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Eine Stadt in Ostpreußen

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Das alte Königsberg ist mit Kaliningrad nicht vergleichbar, nur wenig erinnert an die deutsche Vergangenheit. Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte entwickelte sich Königsberg zu einer bedeutenden Stadt und war seit 1457 Hochmeistersitz des Deutschen Ordens, 1701 sogar Hauptstadt des Königreichs Preußen – deren erster König Friedrich I. setzte sich am 18. Januar im Schloss die Krone aufs Haupt. Immanuel Kant, Simon Dach, Forscher und Künstler prägten Königsberg.



Mitten im ehemaligen Ostpreußen, eine Grenze …

… hier beginnt der Oblast Kaliningrad. Mamonovo-Heiligenbeil: „Kaliningrader Oblast“. Eine Enklave, 650 km von Russland entfernt

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Alles Vergangenheit: Seit 1946 trägt die Stadt den Namen Kaliningrad. Kalinin war engster Mitstreiter Stalins. Mit seiner Unterschrift als Staatspräsident der Sowjetunion besiegelte er die Einrichtung von GULAGs, seinen Namen trägt der Erlass der die Russlanddeutschen nach Sibirien verbannte und noch immer steht sein Denkmal vor dem Hauptbahnhof. Erst 1991 öffnete sich der „Oblast Kaliningrad“ – eine ehemals „Verbotene Militärzone“ – den Touristen. Reisende können hier wohlfeil leben. Die Menschen sind freundlich, oft wird deutsch gesprochen. Hotels wie das „Kaliningrad“, „Baltic“ oder „Tschaika“ – hier kostet einDOPPELZIMMER 60 Euro, laden ein. Selbst mitten im Wald, am Straßenrand oder an der Bernstein-Ostseeküste wurden neue Hotels und Restaurants eröffnet. Die Küche bietet russische Hausmannskost.

Das „Haus der Sowjets“ ist eine Investruine – hier stand früher das Schloss

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Königsberg Hauptbahnhof – Züge fahren auch nach Berlin

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Der Dom zu Königsberg

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Jeder Besucher aus Deutschland – und das sind über 90 Prozent aller Touristen – ist hier auf der Suche, nach den Wurzeln seiner Vergangenheit, nach der Kindheit, dem Elternhaus: „Hier bin ich geboren. Das war meine Schule. Dies war unser Geschäft“. Oft ist die Enttäuschung groß, fast alles hat sich verändert.
Im „Bunker-Museum 1945“, der letzten Festung von General Otto Lasch, kann der Untergang Königsbergs nachvollzogen werden. Was stehen blieb zerfiel: Kirchen, Friedhöfe oder wurde gesprengt, wie das Schloss. Seit Jahren thront auf dem Schlossplatz ein nie fertig gestellter Bau „Haus der Sowjets“.

Pillau, mit dem Schinkel – Leuchtturm und neuem „Peter I“ Denkmal

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Hier stand früher Nemmersdorf

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Das Bundesland Brandenburg unterhält aus Tradition und wirtschaftlichen Erwägungen solide Beziehungen. „Reserven liegen in der Zusammenarbeit mit diesem ostdeutschen Bundesland“, meinen verantwortliche in Kaliningrad. Erste Beziehungen zwischen Hohenzollern und Moskau wurden bereits 1517 von Großfürst Wassili und Hochmeister Albrecht geknüpft. Im Sommer 1697 unterschrieben Kurfürst Friedrich III. (späterer König Friedrich I.) und der russische Zar Peter I. in Königsberg den „Brandenburgisch-russischen Freundschaftsvertrag“.
Rückgrat der Metropole am Pregel und dies zu allen Zeiten, war der Handel. Auch die „heutige Zukunft liegt im Ost-West-Handel“, so der Gouverneur. „Neuerdings kommen Manager und Wirtschaftsexperten.“ Eine Enklave – in der neuen EU.

Olga meint, …

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… „dies ist ein gutes Mitbringsel:“

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Individualreisen, auch mit PKW, sind möglich und jeder kann sich frei bewegen, es wird ein Visum benötigt. Eingeengt wird in Pillau, am „Schlagbaum 672“ geht die Reise nur mit „Propus“ weiter, der aber für 10 Euro erhältlich ist. Über 1.000 Reisebusse rollen jährlich nach Königsberg und Fahrten im Schlafwagen sind möglich. Man sollte bei einem Reiseveranstalter buchen.


Informationen:
Olympia Reisen GmbH
Wilhelmstraße 94
10117 Berlin
Tel.: 030 22 67 040
Fax: 030 22 900 73


Buchtipp
„DUMONT – Litauen und Königsberg“
„300 Jahre brandenburgisch-russisischer Freundschaftsvertrag“, Bezug über: Staatskanzlei Brandenburg, H. Mann Allee 107, 14473 Potsdam.


Unser Redakteur Gerald H. Ueberscher (E-Mail: ueberscher-redaktion@t-online.de) besuchte für ReiseGala.de Königsberg.