Amsterdam

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Amsterdam

Amsterdam ist für Touristen seit langem eine der beliebtesten Städte Europas. Jedes Jahr lockt die niederländische Hauptstadt circa 4,5 Millionen Übernachtungsgäste aus der ganzen Welt an. Die Mischung aus historischem Flair, das die Innenstadt aus dem 17. Jahrhundert versprüht, und der offenen Mentalität einer Weltstadt machen Amsterdam so attraktiv für Besucher. Sie empfinden die Gemütlichkeit der kleinen Häuser und Höfe sowie die Intimität der engen Straßen, Gässchen und Grachten als einzigartig. Außerdem bietet keine andere europäische Stadt so viele Sehenswürdigkeiten und Museen pro Quadratmeter. In Amsterdam wird Toleranz gelebt: Die Offenheit und direkte Art der Einwohner machen die Straßen, Märkte und Cafés lebendig. Der Name Amsterdam stammt übrigens aus dem 12. Jahrhundert: Damals wurde ein „Damm“ im Fluss Amstel angelegt.

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Die zahlreichen Touristen formen eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt: Sie schaffen rund 48.000 feste Arbeitsplätze. Vor allem Amerikaner und Briten besuchen die Hauptstadt und bilden somit die größte Gruppe unter den Gästen Amsterdams.

Erreichbarkeit
Sowohl mit dem Zug, Flugzeug und Schiff als auch mit dem Auto ist Amsterdam gut zu erreichen. Der Hauptbahnhof (Centraal Station) ist der verkehrsreichste Bahnhof der Niederlande: Jeden Tag kommen hier vierzig internationale Züge aus ganz Europa an. Seit 2009 ist die neue Hochgeschwindigkeitslinie (HSL) zwischen Paris, Brüssel und Amsterdam in Betrieb. Der Flughafen Schiphol verbindet Amsterdam mit mehr als 260 Städten in der ganzen Welt. Jährlich landen hier knapp 50 Millionen Passagiere. Ein weiterer wichtiger Verkehrsknotenpunkt ist der Amsterdamer Hafen, der pro Jahr circa 100 Kreuzfahrtschiffe und 900 Flusskreuzer in Empfang nimmt.

Lage in den Niederlanden
Amsterdam bildet das Herz der nördlichen Randstad. Die Metropolregion Amsterdam umfasst unter anderem die Städte Haarlem, Zandvoort, Zaandam und Almere. Trotzdem liegt auch der Nordseestrand in Reichweite: Von der Innenstadt der Grachtenmetropole sind es weniger als 25 Kilometer bis zum beliebten Strandbad Zandvoort, das gut mit dem Zug oder Auto zu erreichen ist.

Sehenswürdigkeiten
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Amsterdams gehört das Rijksmuseum.

Nach zehn Jahren Umbau, Renovierung und Restaurierung, öffnete das Rijksmuseum der Niederlande am 13. April 2013 wieder seine Türen für die Öffentlichkeit. Zum ersten Mal können Besucher einem chronologischen Rundgang durch 80 Galerien mit 8.000 Objekten folgen, welche die Geschichte des niederländischen Kunst und Geschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart illustrieren. Im Herzen des Museums findet der Besucher die prächtig restaurierte und historisch gestaltete Gallery of Honour, wo weltberühmte Werke von Meistern wie Frans Hals, Jan Steen, Johannes Vermeer und Rembrandt van Rijn präsentiert werden.

Das Hauptgebäude des Rijksmuseums wurde komplett erneuert. Die spanischen Architekten „Cruz y Ortiz Arquitectos“ aus Sevilla haben das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert in ein helles und geräumiges Museum des 21. Jahrhunderts umgewandelt. Sie haben einen beeindruckenden neuen Eingangsbereich geschaffen, das „Atrium“, und sich an den Bedürfnissen eines führenden internationalen Museums orientiert. Cruz y Ortiz haben auch den hohen Hallen, die Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurden, wieder zu ihrem alten Glanz verholfen. An verschiedenen Orten wurden die ursprünglichen, reich verzierten Wände und Decken wieder hervorgeholt. Der französische Innenarchitekt Jean-Michel Wilmotte, dessen Werk im Louvre ihm internationale Anerkennung einbrachte, hat für die Farbgestaltung verschiedene Grautöne gewählt. Außerdem designte er imposante Vitrinen für die Kunstwerke und Objekte sowie elegante Möbel.

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Neu im Rijksmuseum ist die Abteilung mit Werken des 20. Jahrhunderts. Gemälde, Möbel, Fotografien, Plakate, Filme und sogar eine echtes Flugzeug werden ein Bild der niederländischen Kultur des vergangenen Jahrhunderts zeichnen. Ebenfalls zum ersten Mal zu sehen sein werden die „Special Collections“, wo die Besucher bekannte und unbekannte Objekte aus den angewandten Künsten, der Wissenschaft und nationalen Geschichte, einschließlich einer Galerie mit Dutzenden von Schiffsmodellen und einer Waffenkammer, bewundern können.

Asien-Pavillon
Der neue asiatische Pavillon beherbergt die reiche Sammlung asiatischer Kunst des Rijksmuseums. Präsentiert werden hier insgesamt 365 Objekte aus China, Japan, Indonesien, Indien, Vietnam und Thailand, in einer Zeitspanne von 2000 v. Chr. bis 2000 n. Chr. 

Café und Museumsshop
Das neue Grand Café mit 224 Sitzplätzen hat eine der besten Lagen in Amsterdam, im großen Atrium des Museums. Direkt unter dem Café befinden sich der 300 Quadratmeter große Museumsshop (gefüllt mit 1.000 Souvenirs) und ein separater Buchladen. Man benötigt keine Eintrittskarte für das Museum, um das Café und den Shop zu besuchen.

„Zimmer im Freien“: der Museumsgarten
Das Rijksmuseum verfügt ab April auch über einen neuen, 14.500 Quadratmeter großen historischen Garten, der während der Öffnungszeiten des Museums frei für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird. Der Garten wurde in verschiedenen Bereichen in den ursprünglichen formalen Gartenstilen restauriert und mit Statuen und Teilen von alten Gebäuden dekoriert. Ein Brunnen, ein Teich, ein Gewächshaus und ein „Garten für Kinder“ sollen bald zu diesem „Freilichtmuseum“ hinzugefügt werden.

Besucherinformationen
Das Rijksmuseum ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet, jeweils von 9 bis 17 Uhr. Das berühmte Ausstellungshaus befindet sich auf dem Museumplein im Zentrum von Amsterdam und im Herzen des Museums-, Mode- und Antiquitäten-Bezirks. 

Weitere Sehenswürdigkeiten in Amsterdam sind das Anne Frank Haus, das Stedelijk Museum, die Hermitage Amsterdam, der Zoo Artis, das EYE Filminstitut, verschiedene Diamantenschleifereien sowie die vielen Geschäfte, Warenhäuser und Märkte. Auch eine Grachtenrundfahrt über die historischen Kanäle sollten Besucher sich nicht entgehen lassen. Neben der Stelling van Amsterdam gehört auch der Grachtengürtel seit kurzem zum Weltkulturerbe der UNESCO. Auch das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds, der königliche Palast auf dem Dam und das Amsterdam Historische Museum sind eine Besichtigung wert.

Kunstfreunde aus aller Welt pilgern zum Van Gogh Museum. In der Jubiläumsausstellung Van Gogh at work, mit der das Van Gogh Museum nach der Renovierung am 1. Mai 2013 wiedereröffnet wurde, wurde gezeigt, wie Van Gogh sich innerhalb von zehn Jahren zu einem einzigartigen Künstler mit einem beeindruckenden Oeuvre entwickelte. Die Ausstellung basierte auf einem sehr ausführlichen und ehrgeizigen Forschungsprogramm, das das Van Gogh Museum gemeinsam mit dem Staatlichen Amt für das Kulturerbe (RCE) und Partner in Science Shell Nederland durchgeführt hat. Die Ausstellung, der Abschluss der achtjährigen Forschung nach der Arbeitsweise Van Goghs, zeigt anhand von circa 200 Werken von Van Gogh und seinen Zeitgenossen die Entwicklung des Malers. Die Besucher können auch mit unter anderem Mikroskopen und Farbproben selbst erfahren, wie er gelernt und gearbeitet hat. Die vielen erstklassigen Werke von Van Gogh und seinen Zeitgenossen aus der eigenen Kollektion ergeben zusammen mit außergewöhnlichen Leihgaben einzigartige Kombinationen und illustrieren Van Goghs fesselnde Entwicklung. 

Van Goghs Skizzenbücher, Farbtuben und Palette und einzigartige Kombinationen
In Van Gogh at work kann der Besucher sozusagen über die Schulter von Van Gogh schauen und sehen und erfahren, wie der Maler gelernt und gearbeitet hat. Die Ausstellung umfasst circa 200 Werke, zu denen 150 Bilder, Arbeiten auf Papier, Briefe und persönliches Material des Malers, wie auch Originalskizzenbücher, Farbtuben und die einzige erhalten gebliebene Palette, die aus dem Pariser Musée d’Orsay stammt, gehören.
Der Besucher beobachtet die Entwicklung von Van Gogh anhand der vielen erstklassigen Werke aus der eigenen Kollektion, die zusammen mit außergewöhnlichen Leihgaben unvergessliche Kombinationen ergeben. Des Weiteren werden viele Werke von Van Goghs Zeitgenossen gezeigt, nicht nur aus der eigenen Kollektion, sondern auch außergewöhnliche Leihgaben von Monet, Gauguin, Seurat und Bernard, die Van Gogh seinerzeit selbst gesehen hat. 

Kenntnisse über den Künstler und sein Werk
Das Van Gogh Museum befasst sich unablässig mit seiner eigene Kollektion, untersucht beispielsweise Van Goghs Arbeitsweise, um herauszufinden, wie die Kollektion am besten erhalten werden kann und damit auch für zukünftige Generationen bewahrt werden kann. Die Einsichten, die in der langjährigen Studie Van Goghs Ateliermethoden nach der Arbeitsweise des Künstlers gewonnen wurden, bilden die Grundlage für die Ausstellung Van Gogh at work. Ein multidisziplinäres Team von Wissenschaftlern des Van Gogh Museums, dem Staatlichen Amt für das Kulturerbe RCE und Partner in Science Shell Nederland hat ab 2005 intensiv die kunsthistorischen und materialtechnischen Aspekte seines Werkes untersucht. 

Alte und vertraute Werke wurden in ein anderes Licht gesetzt. Des Weiteren wurde erforscht, wie Van Gogh sich gegenüber seinen Zeitgenossen verhielt. Die Ergebnisse sind äußerst wertvoll für unser Wissen über den Künstler und sein Werk und werden in der Ausstellung Van Gogh at work gezeigt. 

Einzigartige Leihgaben, Van Goghs Palette, Farbtuben und Skizzenbücher 
Van Gogh at work beschreibt, wie Van Gogh sein Fach lernte, angefangen bei seinen ersten experimentellen Zeichnungen bis zu seinen berühmten späteren Werken. In der größtenteils chronologischen Ausstellung – aufgebaut über vier Etagen des renovierten Rietveldgebäudes – kann der Besucher selbst entdecken und sehen, welches Material Van Gogh verwendete, unter welchen Umständen er arbeitete, von wem er lernte, mit welchen Künstlern er Ideen austauschte und wo er seine Materialien kaufte. 
Genauso wie die Wissenschaftler in Van Goghs Ateliermethoden können die Besucher selbst durch ein Mikroskop Farbproben anschauen. Auf den Werken, die er im Freien malte, sind sogar die Sandkörner sichtbar. Des Weiteren können sie Farbveränderungen an den Stellen entdecken, an denen der Firnis entfernt ist, und Buchstaben der Zeitung, mit der er Das Schlafzimmer abgedeckt hat. Auch können Röntgenfotos und originale Künstlergerätschaften des 19. Jahrhunderts bewundert werden. 

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Farben, Bilder recyceln und Farbverwendung
Anhand von verschiedenen Themen können die Besucher charakteristische Aspekte von Van Goghs Arbeit und Arbeitsweise entdecken. Beim Thema Lernen steht seine Lehrschule in Antwerpen im Mittelpunkt, sowie der Einfluss seiner Zeitgenossen. Material und Gerätschaft beleuchtet die verschiedenen Arten der Leinwände und Farbe, die er benutzte und wie er Perspektivrahmen als Hilfsmittel nutzte, um die Proportionen und die Perspektive gut hinzubekommen. Bilder recyceln zeigt, dass der Maler Leinwände wiederverwendete, wenn sein Vorrat oder Geld verbraucht waren. Er übermalte dann frühere Bilder oder bemalte die Rückseite der Leinwände; manchmal entstanden Bruchlinien, weil er zu ungeduldig war, die Farbe vollständig trocknen zu lassen.
Farben spielen eine wesentliche Rolle in Van Goghs Werk, er kombinierte sie wohlüberlegt und strebte nach starken Kontrasten. In Farbverwendung sehen wir, wie Van Gogh stets mit der Art und Weise experimentierte, wie er die Farbe aufbrachte, dass er sie oft sehr dick auftrug und die Farbe mit seinem Pinsel „modellierte“, und wie er als Maltechnik verdünnte Ölfarbe verwendete. Im Freien oder Atelier zeigt, dass Van Gogh so viel wie möglich im Freien malte, aber auch regelmäßig in seinem Atelier arbeitete. 

Spaziergänge, Bootstouren und Radrouten
Touristen haben in Amsterdam die Qual der Wahl. Das Angebot an Stadtführungen, Rundgängen und Grachtenfahrten ist groß. Eine Erkundung vom (Leih-)Fahrradsattel aus ist dabei eine besonders schöne Art, die Stadt kennen zu lernen und einmal mit anderen Augen zu sehen.

Die geschäftliche Seite der Stadt
Amsterdam gehört zu den zehn wichtigsten Kongress- und Handelszentren der Welt. Somit ist die Stadt nach Frankfurt, Paris und London die viertwichtigste Geschäftsmetropole Europas. Viele Hotels verfügen über hauseigene Tagungsräumlichkeiten für kleine Gruppen ab zehn Personen bis hin zu Theatern für Veranstaltungen mit 2.000 Personen. Die meisten Kongresse finden im Amsterdam RAI Convention Centre statt. 2009 wurde der Komplex um den ultramodernen RAI Elicium Ballsaal erweitert, einen der größten Europas.

Besonderheiten
Mit ungefähr 177 Nationalitäten ist Amsterdam die multikulturellste Stadt der Welt (Stand 2007).
Das Koninklijk Concertgebouworkest wurde zum besten Orchester der Welt ernannt.
Auch das trendigste Hotel der Welt befindet sich in Amsterdam: das Hotel Citizen M.

Bei der großen kulturellen Vielfalt in Amsterdam gibt es aber immer wieder neue Dinge zu entdecken, daher lohnt sich auch ein weiterer Besuch.


Text:

Günter Dräger

Fotos:

Matthias Dikert