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Wernigerode feiert 775 Jahre Stadtrecht

Die Stadt Wernigerode kann wohl getrost als eine der schönsten Städte vom Harz bezeichnet werden, die südwestlich von Halberstadt an der B 6 und B 244 liegt. Den Beinamen bunte Stadt am Harz hat sie vom Dichter Hermann Löns erhalten. Der Besucher schreitet an der Hauptsraße, beginnend mit einer modernen Skulptur, die an das frühere Stadttor erinnern soll, zur Stadtmitte an schön restaurierten Fachwerkhäusern entlang. Zum Verweilen laden die vielen idyllisch gestalteten Innenhöfe ein, die auch von den vielen jungen Studenten der Hochschule für Tourismus genutzt werden.

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Einer von vielen idyllischen Hinterhöfen in Wernigerode

Am 17.April 1229 erhielt Wernigerode das Stadtrecht vom Grafen von Wernigerode verliehen. Die pietätisch geprägten Grafen zu Stolberg-Wernigerode übten grossen Enfluss auf die Entwicklung im 18. Jarhundert aus. Sie nutzten das 900 Jahre alte Schloß von Wernigerode als Residenz. Selbst Kaiser Wilhelm I. hatte den Grafen seine Aufwartung gemacht. Vom Schloß hat der Betrachter einen wunderschönen Blick über die Altstadt und

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steinerner Wächter im Schloßinnenhof

bei schönem Wetter kann der Brocken gefilmt werden. Die Schlosskapelle ist mittlerweile zu einem Geheimtipp für Heiratswillige geworden, die hier Ihren Bund fürs Leben schließen können. Handel, Bergbau und Handwerk begründeten die Quellen des Wohlstands für das hiesige Bürgertum. Auch die Pest, der dreißigjährige Krieg und Großfeuer konnten dies nicht verhindern.
Im 19. Jahrhundert wandelte sich das Bild der Stadt vom Ackerbau zum Fremdenverkehr, der heute das wichtigste Standbein neben einer spezialisierten Industrie bildet.

Das verspielt anmutende Rathaus ist eine besondere Sehenswürdigkeit, da es einen eigenen Baustil aufweist. Die Andreaskreuze in der Fachwerkfassade wurden hier in leicht gebogener Form verbaut. Wegen des teilweise sehr stark wehenden Fönwindes wurden die Häuser mit Schiebefenstern ausgerüstet. Die schön verzierten Butzenscheiben lassen allerdings nicht viel Licht in die Häuser.

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Schiefes Haus in Wernigerode mit größerem Neigungswinkel als der berühmte Turm in Pisa


Selbst Goethe weilte einst in dem schönen Städtchen und pflegte noch lange Zeit Kontakt zu Künstlern der Stadt. Heutzutage ist Wernigerode für viele Künstler ein interessanter Treffpunkt und Wohnort geworden.

Weitere Informationen:
Wernigerode Tourismus GmbH
Nicolaiplatz 1
D-38855 Wernigerode
Tel.: (03943) 63 30 35
Fax: (03943) 63 20 40


Text:
Matthias Dikert

Fotos:
Otger Jeske