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Dresdens kulturelle Highlights 2016

Dresden ist ein beliebtes Reiseziel für Gäste aus aller Welt. Ein Grund für die Beliebtheit der Stadt sind auch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die es hier zu entdecken gibt. 2013 ermittelte die Deutsche Zentrale für Tourismus e.V. (DZT) die Top 100 der deutschen Sehenswürdigkeiten, von denen allein vier in der Elbmetropole stehen: die Frauenkirche, die Semperoper, der Dresdner Zwinger und das Grüne Gewölbe im Residenzschloss. Besonders reizvoll sind diese auch bei Nacht im Rahmen eines geführten Stadtrundgangs durch Frau Cosima Curth zu erkunden.

Faszination Frauenkirche

Ohne Zweifel zählt die Dresdner Frauenkirche zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Einst ein Mahnmal des Krieges und der Zerstörung, ist sie heute Symbol der Hoffnung und Versöhnung. 2015 begeht die Stadt das 10-jährige Jubiläum der Weihe der Frauenkirche. Die Frauenkirche wurde im 18. Jahrhundert nach den Plänen des Architekten George Bähr erbaut. Sie ist eine der großen künstlerischen Leistungen des Barocks und gehört zu den Meisterwerken der europäischen Baukunst. In Folge der Bombennacht des 13. Februars 1945 brannte die Frauenkirche aus und stürzte wenige Tage später in sich zusammen.

Nahezu ein halbes Jahrhundert später wurde der Wiederaufbau der Frauenkirche von einer Dresdner Bürgerbewegung zu einem weltweiten Projekt. 1990 wandte sich die Bürgerinitiative mit ihrem „Ruf aus Dresden“ an die Weltöffentlichkeit und sorgte so für die Finanzierung des Aufbaus. 2005 wurde die protestantische Kirche geweiht und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Heute lädt die Frauenkirche zu Gottesdiensten, Andachten, Vorträgen und Kirchenmusik ein und ist darüber hinaus ein wichtiger Veranstaltungsort für Konzerte nationaler und internationaler Musiker.

Semperoper

Die Geschichte der Semperoper beginnt 1841 mit der Eröffnung des Opernhauses und der Aufführung von Carl Maria von Webers „Jubelouvertüre“. Die Tradition großartiger (Opern-)Aufführungen und die Darbietungen hochrangiger Ensembles und Musiker werden bis heute fortgeführt. Der ursprüngliche Bau des Architekten Gottfried Semper existiert heute nicht mehr: Musikbegeisterte aus aller Welt sind mittlerweile in der „dritten“ Semperoper zu Gast. Das erste von Semper entworfene Musiktheater wurde 1869 durch ein Feuer zerstört, beim Bombenangriff auf Dresden im Februar 1945 ging das wiederaufgebaute Opernhaus ein weiteres Mal in Flammen auf. Seit 1985 „spielt die Musik“ im doppelten Sinne wieder in der Semperoper. 2015 feiert Dresden daher das 30-jährige Jubiläum der Wiedereröffnung des berühmten Opernhauses.
Ihr Stammorchester, die Sächsische Staatskapelle Dresden, gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Ensembles der Welt. Komponisten und Dirigenten wie Heinrich Schütz, Carl Maria von Weber und Richard Wagner gehörten zu den Leitern der Staatskapelle. Seit 2012 wird das Orchester von Stardirigent Christian Thielemann geleitet.

Der Dresdner Zwinger

Einst war der Zwinger repräsentatives Freigelände für die Feste und Feierlichkeiten des europäischen Hochadels. Heute zählt er zu Dresdens beliebtesten Sehenswürdigkeiten und ist das Zuhause der „schönsten Frau der Welt“, Raffaels „Sixtinischer Madonna“. Vorangetrieben durch August den Starken erschuf der Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann im frühen 18. Jahrhundert von 1709 bis 1728 das Gesamtkunstwerk Zwinger. Gottfried Semper schloss 1855 den Hof zum heutigen Theaterplatz hin ab. Das Nymphenbad, der Wallpavillon und das Kronentor versprühen auch im 21. Jahrhundert noch den Zauber des barocken Zeitalters. Kunstliebhaber finden im Zwinger heute die Gemäldegalerie Alte Meister, die Porzellansammlung und den Mathematisch-Physikalischen Salon der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Im Sommer ist der Zwinger zudem ein beliebter Ort für Open-Air-Veranstaltungen.

Die Gemäldegalerie Alte Meister präsentiert mit der neuen Ausstellung DAS PARADIES AUF ERDEN, Kunsthalle im Lipsiusbau, 1. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017, eine hervorragende Auswahl flämischer Landschaftsgemälde des 16. und 17. Jahrhunderts aus der eigenen Sammlung. Kuratorin der Ausstellung ist Frau Dr. Uta Neidhardt. Die neue Ausstellung erlaubt es, die Herausbildung des neuen Genres im 16. Jahrhundert in allen seinen Entwicklungsschritten bis zu den Höhepunkten barocker Landschaftsmalerei im 17. und frühen 18. Jahrhundert facettenreich darzustellen. Die Mehrzahl der Gemälde ist jahrzehntelang nicht ausgestellt gewesen. Ihre umfassende maltechnische Untersuchung und wissenschaftliche Bearbeitung, die im Zusammenhang mit der derzeitigen Arbeit am wissenschaftlichen Bestandskatalog der flämischen Malerei vorgenommen wird, sowie die Restaurierung von mehreren Hauptwerken der Sammlung gleichen ihrer Wiederentdeckung. Die Ausstellung wird ergänzt durch Landschaftszeichnungen und druckgrafische Blätter aus dem Besitz des Dresdener Kupferstich-Kabinetts sowie externe Leihgaben aus bedeutenden europäischen Museen, wo dies zur Vervollständigung des Gesamtbildes der Gattung notwendig ist. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der besucherorientierten Vermittlung und musemspädagogischen Begleitung der Ausstellung.

Residenzschloss

Kurz nach Fertigstellung der Semperoper begann die DDR-Regierung 1987 mit dem Wiederaufbau des kriegszerstörten Dresdner Residenzschlosses, das nur knapp den republikweiten Sprengungen von Schlössern und Kirchen unter Walter Ulbricht entgangen war. Seitdem gilt das Schloss im
Herzen der Stadt als ambitioniertes Wiederaufbauprojekt in Dresden. Über 500 Mio. Euro lässt sich der Freistaat Sachsen den Ausbau zur Residenz von Wissenschaft und Kunst unter der Regie der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden kosten.
In neu gestalteter barocker Inszenierung können seit nunmehr zehn Jahren wie die legendäre Juwelengarnitur Augusts des Starken im Historischen Grünen Gewölbe bestaunt werden. Der Name entstammt übrigens der erstmaligen Erwähnung des grün gestrichenen Tresorraums im Erdgeschoss des Residenzschlosses aus dem Jahr 1572. Für die Besichtigung der historischen königlichen Schatzkammer muss vorab ein Zeitticket erworben werden, während das Neue Grüne Gewölbe, in welchem weitere 1.000 Schätze ausgestellt sind, im Rahmen der Eintrittskarte für das Residenzschloss zugänglich ist.
Kunst im Residenzschloss

Das Residenzschloss im Herzen Dresdens beheimatet mit dem Grünen Gewölbe nicht nur eines der beliebtesten Museen Deutschlands, sondern ist bereits für sich eine echte Attraktion. In zentraler Lage wird hier ein großer Teil der Dresdner Kunstsammlungen in repräsentativen Räumen ausgestellt. Das Schloss war nicht nur der Sitz der sächsischen Herrscher, sondern auch stets der Mittelpunkt des kulturellen Geschehens der Elbmetropole. Bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts begann der Bau der Residenz der sächsischen Kurfürsten und Könige. Als eines der ältesten Bauwerke der sächsischen Landeshauptstadt vereint es Spuren alle erdenklichen baugeschichtlichen Stilrichtungen – von der Romantik bis zum Historismus. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss weitestgehend zerstört. Der Wiederaufbau des Bauwerks in seiner Gesamtheit dauert bis in die Gegenwart an. Das Residenzschloss ist heute Teil des Museumskomplexes der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Das Neue und Historische Grüne Gewölbe, die Türkische Kammer, die Rüstkammer im Riesensaal und das Kupferstich-Kabinett stellen in den Räumen der historischen Stätte ihre Kunstwerke aus. Im Juni 2015 wurde die neue ständige Ausstellung des Münzkabinetts im Georgenbau eröffnet. Seit 2013 ist das Residenzschloss um einen Ausstellungsbereich und gleichzeitig seinen bedeutendsten Saal reicher: 280 Jahre nach seinem Verschwinden erstrahlt der Riesensaal wieder in neuem Glanz. In dem Saal werden Teile der Sammlung aus Prunkwaffen, Harnischen und Kostümen präsentiert. Direktor Prof. Dr. Dirk Syndram nannte uns den wichtigsten Grund, warum man die Ausstellungen besuchen sollte:

„Endlich einen Ort finden, wo man sich mit Vergnügen verwundern kann und der Schönheit entgegen tritt. Eine Ausstellung, die Einzigartiges bietet mit Ihrer Vielfalt.“

Neustadt

Dresden vereint einen bunten Mix aus jung, hipp, locker und trotzdem gemütlich. Neben dem historischen Altstadtkern hat die sächsische Elbmetropole ebenso die trendige Neustadt im Norden zu bieten, die die Besucher magisch in Ihren Bann zieht. Alternativ, familiär und manchmal auch ausgelassen beschreibt den Lifestyle der Neustädter ziemlich genau. Beginnend mit den Elbwiesen, welche in den Sommermonaten als Domizil für den untätigen Studenten eine gute Gelegenheit zum Sonnen, Grillen und Chillen bieten, gelangt man zunächst in die Innere Neustadt. Dieses kleine aber feine Barockviertel hat ein pompöses Flair, denn in den vielen kleinen Gässchen darf man sich trotz der etwas höheren Preise gern die Nase an den hübschen Schaufenstern plattdrücken oder auf einer Bank unter den Bäumen im Schatten ein Päuschen einlegen. Die historische Neustadt ist außerdem bekannt für die Filmnächte am Elbufer, Deutschlands größtes Open-Air-Kino-Festival sowie für das gemütliche Brauhaus Watzke mit dem dazugehörigen ersten unfiltrierten Dresdner Stadtbier, das in Dresden gebraut wird und eine von vielen lokalen Biersorten ist.

Nicht verfehlen darf man die Kunsthofpassage, die sich selbst als „Oase für die Sinne“ bezeichnet. Das künstlerische Labyrinth ist ein Hinterhof, bestehend aus mehreren kleinen Innenhöfen, welche je nach Thema verschieden gestaltet sind. Unter anderem gibt es einen Hof der Tiere, welcher mit Giraffen und Büffeln einen Streifzug durch die Savanne darstellt. Gut lässt sich dort in alternativen Boutiquen shoppen oder auch im Restaurant lila soße kreative lokale Aromen genießen. Die Neustadt hat aber noch mehr Kunst zu bieten. Neben vielen Galerien, zum Beispiel der angesagten und dennoch bodenständig gebliebenen Galerie Gebrüder Lehmann oder der Galerie Baer, findet man beim Schlendern durch die Straßen überall Streetart in Form von Stencil Graffiti, Sticker Art oder Street Installations. Wer will, kann auch selbst aktiv werden, denn an alle zwei Wochen kann man am legalen Sprüh-Spot, der Gasse zwischen Katy’s Garage und der Scheune, nach Absprache ein eigenes Graffiti-Werk an die Wand zaubern. Am 01.10.2015 erst neu eröffnet hat Europas größtes Travestie Theater Carte Blanche.

Gewandhaus Dresden

Das Hotel Gewandhaus Dresden im Herzen der Altstadt wurde im April 2015 nach umfangreichen Renovierungsarbeiten und einer neuen, qualitativ sehr hochwertigen Ausstattung als Fünf-Sterne-Boutiqe-Hotel der exklusiven Seaside Hotels Gruppe wiedereröffnet.

Seit Juli ist es das zweite deutsche Hotel der Luxus-Hotelkette Autograph Collection Hotels. Der ursprüngliche Charakter des zwischen 1768 und 1770 erbauten Gewandhauses neben dem Neuen Rathaus ist bestehen geblieben und durch moderne Elemente ergänzt worden, so dass sich Historie und Gegenwart in dem luxuriösen Boutique-Hotel mit seinen 97 Zimmern widerspiegeln.

Im Spa-Bereich stehen Spa- und Wellnessssfreunden ein Schwimmbad, eine Sauna, ein Dampfbad sowie moderne Fitnessgeräte zur Verfügung.

Zum gastronomischen Angebot zählen die für ihre hausgereiften dry-aged Steaks bekannte [m]eatery bar + restaurant und das Kuchen Atelier mit raffiniert verzierten Torten, frisch gebackenen Macarons sowie verschiedenen Tee- und Kaffeespezialitäten. Zudem verfügt das Hotel über fünf modern ausgestattete Tagungsräume für bis zu 100 Personen.

Geburtsstunde eines neuen Kulturzentrums: Kraftwerk Mitte Dresden

In Dresdens pulsierender Mitte entsteht ein neues Zentrum für Kunst, Kultur und Kreativität auf dem Gelände des ehemaligen Heizkraftwerks. Axel Walther, Geschäftsführer der Stesad GmbH und Wolfgang Schaller, Intendant der Staatsoperette Dresden führen uns über die Baustelle. Der Gebäudekomplex – eine reizvolle Verbindung denkmalgeschützter und neuer Bauten – wird die Heimstätte der Staatsoperette Dresden und des tjg. theater junge generation sein. Darüber hinaus bietet das Kraftwerk Mitte der Kreativszene der Stadt mit Ateliers und Galerien viel Raum, beherbergt Büros und Gastronomie.

Die Musikhochschule Carl-Maria von Weber und das Heinrich-Schütz-Konservatorium werden Probenräume auf dem Gelände einrichten. Die Party-Location Kraftwerk Mitte bietet bereits seit 2010 Entertainment auf höchstem Niveau, und das Dresdner Energiemuseum der DREWAG – Stadtwerke Dresden GmbH zieht seit ebenfalls vielen Jahren begeisterte Besucher an.
Der Bau des neuen Kultur- und Kreativzentrums soll am 9. August 2016 abgeschlossen sein, so dass im Dezember 2016 die ersten Premieren stattfinden können. Die Landeshauptstadt Dresden investiert bis dahin rund 91 Millionen Euro in das Projekt. Auch die Mitarbeiter der Staatsoperette Dresden haben ihren finanziellen Beitrag geleistet und auf einen Teil ihres Gehalts verzichtet.

800 Jahre Dresdner Kreuzchor

Sie ist die älteste von der sächsischen Landeshauptstadt getragene künstlerische Institution und wesentlicher Bestandteil der Dresdner Identität. An mehr als 300 Auftritten im Jahr stellen etwa 150 Kruzianer im Alter von neun bis 18 Jahren ihr Können im In- und Ausland unter Beweis. Getreu dem Motto des Kreuzchores „In der Welt zu Gast, in Dresden zu Hause“ verleihen sie somit der sächsischen Landeshauptstadt ein prägendes künstlerisches Gesicht und leisten einen wesentlichen Beitrag zum Renommee des Kulturlandes Sachsen. 2016 feiert der Kreuzchor mit prominenten Partnern 800-jähriges Jubiläum.

Wer den Ursprüngen des Dresdner Kreuzchores näher kommen möchte, muss sich bis in die Zeit der Entstehung der Stadt Dresden zurückbegeben. Zwar existieren weder Dokumente noch Urkunden, die auf ein historisch gesichertes Jubiläumsjahr verweisen. Die Existenz des Knabenchores wird jedoch mit Recht auf das Jahr 1216 zurückgeführt – also auf jenes Jahr, in dem Dresden erstmals als „civitas“ (Stadt) erwähnt worden ist. Gefeiert wird das Jubiläum seit 1916, wobei die erste Feier kriegsbedingt erst 1926 stattgefunden hat.
„In der Welt zu Gast – in Dresden zu Hause“. Unter diesem Leitmotiv feiert der Dresdner Kreuzchor im Jahr 2016 sein 800-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten zum Jubiläum werden über das gesamte Jahr 2016 verteilt sein und sowohl in Dresden selbst als auch national wie international für Furore sorgen. Los geht’s bereits im Oktober 2015 mit Auftritten u.a. in Rom, Peking, Shanghai und Japan gefolgt vom großen Adventskonzert am 21. Dezember im Stadion Dresden. Für das Jubiläum konnten u.a. mit der Porzellan-Manufaktur Meißen, A. Lange & Söhne Glashütte sowie der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen starke Partner gewonnen werden. Zu den Höhepunkten gehört der Auftritt zum Dresdner SemperOpernball am 29. Januar 2016, eine Festwoche vom 15. bis 24. April 2016, welche mit einem großen Jubiläums-Bürgerfest im Rathaus beginnt und in einem gewaltigen Finale in Anwesenheit des Bundespräsidenten endet. Hinzu kommt die Teilnahme beim Internationalen Bachfest in Dresden, eine zwischen Juni und Juli geplante Festivaltournee durch Deutschland sowie eine Europatournee mit den Dresdner Philharmonikern im November 2016. Internationaler Höhepunkt ist der Auftritt bei den Osterfestspielen in Salzburg im März 2016 mit Unterstützung der Sächsischen Staatskapelle.

Die Ursprünge
Zunächst waren die Markgrafen von Meißen für die frühen richtungsweisenden Impulse in der Stadtgeschichte verantwortlich. Sie riefen Kolonisten ins Land und errichteten einen Herrschaftssitz in Dresden. Nach dem Bau einer Brücke über die Elbe erblühte der Fernhandel und mit ihm erstarkte die noch junge Siedlung. Dresden wurde zur Stadt. Diese baute sich Anfang des 12. Jahrhunderts eine eigene nach dem Schutzpatron der Kaufleute benannte Nikolaikirche, aus der mit Dresdens steigender Bedeutung ein mächtiges Gotteshaus erwuchs. An der Lobpreisung Gottes waren von Anbeginn Sängerknaben beteiligt. Allmählich entwickelte sich hieraus der Kreuzchor, dessen Heimat bis zum heutigen Tage die Kreuzkirche ist.
An dieser Stelle üben sie auch ihre wichtigste Aufgabe aus, welche selbst nach 800 Jahren darin besteht, die Vespern und Gottesdienste in der Kreuzkirche am Dresdner Altmarkt musikalisch zu gestalten. Nicht nur an hohen kirchlichen Feiertagen, sondern über das ganze Kirchenjahr hinweg bestreitet der Kreuzchor die Hälfte aller liturgischen Dienste in dem berühmten Gotteshaus. Darüber hinaus sind die Kruzianer gefeierte Gäste im In- und Ausland. Seit 1920 ist der Chor auf Gastspielreisen unterwegs – größere Tourneen finden für gewöhnlich dreimal im Jahr statt, hinzu kommen diverse Kurzreisen durch das gesamte Bundesgebiet. Da der Kreuzchor über ein so umfassendes und vielfältiges Repertoire verfügt, das vom Frühbarock bis zu Uraufführungen der zeitgenössischen Moderne reicht, hat er seit mehr als 80 Jahren über 800 Tonaufnahmen für so angesehene Plattenfirmen wie Deutsche Grammophon, Teldec, Capriccio und Berlin Classics eingesungen. Renommierte Opernhäuser (u.a. in Berlin und Dresden) verpflichten regelmäßig Kruzianer, die in Inszenierungen wie „Tosca“ und „Zauberflöte“ als Knabensolisten auftreten. Seit 1997 wacht Roderich Kreile als 28. Kreuzkantor nach der Reformation über die kirchenmusikalischen Aufführungen sowie die Konzerte und Tourneen des Dresdner Kreuzchores.
Ihr Abitur erlangen die Kruzianer in der Kreuzschule, etwa die Hälfte von ihnen wohnt im benachbarten Alumnat, dem Internat des Chores. Neben dem normalen Schulalltag erhalten die etwa 150 Sänger wöchentlich Gesangs- und Instrumentalunterricht. Ihre tägliche Probenarbeit und der spezifische Chorklang bilden die Grundlage für den Erfolg und die Berühmtheit des Dresdner Kreuzchores. Theodor Körner und Richard Wagner waren Kreuzschüler, wenn auch nicht Chormitglieder. René Pape bekam hier seine erste sängerische Ausbildung. Viele ehemalige Kruzianer unterstützen heute den Förderverein, der im Mai 1992 ins Leben gerufen worden ist. Ihm gehören darüber hinaus Eltern, musikliebende Dresdner und Freunde des Chores aus nah und fern an. Das 1991 erstmals vergebene Rudolf-Mauersberger-Stipendium fördert einen Kreuzschüler über das Abitur hinaus und unterstützt ihn bei seiner musikalischen Ausbildung.

Der 11 Jahre alte Kreuzschüler Mauro Leon Nitzscherling zeigte uns stolz die Gebäude der Schule.

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Text und Fotos:

Matthias Dikert