Die Mosel – Wandern, Paddeln, Schlemmen und mit Bacchus feiern

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Die Mosel – Wandern, Paddeln, Schlemmen und mit Bacchus feiern

Die Mosel ist sicherlich ein einzigartiges Novum in Deutschland. Hier entstand die erste Stadt auf „deutschem“ Boden, die Weinkultur ist fast ebenso alt und die Steillagen einzigartig in der Welt. Sowohl touristisch als auch in Bezug auf den Wein ist die Mosel weltweit bekannt – und geschätzt. Nur in Deutschland selbst ist seit den 70ern ein zunehmender Hauch von Muff über diesen Teil des Landes gezogen, der nur schwerlich loszuwerden ist. Das liegt einerseits an der sicherlich immer noch vorhandenen touristischen Überalterung der Besucher und andererseits an den Weinsünden der Vergangenheit. Am touristischen Aufpolieren wird schon seit Zeiten gearbeitet, so umfasst die Mosel ein umfangreiches Fahrradnetz aus gemütlichen Talstrecken als auch anspruchsvollen Mountainbike-Pisten. In letzter Zeit wird das Thema Kanusport vermehrt aufgegriffen, es gibt Segel- und Motorboothäfen für Freizeitkapitäne und ein weitverzweigtes Wanderwegenetz zieht sich durch die Weinberge, von einfach bis höchst anspruchsvoll. Dazu gesellen sich kulturelle Veranstaltungen in alten Ruinen und jede Menge Sehenswürdigkeiten. Die Mosel ist mit ihren kleinen, beschaulichen und oftmals noch fachwerkverliebten Ortskernen ein Hort von Gemütlichkeit und Liebreiz. 
Das Trends auch im Weinmarkt vorherrschen und „Kenner“ die Szene bestimmen, wurde die letzten 20, 30 Jahre immer deutlicher. Dabei sollte man das Wort „Kenner“ nicht zu laut aussprechen, weil sogenannten Fachleute eben nichts weiter als Propagandisten des eigenen Geschmacks oder (Vorsicht: Verschwörungstheorie!) wahrscheinlich gut bezahlte Marketingexperten anderer Regionen sind. Doch die meisten beugen sich wohl dem Diktat und machen heitere Mine zum bösen Spiel. Dabei mochte ich schon immer die Moselweine und sah auch nicht ein, warum sich das auf einmal ändern sollte. Nur muss man eben auch bekennen, dass die Winzer in den goldenen Zeiten der jungen Republik arg übertrieben haben. Die junge Garde ihrer Nachkömmlinge geht zusammen mit überzeugten Hobbywinzern einen steinigen Weg, indem man sukzessive versucht, die alten Wunden zu behandeln. Einerseits ist die Bewirtschaftung der Hänge und Steillagen zunehmend industrialisiert worden, andererseits werden heutzutage wieder auf althergebrachte Art kleine und kleinste extreme Steillagen bebaut. Da der Wein auf den Böden sehr stark vom mineralischen Untergrund geprägt wird, sind selbst kleinste Hänge und Terrassen, die dicht beieinander liegen, nicht wirklich gleich. In der Masse ist zurückgefahren und in der Klasse ausgebaut worden. So kann man die letzten Jahre der Entwicklung an der Mosel bezeichnen.

Wo soll man eine Reise ansetzen? Wo beginnen und aufhören? Traben-Trarbach, Bernkastel-Kues, Cochem, Trier… Nur die bekanntesten in der Reihe der Moselorte. Dabei wandelt die Mosel sich im Laufe, präsentiert sich engschluchtig und schroff oder offen mit sanften Hügeln. Man fährt von Koblenz nach Trier oder umgekehrt. Eine weitere Alternative wäre, sich irgendwas in der Mitte zu nehmen und dann nach oben und unten zu explorieren. Und bei Mitte sind wir eben unweigerlich mit einem Standbein entweder in Bernkastel-Kues oder Traben-Trarbach.
Jedenfalls ist das Einfallstor nicht nur in die Mosel für diejenigen, die nicht per eigenem PKW anreisen, der Flughafen Frankfurt-Hahn. Als erste innerdeutsche Direktverbindung fliegt dabei Ryanair von Berlin nach Hahn, der sich ja allgemein bei Low Cost-Gesellschaften großer Beliebtheit erfreut. Von Berlin aus kann man so schon ab 10 € den Flughafen erreichen und steigt dort z.B. auf die Bahn um, um beschaulich die Landschaft zu genießen. Und für die schon inflationär auftretenden Weinfeste zwischen Mai und Oktober, ist es eh besser, das eigene Auto sicher in der Garage zu lassen. Denn erstens werden Ortschaften, die ein paar tausend Einwohner zählen von oftmals zehntausenden von Gästen regelrecht gestürmt und zweitens ist in weiten Teilen das Platzangebot zwischen Mosel und Ufernutzung nicht wahllos um verteilbar. Die Mosel gibt jedenfalls nichts her… . Und im Übrigen ist Hahn, im Hunsrück gelegen, eigentlich nur einen Steinwurf von Traben-Trarbach und Berkastel-Kues entfernt. Ersterer Ort gilt als Kleinod der Jugendstilzeit, letzteres wird von rustikalem Fachwerk dominiert.
Warum kam aber weltstädtischer Jugendstilpomp gerade in die damalige Provinz der Mosel? Die Zusammenlegung vieler Ortschaften ist verhältnismäßig jung und gerade die heute einträchtig als Doppelortschaft auftretenden Traben und Trarbach waren eigentlich bis auf’s Blut verfeindet – eine Seite katholisch, die andere evangelisch. Wein trank aber jeder und so brummte das Geschäft zu beiden Seiten der Mosel. Irgendwann wurde dann zu Kaisers Zeiten auch eine Brücke gebaut, die beide Ortschaften miteinander verband. Heutzutage steht nur noch eine Ponton-Behelfsbrücke, die sich seit dem letzten Krieg anstelle der alten über die Mosel spannt und sich wohl so langsam etabliert hat. Trarbach ist älter und war im Mittelalter bedingt durch seine Lage um die Grevenburg ein bedeutendes Städtchen, während Traben eher dörflich vor sich hindämmerte. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt jedoch fast vollständig zerstört und der danach einsetzende „Weinboom“ bevorzugte die Traben-Seite durch deren großzügigere Ausdehnungsmöglichkeiten. Das spätere Doppelstädtchen entwickelte sich rasch zum zweitgrößten Weinumschlagsplatz Europas (nach Bordeaux). Durch den im späten 19. Jahrhundert weltumspannenden Weinhandel entstand ein wohlhabendes Bürgertum, welches auf der älteren Seite durch die Bäder- und Kurbetriebe in Bad Wildstein und das noch dahinter liegende ebenfalls zur Stadt gehörende Kautenbach zusätzlich ansehnliche Einnahmequellen erschloss. Nur eine Brücke gab es eben nicht und Traben hatte Anschluss an die Reichsbahn gefunden, welches den Weinhandel noch einmal explodieren ließ. Den ausgeschriebenen Architekturwettbewerb gewann der Jugendstil-Architekt Bruno Möhring. Nun hätte dieser nach getaner Arbeit wieder in die große Welt ziehen können, doch schloss sich nach der Brückeneröffnung gleich die Weinpräsenz auf der Pariser Weltausstellung im Deutschen Haus an. Danach wird das alte, abgebrannte Hotel Clauss-Feist – das heutige Jugendstil-Hotel Bellevue – um- bzw. neu gebaut. 

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Durch die beherzte Erbin überstand es auch den Hotel-Modernisierungswahn der Nachkriegszeit fast originalgetreu, so dass heute das einzige noch intakte alte Jugendstilhotel der Welt im ursprünglichen Konzept erstrahlen kann. Das Interieur wurde jedoch teilweise auf dem Antikmarkt zusammengetragen, da leider über die lange Zeit auch hier etliche Accessoires nicht überdauerten. Nur wird es mittlerweile immer schwieriger, geeignete Stücke zu bezahlbaren Preisen zu finden, da ein Hotel die Dinge ja auch einer Nutzung unterzieht und im Gegensatz zu privaten Sammlern wirtschaftlich agieren muss. Und spätestens nach dem Hotelbau schaffte Herr Möhring nicht den Absprung und führte noch zahllose Arbeiten aus: Villen, Geschäftshäuser, das Kurhaus und Grabmäler. Und deshalb ist die heute nicht mehr so bedeutende Doppelortschaft ein kleines aber nicht minder wichtiges Zentrum im großen Konzert der Jugendstilzeit der Jahre vor dem 1. Weltkrieg, welches glücklicherweise von der Bauwut der Nachkriegszeit verschont im Kern noch erhalten ist. 
Wer den Charme der Ortschaft richtig ausnutzen möchte, begibt sich erst zu einem ausuferndem Abendmahl und macht sich hernach zur Nachtwächterwanderung auf, wo ausführlich Geschichtliches mit Kuriosem vermischt wird.

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Am Tag kann man sich auch hoch zur Ruine der Grevenburg begeben oder die Ausgrabung der kurzzeitig in Betrieb befindlichen französischen Festung Mont Royal auf der Innenschleife besichtigen, die fast das gesamte Hochplateau umfasste. Als Hauptquartier der Rheinarmeen 1687 für bis zu 12.000 Man und 3.000 Pferde konzipiert, schleiften die Erbauer nach dem Frieden von Rijswijck 1698 diese auch wieder. Die aufgewertete Grevenburg diente der Festung als Vorposten und stand noch in nachfolgenden Konflikten im Rampenlicht, bis auch sie von den Franzosen als letzte Moselburg 1734 geschliffen wurde und sich somit heute nur mehr als Ruine präsentiert. Von Geschichte genug, zieht die Rieslingroute magisch an. Der Weinlehrpfad führt von Weingut zu Weingut und wartet auch mit Informationen abseits der Güter auf. In der Nähe des Stadtteils Wolf ist eine römische Anlage gefunden worden und beweist, dass die Lagen des Städtchens schon mit Einführung der Weinkultur durch die Südeuropäer geschätzt war. Und wer dann weder Trinken noch Schlemmen will oder sich von geschichtlichen Dingen und Bauten einnehmen lassen will, kann auf den vielen Erlebnisrouten die nähere und weitere Umgebung erwandern. So ist der Weg nach Bernkastel-Kues durch die immer währende Schleifenbildung der Mosel an dieser erheblich länger als quer über den Berg. Rund 10 km gegen 25. Natürlich winkt auch die Moselschifffahrt. In Richtung Trier wird die Mosel eher offener, in Richtung Cochem/Koblenz enger und schroffer. 
Bernkastel-Kues ist im Gegensatz zu Traben-Trarbach touristisch bekannter. Schlängelte sich vor unzähligen Jahren noch die Bundesstraße über den Marktplatz von Bernkastel, wundert man sich heute, wie dies eigentlich funktioniert hat. Die Straßen um diesen sind nicht mehr als Gässchen und gesäumt von fantastischem Fachwerk. Ergeht man diese mit ortskundigem Führer, so hat jedes Haus eine eigene, interessante Geschichte zu erzählen. Prunkstück der Sagen und Legenden ist der Doktorwein. Als einmal alle Ärzte und Kurpfuscher den Fürsten nicht heilen konnte, dachte sich ein Bernkastler Weinwirt, dass ein edler Tropfen es schon richten würde – und behielt recht. Die dazugehörige Schänke muss man gesehen haben. Ein verträumter Innenhof und in der Schänke selbst Bauwerke im Bauwerk. Hinter der Ortschaft liegen die Weinberge. Und selbst große Stadtbrände erscheinen heutzutage spurlos vorbei gezogen. Auf der anderen Seite liegt der zweite Teil des Doppelortes, Kues. Auf dem Gelände des historischen und heute noch immer in Gebrauch befindlichen St.-Nikolaus-Hospitals wurde eine einzigartige Vinothek geschaffen. Über 150 Weine des Hauptanbaugebietes Mosel mit seinen Nebenfluss-Anbaugebieten Saar und Ruwer können verkostet (und erworben) werden. Wer sich darüber hinaus noch weiter mit dem Thema beschäftigen möchte, ist im Weinmuseum gut aufgehoben, welches dem Zeitgeist geschuldet auf Multimedialität setzt. Wer dann erstmal genug von Wein hat, schaut sich das Hospiz mit Kapelle an, in seiner Art der schönste Sakralbau der Mosel.

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Die nächste Station gehört ebenfalls zu Bernkastel, Wehlen mit dem Klosterstift Machern. Rund 1.000 Jahre alt, war es ein Frauenkloster der Zisterzienser und mit seinen Besitztümern Wehlen, Rachtig und Zeltingen in der Mittelmosel ein wirtschaftlich einflussreiches Zentrum. Heutzutage ist es das einzige Paradies für Bierliebhaber im „Feindesland des Weines“. Die „Klosterbrauerei“ mit angeschlossener Brauhaus-Gastronomie wird ergänzt durch eine Destille sowie ein Ikonen- und ein Spielzeugmuseum. Das heutige barocke Aussehen erhielt das Kloster Anfang des 18. Jahrhunderts, als man auch hier mit den Modeströmungen mitziehen wollte.

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Vielleicht auf Hälfte zwischen Zell und Cochem liegt Bremm mit der Klosterruine Stuben. Diese liegt einmal mehr auf einer Schleife und erlaubt den Blick auf die steilste Weinlage Europas, den Bremmer Calmont. Mit fast 70 Grad geht es in den Berg und der Aufwand, den man für ein bisschen Wein betreiben muss, ist immens. Dafür lohnt es sich – kulinarisch gesehen, denn der Wein wird in den steilsten Lagen besonders gut. Um genau solche Lagen beneidet uns die restliche Welt. Das haben auch schon die Römer erkannt und somit gehört der Calmont ebenfalls zu den ältesten Weinbauregionen Deutschlands. Finanziell lohnt sich der Aufwand indes nicht. Für viele Winzer war es zu viel und über die Jahre gingen gerade in den steilsten und schwierigsten Lagen viele Hänge den Weg des Abschieds. Am Calmont hat private Initiative Anbauflächen dem Dornröschenschlaf entrissen, bleiben aber das Hobby einiger Weinbegeisterter. Würden wirtschaftlich notwendige Preise aufgerufen, gehörten Calmont und Verwandte zu den teuersten Essenzen der Welt. Dabei ist bis heute ungeklärt, wie die Qualität der römischen Weine war. Ein erstes flächendeckendes Maximum gab es im 12. Jahrhundert, als die Kirche den Weinbau förderte. Allerdings dominierte im Mittelalter und darüber hinaus mindere Qualität mittels ertragsreicher Sorten. Schließlich mussten die damaligen Weinbauern von leben und adlige und kirchliche Herren wollten ebenfalls einen guten Schnitt machen wie auch die Händler. Erst Ende des 18. Jahrhunderts gab es einen kurfürstlichen Erlass, minderwertige Rebsorten durch die Rieslingrebe zu ersetzen – der Beginn der High End-Weinproduktion an der Mosel.
Wer sich traut, kann ja gerne auf dem Calmont-Klettersteig wandern. In guten Zeiten am Wochenende ist ähnlich viel los wie auf der A1. Dabei kann man wählen ob man die Hardcore-Version durchzieht, die erstens eine gewisse Schwindelfreiheit voraussetzt und zweitens Trittsicherheit. Zwar helfen Seile und Leitern, doch nutzt es nichts, wenn man einfach vor Angst nicht mehr vor- oder zurück kann. Für die weniger sportlich Begabten eignet sich der Calmont-Höhenweg, der ebenso spektakuläre Ausblicke bietet aber weitaus leichter zu begehen ist. Wer sich derweil lieber auf dem Wasser bewegt, ist in dieser Region ebenfalls gut aufgehoben. Gerade hier hat man die letzten Jahre zunehmend ein Herz für Kanuten und Paddler entdeckt und baut sukzessive die erforderliche Infrastruktur aus. Dazu gibt es auch umfangreiche Angebote zu Touren und Transport. 
Durch Cochem an der alten Reichsburg vorbei immer weiter die sich windende Mosel runter ist kurz vor Koblenz das letzte Moselörtchen Winningen.

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Eigentlich gäbe es nicht viel zu berichten, wenn es nicht ein Paradies für Autonarren wäre. Natürlich gibt es noch das Weinfest mit der Wahl der Weinhex und der Weinkönigin, wobei erstere ein Novum darstellt und das holde Pärchen immer zu zweit das Dorf vertritt. Sie eröffnen auch das Weinfest, welches das älteste in Deutschland ist. Auch gäbe es zu sagen, dass Winningen im deutschlandweiten „unser Dorf soll schöner werden“ zweimal eine Goldmedaille und einmal eine Silbermedaille erhascht hat, doch alles dreht sich um Horch. August Horch, der Gründer der Horch- und Audi-Werke (ein und derselbe Name nur letztere Version in Latein) war Winninger und Oldtimer gehören hier zum guten Ton. Seine Schmiedelehre absolvierte er im väterlichen Betrieb, ein Museum beschäftigt sich mit ihm und er ist auf dem Winninger Friedhof bestattet. 

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Von der Lage her, kann es der Winninger Uhlen fast mit dem Calmont aufnehmen. Nur wenige Grad sanfter lassen auch ihn zu den steilsten Lagen zählen und wen wundert’s, dass auf der Höhe eine römische Villa ausgegraben wurde und anderweitig gefundene Werkzeuge auf eine Besiedlung schon vor 3.000 Jahren hinweisen. Das der Weinbau schon im frühen Mittelalter einen hohen Stellenwert hatte, bezeugen Urkunden und auch eine hohe Lehensabgabe in Fudern. Darum dreht sich dann das Winzerfest, denn im Jahre 1551 muss die Ernte so reichlich gewesen sein, dass der Lehnsherr dies mit der Bevölkerung feiern wollte und somit eine heute allgegenwärtige Tradition ins Leben rief. Wer sich sachkundiger mit dem Thema Wein auseinandersetzen möchte, besucht die Winninger Vinothek im Spital. Hier ist an einem Ort die Möglichkeit gegeben, die unterschiedlichen Lagen und Winzer mit ihren Vorzeige-Erzeugnissen aus zu testen und seine persönlichen Favoriten zu ermitteln.

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Auf halbem Wege in die andere Richtung liegt Neumagen-Dhron. Es gilt als ältester Weinort Deutschlands und wartet mit jeder Menge Funde aus der Römerzeit auf. Einer davon, ein Schiffsrelief eines Flussschiffes, ist inzwischen nach gebaut worden und liegt am Moselgestade bereit für eine Rundfahrt. Damit der ungeübte Ruderer von heute nicht als Galeerensklave versagt, treibt ein Motor das Boot an – es ist jedoch ruderfähig, wie bei seiner Einweihung demonstriert. Wenn man dann auf der Mosel so dahingleitet, zieht die Moselloreley, zwischen Piesport in Minheim gelegen, an einem vorbei. Wandert man oben, hat man hier einen unschlagbaren Ausblick. In Trittenheim warten die einzig noch erhaltenen Fährtürme der Mosel. 

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Hier kann man dann auch in den Römersteig übergehen, einem Themenwanderweg rund um bekannte Weinlagen und römische Funde. Die „Apotheke“ ist einer der besten Steillagen Deutschlands. Doch man sieht es hier recht deutlich, viele werden so umgestaltet, dass sie besser zu bewirtschaften sind. Da kommt ein Jungwinzerduo gelegen, welches bei einer Wanderung in der Apotheke auf einen alten, verfallenen Abschnitt stößt, dem Jungheld. Die alten, bis zu 80 Jahre alten Reben auf ihren teilweise extrem kleinen Terrassen, wurden wachgeküßt und liefern heutzutage einen Vorzeigewein, der es nur auf ein paar hundert Flaschen im Jahr bringt – reine Liebhaberei der beiden Winzer. Folgt man dem Wanderweg dann weiter an den Höhlen vorbei und über Neumagen hinaus, gelangt man nach Piesport, Heimat einer alten römischen Kelteranlage, die rekonstruiert wurde. Alljährlich im Oktober gibt es das „römische Kelterfest“, bei dem die Anlage originalgetreu Wein erzeugt. 
Und damit schließt sich der Kreis dann wieder zu den in der gesamten Moselregion fast ganzjährig stattfindenden Weinfesten. 


Weitere Informationen:

Mosellandtouristik GmbH
Kordelweg 1
54470 Bernkastel-Kues
Tel.: (0)6531 – 9733 – 0
Fax: (0)6531 – 973333
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Ryanair Ltd.
Tel.: 0900 116 0600 – Deutsch sprachig – 1,86 € pro Minute


Text:
Otger Jeske

Fotos:
Matthias Dikert