Das schöne Ahrtal

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Das schöne Ahrtal

Sanfte Hügel, schroffe Felswände, tiefe Wälder und steile Weinberge – kaum ein deutsches Feriengebiet ist in seiner Landschaft so abwechslungsreich und charakterstark und bietet zugleich ein derart breites Spektrum an Freizeit- und Fitnessaktivitäten wie das Ahrtal direkt vor den Toren der Rheinstädte Bonn und Köln. Von der Sonne verwöhnt zieht die Angebotsvielfalt gleichermaßen Naturliebhaber, Weinfreunde, Feinschmecker, Gesundheitsbewusste, Kulturinteressierte und Sportbegeisterte an die Ahr, die einst von Romantikern als „die wildeste Tochter des Rheins“ gepriesen wurde. Gerne verbringen hier Menschen ihre Zeit, die Wert legen auf Naturerlebnisse, Lebensqualität, gesunde Fitness, Genuss und Wohlgefühl. 

Mit rund 90 km Länge zwar eher klein, ist das wildromantische Ahrtal vor den Toren Bonns erstaunlich vielfältig. Landschaftlich reicht das Spektrum von sanften Hügeln über schroffe Felsen, hohe Gipfel und romantische Flussauen bis hin zu den Steillagen der Weinberglandschaft der Ahr. Pittoreske Dörfer und Kleinstädte schmiegen sich an das Ahrufer oder blicken von den Höhen herab. Dem berühmten Rotweinwanderweg, dem Ahr-Radweg oder der Ahr-Rotweinstraße folgend säumen die Weinorte Altenahr, Mayschoß, Rech und Dernau den malerischen Nebenfluss des Rhein. Per pedes entdeckt man das gesamte Ahrtal auf dem neuen Prädikatswanderweg AhrSteig. Der westliche, mit einem blauen Logo markierte Teilabschnitt „AhrSteig blau“ beginnt an der Quelle der Ahr in Blankenheim und führt entlang des Freilinger Sees über Aremberg und Insul bis kurz vor Altenahr. Die östliche, mit rotem Logo markierte Trasse „AhrSteig rot“ verläuft vom Weinort Walporzheim über den Kurort Bad Neuenahr bis zum Schloss Sinzig. Beide Teilstücke können über Verbindungswege miteinander verbunden werden. Je nach Fitness und Kondition kann man das Ahrtal auf einer der insgesamt sechs abwechslungsreichen Einzel-Etappen erkunden. Entlang des AhrSteigs wechseln sich idyllische Waldwege und Wiesenpfade mit engen Felspfaden ab. Neben den Gastgebern, die Wanderer zur Rast einladen, lassen spektakuläre Ausblicke ins Ahrtal, in die Eifel und die Ardennen sowie zu den Höhen des Siebengebirges das Wandererherz höher schlagen. Die Wanderstrecken beeindrucken zudem durch ihren Reichtum an Naturdenkmälern und Kulturschätzen. 

Eingebettet in diese einzigartige Naturlandschaft und umgeben von den Weinbergen des Ahrtals, befindet sich Bad Neuenahr-Ahrweiler, eine Stadt mit zwei Zentren, deren Ambiente unterschiedlicher nicht sein könnte und die doch eine reizvolle und harmonische Symbiose aus Neu und Alt bilden.

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Ahrweilers romantische Fachwerkhäuser werden von einem vollständig erhaltenen mittelalterlichen Mauerring umgeben, während man in Bad Neuenahr eher dem erlesenen Flair der Kuranlagen und Jugendstilhäuser, dem Charme der eleganten Salons der Spielbank und dem vielfältigen Angebot der modernsten Fitnessanlagen erliegt.

Kelten, Germanen, Römer, Grafen, Erzbischöfe und Franzosen gaben sich in Ahrweiler die Klinke in die Hand. Die mittelalterliche Stadtmauer mit Wallgraben, Toren und Türmen aus dem 13. Jh. ist vollständig erhalten. Malerisch verträumte Fachwerkhäuser können stressfrei in der autofreien Altstadt besichtigt werden. Besonders sehenswert sind das Wolffsche Haus, ein Fachwerkgebäude von 1621 mit einem reich verzierten Erker und der Blankartshof aus dem Jahr 1680. Der Marktplatz wird durch die erste frühgotische Hallenkirche des Rheinlands, St. Laurentius (ab 1269), und das alte Rathaus geprägt. 

Ein sehr empfehlenswertes Restaurant ist das Vinetum, wo nicht nur vorzügliche Speisen warten, sondern auch ein exzellenter offener Rotwein kredenzt wird. Und zur Übernachtung bietet sich das 4 Sterne Ringhotel Giffels Goldener Anker an, das über einen großzügigen Wellnessbereich verfügt.

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m besten lernt man diesen Stadtteil bei einer der spannenden Stadtführunge n kennen. 
Ein unterhaltsames Angebot dazu ist die Führung „In Vino Veritas“, die jeden Samstag von 14 bis 16 Uhr stattfindet. Dahinter verbirgt sich eine interessante Kombination aus der Geschichte des Ahrweins und der historischen Altstadt von Ahrweiler. Nicht nur die „Lügen“, die es in der Führung zu entlarven gilt, sondern auch die Verkostung von drei Ahrweinen sorgen für ein abwechslungsreiches Programm. Durch die verteilten Schilder können die Teilnehmer dabei immer zeigen, ob Sie die erzählte Geschichte für wahr oder erlogen befinden. 

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Das Ganze ist sehr lustig gehalten und lockert die Führung immer auf. Treffpunkt für die Führung ist die Tourist-Information des Ahrtal-Tourismus in Ahrweiler, Blankartshof 1. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht erforderlich. 

Das berühmte Heilbad Bad Neuenahr lebt ganz vom Charme seines Kurviertels, dem wunderschönen Badehaus, der Spielbank, den herrlichen Parkanlagen – wie dem zum schönsten Park in Rheinland-Pfalz gewählten Kurpark mit seinem wunderbaren alten Baumbestand – und der sich mitten durch den Ort schlängelnden Ahr. Bad Neuenahr mit den wunderschönen weißen Patrizier-Häusern ist der jüngere Ortsteil des ungleichen Stadtduos. Bekannt wurde er vor allem durch seine Quellen – allen voran der weltberühmten Apollinaris-Quelle. Bereits die alten Römer waren es, die der Heilkraft der Bad Neuenahrer Quellen so zugetan waren, dass sie sich hier niederließen. Heute boomt der Gesundheitsstandort Bad Neuenahr-Ahrweiler und das vor allem wegen seiner ärztlichen Kompetenz. 

Die meisten Besucher kommen nicht nur wegen des guten Weins und der atemberaubenden Landschaft, sondern wegen ihrer Gesundheit ins Ahrtal. Weil sich herumgesprochen hat, dass die medizinische Vernetzung nirgendwo sonst in Deutschland so perfekt geglückt ist. Aber sie kommen auch gerne, wenn es ihnen gut geht. Schließlich hat eine Portion Entspannung und Wellness auch noch niemandem geschadet. 

Ahrtherme
Sehr gern genutzt wird hierzu auch die Ahrtherme.Diese bieten Entspannung und Erholung in den wohlig-warmen Thermalwasserquellen inmitten des Kurviertels von Bad Neuenahr. Das kristallklare Wasser hat eine gleichbleibende Temperatur von angenehmen 31 Grad. Durch die natürliche Wärme des kohlensäurereichen Wassers wird die Haut mit sanftem Prickeln belebt und die Muskulatur wohlig entspannt. Im Innenbereich sorgen sprudelnde Thermalbecken, Thermalbewegungsbecken, Süßwasserbecken und vier massierende Whirlpools für Erholung. Im Außenthermalbecken laden Sprudel-Liegen, der Strömungskanal und sanft massierende Schwallduschen ein.

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Die Sauna-Landschaft verfügt über acht verschieden Saunen, darunter ein römisches Dampfbad, Trocken-, Sternen-, Aroma-, Blockhaus- oder die Finnische-Sauna. Eine große Auswahl von Sauna-Zeremonien sorgt für zusätzliche Pflege und Hitzereize. Im weitläufigen Sauna-Außenbereich, beim Frischluftgang, im Ruhehaus, im Saunagarten oder unter der Glaskuppel des Atriums finden die Badegäste Ruhe und Entspannung. Die AhrThermen sind täglich von 9 bis 23 Uhr geöffnet. 

Dokumentationsstätte Regierungsbunker am Silberberg in Ahrweiler
Beim Eintritt in die Bunkeranlage im Ahrtal lässt die Besucher nicht nur die durchschnittliche Innentemperatur von nur 12 Grad C frösteln: hier wird die Zeit des Kalten Krieges wieder lebendig! In den Zeiten des Wettrüstens der Supermächte, des Ost-West-Konfliktes und den Bedrohungen des Atomzeitalters begannen die Planungen zum geheimsten Bauwerk in der Geschichte der damals noch jungen Bundesrepublik Deutschland. Seit dem Jahr 1950 suchte das Bundesinnenministerium für den Fall einer atomaren Bedrohung einen Ausweichsitz für die Verfassungsorgane. Damals von Beginn an in die Planungen involviert war Bundeskanzler Konrad Adenauer. Die lange Suche nach einem geeigneten Standort führte schließlich zum brachliegenden Tunnelsystem im Ahrtal. Ab 1962 wurde das geheimste Bauwerk in der Geschichte der Bundesrepublik in 25 Kilometer Entfernung von der damaligen Bundeshauptstadt Bonn gebaut.

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Fast zehn Jahre später war die Bunkeranlage 1971 auf 17,3 km Länge gewachsen und umfasste 936 Schlaf- sowie 897 Büroräume. Hinter atombombensicheren Toren lagen beispielsweise die Kommunikations-Schaltzentrale, eine Zahnarztpraxis, ein Friseursalon, das Zimmer des Bundeskanzlers sowie ein Fernsehstudio. Im Ernstfall eines Atomschlages hätten hier mehrere tausend Menschen für 30 Tage überleben können. Seit März 2008 ist der Regierungsbunker wieder zugänglich und dokumentiert mit zahlreichen Originalgegenständen eine Zeitreise in ein kühles Kapitel der deutschen Geschichte. Seitdem sind die Besucher nicht nur von diesem Originalschauplatz beeindruckt, sondern spüren das Drohszenario der Supermächte und die damit verbundene Ängste der Menschen nach. Der Besuch im Bunker ist sicher ein Erlebnis der besonderen Art: im November 2013 bestätigte der 450.000 Besucher das außergewöhnliche Geschichtserlebnis und die spannende Gänsehautstimmung in der Dokumentationsstätte Regierungsbunker. Öffnungszeiten: Von April bis November immer mittwochs, samstags und sonntags sowie an gesetzlichen Feiertagen (RLP) von 10.00 bis 18.00 Uhr. Letzter Einlass ist um 16.30 Uhr. Gruppenbesuche sind ganzjährig (außer montags) nach Vormeldung möglich. 

Museum Römervilla in Ahrweiler
1980 stieß man im Ahrtal bei Bauarbeiten auf eine archäologische Sensation: Die Römervilla – ein römisches Herrenhaus aus dem 1. Jh.. Wegen ihres hervorragenden Erhaltungszustandes gehört die Römervilla in Ahrweiler zu den aussagekräftigsten römerzeitlichen Anwesen nördlich der Alpen, die aus der Antike erhalten sind. Vergleichbar ist die über 70 Meter lange Villa in Bad Neuenahr-Ahrweiler in ihrer erhaltenen Bausubstanz mit mediterranen Bauten von Pompeji oder Herculaneum. Das Mauerwerk, dessen Wohnfläche einst 1.000 m² betrug, ist noch bis zur Fensterhöhe erhalten und farbige Wandverputze mitsamt figuraler und floraler Motive sind noch an zahlreichen Stellen im Original zu bewundern. Erhalten sind auch noch das fast vollständige Badehaus sowie zahlreiche Hypokausten, Fenster- und Türöffnungen, ein Schiebeladen und eine vollständige Fachwerkwand. Insgesamt lassen sich hier Besiedlungsphasen vom 1. bis zum 4. Jh. n. Chr. an dem römischen Herrenhaus nachweisen.

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Die Bewohner waren einst wahrscheinlich Familien und Dienstpersonal von ranghohen Offizieren oder Verwaltungsbeamten, die in der näheren Umgebung (z. B. Bonn) im Einsatz waren. Das Museum Römervilla ist für viele deshalb so interessant, weil der Besucher sich hier direkt mit der Vergangenheit konfrontiert sieht. Trotz der Empfindlichkeit der antiken Substanz (die Gefährdung dieser Substanz ist langfristig ein Problembereich) wurde bei der Konzeption des Museums größter Wert auf ein Optimum an »Erfahrbarkeit« für den Besucher gelegt: So ermöglicht ihm ein fest installierter, behindertengerechter Rundgang, Raum für Raum der einstigen römischen Villa auf Laufstegen zu durchschreiten und so die gehobene römische Lebensweise und Wohnkultur anhand der gefundenen Bausubstanz nachzuerleben. Bei einem Rundgang kann der Besucher sich in das Leben der früheren Bewohner hineinversetzen – er geht sozusagen durch ihre Räume. 

Schriftliche Informationen werden auf ein Minimum beschränkt, damit der Besucher Gelegenheit findet, sich direkt mit den antiken Baudetails auseinanderzusetzen. Ein großformatiges Modell auf der Empore des Museumsgebäudes mit Blick auf die gesamte Anlage zeigt dem Besucher nicht nur die Architektur der römischen Villa, sondern vermittelt ihm anhand einer realistisch gestalteten Szenerie einen Eindruck vom Leben in einer römischen Villa. 

Zum Museumsprogramm gehört weiter eine Audiovision, die dem Betrachter einen Überblick über Fund- und Baugeschichte der römischen Villa verschafft. Die in den Vitrinen ausgestellten Fundstücke und restaurierten Wandmalereipartien, die ausschließlich aus den Grabungen am Silberberg stammen, vervollständigen Stück für Stück das Bild vom Leben in einem römischen Wohnhaus. Zum Angebot des Museums zählen Gruppenführungen, öffentliche Führungen, museumspädagogische Aktionen, Sonderausstellungen und Vorträge. Der Besucher kann zeitweise auch den anwesenden Restauratoren über die Schulter schauen, denn die konservatorischen Arbeiten werden als Museumsprogramm fortgeführt. Das Museum wird dadurch zum Erlebnisraum. Wissensvermittlung geschieht im Museum Römervilla nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern durch direkte Konfrontation mit dem Vergangenen. Der Museumsbesuch soll eben kein reiner kognitiver Akt sein, sondern auch die Sinne ansprechen. Begreifen aber – das gebietet das denkmalpflegerische Prinzip des Erhaltens – darf der Besucher nur mit den Augen. 

Burg Are in Altenahr
Die Burg Are – genau gesagt die Ruine der Burg Are – steht auf der felsenzerklüfteten Höhe eines Berges in Altenahr, dessen Ost- und Südseite steil aufsteigen. Die im Jahre 1124 erstmalig urkundlich erwähnte Burg wurde um 1100 von den Grafen von Are erbaut. Im Rahmen einer Schenkung ging die Burg 1246 in den Besitz des Erzstifts Köln über und wurde zum Verwaltungssitz und zeitweise sogar zum Staatsgefängnis der Kölner Erzbischöfe. Neben den Resten der Vorburg und eines Tores, der sogenannten Gymnicher Porz, sind von der Hochburg heute noch der Torturm, die Wehrmauer und Teile der Burgkapelle erhalten. Von 1996 bis 1999 wurde die Ruine mit hohem finanziellen Aufwand gesichert und unter Denkmalschutz gestellt.

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Seither ist sie für die Öffentlichkeit wieder zugängig und bietet Besuchern herrliche Ausblicke auf Altenahr und das Ahrtal. Der Förderverein Burgruine Are e.V. unter dem Vorsitz von Georg Knieps kümmert sich um den Erhalt der Burganlage und hat zudem begonnen, den alten Brunnenschacht wieder herzurichten, bislang konnten die Helfer schon über 22 Meter tief graben. Die ganze Burganlage können Besucher bei einem Rundgang entdecken. Ein Highlight bietet dabei die Führung durch das Burgfräulein alias Frau Nicole Lüdiger. Im selbst entworfenen historischen Kostüm werden den Gästen die schönsten Ecken der Burganlage gezeigt. Dazu erzählt das Burgfräulein auch ihre eigene Geschichte. Und führt einen auf Wunsch auch zum Krippenbaumeister Herrn Werner Mauel, der in liebevoller Kleinarbeit Kunstwerke aus Holz für die Weihnachtszeit schafft. 

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So hält das Ahrtal für jeden Geschmack immer etwas bereit.

 

Weitere Informationen bei:

Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH
Löhrstraße 103-105
56068 Koblenz
Tel. +49 (0) 261/91520-0
Fax +49 (0)261/91520-40

Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V.
Hauptstr. 80
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Telefon: 0 26 41 / 91 71 0
Fax: 02641 / 91 71 51

Text: Matthias Dikert

Fotos: Matthias Dikert

Bilder Außenansicht Römervilla und Ahrtherme von Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V.