image_print

Kulturhauptstadt Europas 2013

Die diesjährige Kulturhauptstadt Europas liegt fast am Ende der Slowakei. Ein paar Steinwürfe weiter grenzt die Ukraine an, Ungarn im Süden ist noch viel näher. Eishockey-Kennern sagt die Stadt etwas: Der HC Košice hat den treuesten Anhang der Slowakei und ist mehrmals Meister geworden. Die Stadt war auch Gastgeber der 2011er WM. Der Name des Stadions „Steelarena“ weist indirekt auf das Herzstück der Stadt: Stahl. Košice wurde zu sozialistischen Zeiten zu einer großen Produktionsstätte aufgebaut. 

Kultur und Kulturhauptstadt
Vojtech Löffler war der bedeutendste Bildhauer der Stadt. Er war Autodidakt und hat der Stadt sein Erbe hinterlassen. So entstand das Museum in seinem alten Haus. Es umfasst nicht nur sein eigenes Werk sondern auch seine Sammlung. Es ist die bedeutendste Sammlung slowakischer zeitgenössischer Künstler. Gerade in den 20er und 30er Jahren war die Stadt ein Sammelbecken der Avantgarde und viele gehörten davon zu seinem Freundeskreis. Neben der ständigen Ausstellung, hat das Museum auch wechselnde mit jungen zeitgenössischen Künstlern.
Sándor Márai ist ebenfalls ein bedeutender Mann: der größte Schriftsteller, den die Stadt hervorgebracht hat. Kein Slowake, Ungar. Und er fühlte sich immer als solcher. In Kaschau (Košice) geboren, verbrachte er den größten Teil seiner kreativen Schaffenszeit in Budapest. Er lebte vor dem zweiten Weltkrieg aber auch in Deutschland und Frankreich. Danach wanderte er in die USA aus. Seine Werke standen im sozialistischen Ungarn auf der schwarzen Liste. Und er selber verfügte, dass solange ein russischer Militärstiefel auf ungarischem Boden steht, keines seiner Bücher veröffentlicht werden dürfe. Er zählt heutzutage zu den zehn am meisten übersetzten Schriftstellern der Welt. 

_1359913314

Aus einer alten Kaserne wurde der Kulturpark. Das Herzzentrum der Kulturhauptstadt. Hier dominiert ein Mix aus Konzerten, Workshops, Vorträgen, Ausstellungen und Vorführungen. Er soll in erster Linie der jungen, aufstrebenden Kunstszene zu einem Podium verhelfen aber auch andere „Anbieter“ wie Bürgerinnitiativen und Firmen einbinden. Und letztlich gastieren hier auch internationale Produktionen. Also ein Multi-Genre-Ort, der in dieser Art der Stadt seit langem gefehlt hat. 
Und so wie die alte Kasernenanlage umgenutzt wurde, sind viele alte Gebäude für Kunstprojekte auserkoren worden. Für Galerien, Ateliers, quasi als „Brüter“ des Nachwuchses, die der örtlichen Kunstuniversität entstammen. Allerdings werden etablierte Künstler dabei nicht unbeachtet gelassen. Das Kulturministerium hat 20 Investitionsprojekte ausgewählt. Das Motto lautet: „Die Entwicklung von Gebäuden ist wichtig, wichtiger ist jedoch das Denken der Leute zu entwickeln.“ Dazu gehört es, Sichtweisen zu erweitern und so gibt es auch zwei internationale Projekte. Eines soll ausländische Künstler nach Košice locken, damit sie hier für ein paar Monate arbeiten können und so neue Sichtweisen hereinbringen und das andere will einheimische Künstler in die Welt hinausschicken, damit sie neue Inspirationen aufschnappen, neue Ideen entwickeln und zurückbringen. 
Heutzutage sieht es so aus, das der überwiegende Teil der Gäste dem Business geschuldet ist. Die Vision der Zukunft sieht aus, das die Gäste hauptsächlich wegen der Kultur nach Košice strömen. Das ist nicht einfach und der Titel der Kulturhauptstadt nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Da es für den Titel kaum Mittel gibt, müssen diese aus dem staatlichen und regionalen Haushalt aufgebracht werden, so dass eine Anschlussfinanzierung auch darüber gestemmt werden muss und eine interne Interessenabwägung dies leichter erscheinen lässt. Aber die Verantwortlichen sagen auch: „Man darf keine Wunder erwarten und der Weg ist lang. Die alte Pracht kann nicht in wenigen Monaten hergestellt werden, wenn jahrzehntelang die Substanz vernachlässigt wurde.“ Und so sieht sich Košice/Kaschau in erster Linie in einer Nische angesiedelt, da man sich bewusst ist, mit den Klassikern nicht mithalten zu können. 
Fast schon ein Klassiker im jährlichen Kulturleben ist „Biela Noc“ – weiße Nacht.

_1359918133

Licht- und visuelle Installationen lassen die Nacht zum Tage werden und laden zum Mitmachen ein. Viele der gezeigten Kunstprojekte sind allerdings sehr avantgardistisch, die Veranstaltung Tummelplatz für junge Künstler kaum der Uni entwachsen. Ein Mix aus nationalen und internationalen. Als Event nimmt die einheimische Bevölkerung dies mit, doch viele verstehen es nicht und wollen es auch nicht. Und so bleibt Biela Noc immer auch ein Spannungsfeld von Kunst und Kommerz. Termin steht immer fest: Samstag, erstes Oktoberwochenende. Am Sonntag folgt immer der Friedensmarathon.

_1359918171

Unter anderem Namen ins Leben gerufen, ist es der älteste Marathonlauf des europäischen Kontinents. 

Essen
Was ist typisch slowakisch? Die Frage ist berechtigt, denn die Slowaken waren jahrhundertelang nicht eigenständig und haben viel von außen übernommen. Das gilt in allen Lebensbereichen, auch beim Essen. Auf jeden Fall gehört eine Suppe dazu, sonst ist das Essen nicht vollständig. Typischerweise Knoblauchsuppe oder Krautsuppe. Es gibt eigenen Käse und vor allem Brimsen (eine slawische Frischkäseart ähnlich wie körniger Quark) – als Piroggen oder Nockerln -, dazu Kraut und Fleisch. 

Was braucht man für Nockerln?
Kartoffeln, Mehl, Salz, Brimsen, Speck
Kartoffeln reiben, mit Mehl und Salz verrühren und durch ein sehr grobes Sieb in kochendes Wasser rühren.
Umrühren, damit die Nockerln nicht verkleben, dabei Speck braten. Wenn die Nockerln oben schwimmen, Wasser
abgießen, die Nockerln mit Brimsen verrühren, den Speck zugeben und sofort servieren.
Andere Variante, Statt Brimsen gebratenes Sauerkraut verwenden und saure sahne dazu unterrühren.
Guten Appetit!


Generell ist zu sagen, die Küche ist eher deftig. 
Ansonsten haben die großen Nachbarn Ungarn und Tschechei ihre Spuren hinterlassen und Vorlieben geprägt. Und neuerdings auch die leichte mediterrane Küche. 

_1359918373

Viele gute Restaurants sind in den vielen kleinen Hotels angesiedelt. Einige davon mit wirklich außergewöhnlichem Flair oder kurios erscheinend. Zu nennen wären Hotel Diplomat Restaurant, Allegro (Hotel Bristol), Golden Royal, Yasmin Café, Rosto Steak House, Villa Regia oder das Med Malina. Letzteres ist ein sehr gerne besuchtes kleines, fast privat erscheinendes Restaurantchen, in dem ein reges Kommen und Gehen herrscht. Nicht einfach, hier ein Plätzchen zu finden, wenn gerade Mittagszeit ist. Viele Angestellte, die in der Altstadt arbeiten, gehen hier essen – polnische Küche. Das Golden Royal ist der überraschendste Ort. Von außen würde man es nicht erwarten. Man muss übrigens Klingeln, um eingelassen zu werden. Und die Villa Regia ist urgemütlich im rustikalen Stil, während das Yasmin 60er-Chick bemüht.
Und natürlich wäre Bier zu nennen. Das ist für Westeuropäische Verhältnisse recht billig, selbst in der Gastronomie. Obwohl es einem Schock gleichkam, das die Preise zur Eishockey-WM 2011 deutlich erhöht und danach nicht mehr herabgesetzt wurden. Unsere Favoriten: Šariš und Zlatý Bažant. Vor allem die dunkle Variante. Auf die Bezeichnung „tmavy“ achten.

Stadtarchitektur
Košice wirbt mit der Musikfontäne. In der Achse Theater-Dom liegt ein kleiner Park, in dem diese untergebracht ist. Aus Lautsprechern erschallt Musik und die Wasserspiele sind darauf abgestimmt. Ein beliebtes Ziel für Einheimische und Touristen. Ruhe, Entspannung das Spiel des Wassers … Und gerade im Sommer wegen der Hitze ein kühler, schattiger Ort mitten im Zentrum. Eine ureigene Erfindung ist es jedoch nicht. Seinerzeit fuhr der Bürgermeister nach Leningrad und sah die dortige Musikfontäne. Er war begeistert und wollte so etwas auch in seiner Stadt. Und so schlängelt sich das Wasser im Takt der Musik seit 1979 in Košice.
Der Dom ist die am östlichsten gelegene Kathedrale gotischer Art und der heiligen Elizabeth gewidmet. 

_1359914119

Sie entstammte ja einer ungarischen Adelsfamilie und die Region gehörte zu Ungarn. In der Tat wurde Elizabeth in der Nähe von Kaschau geboren und gilt daher als Lieblings-Heilige der Slowaken. Schon die erste Kirche an dieser Stelle war ihr geweiht. Noch einige Jahrzehnte vor dem großen Stadtbrand brannte diese erste Kirche ab. Drei Generationen bauten dann an der neuen. Das heutige Kathedralen-Erscheinungsbild ist allerdings recht jung. Im 19. Jahrhundert wurde begonnen, von drei Schiffe auf fünf umzubauen. Mit Papst Johannes Paul II. wurde sie Erzbischofssitz. Und sie besitzt eine gotische Doppelwendeltreppe in die Königsloge. Eine sehr seltene Bauweise in ganz Europa, von der es nur fünf andere gibt. 
Die Altstadt gilt als ein Bezirk und hat rund 5.000 Einwohner. 

_1359913422

Die größte Plattensiedlung am Hang hat hingegen 80.000 Bewohner. Es zeigt, dass die City sehr überschaubar ist. Alles drängt sich entlang der Hauptstraße. Viele alte Prunkgebäude waren Militärsitze. Heute genutzt für Verwaltung oder Museen. Und was nicht dem Militär gehörte, gehörte den ungarischen Adligen, die hier ihre repräsentativen Palais hatten bzw. der Kirche als Bischofssitz. Durch den großen Stadtbrand von 1556 gibt es fast nur Gebäude von nach dieser Zeit. Ein einziges Haus hat den Stadtbrand überlebt. Bei dem Brand sind auch die Turmglocken runtergekommen und zerplatzt. Man fertigte neue Glocken und stellte danach fest, dass sie zu groß waren. Deswegen wurde ein eigenes Glockenhaus neben dem Dom gebaut – Schildbürger gab es überall! Heute ist hier das Wachsfiguren-Museum untergebracht. 

Geschichtliches
Ursprünglich war die Stadt auf einer Insel gelegen. Im 19. Jahrhundert sind die Flussläufe trocken gelegt worden und die alten Stadtmauern wurden geschliffen, damit man die Stadt vergrößern konnte. In der Nähe sind auch Reste einer Burganlage aus dem 12. Jahrhundert gefunden worden. Neueste Untersuchungen zeigen, dass die Burg nicht zerstört sondern niemals fertig gestellt wurde. Die Tataren-Einfälle kamen dazwischen und nach deren Vertreibung bzw. Abzug wurden die Bauarbeiten nicht wieder aufgenommen. Es sollte mal eine riesige Anlage werden, ähnlich der Zipser Burg. Das wäre auch kein Wunder gewesen, denn im Mittelalter war Košice die zweitgrößte Stadt Ungarns. Wichtige Handelswege kreuzten sich hier. Aber erst in den 1960er Jahren wurde die Metallstadt geprägt: 20.000 Metallarbeiter wurden in neuen Siedlungen untergebracht. Das zog massive Plattenbauprojekte nach sich. Die Stadt wuchs durch die Stahlansiedlung rasant. Im Gegensatz zu anderen Städten der CSSR oder auch Ungarns gab es hier nie eine Wohnungsnot. Es gibt 22 Stadtteile, da jede Plattenbausiedlung als eigener Stadtteil zählt. Das Werk ist heute in privater Hand und mit deutlich reduzierter Belegschaft von 12.000 Arbeitern immer noch der größte Arbeitgeber der Region. 


Ausflüge in die Umgebung

Tokaj
Die Region ist Ungarn und dem berühmten Wein vorbehalten – so denkt man jedenfalls. Und irgendwo stimmt es ja auch, weil es früher eben alles Ungarn war. Seit der Errichtung der CSSR im Jahre 1918 liegen 10% auf dem Gebiet der Slowakei. Typisch für Tokaj ist Klima und Geologie. Und der typische Tokajer ist auch noch einem bestimmten Verfahren verbunden. In Zeiten des Sozialismus gab es eine Vereinbarung, dass die CSSR keinen Tokajer ins westliche Ausland exportiert sondern nur für das Inland bzw. die sozialistischen Staaten produziert, während der Westexport den Ungarn vorbehalten war. 
Das Gut Ostrožovic wurde 1990 gegründet und ist das älteste existierende Tokaj-Weingut der Slowakei. Mit dem Zusammenbruch des Ostblocks brach auch die staatliche Produktion zusammen und es gab keine Nachfolger-Betreiber. Die private Weinbauwirtschaft fing quasi bei Null an. Der Besitzer ist sich sicher, dass in den nächsten Jahren verstärkt slowakische Tokajer für Aufsehen sorgen, aber immer eine kleine Nische bleiben werden. Die Weine werden heutzutage zu 80% modern gekeltert und nur zu 20% klassisch. Letztere sind stark und süß und haben den bekannten Eigengeschmack. Erstere sind in der Kelterei wie andere Weine auch. 

_1359918220

Für die Klassik-Tokaj-Variante ist trockenes Wetter Gift. 2012 war solch ein Jahr. Es wird keine Klassik-Weine aus diesem Jahr geben. Die komplette Produktion geht in die moderne Variante. Derzeit gehen 10 Prozent in den Export, der Rest wird im Inland verbraucht, wobei der Klassik-Tokaj gerne als Geschenk dient, besonders der 6-Puten, die höchste und süßeste Stufe. Das kann sich aber sehr schnell ändern, da die Chinesen eine Vorliebe für starken, süßen Wein haben, da ihre scharfen Gerichte sehr gut damit harmonieren. 
Der typische Klassik-Wein wird in Puten gerechnet. Stufe eins ist der 3-Puten-Wein. Die Pute ist dabei die klassische Holzkiste zu 25Kg. Frauen erledigen die Lesearbeit, da Männer in der Regel zu grobmotorisch dafür veranlagt sind. Es wird in zwei Tranchen gelesen. Bei der zweiten müssen die Trauben am Rebstock schon zu Rosinen getrocknet sein. Nach acht bis zwölf Wochen Weinreife der ersten Lese werden die Rosinen dazugeschüttet. Am Ende muss der Wein mindestens 60gr Zuckergehalt aufweisen. Der 5-Putenwein des Gutes hat jüngst einen Preis in Brasilien gewonnen und der 6-Putenwein schon drei Preise. Der Reifeprozess des Klassikweines kann durchaus 70 bis 80 Jahre betragen und durchläuft dabei verschiedene Geschmacksrichtungen. 
Die Weinkeller liegen im Tuffgestein und dort reift der klassische mindestens drei Jahre. Typisch ist, das es ein Pilz im Weingarten gibt und einen anderen im Weinkeller. Beide sind typisch und wichtig für den Klassischen. Der hat einen Verlust von zwei Prozenzt im Jahr durch Verdunstung. Davon lebt der Pilz, der wiederum für das Klima im Keller verantwortlich ist.
Nach dem Tataren-Einfall hat Bela IV Deutsche und Italiener für die Besiedlung geholt. Die haben die Turmin-Traube mitgebracht und die wird von diesem Speziellen Pilz begleitet. Der erste süße Wein ist indes erst 1633 entstanden.
Als Schutz des einheimischen Weines schreibt die Gesamt-Region Tokaj vor, dass nur drei Rebsorten angebaut werden dürfen. Außerdem versucht man, grenzübergreifend einheitliche Standards festzulegen. 

Levoca/Leutschau
Leutschau war eine der wichtigsten Städte Ungarns, weil hier wichtige Handelsstraßen entlanggingen. Die Amtssprachen waren ungarisch, deutsch und latain. Nach Sprachprotesten für slowakisch ging L’udovít Štúr mit seinen Anhängern nach Leutschau. Von der Universität Bratislava wurde er suspendiert und Leutschau hatte eine Schultradition. Und so entstand hier die Pionierrolle in der Durchsetzung der slowakischen Sprache als offizielle Amtssprache. 
Die Besiedlung des Gebietes hat eine sehr lange Tradition. Funde gehen bis auf 1700 vor Christus zurück. Nicht zuletzt wegen der Thermalquellen und der Erze. Mit der Anwerbung von Kolonisten nach dem Tataren-Einfall kamen auch viele Bergleute hierher. Diese hatten Sonderrechte, wuchsen dennoch schnell mit der eingesessenen Bevölkerung zusammen und brachten Leutschau eine Blütezeit im Spätmittelalter bis in die Neuzeit. 

_1359918262

Die Stadt bekam das Stapelrecht. Kaufleute mussten 14 Tage ihre Waren anbieten und durften keine Verpflegung mitbringen. Die Stadt hatte sogar das Enthauptungsrecht. Bürgermeister durfte werden, wer Bürger war, reich war, ein Haus hatte und Auslandsaufenthalt nachweisen konnte – also nur Kaufleute.
Die Bebauung der Altstadt hat ein Renaissance-Gesicht, da viele Gebäude damals umgebaut wurden. Die Substanz ist jedoch oftmals noch älter und geht bis auf das 13. Jahrhundert zurück. 1950 gab es dann ein Gesetz, welches die alten Gebäude unter Schutz stellte. Selbst die Stadtmauer ist noch erhalten. Und so wurde der Stadtkern als schützenswertes Gesamtensemble von der UNESCO in die Liste eingetragen. 
Im 18. Jahrhundert stammten 10 Prozent der Weltkupferproduktion aus den nahen Zipser Bergen. Doch der Preis verfiel wegen der Übersee-Minen ständig mehr. Und im 19. Jahrhundert waren die heimischen Minen weitestgehend erschöpft. Mit dem Aufkommen der Bahn gab es dann einen Kampf mit Košice, den Leutschau letztlich verlor. Die Bahn fuhr an Leutschau vorbei. Damit sank die Bedeutung der Stadt rapide auf das heutige Provinzniveau, während die Bedeutung von Košice rapide stieg. 

Zipser Burg
War eine königliche Burganlage der Häuser Arpad und Anjou. Sie gilt als eine der größten europäischen Burganlagen. Ab dem späten 15. Jahrhundert ging die Burg in den Besitz verschiedener Adelshäuser über, die die militärische Anlage in einen Palast umbauten. Unter den Csakys drehte sich die Nutzung wieder um. Höhenburgen wurden überall in Europa aufgegeben und der Adel siedelte sich in bequemeren Schlössern an. So auch hier und die Burg wurde wieder militärischer Stützpunkt für eine kaiserliche Artillerie-Einheit. Im späten 18. Jahrhundert wurde sie durch ein Feuer völlig zerstört und nicht mehr benutzt. Wie überall auch, stand sie dann als Steinbruch zur Verfügung. Neben den Besitzern, die Steine für ihre Prunkbauten hier brachen, verbaute auch die örtliche Bevölkerung einiges an Steinen. 1993 wurde die Anlage in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. 

_1359918293

Auch hier reicht die Besiedlung weit zurück. Reste eines keltischen Hauses sind im unteren Burghof sichtbar. Nach den Kelten herrschte für fast 900 Jahre Ruhe auf dem Hügel, da die Slawen auf dem benachbarten Hügel eine Feste errichteten.
Die Aussicht ist so oder so berauschend. Das war damals sicherlich nicht der Grund, doch wer sich die engen Stufen in der Turmmauer den Burgfried hochtraut, hat eine fantastische Rundumsicht. Sicher, so war es geplant. Schließlich wurde hier früher Wache gehalten. Zu Füßen der Burganlage erstreckt sich Spišska Kapitula. Eine komplette Kirchenstadt mit romanischer und gotischer Architektur. Es war der Kirchenverwaltungssitz der Region und wurde im 18. Jahrhundert dann Sitz der Diözese. Das Innere der romanischen Kathedrale des heiligen Martins ist jedoch nicht ständig zu sehen, man muss auf Führungsbeginn warten. 
Empfehlenswert, um auf dem Ausflug Wegzehr zu nehmen, ist die Wanderhütte Spišsky Salaš. Rustikal eingerichtet, mit Außenbereich und herrlichem Talblick, wird hier deftige Landeskost serviert. 
Ansonsten wartet Natur pur in der näheren und weiteren Umgebung von Košice. Höhlen und Karstgebirge, Flüsschen und Täler, Wald und sanfte Hügel, verträumte Dörfer und vergessene Städtchen.

Übernachtung

Ein schönes und relativ neues Hotel ist das Yasmin. Es wird auch gern für Tagungen und Events gebucht.

_1359913524

Weitere Informationen:
Slowakische Zentrale für Tourismus
Zimmerstr. 27
D – 10969 Berlin
Tel: +49/30/25 94 26 40
Fax: +49/30/25 94 26 41


Text: 
Otger Jeske

Fotos: 
Matthias Dikert