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Pilsen

Es gibt viele Gründe, die Stadt Pilsen zu erkunden. Es gibt neben dem historischen Zentrum den Geburtsort des weltbekannten Biers Pilsener Urquell, die Traditionen des tschechischen Marionettentheaters, die Kulturhauptstadt Europas 2015 sowie die Wohnungseinrichtungen von Adolf Loos zu entdecken.

Und so machte sich eine Reisegruppe aus der Oberpfalz auf den Weg, um neben dem reichen Kulturangebot insbesondere die Qualität des Bieres zu probieren.

Die Anfahrt mit dem Auto ist ab der deutschen Grenze schnell gemacht. In ca. 1 Stunde ist man in Pilsen angelangt. Der einfachste und bequemste Weg, die Stadt zu erkunden, ist, sich einen deutschsprachigen Guide zu nehmen. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten sind bequem zu Fuß zu erkunden.

Und so treffen wir uns ganz zentral am Platz der Republik mit unserer Reiseführerin Frau Eva Spale, die uns die Sehenswürdigkeiten hier erläutert. Hier gibt es zunächst einen vergoldeten Brunnen zu entdecken, der die Motive des Pilsener Stadtwappens symbolisiert. Gleich neben dem Brunnen erfassen unsere Augen die St. Bartholomäus Kathedrale, ein gotisches, dreischiffiges Bauwerk mit der spätgotischen Sternberg-Kapelle und einem 102,26 m hohen viereckigen Turm, von dem aus man einen fantastischen Rundumblick über die Stadt hat.

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Pilsen wurde als Neugründung um 1295 von König Wenzel II. unter dem Namen Neu Pilsen als Königsstadt gegründet. Der Name Pilsen wird allerdings erst ab dem 16. Jh. geläufig, davor gehörte er dem einst gleichnamigen frühmittelalterlichen Verwaltungszentrum der Region, welches später als Alt Pilsen bezeichnet wurde und heute Starý Plzenec heißt.

Nur ein paar Schritte vom Dom entfernt befindet sich das Renaissance Rathaus, in dessen Erdgeschoss ein Modell des historischen Stadtkerns bewundert werden kann. Nicht zu vergessen natürlich auch die Pestsäule neben der Kathedrale, die 1681 als Danksagung für einen gemäßigten Verlauf der Pestepidemie aufgestellt wurde.

Unser Weg führt uns weiter zur großen Synagoge, die eine der fünf größten auf der Welt mit interessantem Interieur ist und mit einer ausgezeichneten Akustik aufwartet. Und weiter geht es zum großen Theater, das im Jahr 1902 erbaut wurde und über eine interessante Jugendstileinrichtung verfügt.

Und mitten in einem kleinen Park müssen wir dringend einen Fotostopp einlegen, denn hier stehen die Statuen der berühmten Marionetten Speijbl und Hurvinek, die gebürtige Pilsener sind und schon viele Kinder beglückt haben.

Schnell ist die Zeit vergangen und unser Stadtführerin Eva verabschiedet sich von uns an der Gaststätte Na Parkanu, wo wir eine kleine Mittagsrast einlegen. Nach einem schmackhaften und preislich sehr angemessenem Essen steht zum Abschluss unserer Stadterkundungen die Besichtigung des Geburtsortes des Pilsener Urquells auf unserem Programm.

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Dieses leicht untergärige Lager Bier machte die Stadt Pilsen weltweit berühmt. Bei einer Brauereibesichtigung werfen wir einen Blick in die Vergangenheit und Gegenwart der Herstellung von Pilsener Urquell, entdecken im Biermuseum die Geschichte des Bieres vom Altertum bis in die Gegenwart und als Krönung am Ende durften wir dann das Bier in ungefilterter Form direkt vom Fass probieren.

Seit 1842 wird das Bier hier gebraut. Und unsere Reisegruppe ist sofort stolz zu hören, dass der bayerische Landsmann Josef Groll zum Braumeister berufen wurde. Neben der Rohstoffausstellung und dem Kinosaal gibt es auch die Ausstellung „Menschen vom Pilsener Urquell“ zu bewundern.

Beim Abstecher in das Herz der Brauerei, dem historischen und heutigen Sudhaus, bewundern wir die moderne Flaschenfüllanlage, in der täglich 120.000 Flaschen in der Stunde abgefüllt werden. Und frisch gestärkt durch ein Pilsener Urquell vom Fass machen wir uns wieder auf den Heimweg mit der Erkenntnis, dass sich der Besuch in Pilsen für uns sehr gelohnt hat.

Weitere Informationen bei:

Touristeninformationszentrum der Stadt Pilsen
(Turistické informacní centrum mesta Plzne)
námestí Republiky 41
301 00 Plzen
E-Mail: info@visitplzen.eu
Telefon: +420 378 035 330

Text und Fotos:

Matthias Dikert

Michael und Petra Silberbauer