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Ostseetrip nach Klaipeda

Das alte Memel heißt seit 1945 Klaipeda und ist seit 1990 eine Hafenstadt in Litauen. Vieles erinnert an die deutsche Vergangenheit – diverse hässliche Bauten an die Sowjetzeit. Freundliche Menschen hoffen an diesem Teil der Ostseeküste auf Touristen. Diese kommen, nicht nur mit den Fähren. Unter den Besuchern viele Vertriebene, die ihre alte Heimat besuchen. Auch Manager sind anzutreffen, auf der Suche nach Geschäftspartnern, Litauen bietet gute Voraussetzungen für jegliche Wirtschaftsbeziehungen.

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„Ännchen von Tharau“ lockt am Theaterplatz die Besucher

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„Willkommen in Klaipeda“ grüßt Grazina, vor demHOTEL in Memel

Erlebnisreich ist ein – möglichst geführter – Bummel durch die Altstadt, dabei steht ein hübsches bescheiden wirkendes Mädchen Namens „Ännchen von Tharau“ im attraktiven Blickpunkt. Dem Dichter Simon Dach (1605 – 1659) gewidmet wurde die Statue erstmals 1912 aufgestellt. Sie verschwand in den Kriegswirren. Nach alten Vorlagen nachgegossen erfolgte 1989 eine erneute Aufstellung.

Memel wurde am 1. August 1252 gegründet und ist somit drei Jahre älter als Königsberg. Am Theaterplatz war immer das Zentrum. Früher vom Deutschen Ritterorden, später traf sich hier die Geisteswelt und im Theater dirigierte Richard Wagner. Heute finden Buchlesungen in Deutsch statt.
Rings um dieses Areal formierten sich Kaffeehäuser. Typisch ist das rustikale Restaurant „Búru Uzeiga“- Bauernstube in der Kepéju 17. An schweren Holztischen sitzend fühlt man sich in einem Landgasthof versetzt. Hier gibt es köstliche Speisen: Blynai, dünne Pfannkuchen mit Fleisch, süßem Quark oder Pilzen gefüllt. Cepelinas, eine Art gefüllter Kartoffelkloß, oder Karbonados, panierte Schnitzel. Dazu trinkt man Bier oder Wein, aber immer einen Meschkines – „Bärenfang“ Schnaps, aus Honig und mit Kräutern angereichert. Sehr preiswert.

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Idylle in Nidden

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Bernstein. Immer ein schönes Souvenir

In Klaipeda und am nahen Strand, stehenHOTELS – für jeden Geschmack und Geldbeutel. Wer der Hektik der Stadt entfliehen möchte ist auf der 97 km langen Kurischen Nehrung gut aufgehoben. Goldgelbe Dünen, Wälder, das Haff und die blaue Ostsee, sind nur einige Kennzeichen der Halbinsel. In früheren Jahren führte die Alte Poststraße von Memel nach Königsberg, durch unberührte Natur. Jahrzehntelang – in Zeiten der Sowjets – war dies verbotene Zone.

Der Ort Nidden ist Inbegriff der Nehrung, hier residierte Thomas Mann: „Das Haff wirkt wie das Mittelmeer. Die Küste geschwungen, man könnte in Nordafrika sein“, so bezeichnete er sein Anwesen, mit einer schönen Aussicht, „wie in Italien.“ Im Herbst 1929 ließ er sich sein Haus bauen, doch nur drei Sommer konnte Familie Mann hier die Ferien verbringen, dann emigrierten sie. Während des Krieges vergnügte sich in dessen Haus Hermann Göring und alles Original-Inventar verschwand. Seit 1967 befindet sich darin ein Thomas Mann Museum.
Nidden ist ähnlich der Insel Hiddensee, nur preiswerter und viele Künstler leben hier. GemütlicheHOTELS, kleine Pensionen, Cafés und urige Lokale beherbergen (deutsche) Touristen. Vom „Tal des Schweigens“ – riesige Sanddünen, genießt man einen phantastischen Blick. Meer und Wald, ein Naturschutzgebiet mit vielen Elchen.
Die Kurische Nehrung von Klaipeda bis Nidden, die Grenze zu Königsberg Russland – das ehemalige deutsche Memelland – ein schönes Ferienland, ist eine Reise wert.

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Sandstrände prägen die Nehrung

Informationen

Baltikum Tourismus Zentrale für Estland-Lettland-Litauen, Katharin