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Kappadokien – im Land der schönen Pferde

Woher der Name Kappadokien kommt, da streiten sich die Gelehrten. Die einen sagen, es kommt aus Anatolien, die anderen bestehen auf dem Alt-Persischen. Letzteres wird aktuell verwendet – es heißt übersetzt „Im Land der schönen Pferde“.

Die Region liegt in Zentralanatolien und umfasst die Provinzen Nevsehir, Nigde, Aksaray, Kirsehir und
Kayseri. Die Seidenstraße führte hier durch und viele Religionen und Philosophien haben die Menschen hier bewegt. Die fantastisch anmutenden Landschaften, die aus einem Science Fiction Roman entstammen könnten, sind durch intensive vulkanische Aktivitäten entstanden. Die Vulkane hatten Asche, Lavaströme und Gesteine gespuckt. Durch Erosion, hervor gerufen durch Wind und Regenwasser, bildeten sich dann die Felsformationen, wie man sie heute vorfindet. Typisch für die Region sind die berühmten Feenkamine, die aus einem konisch geformten Felskegel mit einem oben drauf liegenden Steinhut bestehen. Teilweise erinnern diese auch an Champignons, wurden aber immer durch die Natur geschaffen, ohne Einwirkung der menschlichen Hand. Die Türme und Kegel bestehen aus Tuff, einem sehr weichen vulkanischen Mineral, welches von den Einheimischen teilweise ausgehöhlt wurde, um Platz für Wohnräume oder Kirchen zu schaffen. Ganze unterirdische Städte wurden auch so geschaffen. Über 1000 Felsenkirchen sollen in Kappadokien existieren.
Die frühesten Siedlungen entstammen 6500 vor Christus. Phryger und Lyder, dann die Meder, und schließlich die Perser lösten sich einander ab. Durch Schlachten und Völkerwanderungen kamen später noch die Römer, die Byzantiner, Isaurier, die Hunnen, die Seldschuken, die Turkmenen und Osmanen und zum Ende die Griechen hinzu. Wegen dieser sehr wechselhaften Kulturgeschichte und den besonderen Landschaftsformationen wurde die Region 1985 von der UNESCO als Weltkulturerbe unter Schutz gestellt.

Die Religionen wechselten ebenfalls mit den Eroberern. Heute ist der Islam die meist verbreitete Weltanschauung. Einige bekannte Muslimschulen siedelten sich im Laufe der Zeit an. Der Begründer der Sufi-Philosophie, einer Abzweigung des Islam, Haci-Bektas-i Veli hatte sich im 13. Jahrhundert im Hacibektas-Gebiet nieder gelassen. Seine Weltanschauung basierte auf Toleranz, Humanität, Solidarität und sozialer Gleichstellung. 

Anreise

Die Anreise per Flugzeug erfolgt bequem über die Flughäfen Istanbul und dann entweder Kayseri oder Gülsehir. 

Sehenswürdigkeiten

Mit der Provinzhauptstadt Nevsehir startet man am besten die Erkundung Kappadokiens. Berühmte
Bauten sind die Seldschukenburg auf der höchsten Erhebung der Stadt, die auf den Resten einer alten byzantinischen Festung errichtet wurde, und die Kursunlu-Moschee.
Weiter geht es 7 km östlich nach Uchisar, wo man von der Burg her einen fantastischen Panoramablick auf das Tal und das Pigeon Valley hat. Die Burg liegt auf einem hohen Felsmassiv (1400 m), welches schon von weitem zu sehen ist und wird von vielen Räumen und Korridoren durchzogen. Auch eine große Zisterne wurde in der Burg zum Überstehen von Belagerungen errichtet. Die Tauben gibt es aber nicht nur hier im Pigeon Valley, auch in anderen Tälern sind diese zu finden. Der Taubenmist ist in der Landwirtschaft als Dünger sehr begehrt. Ein sehr beliebter Ausflugspunkt ist auch das Ihlara-Tal. 

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Es ist 14 km lang und startet in Ihlara und endet in Selime. Geformt wurden die Schluchten durch den Fluss Melendiz, der durch die Erosion diese beeindruckenden Felsformationen gebildet hat. Viele Höhlen und Kirchen sind in die bis zu 150 m hohen Felsenwände eingelassen. Wichtig an zu sehen sind die Kirchen Agacaltu, Yilanli, Kitkdamalti sowie die Selime Kathedrale. 3 km in nordöstlicher Richtung liegt Göreme, das für sein Freilichtmuseum sehr bekannt ist. 

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Ohne einen Besuch dieses Musuems wäre eine Reise nach Kappadokien nicht komplett. Viele verschiedene Felskegelformationen und Kirchen können hier zentral auf einem Platz besichtigt werden. Besonders beeindruckend sind die Wandmalereien in diesen in den Tuffstein gehauenen Kathedralen. Frühzeitliche Christen haben sich hier vor Ihren Verfolgern versteckt und Messen gefeiert. Die Kapellen und Kirchen haben alle unterschiedliche Namen wie Elmali-Kirche, St. Barbara Kapelle und Carikli Kirche, um nur einige zu nennen.

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Nur einen Katzensprung entfernt ist Ortahisar, ein Ort mit ebenfalls sehr schöner Aussicht auf die umliegenden Täler sowie der Burg der Seljuken, die Zusammen mit Bashisar und Uchisar eine der wichtigsten Befestigungen zum Schutze von Nevsehir war. Das nahe gelegene Love Valley hat seinen Namen von den pilzförmig nach oben ragenden Felsenkaminen her, die bestimmte Ass

Auf dem Weg nach Kaymakli sollte man noch einen Abstecher nach Mustafapasa machen. Dieser Ort besticht durch seine schönen Häuser der alten Christen mit interessanter Architektur und schönen Wandmalereien. 6 km nördlich befindet sich der Ort Ürgüp, der bekannt für seine Kirchen St. Theodora und Pancralik mit beeindruckenden Fresken ist. In Kaymakli schließlich ist eine der schönsten unterirdischen Städte zu besichtigen. oziationen wecken können.

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Auf dem Weg nach Kaymakli sollte man noch einen Abstecher nach Mustafapasa machen. Dieser Ort besticht durch seine schönen Häuser der alten Christen mit interessanter Architektur und schönen Wandmalereien. 6 km nördlich befindet sich der Ort Ürgüp, der bekannt für seine Kirchen St. Theodora und Pancralik mit beeindruckenden Fresken ist. In Kaymakli schließlich ist eine der schönsten unterirdischen Städte zu besichtigen. 

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Sie besteht aus 8 verschiedenen Ebenen, von denen 4 heute für Besucher zugänglich sind. Diese Substädte dienten der Flucht vor den nahenden Feinden. Sie waren ausgestattet mit langen gewundenen Gängen, Kirchen, Lüftungskanälen, Wasserzisternen und Küchen. Kurzum alles, um einer langen Belagerung stand zu halten. Die Eingänge zu den Höhlen wurden durch schwere Mühlensteine gesichert.
Für Romantiker ist der Sonnenuntergang mit Blick auf das Rose-Valley sehr zu empfehlen. In Avanos kommen Liebhaber der Architektur auf Ihre Kosten, denn hier sind schöne alte türkische Häuser zu besichtigen.

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Diese sind zumeist 2-3 Stockwerke hoch und besitzen eine einfache, aber klare Architektur ohne große Verzierungen.


Klima

Die besten Besuchszeiten sind Mai und Juni sowie September und Oktober, wo die Temperaturen noch am angenehmsten sind. In den Sommermonaten Juli und August kann es für Nordeuropäer schon extrem heiß werden.

Entertainment

Wer abends etwas unternehmen möchte, kommt an Saruhan Kervansaray nicht vorbei. Diese alte Festung wurde durch private Investoren restauriert und bietet jeden Abend den Tanz der Derwische. Diese beginnen sich in tiefer religiöser Verzückung immer schneller um die eigenen Achse zu drehen, ohne dabei die Körperkontrolle zu verlieren. Die Derwische sind immer an ihren hohen Hüten und bodenlangen Talaren zu erkennen. Diese entstammen einer alten Sekte, die von Haci Bektas Veli (1209-1270) begründet wurde. Die Aleviten hatten Haci Bektas Veli, damals entsandt, um ihre Lehren zu verbreiten. Durch seine große Nächstenliebe fand diese Variante des Islam bald viele Anhänger. Es gibt so gut wie keinen Souvenirshop, der nicht irgendwelche Bilder oder Statuen der Derwische anbietet.

Aktivitäten

Kappadokien bietet viele Freizeitmöglickeiten. Ballonfahrten werden überall angeboten, Rafting auf den Flüssen, Mountainbiking und Wandertouren sind ebenfalls sehr beliebt.

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Ein besonderes Erlebnis ist natürlich eine Pferdesafari. Interessant sind auch Besichtigungen der örtlichen Töpfereien, Ledermanufakturen und Onyxschleifereien.

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Genuss

Wer schon in der Region ist, sollte unbedingt traditionelle türkische Weine probieren. Die Winzerei Turasan in Ürgüp bietet verschiedene Abfüllungen zum Probieren und Kaufen an. Die türkische Küche ist wesentlich vielfältiger als vielen bekannt. 

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Gefüllte Weinblätter, frisch gepresster Granatapfelsaft, gegrillter Fisch, eingelegtes Gemüse und das klassische Shish-Kebab sind hier zu nennen. Das Letztere besteht aus Kartoffeln, Lamm oder Rindfleisch sowie Gemüse in einer würzigen Sauce und wird in einem verschlossenen Tongefäß zubereitet. Am Tisch wird dann vom Kellner der Hals des Tongefäßes abgeschlagen und der Inhalt sofort heiß serviert. Vorsicht ist allerdings geboten, denn manchmal schleichen sich einzelne Tonsplitter in die ersten Bissen rein. Restauranttipps finden Sie am Ende des Berichts.

UNTERKUNFT

Bei den türkischen Hotels gibt es auch eine Sterneklassifizierung, aber hier sollte beachtet werden, dass es sich zumeist um die Landeskategorie handelt und ein 5 Sterne Hotel teilweise eher einem 3 Sterne Hotel z.B. in Deutschland entspricht.

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Einige empfehlenswerte Hotels der oberen Preiskategorie sind am Ende aufgeführt.


Weiterführende Informationen:
Fremdenverkehrsamt für Türkei 
Generalkonsulat der Republik Türkei
Baseler Str. 37 
60329 Frankfurt / Main 
Tel.: 0049 (0)69 – 233081 / -82 
Fax: 0049 (0)69 – 232751 


Text und Fotos:
Matthias Dikert