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Welterbe Stralsund
Ein Stadtspaziergang zwischen Tradition und Moderne


Wir haben zu Beginn unserer Stadterkundung Station imARCONA HOTEL BALTIC bezogen. Das Hotel steht am Frankendamm. Namensgeber war nicht der germanische Stamm, sondern ein Kaufmann, der dem gesamten Viertel seinen Namen gab. Die Lage ist günstig, denn das Baltic steht quasi auf dem alten Damm zur Stadt kurz vor den Toren Stralsunds. Heute bezeichnet man dies als Altstadt. Alle Sehenswürdigkeiten sind somit fußläufig zu erreichen, und man hat von den Zimmern bzw. dem Sauna- und Fitnessbereich einen herrlichen Überblick über Stadt und Strelasund.

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Weinwirtschaft
Die Weinwirtschaft im arcona HOTEL BALTIC Stralsund hat sich als Restaurant ein Renommee für gute Küche aufgebaut. Mittags bleibt es jedoch geschlossen. Dafür gibt es in der Lobbybar Elsässer Flammkuchen in verschiedenen Kreationen. Wir probierten die saisonale Version mit Spargel. Großes Holzbrett, knuspriger Boden und das Verwerfen von Vorurteilen: Flammkuchen geht auch nicht-klassisch. Muß ich mal zu Hause probieren. Flammkuchen à la Tapas klingt auch interessant. Sie werden nach dem Stadtrundgang wohl hungrig sein. 
In der Weinwirtschaft am Abend gibt es eine schöne Kürbis-Suppe. Hätte ich glatt die Schüssel gegen einen Topf tauschen wollen. Zum Hauptgang Fisch. Gut auf den Punkt gegart. Dazu Gitterröstis und Gemüse. Sehr schöne Kombination und überaus schmackhaft. 
Wir sind absolut überzeugt von der Weinwirtschaft. Sehr gutes Essen, sehr gutes Team. Nur Wein haben wir nicht getrunken. Dafür den örtlichen Gerstensaft-Produzenten unterstützt: Störtebeker Bernstein-Weizen Alkoholfrei. Damit sind wir für Gourmet-Puristen vielleicht nicht gerade die Empfehlung, vor allem weil die Weinwirtschaft dem Namen entsprechend durchaus hochqualitative Tröpfchen im Angebot hat. Gegen den Durst gibt es aber nichts besseres, da müssen wir leider drauf bestehen! 

Die Teiche
Hinter dem Stadion gegenüber vom Hotel liegt der Frankenteich, einer von mehreren Inlandsteichen, die die Altstadt umspülen. Zugang erhalten Sie vom Hotel Baltic über die Hafenstraße. Links halten, die Hafenstraße mündet in den Frankendamm und gegenüber führt ein Weg zum Teich. Alternativ können Sie auch eine Ecke weiter, wo sich dann das Wulflamufer zwischen Park und Wohnhäusern entlang windet. Hier südlich vom Teich gibt es einen schönen Uferweg mit Parkanlage. Berühmt ist der Drei-Kirchenblick. Setzen Sie sich auf eine der Parkbänke am Ufer und genießen ein paar Minuten in Ruhe die Aussicht.
Hinter dem Teich den Weidendamm in Richtung Altstadt einschlagen. Sie gelangen dann zügig zum neuen Markt mit der imposanten Marienkirche. Folgen Sie hingegen der Karl-Marx-Straße, gelangen Sie zum Knieperwall und damit zum Knieperteich. Ebenfalls eine schöne Parkanlage mit beruhigendem Blick auf das gemütliche Treiben auf dem Teich. 
Den Wall weiter hoch in Höhe vom Parkhaus gelangen Sie zu einem alten Stadtmauer-Halbschalenturm, den Sie begehen können. Dafür sollten Sie allerdings gut zu Fuß sein, denn die Holzstufen sind eng und steil. Ist das dem Original nachempfunden? Wie kam die Stadtwache mit Waffen und Rüstung hier hoch? Und definitiv wird diese zu ihrer Zeit einen anderen, freieren Ausblick gehabt haben. Heute schränken die Bäume vor der „Stadtmauer“ die Sicht erheblich ein. Nicht gut für eine Verteidigungsanlage.
Dort wo der Knieperwall als Fortsetzung der Karl-Marx-Straße beginnt, geht links der Tribseer Damm rein. Ein paar Meter weiter liegt der Hauptbahnhof. Auch sehenswert. Das alte Backsteingebäude aus der Gründerzeit wartet in der Großen Halle mit Wand- und Deckengemälden von Stralsund und Rügen auf.

Neuer Markt
Wenn Sie am Frankenteich rechts Richtung Altstadt eingebogen sind, folgen Sie dem Weidendamm. Damit steuern Sie direkt auf die Marienkirche zu, die sich links erhebt. Sie gilt als „Meisterwerk der Spätgotik in Mitteleuropa“. Einstmals war es gar das höchste Gebäude der Welt mit seinem über 100 Meter hohen Turm. Die Marienkirche ist keine Kathedrale, kein Bischofssitz, sie ist lediglich eine gemeine Pfarrkirche. Zwar die größte Stralsunds, dennoch nicht mehr. Das zeugt eindeutig von der Macht und dem Reichtum der alten Hansestadt. Man konnte es sich leisten, alle zu übertrumpfen.

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Alter Markt
Vom Neuen Markt weiter die Mönchstraße immer geradeaus und irgendwann rechts gelangt man zum Alten Markt mit dem Wahrzeichen der Stadt: der prunkhaften Rathaus-Schaufassade und der noch imposanteren Nikolaikirche. 
Das Rathaus ist Wahrzeichen der Stadt. Ursprünglich als Warenhaus angelegt, zogen später Ämter und Stadtrat ein. Die Schaufassade wurde in dieser Umnutzung aus repräsentativen Gründen angebracht und im späten 17. Jahrhundert beschädigt. Die Reparaturmaßnahmen dauerten Jahrzehnte und nochmals rund 100 Jahre später veränderte der damalige Stadtbaudirektor die Verblendung erneut, so daß heutzutage das Original nur noch für ausgesprochene Fachleute erkenntlich ist. Die Bögen waren im Mittelalter größer und wuchtiger. Die Spitzbögen wurden ihr im 19. Jahrhundert zwar zurückgegeben, die Pfeilerverstärkungen des Barock aber beibehalten. Für den Betrachter ist dieser Umstand völlig egal. Die Fassade ist auch heute noch einfach unglaublich imposant. Und wenn man sich die Mühe macht, nach dem Spaziergang tagsüber noch eine nächtliche Runde anzuhängen, wird man sich vom Reiz der beleuchteten Fassade nur schwerlich trennen können. Kein Wunder, daß jenes Motiv sich auf vielen Postkarten der Stadt wiederfindet. 
Aber auch das Innere der Halle ist sehenswert. Nach dem großen Stadtbrand im 17. Jahrhundert wurde die heute sichtbare hölzerne Galerie eingebaut. Der Reichtum der Stadt manifestiert sich auch hier in vollem Prunk. Die kirchlichen Vorbilder der Galerie werden um Längen überboten. Jeder kleine Feudalherr wäre stolz auf solchen „Rittersaal“. Verweilen Sie ruhig ein bißchen.
Anfang des 13. Jahrhunderts erhielt der Ort das Stadtrecht und sofort wurde mit dem Bau der Nikolaikirche begonnen. Sie ist somit die älteste Stadtkirche und gilt immer noch als reichhaltigste Kirche Norddeutschlands. Zwar ist zu bemerken, daß es den Kirchen finanziell nicht gerade gutgeht, ob man deswegen jedoch Eintrittsgelder kassieren muß und den Auftrag „für alle Gläubigen offen zu sein“ derart ad absurdum führt, sollten die Verantwortlichen mal mit der Bibel abstimmen. 
Bewegt man sich zwischen Rathaus und Kirche hindurch, schließt sich links ein schmaler Kirchhof an. Die umliegenden Gebäude wurden rund 100 Jahre nach der Grundsteinlegung für die Kirche gebaut und dienten der Unterbringung des Kirchenpersonals und als Schule. Heute wirkt der Hof fast idyllisch in der recht quirligen modernen Stadt. Jenseits der Gebäude liegt die Haupt­geschäftsstraße der Stadt, die Ossenreyerstraße. Hier im Nikolaikirchhof kann man unter uralten Bäumen schon fast glauben, ein paar hundert Jahre zurückversetzt zu sein. 
Gegenüber dem Rathaus steht das im 18. Jahrhundert als barock-klassizistisches Bauwerk errichtete schwedische Kommandantur-Haus, Sitz der damaligen Militärverwaltung. Es besticht eher durch seine schlichte Schönheit und bietet somit einen erholsamen Kontrapunkt zum Prunk des Markt­umfeldes.

Deutsches Meeresmuseum
Folgen wir doch gleich der oben erwähnten Einkaufsmeile und biegen weiter unten in die Böttcher ein. Die Querstraße ist die Mönchstraße. Wir gelangen zum ehemaligen Klosterkomplex der Dominikaner. Hier ist das Kulturhistorische Museum untergebracht, in der angrenzenden ehemaligen Klosterkirche St. Katharina das Meeresmuseum. Irgendwann gab es einen Neubau im Hafen, das Ozeaneum. Der Stralsunder bleibt „seinem Museum“ jedoch treu. 
Die Mönchstraße runter, rechts in die Fährstraße rein, gelangen Sie zur Hafeninsel. Hier liegt die berühmte Gorch Fock vor Anker und wir gelangen zum Ozeaneum. Ein moderner Bau, der wesentlich mehr Platz bietet als die alte Kirche. An der Wasserseite liegt ein unübersehbarer Bau: Die alte preußische Lotsenstation, welche in einer alten Hafenverteidigungsanlage einquartiert wurde.
Machen Sie erst einen Umweg links den Hafen hoch in Richtung Nordmole und folgen der Straße am Sund, gelangen Sie zum Strandbad. 
Wir bewegen uns jedoch über die alte Brücke Richtung Parkhaus und weiter die Hafenstraße entlang. Bald leuchtet das Hotel, vielmehr der Pavillon auf dem Dach, über den Dächern auf. Wir folgen der Hafenstraße rechts und biegen in den Frankendamm ein. Ein paar Schritte später sind wir wieder im Hotel Baltic Stralsund. 

Jubiläumsjahr 2015
Und spielt das Wetter mal nicht mit, es gibt eine Menge Museen. Saison in Stralsund ist in den Sommermonaten. Wer auf Touristenmassen gerne verzichtet und auch keinen Wert auf Sonne, Sand und Wasser legt, steuert Stralsund vielleicht besser dann an, wenn die Saison der Stadt nicht ihren Stempel aufdrückt. Dann ist es ruhiger und gemütlicher. 
Natürlich können Sie von Stralsund auch Ausflüge mit dem Schiff unternehmen, z. B. zur berühmten Insel Hiddensee. 
Das können Sie noch günstig bis Ende des Jahres probieren. Das Hotel Baltic feiert dieses Jahr 60 Jahre Bestehen und so hat das arcona HOTEL BALTIC für 2015 passend 60-€-Angebote aufgelegt: Von Mai bis September gibt es das Komfortzimmer für 60 € pro Person; Frühstücksbüffet, Sauna und sogar ein Abendessen in der renommierten Weinwirtschaft sind inklusive. Von Oktober bis Dezember ist der Preis für die Übernachtung sogar für zwei Personen, auf die Restaurantleistungen gibt es 25 % Rabatt.

Lesen Sie bitte auch:

Ozeaneum Stralsund
Hiddensee
Störtebeker-Festspiele

Weitere Informationen bei:

Tourismuszentrale der Hansestadt Stralsund
Alter Markt 9 
18439 Stralsund
Tel: +49 (0)3831/2469-0 
Fax: +49 (0)3831/2469-22 

arcona HOTEL BALTIC
Frankendamm 12
18439 Stralsund
Tel.: 03831 204-0

Text:
Otger Jeske

Ton:
Christoph Merten

Bilder und Video:
Matthias Dikert, Otger Jeske und Olaf Schwarz