwohner hat, sind fußläufig vom Hotel aus erreichbar.

Bevor wir uns am nächsten Tag auf die historischen Spuren der Römer zum Römerkastell Saalburg machten, ließen wir uns die regionalen hessischen Spezialitäten im Parkrestaurant munden. Mit von der Partie waren die Maritim Direktorin Tanja Knop, der Oberbürgermeister Michael Korwisi, der über die aktuelle touristische Entwicklung und Perspektive der Region berichtete, die Geschäftsführerin der Landeskelterei Höhl Hochstadt, Dr. Johanna Höhl, die über das hessische Nationalgetränk, dem Apfelwein, informierte und noch viele andere interessante Gäste. Seit acht Generationen stellt die Familie Höhl Apfelwein her. Als älteste Apfelwein Kelterei Deutschlands weihte uns Frau Dr. Höhl in die Geheimnisse des hessischen Apfelgetränks ein. Das Geheimnis des reintönigen und fruchtigen Bouquets des Apfelweins ist das besondere Verfahren der Kaltvergärung, die dem Wein einen einzigartigen Geschmack verleiht und seine natürliche Gärkohlensäure bewahrt. Und die beste Qualität kommt dann aus den vielen bunten Äpfeln der Streuobstwiesen zustande. Die Firma „Höhl“ stellt auch Apfelessig, also zweimal vergorenen Wein her, der besonders wertvoll ist, weil er keine schweflige Säure enthält und bei der Klärung ohne Gelantine hergestellt wird.

_1431868003

Bei der Weinverkostung zu den regionalen Spezialitäten stellte Dr. Johanna Höhl 5 Apfelweine vor. Das waren zum einen der Urtyp „Blauer Bock“, eine erfrischende Variante mit fruchtig-süffigem Geschmack, der naturtrübe und milde „Schoppepetzer“, der „Speyerling“ Apfelwein, ein fein-herber Schoppen, der süsse „Alte Hochstädter Rose“ mit schwarzer Johannisbeere und schließlich die Krönung „Pomp“, eine einzigartige Cuvee aus feinstem Rheingauer Riesling Sekt und der seltenen Champagner Reinette Apfelfrucht von heimischen Streuobstwiesen. Die Apfelweine schmeckten ausgezeichnet zu den heimischen Spezialitäten, wie Kartoffelsalat mit Gurke, Tafelspitzsülze mit Sahnemeerettich, geräuchertes Taunus Forellenfilet mit karamellisiertem Apfelragout, hessischen Wurst- und Schinkensorten, sowie Frankfurter „Grie Soß“, die aus 7 Kräutern (Petersilie, Schnittlauch, Sauerampfer, Borretsch, Kresse, Kerbel, Pimpinelle), saurer Sahne, zwei hartgekochten Eiern und einer Prise Essig, Öl, Salz und Pfeffer besteht. Sehr gut gemundet haben auch der „Handkäs mit Musik“, ein Harzer Käse, der bis zu 2 Stunden in Apfelwein und Apfelessig mit dazu gehörigen klein gewürfelten Zwiebeln, einer Prise Pfeffer vermischt und eingelegt und schließlich mit einem Butterbrot serviert wird. Die Hauptgerichte Frankfurter Rippchen mit Apfelweinsauerkraut und Hähnchenbrust mit Perlzwiebeln und Speck in einer Apfelweinrahmsoße hofierten den Gaumen und waren ein Gedicht.

Am Samstagmorgen stand dann der Besuch des Römerkastells an. Die Mitarbeiterin im Bad Homburger Maritim, Gabriele Fritzenwallner, begleitete uns zur 7 Km entfernten Saalburg. Diese Anlage, ein Kastell mit Lagerdorf am Limes, der ehemaligen Grenze zwischen dem Römischen Reich und den germanischen Stammesgebieten wurde auf Initiative Kaiser Wilhelms II. um 1900 wieder aufgebaut.

_1431868080jpg

Dieses Römerkastell und archäologische Museum gehört zum UNESCO Welterbe Limes, ein Originalschauplatz, wo man sich auf einer Zeitreise von 2000 Jahren ein anschauliches und lebendiges Bild von der Geschichte, Kultur und Lebensart der Römer machen kann. Zur Römerzeit war die Saalburg ein Kastell, das der Überwachung eines Limesabschnittes im Taunus diente. Im Kastell waren etwa 600 Mann, Soldaten und Reiter stationiert. Vor dem Haupttor der Wehrmauer lagen ein Badegebäude und ein Gästehaus. Ein Dorf mit Handwerker-, Händler- und Wirtshäusern schloss sich an. Gräber und Heiligtümer säumten die Römerstrasse nach Nida, dem heutigen Frankfurt-Heddernheim. Circa 2000 Menschen dürften im Dorf und Kastell gelebt haben. Innerhalb der Umwehrung mit Mauer, Wehrgang und 4 Toren sind eine Reihe von Gebäuden aus Stein und Holz wieder aufgebaut worden. Das Horreum, der Getreidespeicher, dient als Ausstellungsraum. Die Principa, das zentrale Stabsgebäude, beeindruckt durch seine große Halle und den Innenhof, um den sich Museumsräume gruppieren. Archäologische Funde, rekonstruierte Bereiche, inszenierte Räume und Modelle erzählen vom Leben der Soldaten und der Bewohner des Dorfes vor den Toren des Kastells. Eindrucksvoll ist das Fahnenheiligtum, die Aedes, das kultische Zentrum des Kastells. In den rekonstruierten Backöfen nahe der Wehrmauer wird auch heute mehrmals im Jahr frisches Römerbrot gebacken. 

Frau Karin Zuleger, die Kastellführerin, hat mit uns einen Rundgang durch die Anlage gemacht. Nach ihrer Anweisung konnten wir das Bogenschießen ausprobieren und durften eine römische Lanze werfen. Sie erzählte uns auch, dass damals auf dem großen Gelände etwa 99 Brunnen das Wasser lieferten. Wenn ein Brunnen versiegte, wurde er mit ausrangierten Dingen, wie beispielsweise Gegenständen aus Bronze, Eisen, Glas, Holz- und Leder zugeschüttet. Dieser sogenannte Müll (archäologische Funde) wurde im feuchten Grund konserviert, ist sehr gut erhalten und gibt Auskunft über die einstigen und unterschiedlichen Bereiche des alltäglichen Lebens. Karin Zuleger betonte, dass zahlreiche Aktionen für Kinder und Erwachsene sowie ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm die Zeit der Römer am Limes lebendig machen. Sie zeigte uns nach der Führung an einigen Gästen, wie sich ein römischer Soldat mit Kettenhemd, Schild und Lanze, der römische Mann mit Tunika, oder die römische Frau mit Tunika und Stola kleideten. Wir staunten, wieviel Zeit und Personalaufwand das Anlegen römischer Kleidung damals erforderte. 

Im Museumscafè kann man den Römern auch kulinarisch auf den Geschmack kommen. Der Besucher hat die Wahl zwischen Speisen und Getränken aus dem gewohnten gastronomischen Angebot und Spezialitäten aus der Küche der Römer. Außerdem wird das Kastell mit seinen historischen Räumen auch als stilvoller Rahmen für private Feste und Familienfeiern genutzt. Die Saalburg ist ein Museum zum Anschauen, zum Anfassen, Mitmachen und Erleben. Der Aufenthalt in der parkartigen Anlage inmitten der herrlichen Taunuslandschaft macht den Besuch für Jung und Alt zu einem angenehmen, informativen und spannenden Erlebnis.

Neben dem Maritim Hotel befindet sich das Kurhaus. Von dort hat man einen schönen Blick auf den Park mit dem Schwanenteich und der großen Springfontäne. Die im Kurpark, im Kurviertel, im Schloss und auch in der Innenstadt allgegenwärtigen Spuren der Historie berichten von den Zeiten des Landgrafenhauses Hessen-Homburg. Friedrich II. mit dem silbernen Bein ging als Kleist’scher „Prinz von Homburg“ in die Literatur ein. Sein Urenkel empfing Goethe und Hegel, bewilligte dem Dichter Hölderlin eine Stelle als Hofbibliothekar. Vor rund 180 Jahren entwickelte sich das Kurwesen durch den „Bad Homburger Tonschlamm“, ein Dutzend Heilquellen und die berühmte Champagnerluft, der eine englische Gräfin den Namen gab. Aus dieser Tradition entstand eine hochklassige medizinische Kompetenz, die sich in 4 Kliniken niederschlägt, die über modernste diagnostische und therapeutische Einrichtungen verfügen.

Nach dem Mittagsimbiss unternahmen wir mit der Stadtführerin Ingetraud Roller einen Spaziergang durch den Kurpark. Über die Kaiser-Friedrich-Promenade erreichten wir den Schmuckplatz mit den Denkmälern für das deutsche Kaiserpaar Friedrich III. und Victoria. Zur Linken entdeckten wir das Lennè Denkmal, den Schöpfer des Kurparks. Von 1854 bis 1914 ist der 1,5 Kilometer lange und 44 Hektar große Park angelegt worden. Etwa 100 Meter in Richtung Schwanenteich steht das Hölderlin-Ehrenmal, das an die Aufenthalte des Dichters in Bad Homburg erinnert. Zuerst besuchten wir mit Frau Roller die „Russische Kirche“, die von Louis Benois aus St. Petersburg entworfen wurde und zu deren Grundsteinlegung 1896 auch das letzte russische Zarenpaar anwesend war. Das Gotteshaus mit Zwiebeltürmchen ist im Stil der russischen Kirchen des 16. Jahrhunderts gehalten. Die Fassaden sind mit Elementen des Backstein-Klinkerbaus, einem vergoldeten Fries und Kacheln mit russischem Doppeladler verziert. Der Innenraum wurde mit Fresken des russischen Kirchenmalers Adam W. Russak ausgemalt. Die Ikonen, der aus Rosenholz bestehenden Ikonostase sind auf verzinktes Bleck gemalt. Regelmäßig finden in der Kirche Gottesdienste in deutscher und slawischer Sprache statt, und die Gläubigen müssen allerdings stehen, da es keine Stühle gibt.

_1431868132

Einen Steinwurf weit sieht man Golfspieler auf dem ersten 6-Loch-Golfplatz Deutschlands. Die danebenstehende Orangerie, die auch als Wandel- und Trinkhalle genutzt wurde, verwöhnt die Gäste heute mit ausgezeichneten kulinarischen Köstlichkeiten. Auch der Musikpavillon, wo mehrmals wöchentlich Konzerte stattfinden, wurde nach alten Plänen von Louis Jacobi wieder aufgebaut und ab 2012 mit modernster Technik ausgestattet.

In der Brunnenallee stießen wir auf die bekannteste Bad Homburg Quelle, den Elisabethenbrunnen. Der Arzt Christian Trapp machte den alten Salinenschacht 1834 zugänglich, entnahm Proben und Professor Justus von Liebig analysierte diese Quelle als mineralstoffreichstes und heilkräftiges Wasser. Im Umkreis der Brunnenallee sprudeln kalte, kohlensäurereiche Kochsalzquellen, die zu Trinkkuren und Mineralbädern, vorwiegend bei chronischen Herz-, Darm-, und Magenleiden, aber auch bei Hauterkrankungen verwendet werden. Es gibt den Kaiserbrunnen, den Stahlbrunnen, den Auguste-Victoria-Brunnen, den Landgrafenbrunnen und Louisenbrunnen, die beide aus einer Tiefe von 151 und 95 Metern kommen und schließlich den Ludwigsbrunnen, die zu Kostproben einladen.

Der Ludwigsbrunnen war die erste entdeckte Heilquelle Homburgs und liegt in unmittelbarer Nähe des Kaiser-Wilhelm Bades. Der bekannte Baumeister und Architekt Louis Jacobi errichtete dieses Bad von 1887 bis 1890 im Stil der Neorenaissance mit palastartigen Räumlichkeiten. Im Mittelbau, der von der majestätischen Kuppel gekrönt wird, befanden sich Räume für Inhalationen und Moorbäder, sowie eine Suite mit separatem Zugang, die kaiserlichen Nutzern vorbehalten blieb. Das Quellwasser leitete man durch eine unterirdische Zentralleitung in die Bäder. Dieses vielgerühmte Therapiehaus festigte den Ruf Bad Homburgs als Heilbad. Viele Besucher kamen, um zu kuren und auch im Spielcasino ihr Glück zu machen. Ende der Jahrtausendwende wurde das Bad denkmalgerecht restauriert und ab 2002 beherbergt es das komfortable Day-Spa „Kur-Royal“ mit modernsten Therapieeinrichtungen, wo die Gäste neben fernöstlichen Therapien auch eine Reihe von Wohlfühl-Angeboten finden, um sich zu erholen und zu entspannen. 

Und vergnügen kann man sich dann am Abend in der Spielbank, die nur 50 Meter vom Kur-Royal-Bad entfernt ist. Ende der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts sahen die Brüder Blanc in der kleinen Residenzstadt Homburg eine erfolgversprechende Verbindung von Kur und Spiel. Sie investierten viel in die Förderung des Kurbetriebs und durften 1841 das Spielcasino eröffnen. Die Abschaffung der bis dahin beim Roulette üblichen Doppel-Zero, verlieh der Spielbank von Anfang an magnetische Anziehungskraft. Obwohl sie unter der Herrschaft der Preußen 1872 geschlossen wurde, entfaltet sich Homburg zu einem Heilbad von Weltrang, in dem die gesamte Aristokratie Europas Erholung suchte. Francois Blanc baute 1863 mit seinen in Homburg gesammelten Erfahrungen eine Spielbank in Monaco auf, die er zu Weltruhm führte und seit der Wiedereröffnung des Homburger Spielcasinos im Jahre 1949, die Bank als „Mutter von Monte Carlo“ gilt. Und diese Einrichtung liegt im malerischen Kurpark und lädt die ganze Woche über zum Spielen, Genießen und Feiern ein.

Nun machten wir mit Ingetraud Roller einen Abstecher zur „Sala-Thai-Halle“ an der Chulalongkorn- Quelle, die ein Geschenk des thailändischen Königshauses ist als Zeichen der Verbundenheit zur 100. Wiederkehr des Kuraufenthaltes von König Chulalongkorn. Von dort kann man auch gut das Landgrafendenkmal sehen, ein 12 Meter hoher roter Porphyr Obelisk, der von F. Gerth geschaffen und dem landgräflichen Haus gewidmet wurde. Hinter dem Denkmal gibt es die Taunus Therme, ein Thermalbad, das von der Victoria-Luise-Quelle gespeist wird. Nicht weit vom Schwanenteich sieht man auch den zweiten Siamesischen Tempel, den König Chulalongkorn 1907 zum Dank für seine Genesung gestiftet hat. Der letzte Besichtigungspunkt unseres Kurparkbesuchs waren die Tennisplätze in östlicher Richtung, die hier 1876 zum ersten Mal auf dem Kontinent eingerichtet wurden. Bevor es zum Mittagessen zurück ins Hotel ging, legten wir auf einer Bank eine Ruhepause ein und dachten an die berühmten Persönlichkeiten vergangener Zeiten, die sich hier in Bad Homburg wohlgefühlt haben, z.B. Bismarck, Goethe, Hölderlin, Sinclair, Sissi, Oscar Wilde, König Eduard VII., Wilhelm I. und vor allem Wilhelm II., der nur gut in Bad Homburg schlafen konnte, wie er selbst sagte.

Am Abend wartete ein weiteres Highlight auf uns, und zwar der Besuch des Casinos und die professionelle Einführung ins Glücksspiel. In angemessener Bekleidung betraten wir das Gebäude und staunten über die vielen Menschen an den Roulette-, Black Jack- und Pokertischen. Die Kugeln rollten, die Jetons wurden gesetzt und die Gäste verfolgten gebannt das Spiel. Wir steuerten auf einen Anfänger Roulette Tisch zu, wo schon ein Croupier auf uns wartete, um uns die Glücksspielregeln zu erklären. An Roulette Tischen setzt man Jetons auf rote oder schwarze Zahlen von 0 bis 36, die nicht in arithmetischer Reihenfolge angeordnet sind. Je nach Spieltisch gelten unterschiedliche Mindest- und Höchsteinsätze. Mit 2 Euro ist man beim Roulette und 10 Euro bei Black Jack dabei. Eine Besonderheit ist die Viertelchance, die es beim französischen Roulette nur in Bad Homburg gibt. Automatenspiele an Slot Machines und Jack Pot Anlagen bringen durch ihre lebendigen Aktionen eine Menge Spaß. Köstlichkeiten bereitet das Restaurant mit regionaler und saisonaler Küche. Die Spielbank-Lounge lädt am Wochenende ab 22 Uhr mit Live DJs und Cocktailbar zum Feiern ein und bereitet viel Spaß.

Den hatten wir und auch am nächsten Tag, als wir am Vormittag das Kur-Royale Day Spa besuchten. Neben der wohltuenden Wirkung der sprudelnden Heilwässer erwartete uns ein kompetentes Team mit einer Vielzahl von Wellness- und klassischen Massagen bis hin zu alternativen Heilmethoden wie Reiki und Shihatsu. Es gibt keinen Nacktbadebereich und die Einrichtung können Besucher ab 17 Jahre nutzen. Sabine Kühl, eine Mitarbeiterin des Hauses, gab uns Hinweise auf die Reihenfolge der Anwendungen, die sich auf 2 Ebenen verteilen. 

_1431868211

Mit Duschtüchern ausgerüstet, einem Sarong und eigener Badebekleidung begann nun unser Rundgang. Für ein paar Stunden kehrten wir dem Alltag den Rücken zu und ließen uns in der Sole sowie den entspannenden Dampf- und Dunstbädern verwöhnen. Zuerst besuchten wir das 32 Grad warme Solebecken und ließen die wohlige Wärme eine halbe Stunde auf den Körper einwirken. Die Durchblutung wurde gefördert, die Muskulatur lockerte sich und bekam die richtige Einstellung auf die Mühlradanwendung. Ein kleines Schaufelrad der Wassermühle sorgte mit Vogelstimmen und dem Rauschen eines Baches für einen regelmäßigen stoffwechselanregenden milden Saunaeffekt. Im anschließenden Kräuterdunstbad atmeten wir Kräuterdüfte ein, die wiederum die Durchblutung förderte und die Haut pflegte. Die vierte Anwendung war ein Dampfbad, wo der ganze Körper von warmem Dampf eingehüllt wurde, der sich aus getrockneten Gräsern, Kräutern und Wiesenblumen des Bad Homburger Kurparks bildete. Die schonende Erwärmung des Heus setzte Cumarin frei und schaffte eine beruhigende und entspannte Atmosphäre. Im „Wave Dreams“ faszinierte das Zusammenspiel von Licht und Wasser und diese visuellen Effekte erzeugten eine tiefe Entspannung für die Seele. Im „Aqua Salina“ stand das Gradierwerk im Mittelpunkt. Hier rieselte die Sole über Schwarzdornreisig und man atmete die mit Salz angereicherte Luft ein, die die Durchblutung der Lunge anregte und den Sauerstofftransport verbesserte. Mit dem Rasul-Dampfbad beendeten wir unsere Anwendungen und rundeten das Erlebnis mit Eisnebel und einer Schwalldusche ab. Mit einem gestärkten Immunsystem und einem erfrischenden Getränk an der Quellenbar machten wir uns auf den Heimweg zum Hotel.

Wir stärkten uns beim Sonntagslunch und spazierten am Nachmittag zum Landgrafenschloss. Der 48 Meter hohe Weiße Turm, ein Zeugnis der ehemaligen Hohenburg aus dem Mittelalter und das heutige Wahrzeichen der Stadt, wies uns den Weg. Im Übrigen hat man nach 174 Stufen eine herrliche Aussicht auf die Stadt und Umgebung. Das Schloss wurde ab 1679 von Friedrich II errichtet und diente bis 1866 als Residenz einer Nebenlinie des hessischen Landgrafenhauses. Elisabeth, die Tochter des englischen Königs George III. und spätere Gemahlin von Friedrich II. ließ das Schloss restaurieren und nach ihrem Geschmack umbauen. Es diente ihr später als Witwensitz, und sie ist auch in der Familiengruft der Schlosskirche begraben. Die Räume sind damals im modernen Empire Stil gestaltet worden.

_1431868256

Einen Höhepunkt klassizistischer Baukunst stellt der im pompejanischen Stil ausgemalte Speisesaal im Englischen Flügel dar. Nach der Annexion Homburgs durch Preußen wählte Wilhelm I. das Schloss zu seinem Sommersitz und ließ für sich und seine Königin zwei neue Wohnungen bauen, die bis heute erhalten geblieben sind. Schloss Homburg ist in einem schönen großen Schlosspark eingebettet. Bereits im 17. Jahrhundert existierte ein angelegter Obstgarten. Mit dem Neubau des Residenzgebäudes entstand an der Ostseite ein repräsentativer angelegter Barockgarten mit Orangerie. Das ca. 12 Hektar große Gartengelände mit Teich und einem Landschaftspark nach englischem Vorbild beherbergt 2 gepflanzte Libanonzedern von 1822 und wunderschöne, wiederhergestellte kaiserliche Rosenteppichbeete. Die Schlosskirche besitzt eine Bürgy Orgel und kann auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Außerdem können Teile von Schloss und Garten noch für Feierlichkeiten gemietet werden und das Schlosscafè hält von Dienstag bis Sonntag ein Frühstücks- und Kuchenangebot sowie eine kleine Auswahl an Mittagsgerichten bereit.
Mit vielen neuen Eindrücken und historischem Wissen im Gepäck traten wir gut erholt die Heimreise an.

Weitere Informationen bei:

Tourist-Info im Kurhaus
Louisenstraße 58
D-61348 Bad Homburg v. d. Höhe
Tel. +49 (0) 6172/178-3710 bis 3713
Fax +49 (0) 6172/178-3719 

Maritim Hotel Bad Homburg
Ludwigstraße 3
61348 Bad Homburg v. d. H.
Telefon: +49 (0) 6172 660-0
Fax: +49 (0) 6172 660-100
Reservierung: +49 (0) 6172 660-138 

Text:

Peter Marquardt

Fotos:

Matthias Dikert

Copyright Innenaufnahmen vom Kur Royal Bad Homburg bei Kur- und Kongreß-GmbH Bad Homburg v. d. Höhe