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Ein kleines Fürstentum, in der Nähe von Deutschland

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Exzellente Küche, einen edlen Tropfen und passabel im Preis, wer möchte dies nicht. Kleine Länder bieten oft das Besondere. Im Fürstentum Liechtenstein stilvoll mit Niveau tafeln. Süperb!
Und, der Tourist, der sie sucht, die Briefkasten- und Scheinfirmen, wird Schwierigkeiten haben. Denn wo sind sie, wo suchen?

Im gastronomischen Bereich ist das Suchen einfacher. Gediegene Gasthäuser, oft im Flair des Vergangenen, mit allem Komfort unserer Zeit ausgestattet, bieten aus Töpfen und Pfannen bestes. Achtzig Restaurants und Kaffeehäuser, im 30 000 Einwohner zählenden – deutsch sprechenden – Land, erwarten Gäste. Gemächlich Einkehren, Gast sein in einem der urig typischen Lokale.
Zum Beispiel im Restaurant „Schatzmann“ in Triesen, im „Waldhof“ in Schaan, Parkhotel „Sonnenhof“ Vaduz. Oder der Gast schreitet in die Weinberge. Hier mittendrin der „Torkel“. Eine ehemalige Weinkellerei, aus dem 17. Jahrhundert, umgestylt zum Gourmettempel. Aus diesem Etablissement muss keiner, nach dem Weingenuss, torkeln. Benannt nach einem Torkelbaum, aus dem Holz wurden Dauben für diverse Weinfässer bearbeitet. Ein solch 14 Tonnen schwerer Torkelbaum – eine Weinpresse – ziert heute den Gastraum. Aus den Rheinauen herangeschafft und hunderte von Jahren alt.
Rolf Berger ist der Chef, ein Gourmetkünstler und Kochbuch Autor zugleich. Hier verkehren Sie, die Bänker, Geschäftsleute, Treuhänder, die Durchlauchten unserer Zeit und die fürstliche Familie. In einer separaten Nische des Restaurants sind „Besucher“ verewigt. „Man kennt eben den Gast. Wir fertigen ein Schildchen. Alles von uns Ausgewählte, kostet aber nichts“. Auf Messing stehen die Namen, diskret. Im hauseigenen Gästebuch, ein „Who is who“, haben sich alle höchst persönlich eingetragen.
Und der Landesfürst? „Fürstenbesuch macht überhaupt keinen Eindruck. Er bestellt und zahlt alles ganz normal. Zur letzten Hochzeit sogar ein Essen gratis. Ein Tagesmenü beispielsweise – Kalbfleischsuppe, Lachs vom Grill, mit 4 verschiedenen Soßen, Pilsen und Gemüse, danach Käse und ein Dessert – kostet 45 sfr. Dazu eine Flasche Wein und Mineralwasser für 19,50 Sfr. Wir haben normale Preise.“ Fisch, aus dem nahen Bodensee ist, von 12 bis 14 Uhr sowie am Abend, im täglichen Angebot.

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Mitten um das Lokal liegt das Gelände der Hofkellerei. Natürlich der „Fürstlichen“. Seine Durchlaucht, Fürst Hans-Adam II. Regent des Fürstentum Liechtenstein, residiert auf dem nahen Schloss, hoch oben aber volksnah, mit Blick auf seine Weinberge. Alle Liechtensteiner sind stolz auf diese Weinberge. Und in der Tradition der Kunst des Kelterns sind sie Meister, schon seit Zeiten der römischen Herrschaft. Die Natur, die Berge und der Föhn, „Traubenkocher“ genannt, bieten alle ihr Bestes. Geben Zutaten und richtige Würze, der dahin fließende junge Vater Rhein sein übriges dazu.
Weinlese auf einer kleinen Fläche, aber das flüssige Ergebnis kann international bestehen. Dominierend die Blauburgundertraube, typische Sorte der Vaduzer Gegend, mit 60 000 Flaschen. Auf 43 Hektar vom Weingut Wilfersdorf, bei Wien, werden jährlich 250 000 Flaschen abgefüllt.

Der Chef und Direktor, Fürstliche Domäne, Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein, Bernhardt Ospelt, hat Probleme, mit dem Wein, nicht. Er kostet täglich und hat Erfahrung, im Umgang mit Genuss. In vino Veritas!
Er ist ein exzellenter Kenner der Szene und V.I.P. Chef zugleich. Geübt, nicht nur im Umgang mit Fürsten und Durchlauchten. Der Maitre! In der Hofkellerei kann der Gast aber nicht nur einfach kaufen. Seminare zum Wein und natürlich eine Degustation stehen an. Interessant und wissenswert, in einer warmherzigen Atmosphäre, in den ehrwürdigen Gewölben der Kellerei. Lifestyle. Für jedermann zum Preis von 30 sFr.
„Mit fürstlichen Etikett und Wappen versehen darf ein jeder 2 Flaschen, über die schweizerische Grenze, unverzollt, mitnehmen. Verwöhnte Gaumen können auch gehaltvolleres kaufen. Sonderabfüllungen von „Chardonnay“, dem Spitzenburgunder“, so der Chefkellermeister, „25 sFr. die Flasche, 2 500 nummerierte werden jährlich abgefüllt. Zu Empfehlen, „F L“, der hauseigene Sekt.“ Und, sehr attraktive Präsente, ab 50 sFr. aufwärts, sind erhältlich.
Fürstliche Geschenke, besonders „wertvolle“ Morgengaben, frankiert mit neuesten landseigenen Briefmarken. Ab geht die Post, an all unsere Lieben zu Hause. Nicht nur Incentivetouristen lassen sich in Vaduz verführen, zu einer Weinverkostung. So manches Schöne, Sehenswertes, kann bestaunt werden. Kein dolce vita, normale Bürger, weit und breit, charmant und liebenswert.
„Ja!“, man kann nie wissen. Vielleicht treffen Sie hier einen, einen echten Fürsten, eine Durchlaucht. Es muss ja nicht der Regierende, Seine Hoheit, sein. Halten Sie schon einmal Ihre Kamera bereit. Grüezi!

PS: Liechtenstein hat ein eigenes Telefonbuch. Er steht drin, der Fürst!

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Unser Redakteur Gerald H. Ueberscher (E-Mail: ueberscher-redaktion@t-online.de) recherchierte im Fürstentum Liechtenstein.