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Sport und mehr im Thüringer Wald

Der Thüringer Wald nimmt nur einen kleinen Teil Thüringens ein. Mit dem Rennsteig besitzt er jedoch den berühmtesten Wanderweg Deutschlands. Dazu gesellen sich Namen wie die Waffenstadt Suhl, das Wintersportzentrum Oberhof, die Uhrenstadt Ruhla oder Eisenach. Es gibt also eine Menge zu sehen und zu erleben – nicht nur für Wanderfans. 
Suhl liegt am Fuße des Rennsteigs und mit der Vollendung der Autobahnen A71 und A73 hat sich die Erreichbarkeit entscheidend verbessert. Hoch oben über der Stadt auf 750 m Höhe ragt ein markanter Bau auf: Das Ringberg-Hotel.

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Es liegt auf einer Bergkuppe und wurde schon zu DDR-Zeiten vornehmlich für die Nutzung durch Angehörige der Agrarwirtschaft genutzt. Nach der Wende galt es einen Spagat zu schaffen, den Riesenbau im nunmehr freien Wettbewerb in die Neuzeit zu retten. Es ist gelungen, wie der 30jährige Geburtstag 2009 bewies. Die mittlerweile erreichte Klasse ist mit diversen Auszeichnungen belegt. Neben dem Individualtourismus bietet es ideale Möglichkeiten für Gruppenreisen, Tagungen und andere Events. Die Aussicht aus den Zimmern ist schon allein die Anreise wert. Das Hotel verfügt nicht nur über die üblichen Einrichtungen wie Sauna, Schwimmbad und Fitnessraum, es gibt außerdem auch einige Freizeit-Indoor-Einrichtungen wie Kegelbahn, Tischtennis, Billard sowie die Möglichkeit zu Gesellschaftsspielen. Das unterstreicht den familienfreundlichen Charakter des Hauses. Und wen es im Sommer und Winter nach draußen zieht, kann fast alles im Haus mieten, was gebraucht wird: Fahrräder, Nordic-Walking-Stöcke, Langlaufskier, Schlitten, Inlineskates u.v.m. Es gibt hauseigene Fitnesstrainer und man kann an der hauseigenen Wandertour mit sieben 900er Gipfeln teilnehmen. Zweimal im Monat bis in den Oktober hinein geht es für Teilnehmer mit Kondition auf die 34 Km-Tour. Die Wanderung ins Suhler Bergwerk „Schwarzer Crux“ ist für alle geeignet. Dort erwartet den Teilnehmer eine Klangwelt aus tibetischen Klangschalen. Ansonsten ist das ehemalige Bergwerk zum Besucherbergwerk umgebaut mit angegliedertem Bergbaumuseum. Zu Hochzeiten des Suhler Bergbaus im 16. und 17. Jahrhundert gab es über 1.000 Bergwerke im Gelände rings um Suhl, die teilweise schon in Tiefen von über 100 m vorstießen. Ende des 19. Jahrhundert waren die Lagerstätten dann erschöpft. Dennoch darf die Stadt auch heute noch den Titel „Bergstadt“ führen. 
Lohnend dürfte auch der Besuch des Fahrzeugmuseums im Suhler Congress Centrum sein. Zu sehen sind u.a. auch Autos und Motorräder, die einst in Suhl entwickelt und konstruiert wurden. 

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Im Congress Centrum befindet sich auch das Ottilienbad. Gleich daneben gibt es noch ein altes Gemäuer. Es beinhaltet das Waffenmuseum. Ebenfalls sehenswert, da es auch in die Geschichte des Biathlon dokumentiert. Schließlich wird bei diesem Sport geschossen und Suhler Waffenbauer haben sich hier legendäre Namen erworben. Die Suhler Waffentradition geht jedoch zurück bis ins Mittelalter, als es noch keine Schusswaffen gab. Reiche Erzvorkommen und die Möglichkeit der Nutzung von Wasserkraft ließen eine „Waffen- und Rüstungsindustrie“ entstehen. Man erarbeitete sich den Ruf des Deutschen Damaskus, doch im 30jährigen Krieg kam die Quittung. Der Krieg machte nicht vor der Stadt halt, die alle Seiten mit Waffen belieferte. Es brauchte einige Zeit, sich davon zu erholen. Dem Handwerk und der Tradition jeden zu beliefern blieb man treu. Heute besitzt Suhl die einzige Büchsenmacher-Berufsfachschule Deutschlands. 
Zum Wandern müssen wir dann aber doch noch kommen. Suhl umgibt ein Kreis aus Wanderhütten und für Mittelgebirge unüblich, besitzt der Thüringer Wald Subalpines Klima. So ist es kein Wunder, wenn man bizarre Wetterfichten findet oder eine Almwiese mit Trollblumen. Dies ist die Wappenpflanze Thüringens, die aber eigentlich nur in den Alpen wachsen soll … 
Um den Radius zu erhöhen, geht es nun nach Oberhof, einen Katzensprung von Suhl entfernt. Oberhof steht ganz im Zeichen des Sportes. Wer sich nicht aktiv betätigen will atmet Sportgeschichte an jeder Ecke. Eine Art von passiver Aktivität ist das Segway-Fahren. Es liegt im Trend und man kann eine Tour durch Oberhof buchen wie auch eine Sportstädten-Tour. Naturliebhaber werden eher die Rennsteiggarten-Tour wählen. Zwar wären die Segways auch geländegängig, doch da der Thüringer Wald Naturschutzgebiet ist, hapert es derzeit mit Genehmigungen für das neue Freizeitvehikel. Wen es weg vom Sport zieht, dürfte auch vom einzigen Hochmoor des Thüringer Waldes angezogen werden. Hier kann man über den Moorlehrpfad flanieren und einzigartige Eindrücke sammeln.
Sportbegeisterte wollen aber vielleicht lieber den Flair einatmen, wie es sich anfühlt, mit einem Bob zu fahren.

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Dies ist genauso möglich wie Rennschlittenfahren oder Biathlon. Letzteres ist relativ neu. Die neue DKB-Halle als Stützpunkt des Leistungszentrums ist auch für Laien zugänglich. Wenn keine Nationalmannschaften hier Zeit gebucht haben, kann jeder seine Langlauffähigkeiten auch in der schneefreien Zeit trainieren. Biathlon ist aber nicht im Einzelpaket buchbar. Es ist eine gewisse Mindestteilnehmerzahl erforderlich, so dass dies eher für Gruppenreise und Event-Veranstaltungen geeignet erscheint. Die Individualversion lautet auf ein paar ausgesuchte Tage, zu denen man sich dann anmelden muss und hoffen, dass es genügend andere Gäste gibt, die ebenfalls zu diesem Termin wollen. 

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Die Gästekapazitäten wurden in den letzten Jahren rückgebaut. Das eigentliche Örtchen hat nicht einmal 2.000 Bewohner. Die Kapazitäten überstiegen die Einwohnerzahl vielfach und selbst jetzt gibt es noch Platz für mehr als doppelt so viel Besucher. Nach dem Rückbau der Aufrüstung aus DDR-Zeiten, ist in den nächsten Jahren ein Umbau des Ortsbildes angestrebt, um die Attraktivität für Gäste zu steigern. Damit einher geht auch ein Umbau der Therme bis Ende 2012, da viele Übernachtungsmöglichkeiten keine eigenen Angebote diesbezüglich vorweisen. 
Eine Möglichkeit für einen netten Spaziergang wollen wir Ihnen hier auch nicht vorenthalten: Starten Sie am unteren Eingang zur Rodelbahn und folgen der Straße. Später gibt es einen sehr schönen Weg zur Ohratalsperre. Mit dem Bus geht es von Luisenthal wieder zurück. Um den Stausee kann man auch komplett herumlaufen. Die Tour ist eine Empfehlung für Mountainbiker.


Weitere Infos:

Tourismus GmbH Oberhof 
E-Mail: information@oberhof.de
Tel.: 036842 2690

Ringberg Hotel Suhl
Ringberg 10
98527 Suhl
Tel.: 03681 389-0
Fax: 03681 389-890

Tourist Information Suhl
E-Mail: touristinformation@suhl-ccs.de
Tel.: 03681 788405


Text:
Otger Jeske

Fotos: 
Matthias Dikert