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Reise zum Nachbarn

Mancher fährt geschäftlich dorthin, Einkauftouren sind beliebt, andere reisen zur Erholung oder einfach „in die alte deutsche Heimat“. Unser Nachbarland ist vielerlei Reisen wert: „Das Land zwischen der Weichsel wird gern bebucht“. Polen ist seit 2004 EU-Mitglied.

Blick auf Alleinstein.

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Offeriert werden Ferien an der Ostsee und in den Masuren, Reisen in geschichtsträchtige Destinationen und zu charmanten Menschen: Kolberg, mit seinem feinen Ostsee-Sandstrand, ist ein beliebtes Ziel. Hier kämpfte Nettelbeck gegen Napoleon, Könige und Kaiser hielten sich in der Stadt auf oder fuhren einfach nur durch. Im alten Glanz erstrahlt das neugotische Rathaus, von Karl Friedrich Schinkel entworfen. Sehenswert ist der fünfschiffige Mariendom. Rund 500 Meter vom historischen Leuchtturm entfernt, im Stadtzentrum, steht das Hotel „New Skanpol“, ul. Dworcowa 10, 78-100 Kolobrzeg; Fax 0048 – 94 – 35 244 78. Das gestylte Haus bietet Heilbehandlungen und Kuren.

Hansestadt Danzig

Von Kolberg geht es weiter nach Stolp – Slupsk, mit seinem roten Rathaus. Im Restaurant „Pod Kluka“, ul. Kaszubska 22, werden gern Gäste aus Deutschland begrüßt. Kaschubische Spezialitäten stehen auf der Menükarte. Das Haus gehört Anna und Mariusz Stachyra, die gern „noch mehr Reisende aus Deutschland bewirten möchten.“ Die Einkehr lohnt, das Essen schmeckt und ein Bier kostet 1 Euro. Hier beginnt übrigens die „Kaschubische Schweiz“, der heute wohl „bekannteste“ Bürger ist der Schriftsteller Günter Grass.
Besuchenswert sind die Städte Gdynia, Sopot oder Danzig und nicht nur Shopping sollte hier eingeplant werden. Viele Restaurants und elegante Gourmettempel laden ein. Auf alle Fälle könnte ein kräftiger Schluck „Danziger Goldwasser“ – ein Likör mit Gold – probiert werden. Eine kostenlose Gelegenheit dazu bietet sich in Danzig im Haus Lange Brücke 1 im „Silber & Juwelier“ Geschäft. Hier wird Bernsteinschleifen demonstriert und das edle Naturprodukt kann, mit „Echtheitszertifikat“ versehen, erworben werden.

In der Altstadt von Danzig.

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Durch Ostpreußen

Die Weichsel, Polens großer Fluss, trennt das Land in eine westliche (Pommern) und eine östliche (Masuren) Hälfte. Die Reise führt über diesen Strom nach Allenstein, mit seiner imposanten Ordensburg. Zur Besichtigung sollte man Zeit einplanen, es gibt viel zu sehen und in den Masuren sind prima Ferien möglich: Wandern, Reiten oder Erholung pur. Zwischen Lötzen und Sensburg verkehren Schiffe der Weißen Flotte und dies ist ein geruhsamer Trip durch die schöne Ostpreußische Seenlandschaft.
Schlechtes Wetter? Kein Problem! In Allenstein wird auf einem Bauernhof eine zünftige „Bauernhochzeit“ geboten. Eingeleitet mit Reiterspielen – ein „Brautpaar“ findet sich bestimmt unter den Gästen – wird bei Bier und Met mächtig gefeiert.

Eine zünftige „Bauernhochzeit“ mit Touristen gehört in Allenstein zum Programm.

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Die Besichtigung der Barocken Wallfahrtskirche „Heilige Linde“ in Nikolaiken ist ein Muss. Pfarrer Franz Kurskowski erläutert Details und lädt zum Orgelkonzert.
Aber auch finstere deutsche Vergangenheit ist zu besichtigen: Im Dorf Görlitz bei Rastenburg steht die Wolfschanze. Das 1940 erbaute Führerhauptquartier von Adolf Hitler wirkt noch immer gespenstisch, so wie der Spuk des Dritten Reiches. Jaroslaw Zarzecki hat über die Wolfschanze mehrere Bücher geschrieben und führt selbst, detailliert erklärend, durch eine dunkle Vergangenheit. Doch auch Optimismus kommt auf: In der „Lagebaracke“ verübte am 20. Juli 1944 Graf Stauffenberg das Attentat auf Hitler und setzte ein relevantes Zeichen zum Widerstand.
Deutschlands Nachbarland ist ein gutes Reiseziel. Diverse Hotels bitten zur Nacht, bewachte Parkplätze sind vorhanden und in den Küchen wird solide Hausmannskost geboten. Benötigt wird ein gültiger Reisepass. Reisen nach Polen sind immer empfohlen.


Weitere Informationen:
Polnisches Fremdenverkehrsamt
Kurfürstendamm 71
10709 Berlin
Tel.: 030 21 00 92-0
Fax: 030 21 00 92-14


Buchtipp
„Masuren entdecken – Streifzüge durchs Land der Seen und Wälder“
ISBN 3-928409-61-1, 13 Euro


Unser Redakteur Gerald H. Ueberscher (E-Mail: ueberscher-redaktion@t-online.de)