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Genussradeln und Kulinarik in den Kitzbüheler Alpen (Tirol)

Aus der Reihe „Kleine Fluchten“: Tradition und Moderne in den Kitzbüheler Alpen
Wir fahren mit dem Auto über München nach Hopfgarten. Schnell werden wir an der Grenze durchgewunken, die Pandemie scheint weit weg zu sein.

Sportresort Hohe Salve

Unser Ziel ist das Sportresort Hohe Salve. Es liegt in den Kitzbüheler Alpen.Die Region hat es geschafft, sich seine Ursprünglichkeit zu erhalten und doch stetig weiterzuentwickeln. Nur 120 Kilometer von München entfernt und leicht zu erreichen findet man hier zwischen Berg und See die ideale Atmosphäre, um Energie zu tanken. Mit ihrer feinen Kulinarik und einem großen Kultur und Freizeitangebot bietet die Region Hohe Salve zahlreiche unvergessliche Eindrücke.

In dem Seitental Kelchsau ist die Zeit stehen geblieben. Bauernhäuser, große Holzbalkone, über allem der Duft von frischem Heu, das im steilen Gelände wie vor Jahrhunderten gerecht wird. In Tirol ist ein joviales Du keine Respektlosigkeit, sondern spiegelt die Menschlichkeit der Tiroler wieder.

Hier fühlt man sich willkommen in entspannter Atmosphäre. In den malerischen Alpendörfern und romantischen Tälern erwarten den Gast überall Tradition und Herzenswärme. Zwischen dem Bergmassiv des Wilden und Zahmen Kaisers findet man malerische Dörfer, stille Seen, rauschende Gebirgsbäche, grüne Almen und schneebedeckte Gipfel. 

Die perfekte Region für Menschen, die ihre Ferien ganzjährig aktiv gestalten möchten. Egal ob Wandern, Hiking, E-Bike, Tennis und Golf oder Baden in Bergseen. Alles ist hier immer und überall möglich.

Wer dennoch lieber auf offiziellen Strecken unterwegs ist, hat 800 Kilometer zur Auswahl, Fernradwege nicht eingerechnet. Ob Rennradstrecken, sanfte Wege zum Tourenradeln oder knackige Trails: Die Auswahl ist riesig und jeder Weg lohnt sich. Denn in der Ferienregion Hohe Salve, die als erste E-Rennrad-Region der Welt und zusammen mit dem benachbarten Kaisergebirge als größte E-Bike-Region punktet, waren es leidenschaftliche Experten, die das Netz mit Herz und Verstand geknüpft haben.

Niederkaseralm

Den imposanten Schafsiedel (2247 m) im Blick führt mein Weg per e-bike zur Niederkaseralm in 1100m Höhe.
Fernab von Touristenscharen kommen wir oben an.

Bergauf in den Sportmodus schalten hat geklappt, das macht wirklich Spaß und erleichtert das Vorspiel auf den späteren Genuss enorm.

Die Idylle, Ruhe und die Berge rund um die Almhütte sind einzigartig. Echter Luxus bedeutet manchmal, Dinge ganz für sich alleine zu haben. Erst recht in einer Zeit, in dem das Kollektiv den Einzelnen stets übertrumpft. Ich fühle mich wie in einem „Heidi Film“.
Entspannt, aber etwas erschöpft vom Aufstieg auf über 1000 m empfangen uns Maria und Florian, die Gastgeber der Alm.

Er melkt Kühe und produziert den Bergkäse.

Sie ist die Gastgeberin. Beide begeistern mit regionaler Kulinarik und Wissen über Käse.

Hier hat das Käsen eine jahrhundertelange Tradition. Jedes Jahr verbringen hier 90 Kühe von sieben Bauern den Almsommer. Die Milch wird jeden Tag zu Bergkäse, Tilsiter, Butter, Topfen und Joghurt verarbeitet. Diese Produkte kann man direkt im Ausschank verzehren oder mit nach Hause nehmen. 

Wie wird die Milch zum Käse? Zuerst benötigt man für den Käse, so wie er auf der Niederkaseralm produziert wird, Rohmilch. Die Kühe verzehren frisches Almgras und Kräuter, während sie auf den Wiesen grasen. Die Kühe werden zweimal täglich gemolken. Für einen Kilo Bergkäse benötigt man 12 Liter Milch, ein Laib Bergkäse wiegt 30 Kilo. 

Das bedeutet, dass für einen Laib 360 Liter Rohmilch verkäst werden. Die Milch wird etwas erwärmt, dann werden die Kulturen hineingegeben. Später kommt der Lab hinzu, nach einer Stunde bildet sich eine Gallerte, die der Käser mit der Käseharfe zu Käsebruch schneidet. Damit die Molke aus dem Käsebruch entfernt wird, kommt warmes Wasser dazu.

Zum Schluss wird der Käse gebrannt und in Bergkäseformen gepresst. Hier bleibt er einen Tag, bevor er in das Salzbad gelegt wird. Nach einem Tag kommt der Käse aus dem Salzbad und wird im Käsekeller für die Reifung platziert. Er muss nun drei Monate reifen und täglich geputzt werden, damit eine schöne Rinde entsteht.

Ja, gut geschmeckt hat er auch.

Nach der informativen Jause ging es für mich kurz in den eiskalten Bergsee und dann mit dem E-Bike zurück ins Tal nach Hopfgarten.

Wunderbar.

KRAFTalm

Am nächsten Tag steuern wir die KRAFTalm (1355 m) an. Sie liegt direkt an der Mittelstation der neuen Salvistabahn, die nun erstmals den Gipfel der Kleinen Salve (1565 m) erschließt.

Wo bis vor Kurzem noch eine urige Berghütte stand, freuen sich Urlauber jetzt über ein exklusives Restaurant mit 4-Sterne-Hotel.

Die Berghütte glänzt seit Winter 2020/21 in komplett neuem Look. Modern, behaglich und mit gelebter Tradition ist sie ein Wohlfühlplatz für Einkehrer und Übernachtungsgäste.

Wer hier Urlaub machen möchte: Die Anreise ist mittlerweile ganz einfach, denn die neue Salvista 10er- Gondelbahn transportiert Gäste plus Gepäck von Itter aus schwebend nach oben – mit bodentiefen Fenstern und angenehm beheizten Sitzen.

„Das war nicht immer so“, weiß Managerin Marion Hölzl und blickt auf die Geschichte zurück. Als ihre Familie 1909 den Kaufvertrag unterschrieb und die Jagdhütte der Familie Kraft – daher der Name – in eine Almwirtschaft mit Übernachtungsmöglichkeiten verwandelte, war der Aufstieg viel beschwerlicher. Denn das ging nur zu Fuß.

Erst kamen die Urlauber zur Sommerfrische, bald entdeckten sie auch den Winter für sich. Mit dem kleinen Lift vor der Almtür übten damals die Skifahrer ihre Schwünge. Die KRAFTalm liegt nun an der Mittelstation, es geht also noch weiter nach oben.
Was trotz Modernisierung geblieben ist:

Die leckere Tiroler Küche nach Oma Gretis Rezepten, geführt von Küchenchefin Evelyn Hölzl. Omi’s Erdäpfel-Topfenbladl und der legendärem legendären „Kasfleischkas“ sind die Klassiker und machten Appetit auf mehr.

Auch der Kaiserschmarren hat hier Tradition: Zwar wird er in einer modernen, offenen Küche zubereitet, das Rezept jedoch ist mehrere Generationen alt. Und der Rundum-Blick über die Kitzbüheler Alpen begeistert ohnehin seit jeher.

Den Aperitivo und das Dinner am Abend geniesse ich im Resort.

Restaurant „Zeitlos“

Am nächsten Tag warten Monika Pirchmoser und Tamara Lerchner im Restaurant „Zeitlos“ in Hopfgarten auf uns. Sie überraschen mit feiner regionaler Kulinarik und lokalen Traditionen.
Das liebevoll gestaltete Restaurant, das in uralten Mauern aus dem 16. Jahrhundert wohnt, bietet die perfekte Kulisse.
Es gab Reh Bolognese, für mich zum ersten Mal. Fantastisch. Dazu Domain Wachau Wein, das perfekte Paar.

Zum süßen Finale, ein spezieller Kaiserschmarrn mit aufgeschäumten Eischnee. der für die luftige Lockerheit verantwortlich ist.

Besonders an Tamara Lerchners Rezept ist, dass sie zuerst den Teig aus Mehl, Eigelb, Zucker und Butter in den Backofen gibt, ihn zwischendurch mit Zucker bestäubt, damit er schön karamellisiert und kross wird, und ihn erst dann in der Pfanne anbrät.

Währenddessen erzählt sie Legenden rund um den Kaiserschmarrn und seinen Ursprung.

Die Kunst, mit der Tamara diesen in der Küche zauberte, gefiel mir sehr. Ich schlage den Schaum und will es ihr gleichtun. Das bin ich dem Zeitlos und den beiden Damen schuldig.

Wunderbar.

Das süße Finale bleibt in Erinnerung und wurde bereits daheim wiederholt.

Ein schöner Ausklang.

Feines Essen und schöne Weine gehören in den Kitzbüheler Alpen einfach dazu.

Das Bestehen einer Ferienregion und auch seiner Hotels wird oft im Service entschieden. Hier überzeugen beide vollendens. Das Personal ist überall perfekt geschult, äußerst aufmerksam und angenehm zuvorkommend.

Fazit: Sport, Bergluft und Aromen machen süchtig.

Ich freue mich auf die Wiederkehr.

Text:
Jens Hoffmann

Fotos:
Matthias Dikert

Hotel:
Sportresort Hohe Salve
https://www.hohesalve.at

Die Pressereise wurde unterstützt von der Kitzbüheler Alpen Marketing GmbH,
Dorfstraße 11, A-6365 Kirchberg in Tirol, Tel.: +43 57507, www.kitzalps.com, info@kitzalps.com