Am Eisernen Tor

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Am Eisernen Tor

Immer häufiger sind auf den Strassen Fahrzeuge mit dem Länderkennzeichen „SCG“ zu sehen. Diese Autos kommen aus Serbien und dem Teilstaat Montenegro. Montenegro mit seinen Adriaständen boomt. Doch auch Serbien kann unkompliziert besucht werden. Ein Visum ist nicht erforderlich, nur ein gültiger Reisepass wird benötigt.
Im aktuellen Angebot sind Flug- und Busreisen. Eine Tour im eigenen Pkw ist lohnenswert. Via Österreich über Slowenien und Kroatien oder über Ungarn nach Belgrad, mit dem Reiseziel: Eisernes Tor, eine optisch sehr schöne Landschaft.

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Das Eiserne Tor ist eine interessante Reiseregion an der Donau, etwa 150 km von Belgrad entfernt und liegt im Nationalpark Djerdap, direkt an der Grenze zu Rumänien.
Hier kann eine sehr schöne Landschaft besucht und über 8. 000 Jahre Geschichte der Menschheit nachvollzogen werden.
Das „Eiserne Tor“ – „Djerdap“ serbisch oder rumänisch „Portile de Fier“, war von Alters her ein bekannter und von den Schiffern gefürchteter Durchbruch der Donau in den Südkarpaten. Bereits den Griechen bereitete diese „Enge“ ein Durchkommen mit Schiffen große Probleme.
Im Jahre 102 ließ Kaiser Trajan eine Strasse und eine Steinbrücke bauen – daran erinnert die „Tabula Trajana“ bei Kladovo. Auch in den späteren Jahren bereitete diese sagenumwobene Region der Donauschifffahrt jegliche Probleme, bis in die Neuzeit. 1971 wurde ein Kraftwerk errichtet.
Das Stauwerk „Eisernes Tor I“ ist eine Staumauer von etwa 1. 000 Meter Länge und 58 Meter Höhe. An beiden Donaufern wurden Schleusen für die Schiffe integriert und zwei Kraftwerke erzeugen Strom. Direkt über den Staudamm führt eine Strasse von etwa 1. 500 Metern, die bildet den Grenzübergang nach Rumänien und deren Passage führt quasi durchs „Niemandsland“.

Nach der Fertigstellung des Staudammes entstand ein neuer See von 120 km Länge, mitten in der Donau. Der Bau war damals ein Eingriff in die Natur, verbesserte aber die Schifffahrt, die Infrastruktur und Strom wird erzeugt. So manches Dorf und auch Stadt, wie Orsova, fielen den Fluten zum Opfer, wurden verlegt oder an anderer Stelle neu bebaut.
Der nun um 30 Meter erhöhte Wasserspiegel ist heute ein Paradies für Vögel und Treffpunkt so manches Anglers. Eng zusammen liegen die breiteste Stelle, mit zwei Kilometern und die engste Stelle mit rund 140 Metern. Heute ist die Donau-Schifffahrt problemlos möglich und im Sommer durchqueren zahlreiche „Kreuzfahrer“ diese optisch sehr schöne Landschaft.

Während der Erschließungsarbeiten zum Bau des Wasserkraftwerkes Eisernes Tor I untersuchten seit 1965 Archäologen und Wissenschaftler dieses geschichtsträchtige Donauufer. Unter der Leitung von Prof. Dr. Srejovic fand man in der „Djerdap-Schlucht“ am Eisernen Tor „Lepenski Vir“. Dies ist eine steinzeitliche Siedlung, angelegt von Fischern, Jägern und Sammlern, vor 8.000 Jahren und wird als „die älteste Siedlung“ überhaupt bezeichnet. Die einzigartigen, bis zu 50 cm hohen Steinskulpturen, die an Fische erinnern, können vor Ort oder im Belgrader Nationalmuseum besichtigt werden.
Die besondere Bedeutung der „Lepenski Vir“ Kultur liegt darin, dass ihre Bewohner die bis heute älteste bekannteste und sesshafteste Konzentration von Ackerbauern und Viehhirten in Europa waren.
Mit Beginn der Donau-Stauung, vor allem zum Erhalt und Schutz, wurde die gesamte Anlage damals höher angesiedelt und ein Museum eröffnet. Unter einem Dach kann alles besichtigt werden. Diese Museums-Anlage hat täglich geöffnet, ist besuchenswert und sehr lehrreich zugleich.

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Attraktiv und voller Geschichte



Die Burg Golubac oder Taubersburg ist ebenso imposant wie attraktiv.
Diese Festung stand am Eingang zum Eisernen Tor und galt lange Zeit als uneinnehmbar. Nach der serbischen Niederlage in der Schlacht auf dem Amselfeld ging diese Wehrburg für Serbien verloren, wurde 1391 von den Türken eingenommen und bildete für das Osmanische Reich ab 1459 den Ausgangspunkt für diverse Angriffe auf Ungarn und Wien. 1521 wurde Belgrad erobert.

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Mit Errichtung der Staumauer und Anhebung des Wasserspiegels im Jahre 1971 verlor diese Burg ihren „optisch“ thronenden Anblick hoch oben über der Donau. Seitdem steht diese Burganlage direkt am Wasser: wie eine Wasserburg. Dennoch bietet sie noch immer einen schönen Anblick und ist ein begehrtes Fotomotiv: allerdings nur wenn das Wetter mitspielt.

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An der schönen Blauen Donau! – Auch bei Schlechtwetter



An – Reiseroute

Mit dem Auto – ab Belgrad auf der Autobahn E 75 in Richtung Nis bis zur Abfahrt Pozarevac und von hier weiter bis Gradiste. Auf der Landstrasse 25 geht es immer an der Donau entlang, bis Kladowo. Im Ort Sip besteht die Möglichkeit über den Staudamm nach Rumänien zu fahren. Von hier sind es über Orsova rund 25 km bis nach Bad Herkules – Baile Herculane, ein kleiner Kurort mit Schwefelquellen und diversen Hotels.
Oder: Von Orsova – auf rumänischer Seite über Moldova Nova die linke Donauseite erkunden. Stromaufwärts. Auf beiden Seiten wären dies etwa je 150 km.

Diese Strasse, auf beiden Seiten der Donau, ist gut ausgebaut. Hotels und Restaurants am Wegesrand laden zum Verweilen und zwei Tage sollten eingeplant werden. Auf dem Gelände der Grenzkontrollstellen locken auf beiden Seiten, diverse „Duty Free“ Läden zum preiswerten Shopping. Noch ist dies hier möglich, da beide Länder nicht EU-Mitglied sind.

Das Hotel „Lepenski Vir“ liegt oberhalb der Donau im Ort Donji Milanovic. Von hier bietet sich ein herrlicher Blick auf das Eiserne Tor mit seiner schönen Landschaft. Dieses Hotel ist recht passabel und wohl das Beste in der Region „Eisernes Tor“. Vom Hotelzimmer oder aus dem Restaurant, bietet sich ebenfalls ein schöner Blick auf die Donau. Das Restaurant offeriert typisch rustikale serbische Küche. Sauna, Wellness, Seminarräume und diverse Extras bereichern den Aufenthalt. Parkplätze sind vorhanden, auch für Reisebusse. Eine Übernachtung kostet im Doppelzimmer für zwei Personen und mit Frühstück 45 Euro.Der Ort selbst wurde erst nach 1971 erbaut.

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Blick auf die Donau: „Drüben liegt Rumänien!“

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„Wir haben immer ein Zimmer frei. Herzlich Willkommen im Hotel „Lepenski Vir“, grüßt Hoteldirektor Stojan Petrow anreisende Gäste.

Kladovo liegt unmittelbar an der Staumauer. Bis zum Grenzübergang sind es nur ein paar Meter. Preiswert ist eine Übernachtung im dortigen Hotel „Derdap“.
Ein besonders schöner Blick bietet sich aus den Hotelzimmern ganz oben: Alle Schiffe auf der Donau können beobachtet werden, auch wie sie sich in die Schleuse hinein manövrieren.

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„Ein Doppelzimmer mit Blick auf die Donau kostet 35 Euro“, informiert Slobodan Andrie im Hotel „Derdap“.

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Über die Donau, von Serbien nach Rumänien. Ein gültiger Reisepass wird benötigt und die „Grüne Karte“ der Auto-Versicherung. Ein Liter Diesel kostet in Serbien 0,67 Euro und in Rumänien 0.72 Euro.

Belgrad, die Hauptstadt Serbiens, ist eine quirlige Metropole, zwischen Save und Donau, mit seiner Festung Kalemeghan, die vor allem Fotografen anlockt. Unter den Römern hieß die Stadt Alba Graeca. Der Name Belgrad heißt „weiße Stadt“.
Heute kommen wieder Besucher: Das Gros ausländischer Besucher stellen mit 80 Prozent Geschäftsreisende, aber auch Flusskreuzfahrtschiffe ankern.
Die zerstörten Donaubrücken in Novi Sad sind neu aufgebaut und in Belgrad geht es wieder aufwärts, dynamische Junge Menschen sind anzutreffen. Diskotheken und Klubs sind voller Leben. Vor allem die City und die Altstadt sind besuchenswert.
Allerdings sind noch immer die Wunden der NATO Angriffe sichtbar.
1999 wurde Seitens der USA und NATO ein Krieg gegen Serbien geführt, Belgrad wurde angegriffen. Diese schlimmen Zerstörungen – die harmlos als „chirurgische Eingriffe“ bezeichnet wurden – sind noch immer optisch sichtbar. Einzelne, von Raketen getroffene Häuser, oft Verwaltungsgebäude, sind zu sehen. Dies wirkt „gespenstig“, auf den Betrachter.
Der Schutt wurde zwar weggeräumt, manche der Häuser abgesperrt, aber wer soll den neuen Neu-Aufbau bezahlen.

Stippvisite:

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Belgrad!



Geschäfte, mit internationalen Angeboten, laden zum Shopping und die Strassen sind voll mit Menschen.

Zahlreiche (auch preiswerte) Restaurants locken in der Fußgängerzone der Innenstadt.

Die „besseren“ Hotels in Belgrad bieten nicht unbedingt allen Komfort, haben aber alle „gepfefferte Preise“, so um die 200 – 250 Euro pro Nacht.
Preiswerter – allerdings nicht mit super Komfort – ist das „Palace“. www.palacehotel.co.yu . Hier kostet eine Übernachtung im Doppelzimmer für zwei Personen 72 Euro mit Frühstück. Das Hotel verfügt über ein Parkhaus und sollte genutzt werden. Parkplätze sind rar.

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Beim Parken immer am Automaten eine Parkkarte ziehen oder in ein Parkhaus fahren.

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Banken oder Wechselstuben tauschen Euro in Dinar, ein Umtausch in Deutschland ist nicht möglich. Hotels sowie zahlreiche Geschäfte nehmen Euro in Zahlung.
Umtauschkurs: Derzeit gibt es für 1 Euro 78 Dinar.

Anreise

Mit dem Auto reist man von Deutschland durch
Österreich via Salzburg – Villach. Kosten: 17 Euro Maut – Tunnelgebühren. Weiter durch
Slowenien, rund 180 Km. Hier wird eine Maut von 3, 50 Euro fällig sowie 6, 50 Euro für die Fahrt durch den Karawanken Tunnel. Weitere 300 km geht es durch
Kroatien und dies kostet etwa 15 Euro Maut. Vom Grenzübergang
Serbien bis nach Belgrad und zum Eisernen Tor sind es 400 km. Auf der serbischen Autobahn werden 10 Euro Maut fällig.
Die Fahrt erfolgt auf der Autobahn und jedes Land verfügt über ausreichend Tankstellen, mit breit gefächerten Sortimenten. Raststätten locken mit landestypischen Restaurants und Motels zur Übernachtung.
Bei einer Anreise über
Ungarn – Slowakei – Tschechien wird ebenfalls eine Maut – in Form einer Vignette – fällig und die können jeweils an der Grenze erworben werden. Rumänien verlangt keine Maut.


Informationen:

TOS – Touristische Organisation Serbien
Decanska 8
SCG 11000 Belgrad.

Hotel „Lepenski Vir“
SCG 19220 Donja Milanovac


Buchtipp

„Auf der Donau durch Serbien“ lautet der Titel einer aktuellen Broschüre, die auch in deutscher Sprache erhältlich ist. Wissenswertes und interessantes wird vorgestellt. Das Heft ist kostenfrei und kann unterntos@yubc.net bestellt werden.

Der Autoatlas „Srbija i Crna Gora“ ist nur vor Ort erhältlich, dies ist eine detailgetreue Straßenkarte des Landes mit einem Stadtplan von Belgrad. 

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o oder so: einen klaren Kopf behalten: „Unsere Produktpalette ist breit“, informiert Zivojin Cvetkovic, Firma Porecje.

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„Wenn Sie Wirtschaftskontakte nach Serbien suchen, sollten Sie mich kontaktieren“, meint Branko Radulovic, Präsident Serbischer Unternehmerverband in Deutschland.
Serbien offeriert eine breit gefächerte Produktpalette – Waren jeglicher Art und ist offen für jegliche Kontakte.

SVD – Serbischer Unternehmerverband in Deutschland.
Präsident Branko Radulovic
Schlüterstrasse 4, 10625 Berlin.
Tel.: 030 – 43 727 862
Fax: 030 – 43 727 863
E-Mail: itc-tradecenter@web.de


Unser Redakteur Gerald H. Ueberscher (E-Mail: ueberscher-redaktion@t-online.de) besuchte Serbien.